Montag, 13. Dezember 2004

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Kanzler Schüssel: 300 Mio. Euro mehr für Pensionen im Jahr 2005

Der Ministerrat beschloss am 30. November die Pensionserhöhung für das Jahr 2005. Pensionen bis zur ASVG-Median-Grenze von 686,70 Euro werden um 1,5 % erhöht. Für darüber liegende Pensionen gibt es einen Fixbetrag von 10,30 Euro. Berechnet wurde auf Grundlage des Verbraucherindexes, der von Juli 2003 bis August 2004 um 1,5% angestiegen war.
„Die Erhöhung folgt einer Automatik, die sicher stellt, dass für die kleinen Pensionen immer die Inflationsrate abgegolten wird“, unterstrich Bundeskanzler Wolfgang Schüssel vor Journalisten. Für das Budget bedeute dies einen Mehraufwand von insgesamt 300 Mio. Euro. Seit dem Jahr 1999 seien die Aufwendungen für Pensionen um über 4 Mrd. Euro gestiegen, so Schüssel.
Auf der Tagesordnung des Ministerrates stand auch das Stabilitätsprogramm für die Jahre 2004 bis 2008. Vorgesehen ist eine deutliche Absenkung der Abgabenquote von heuer 42,7% auf 40% im Jahr 2008. Das gesamtstaatliche Defizit bezifferte der Bundeskanzler für dieses Jahr mit 1,3% bzw. mit 1,9% für 2005 und 1,7% für 2006. Im Jahr 2007 werde das Defizit auf 0,8% absinken und 2008 wieder ein Nulldefizit erreicht. ■

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Innenminister Strasser zurückgetreten

Innenminister Ernst Strasser (ÖVP) gab am 10. Dezember seinen Rücktritt bekannt und kündigte seinen Wechsel in die Privatwirtschaft an. Bereits am folgenden Tag wurde Verteidigungsminister Günther Platter (ÖVP) von Bundespräsident Heinz Fischer interimistisch als neuer Innenminister angelobt. Bundeskanzler Wolfgang Schüssel betonte, es handle sich dabei nur um eine Übergangslösung. ■

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Schüssel: Erstmals wirklicher Rückgang der Arbeitslosigkeit

Erstmals seit 2001 weise die Arbeitsmarktstatistik im November „einen wirklichen Rückgang“ der Arbeitslosigkeit aus, betonte Bundeskanzler Wolfgang Schüssel nach dem Ministerrat am 7. Dezember. Besonders erfreulich seien der überproportionale Rückgang bei jugendlichen Beschäftigungslosen und die deutliche Abnahme bei älteren Arbeitlosen. Die Zahl der unselbständig Beschäftigten habe mit 3,204 Millionen einen absoluten Höchststand erreicht und sei ein Zeichen dafür, dass „die Konjunktur wirklich angesprungen ist“, so der Bundeskanzler.
Zur aktuellen PISA-Studie über das mittelmäßige Abschneiden österreichischer Schüler forderte Schüssel eine bildungspolitische „Diskussion „ohne Tabus“. Konkrete Ergebnisse zur Verbesserung des Schulsystems erhoffe er sich vom geplanten Reform-Dialog. ■

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Nationalrat: Volles Plenar-Programm zum Jahresende

Zahlreiche Gesetzesvorhaben standen im Nationalrat bei den letzten beiden Plenartagungen (9./10. Dezember) vor Jahreswechsel auf dem Programm: Darunter die Fusion von Polizei und Gendarmerie und Schutzzonen um Schulen (Sicherheitspolizeigesetz), der Finanzausgleich, die Gesundheitsreform, die Strukturreform des Gesundheitssystems und die Neuordnung des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger.
Das beschlossene Finanzierungsprogramm für das Gesundheitswesen sieht jährliche Einnahmen von rund 300 Mio. Euro vor, die zwischen Ländern und Sozialversicherungen gleichermaßen aufgeteilt werden. ■

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Bundes-Personalvertretungswahlen 2004: FCG hielt absolute Mehrheit

Bei den 10. Bundes-Personalvertretungswahlen 2004 am 1./2. Dezember konnte die Fraktion Christlicher Gewerkschafter (FCG) mit 50,16% ihre absolute Mehrheit halten. Deutliche Gewinne gab es für die Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter (FSG) und Unabhängige Gewerkschafter (UG). Die FPÖ-nahe AUF (Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger und Freiheitlicher) hingegen erlitt drastische Verluste.
Das endgültige Gesamtergebnis im Detail:
Wahlberechtigte: 232.970 (1999: 262.574)
Abgegebene Stimmen: 194.402 (219.143)
Gültige Stimmen: 185.799 (210.681)
ÖAAB/FCG: 93.189/50,16%/178 Mandate (-24)
FSG: 64.431/34,68%/115 (+16)
UG: 17.437/9,38%/19 (+3)
AUF: 6.998/3,77%/5 (-7)
Sonstige: 3.744/2,02%/25 (-1). ■

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Bundespräsident Fischer zu Besuch in Polen

Bundespräsident Heinz Fischer reiste am 10. Dezember zu einem eintägigen Arbeitsbesuch nach Polen. In Warschau traf er mit seinem polnischen Amtskollegen Aleksander Kwasniewski und Außenminister Wlodzimierz Cimoszewicz zusammen.
Erörtert wurden vor allem EU-Fragen – darunter die bevorstehende Entscheidung über Beitrittsverhandlungen mit der Türkei und die Ratifizierung der EU-Verfassung. Ein zentrales Thema war auch die politische Krise in der Ukraine. Auf bilateraler Ebene ging es im Wesentlichen um eine Intensivierung des wirtschaftlichen und kulturellen Austausches zwischen Polen und Österreich.
In den vergangenen Jahren entwickelten sich die Handelsbeziehungen sehr dynamisch. 2003 lagen die österreichischen Direktinvestitionen in Polen mit 1,05 Mrd. Euro so hoch wie in keinem anderen EU-Mitgliedsland. ■

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Kanzler Schüssel in Warschau

Bundeskanzler Wolfgang Schüssel nahm am 8. Dezember in Warschau an einem Treffen der Regierungschefs der Regionalen Partnerschaft teil. Im Zentrum der Gespräche mit seinen Amtskollegen aus Polen, Ungarn, Tschechien, der Slowakei und Slowenien standen insbesondere EU-Fragen und die Wahl-Krise in der Ukraine.
Gesucht wurde nach gemeinsamen Positionen in der Frage des EU-Budgets 2007 bis 2013, wobei Österreich als Nettogeberland für ein Einfrieren auf derzeitigem Niveau plädiert. Zur Diskussion standen weiters die künftigen EU-Erweiterungsrunden (Bulgarien, Rumänien, Kroatien, Türkei) und gemeinsame Initiativen im Rahmen des „Lissabon-Prozesses“ zur Ankurbelung der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit Europas. Österreich mache sich dabei vor allem für Offensiven im Forschungsbereich und den Abbau bürokratischer Hürden für Unternehmen stark, sagte Schüssels Sprecherin Verena Nowotny gegenüber der Austria Presse Agentur (APA).
Das Treffen der auf österreichische Initiative zurückgehenden Regionalen Partnerschaft fand in Warschau statt, da Polen gegenwärtig den Vorsitz der Gruppe innehat. ■

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Griechenlands Außenminister Petros G. Molyviatis in Wien

Der griechische Außenminister Petros G. Molyviatis traf am 3. Dezember in Wien zu einem Arbeitsgespräch mit Außenministerin Ursula Plassnik zusammen.
Im Mittelpunkt standen Europa-Fragen. Die beiden Außenminister erörterten im Vorfeld des Europäischen Rates am 17. Dezember vor allem das Thema EU-Erweiterung. „Angesichts der anstehenden Entscheidung der Staats- und Regierungschefs über die mögliche Aufnahme von Verhandlungen mit der Türkei war ich besonders interessiert, den Standpunkt eines direkten Nachbarn der Türkei zu hören“, so Plassnik.
„Österreich und Griechenland wünschen sich eine stabile und europäisch ausgerichtete Türkei“, erklärte die Außenministerin. Die Europäische Kommission habe große Fortschritte der Türkei in Richtung europäische Standards festgestellt, zugleich aber auch eine Reihe von weiterhin aktuellen Problemen – etwa im Bereich der Menschenrechte – aufgelistet.
Zur Zypern-Frage betonte Plassnik: „Ich bin zuversichtlich, dass sich der Annäherungsprozess zwischen Griechenland und der Türkei positiv auf die Zypern-Frage auswirkt“. ■

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Außenministerin Plassnik beim OSZE-Ministertreffen in Sofia

In ihrer Rede beim 12. OSZE-Ministertreffen am 6. Dezember in Sofia betonte Außenministerin Ursula Plassnik die bedeutende Rolle der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) bei der Sicherung demokratischer Grundwerte und der Menschenrechte. Dies gelte vor allem in Zeiten des politischen Umbruchs. So habe die OSZE bei den Wahlen in der Ukraine „deutlich gezeigt, dass sie trotz schwieriger lokaler Umstände ein zielsicheres Urteil über den Wahlvorgang abgeben konnte und auf wesentliche Unregelmäßigkeiten hingewiesen hat“, sagte Plassnik.
Neben den offenen Konflikten in der OSZE-Region (Moldau-Transnistrien, Berg/Karabach und Georgien) müsse „der Kampf gegen die neuen Bedrohungen, wie Terrorismus, Organisierte Kriminalität und ihre besonders widerwärtige Form, den Menschenhandel, eine Hauptaufgabe der OSZE bleiben“. ■

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EZB-Präsident Jean-Claude Trichet bei Bundeskanzler Schüssel

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, traf am 29. November in Wien zu einem Arbeitsgespräch mit Bundeskanzler Wolfgang Schüssel zusammen. Im Anschluss daran nahm er an der „Konferenz zur Europäischen Integration“ (der früheren Ost-West-Konferenz) der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) teil. In seinem Statement äußerte sich Trichet erneut besorgt über die Währungsentwicklung des Euro zum US-Dollar.
Der EZB-Chef erinnerte auch daran, dass ein Beitritt zur Europäischen Währungsunion ausnahmslos die Erfüllung der vorgesehenen Kriterien voraussetze.
OeNB-Gouverneur Klaus Liebscher betonte bei der Tagung ebenfalls, dass an den Regeln des Stabilitäts- und Wachstumspaktes nicht gerüttelt werden dürfe, ohne die Stabilität der Europawährung zu gefährden. „Für die Stabilität des Euro und die Glaubwürdigkeit der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion ist es unverzichtbar, die Fiskalregeln des Stabilitäts- und Wachstumspaktes einzuhalten, die ein klares, transparentes Rahmenwerk bieten“, so Liebscher. ■

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Österreich profitiert vom EU-Beitritt

Die Schweiz sei zwar nach wie vor reicher als Österreich, die heimische Volkswirtschaft habe allerdings vom EU-Beitritt profitiert, erklärte der Integrationsexperte der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), Franz Nauschnigg, am 7. Dezember vor Journalisten in Wien. Die Schweiz habe seit dem sich abzeichnenden „Nein“ zum EWR-Beitritt Anfang der 90er-Jahre einen deutlichen Wachstumsknick erlebt.
Einer Vergleichsstudie des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) zufolge sei das Wirtschaftswachstum in Österreich in den Jahren 1990 bis 2004 um 25,3 Prozentpunkte höher als bei den Eidgenossen, so der Experte. Laut Wifo-Zahlen brachte der EU-Beitritt Österreichs Wirtschaft ein zusätzliches Wachstum von 2,9% des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Österreichs Volkswirtschaft habe im Vergleich zur Schweiz seit 1990 mehr als 45 Mrd. Euro gewonnen, obwohl Österreich als Netto-Zahler mehr Geld an die EU abliefere als herausbekomme (der so genannte Nettobeitrag Österreichs lag im Vorjahr bei 336,2 Mio. Euro oder 0,15% des BIP). Die zusätzlichen Budgeteinnahmen hätten diese Zahlen „bei weitem überkompensiert“, versicherte Nauschnigg. Die Direktinvestitionen ausländischer Investoren hätten sich von 1990 bis 2003 von 0,85 Mrd. Euro auf 46,7 Mrd. Euro erhöht.
Laut Wifo-Untersuchungen habe der Beitritt Österreichs zur EU den Österreichern zwischen 700 und 5.000 Euro pro Kopf zusätzlich beschert. Neben den Wohlfahrtseffekten hätten die Konsumenten auch von billigeren Produkten profitiert, erklärte Nauschnigg. ■

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ÖIAG verkaufte 17 % ihrer Telekom Austria-Aktien

In nur vier Stunden vollzog die Staatsholding ÖIAG am 2. Dezember die größte Transaktion in der Geschichte des österreichischen Kapitalmarktes: Sie verkaufte weitere 17% (85 Mio. Aktien) ihres Anteils an der Telekom Austria (TA) über die Börse an heimische und internationale Investoren. Bei einem Preis von 13,05 Euro je Aktie betrug der Gesamterlös 1,1 Mrd. Euro. Damit kann die ÖIAG nun einen Großteil ihrer Schulden decken, die sich bis Ende September auf 1,8 Mrd. Euro beliefen.
Die ÖIAG hält nun noch rund 30% (inklusive 5%-iger Wandelanleihe) an der TA und darf frühestens im Juni 2005 weitere TA-Aktien verkaufen, zumal eine 180-tägige Behaltefrist läuft. Für einen nächsten TA-Privatisierungsschritt ist ein neuer Aufsichtsratsbeschluss nötig. Laut Regierungsauftrag muss die TA jedoch bis 2006 zu 100% privatisiert werden. ■

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VA Tech: Siemens-Offert mit 55 Euro pro Aktie

Der deutsche Elektro-Konzern Siemens hat sein angekündigtes Offert für die Übernahme des börsenotierten Linzer Technologie-Konzerns VA Tech vor kurzem offiziell vorgelegt: Pro Aktie werden unverändert 55 Euro geboten. Annahmefrist für die Aktionäre besteht über einen Zeitraum von 40 Börsetagen bis 9. Februar 2005.
Das freiwillige öffentliche Übernahmeangebot – es erfolgte über Siemens Österreich – ist auf den Erwerb von rund 12,8 Mio. Stammaktien gerichtet, die 83,55 % des Grundkapitals entsprechen. 16,45 % sind bereits in Siemens-Besitz. ■

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Morak: Preise zur Integration von Menschen mit Behinderung

Im Jahr 2003 wurde der Würdigungs- und Förderungspreis für Kunst- und Kulturprojekte zur Integration von Menschen mit Behinderung erstmals gestiftet. Am 7. Dezember überreichte Kunststaatssekretär Franz Morak den Preis für 2004, der „die aktive Einbeziehung von Menschen mit Behinderung in den künstlerischen Prozess zum Ziel hat“. Den Würdigungspreis erhielt das Salzburger „Theater Ecce“, das seit rund zehn Jahren wesentliche Tanz- und Theaterarbeit leistet und in seine Produktionen mehrfach behinderte SchauspielerInnen integriert. Der Förderungspreis für aktuelle Kunst- und Kulturprojekte ging an das steirische Künstlerkollektiv sinnlos, das in Graz im Jahr 2003 ein Programm entwickelt hat, welches „Differenz als Qualität und nicht als Stigma“ sieht. Die soeben erschienene Publikation „sinnlos, wider die methoden der be- und verhinderung“ (Springer-Verlag, Wien/New York), die diese Arbeit des Jahres 2003 dokumentiert, fand darüber hinaus besondere Anerkennung. ■

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Bundeskanzler Schüssel: Feierstunde für Friederike Mayröcker

Anlässlich des 80. Geburtstages von Friederike Mayröcker lädt Bundeskanzler Wolfgang Schüssel die große Autorin – Staatspreis- und Büchnerpreisträgerin – zu einer Feierstunde (die während des Redaktionsschlusses noch andauert) in das Bundeskanzleramt ein. Den Festakt eröffnet Kunststaatssekretär Morak. Den musikalischen Rahmen gestaltet das Küchl-Quartett mit Werken u.a. von Haydn und Schubert. Seit über 60 Jahren versucht Mayröcker, „Lebensmensch“ ihres verstorbenen Kollegen Ernst Jandl, mit Sprachvirtuosität in noch unerschlossene Gebiete des Ausdrucks vorzustoßen. Zu ihren zauberhaften Texten gehören u.a. „Ausgewählte Ge¬dichte“, „Magische Blätter“ und die Liebesgeschichte „Brütt oder Die seufzenden Gärten“. ■

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Morak ehrt „Kulturbrücke Fratres“ für grenzüberschreitendes Wirken

Am 1. Dezember zeichnete Kunststaatssekretär Morak im Wiener Palais Porcia den Niederösterreichischen Kulturverein „Kulturbrücke Fratres“ mit dem „Würdigungspreis für Grenzüberschreitende Kulturarbeit“ aus, den Morak 2001 ins Leben gerufen hatte. Die Laudatio hielt die Autorin Lotte Ingrisch, Witwe des Komponisten Gottfried von Einem. Seit 1995 sucht der Verein „Kulturbrücke Fratres“ aus dem 28-Seelen-Dorf Fratres im nördlichen Waldviertel (Niederösterreich) mit seinem Nachbardorf Slavonice (Tschechien) über gemeinsame Kulturarbeit – u.a. im Bereich der Bildenden Künste mit Musik und Tanz, Literatur und Architektur – eine engere Verbindung.
Mit dem Preis sollen jene Kulturinitiativen und Künstlervereinigungen gewürdigt werden, die im grenznahen Raum zu Österreichs Nachbarländern vorbildliche Kooperationsprojekte, auch im Sinne nachhaltiger Kulturarbeit, mit den Nachbarstaaten durchführen. ■

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Wien: Feiern für Elfriede Jelinek

Am 10. Dezember wurde Elfriede Jelinek in Stockholm der Literaturnobelpreis 2004 verliehen. Der Abwesenden wurde in ihrer verhassten und auch geschätzten „Heimat“-Stadt Wien gedacht: Im Burgtheater feierten Freunde und Freundinnen wie Gert Jonke, Christoph Schlingensief, Olga Neuwirth, auch Schauspielerinnen wie Kirsten Dene und Maria Happel, die Dichterin. Das Akademietheater zeigte das Kaprun-Stück „Das Werk“, auch andere europäische Theater, u.a. in Stockholm und München, brachten Jelinek-Dramen. Vor dem Burgtheater wurde die rund 50-minütige Nobelpreisrede („Im Abseits“) übertragen, in der die Autorin, aus ihrem auf einem Notenständer liegenden Manuskript lesend, u.a. die Außenseiter-Rolle der Schreibenden, die Schwierigkeit und Flüchtigkeit der Sprach-Erfassung umkreiste. Zur Stärkung, auch der zahlreichen Touristen, gab es Glühwein, Würsteln und Gulaschsuppe.
Im Wiener Literaturhaus präsentierte die Germanistin Pia Janke mit ihren acht MitarbeiterInnen das „Werkverzeichnis Elfriede Jelinek“. Das Buch stellt auf über 650 Seiten eine akribische philologische Aufarbeitung des Gesamtwerks dar und spiegelt darüber hinaus auch sämtliche Stimmen der Rezeption. Von Jelineks erster Veröffentlichung (1967) bis heute umfassen ihre Arbeiten nicht nur Prosa und Theatertexte, für die sie berühmt wurde, sondern auch Lyrik, Libretti (zur Musik von Olga Neuwirth), Hörspiele, Drehbücher, Projektionen und Installationen. Bei manchen dieser Projekte spielen die neuen Medien eine zentrale Rolle. In Zeitungen und Zeitschriften hat die Autorin rund 400 Essays geschrieben. Den Wissenschaftlern ist hier ein Basiswerk gelungen – Ausgangspunkt für zukünftige Jelinek-Forschungen.
Noch bis 22. Dezember zeigt das Wiener Literaturhaus eine hochinteressante Ausstellung über Elfriede Jelinek: mit kontroversiellen Zeitungsartikeln zum Nobelpreis, mit sämtlichen Büchern und Fotos (u.a. von Sepp Dreissinger). ■

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Morak verleiht Erich Fried Preis 2004 an Brigitte Oleschinski

Den von der Republik Österreich gestifteten und von Kunststaatssekretär Franz Morak überreichten Erich Fried Preis 2004 der Internationalen Erich Fried Gesellschaft für Literatur und Sprache erhielt die in Köln geborene Lyrikerin und Essayistin Brigitte Oleschinski, 49. In ihrer Dankesrede meinte sie, Poesie sei „die wichtigste noch zu entdeckende Denkform der Gegenwart“. Oleschinski, die Politische Wissenschaften studierte, arbeitet heute auch in Berlin als Zeithistorikerin über Fragen der politischen Repression im 20. Jahrhundert. Zu ihren bekannten Gedichtbänden gehören „Mental Heat Control“ und „Geisterströmung“. Alleiniger Juror des Preises war Büchner-Preisträger 2004 Wilhelm Genazino („Abschaffel“), der in seiner Laudatio sagte, die Autorin übertrage „mit beinah naturwissenschaftlicher Präzision (...) die Zumutungen des modernen Lebens in lyrische Bilder“. ■

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Morak: Artothek des Bundes präsentiert Ankäufe online

Die Ankäufe 2003/2004 der Artothek des Bundes sind ab sofort im Internet abrufbar. Bei der Eröffnung der Ausstellung, die bis 14. Jänner 2005 im Palais Porcia in Wien gezeigt wird, präsentierte Kunststaatssekretär Franz Morak das „virtuelle Museum“ als neue Plattform für die digitale Präsentation der Artothek. Laut Morak betrage der derzeitige Stand über 30.100 Objekte, deren Großteil bereits digital erfasst sei. Auch die vollständige Aufarbeitung der Fotodokumentation erfolge kontinuierlich, die Datenbank des eMuseums werde laufend erweitert. Somit sei diese Artothek die umfangreichste Dokumentation zeitgenössischer österreichischer Kunst. ■

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Fischer: Preis an Waris Dirie

Am 25. November ehrte Bundespräsident Heinz Fischer im Wiener Museumsquartier die aus Somalia stammende UNO-Sonderbotschafterin Waris Dirie mit dem Romero-Preis der Katholischen Männerbewegung. Mit ihrer „Wüstenblume“-Foundation, benannt nach ihrer berühmten Autobiographie, kämpft das ehemalige Nomadenmädchen Waris Dirie gegen weibliche Genitalverstümmelung. Heinz Fischer lobte Diries Engagement für die Menschlichkeit. ■

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Österreichische Nationalbibliothek: Ausstellung „Geraubte Bücher“

Bis 23. Jänner 2005 zeigt die Österreichische Nationalbibliothek (ÖNB) die Ausstellung „Geraubte Bücher. Die ÖNB stellt sich der NS-Vergangenheit“. Dokumentiert wird darin die unrechtmäßige Erwerbspolitik des Hauses in der NS-Zeit ebenso wie die Restitutions-Geschichte von der Nachkriegszeit bis zur Provenienzforschung der Gegenwart. Im Mittelpunkt der Schau stehen acht exemplarische Fälle von Enteignungen zu Gunsten der ÖNB, darunter die Schwestern Elise und Helene Richter, zwei in Theresienstadt ermordete Wissenschafterinnen, oder der in die USA emigrierte Sohn Arthur Schnitzlers, Heinrich Schnitzler. Wie viele Objekte zwischen 1938 und 1945 unrechtmäßig von der ÖNB erworben wurden, lässt sich heute nicht mehr genau feststellen. Der 2003 abgeschlossene Provenienzbericht enthält über 25.000 unrechtmäßig erworbene Objekte. Einiges davon wurde bereits auf Basis des Kunstrückgabegesetzes von 1998 restituiert, doch vom Großteil lassen sich heute keine rechtmäßigen Besitzer bzw. Erben mehr ausmachen, er wird in den Nationalfonds für Opfer des Nationalsozialismus übergehen. ■

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Wiener Hauptbibliothek: „Die schönsten Bücher“

Bis 28. Jänner 2005 zeigt die Wiener Hauptbibliothek 160 typografisch vorbildliche Bücher (u.a. Kunst-, Kinderbücher, Romane) aus Deutschland, der Schweiz und Österreich – so auch den mit dem Österreichischen Staatspreis 2003 gekürten Band „Frozen History“ von Josef Hoflehner. ■

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Wiener Albertina: Marc Chagalls „Mythen der Bibel“

Bis 28. März 2005 sind in der Wiener Albertina Ölbilder und Studien des russisch-französischen Malers Marc Chagall aus dem Zyklus „Mythen der Bibel“ zu sehen. Die Werke stammen aus dem Chagall-Museum in Nizza, das wegen Renovierung geschlossen ist. Mehr als 150 Gemälde, Pastelle und Gouachen geben Einblick in Chagalls fantasievolle, verzaubernde Interpretation der Heiligen Schrift. Der Maler, Kind einer armen jüdischen Familie aus Weißrussland, etablierte sich u.a. mit diesem Werk als einer der bedeutendsten Wegbereiter der Moderne. ■

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3 Museen: Rubens in Wien

Eine männliche Hand packt das Gesäß einer Frau. So auf einem Plakat „Rubens in Wien“, überall in der Stadt affichiert. Es bewirbt „3 Museen. 100 Gemälde“. Bis 27. Februar 2005 präsentieren drei Museen – Lichtenstein Museum, Kunsthistorisches Museum und Gemäldegalerie der Akademie der Bildenden Künste Wien – ihren gemeinsamen Bilderschatz, der in der „größten Rubens-Schau der Welt“ eine einzigartige Übersicht über das Werk von Peter Paul Rubens bietet. Das neue Liechtenstein Museum möchte das Publikum auf die durch die Rückkehr der Fürstlichen Sammlungen nun erstmals seit 1938 wieder in Wien vereinten Meisterwerke aufmerksam machen. Das Kunsthistorische Museum, das mit rund 40 Gemälden über eine der bedeutendsten Rubens-Sammlungen außerhalb der Heimatstadt Antwerpen verfügt, zeigt nicht nur Werke aus allen Schaffensperioden des flämischen Barockmalers, sondern auch die Vielfalt der verschiedenen Bildtypen, u.a. Altarbilder, Porträts (etwa „Das Pelzchen“), Landschaften. Ergänzt wird die Werkschau im KHM durch Leihgaben der Eremitage in St. Petersburg. Hauptakzent der Rubensschau in der Gemäldegalerie der Akademie am Schillerplatz sind kleinformatige Ölskizzen, die der Meister mit raschem Pinsel als erste Idee für seine oft riesigen Kompositionen in Farbe ausführte. Erotisches Highlight: „Boreas entführt Oreithya“ (um 1615). Siehe Ausschnitt am Plakat. ■

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Jüdisches Museum Wien: Franz Schreker. Grenzgänge, Grenzklänge

Mit der bis 24. April 2005 präsentierten Schau „Franz Schreker. Grenzgänge, Grenzklänge“ setzt das Jüdische Museum Wien seine mit Hans Gál und Egon Wellesz begonnene Ausstellungsserie „Musik des Aufbruchs“ fort. Franz Schreker (1878-1934) war mit Werken wie „Der ferne Klang“, „Die Gezeichneten“, „Der Schatzgräber“ und „Irrelohe“ einer der bedeutendsten Opernkomponisten seiner Generation. Seine betörende Klangwelt eröffnete Perspektiven, die erst Jahrzehnte später, etwa in der Musik Witold Lutosławskis oder György Ligetis, weiterentwickelt wurden. Seine gewagte Operndramaturgie nimmt die Bildsprache des Films vorweg, er schrieb seine Libretti selbst und thematisierte darin eine Welt im Umbruch. Die Ausstellung bietet einen einmaligen Blick in die Musik- und Operngeschichte am Scheideweg zwischen Romantik und Moderne, thematisiert auch anhand von Schrekers Eltern – der Vater war ein jüdischer Hoffotograf, die Mutter stammte aus altösterreichischer Adelsfamilie – die Befindlichkeit der Juden und ihr Streben nach Emanzipation und Assimilation. Erstmals gezeigt werden große Teile seines Nachlasses wie Partituren, Handschriften, Fotos. ■

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Amadeus Classic Award: Markus Rogan charmiert Anna Netrebko

Anna Netrebko, russische Sängerin mit großer sinnlicher Ausstrahlung, wurde kürzlich im Wiener ORF-Zentrum mit dem „Amadeus Classic Award“ geehrt. Sie erhielt ihn für ihr Debüt „Opera Arias“ mit den Wiener Philharmonikern unter Gianandrea Noseda. Die charmante Laudatio hielt zu aller Überraschung Markus Rogan, Österreichs Star-Schwimmer der Olympischen Spiele in Athen, inzwischen auch mehrfacher Goldmedaillen-Gewinner der Kurzbahn-Europameisterschaft in Wien, bekennender Opern- und Netrebko-Fan. Wie er erklärte, hätten Sportler und Sänger viel Gemeinsames: das Ausdehnen der Grenzen, das Verarbeiten von Niederlagen und Festhalten an hochgesteckten Zielen. Als er Netrebko in Mozarts „Don Giovanni“ als Donna Anna gehört habe, hätte er gewusst, dass sie „der neue Soprano-Star“ sein würde. Donna Anna vernahm es mit Erröten. ■

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„Sport, Toleranz und Fair Play“ im Wiener Museumsquartier

Staatssekretär für Sport, Mag. Karl Schweitzer, eröffnete am 7. Dezember die Foto-Wanderausstellung des Europarates im Wiener Museumsquartier zum Thema "Sport, Toleranz und Fair Play". Das Prinzip der Fairness sei eine wesentliche Grundlage des Sports. Regeltreue, Chancengleichheit und gegenseitige Achtung der Konkurrenten stellen unverzichtbare Voraussetzungen dar, so Schweitzer. "Es geht um das Miteinander beim Gegeneinander und das ist das Faszinierende am Sport." Sport sei die beste Lebensschule, man lerne zu gewinnen, aber zwangsläufig auch zu verlieren, man lerne Regeln zu akzeptieren und sich in ein Team zu integrieren. "Wir müssen das Prinzip der Fairness nicht nur für uns überlegen, sondern auch jenen klar machen, die mit dem Sport beginnen. Es ist wichtig, unseren Kindern und Jugendlichen all jene Werte, die im Sport zählen, auch für das tägliche Leben zu vermitteln." Die Ausstellung, welche bis 30. Dezember im Freiraum / transeuropa des Wiener Museumsquartiers zu besichtigen ist, basiert auf einer Idee des Europarates zur Förderung von Fairness als wesentliche Grundlage im Sport. Ihre Premiere hatte die Ausstellung in Budapest von 13. bis 15. Oktober 2004. Bis Sommer 2005 wird sie voraussichtlich noch in 13 weiteren Staaten zu sehen sein. In 50 bewegten Bildern aus 18 europäischen Staaten visualisieren namhafte Fotografen das Idol des Fair Play. Die Fotografien sind dabei in den Themenbereichen Fürsorge, Freude, Freundschaft, Teamgeist, Gleichheit, Respekt und Integration unterteilt. ■

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Schweitzer für mehr sport-affine Strukturen an Universitäten

Im Rahmen der "University Roadshow der Winteruniversiade 2005" (Innsbruck/Seefeld vom 12. – 22. Jänner) fand am 1. Dezember im Parlamentsrestaurant, eine Diskussion "zur Lage studierender Leistungssportler/innen an österreichischen Universitäten" statt. Mag. Karl Schweitzer, Liese Prokop - Vizepräsidentin der Bundes-Sportorganisation, Dr. Wolf Frühauf - Sektionschef im BMBWK, Dr. Michael Bielowski - Vorsitzender des ISOC 2005 und Bürgermeister-Stv. der Stadt Innsbruck, Joachim Roland - Vorstandskoordinator des Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbandes sowie die Sportler MMag. Marco Falchetto und Karin Huttary diskutierten die Problematik zeitlicher Doppelbelastung durch Studium und sportliche Karriere, fehlender Modelle zur Vereinbarkeit und der daraus resultierenden Gefahr des frühzeitigen Drop-Outs. Fazit der Veranstaltung war die Notwendigkeit der Einrichtung von Organisationsformen an Universitäten, die dem Sport neben dem Studium mit Verständnis begegnen, Unterstützung anbieten und eine Co-Existenz möglichst unkompliziert gestalten: "Es geht hier maßgeblich um Strukturänderungen an Hochschulen und darum, positive Impulse für Sportler zu setzen. Mit der Berücksichtigung des sportlichen Umfeldes und dem Eingehen auf individuelle Bedürfnisse wäre den Sportlern sicherlich sehr geholfen und ein großer Schritt getan", so Schweitzer. Es müsste Studien-Anreize für Leistungssportler geben, wie z.B. eine Verlängerung der Studienzeit ohne weitere Gebühren, die Installation von Planstellen für eine gezielte Betreuung (Einsatz von Mentoren, Laufbahnberater oder Karriereplaner) und Sonderregelungen, die ihnen mehr Flexibilität in Bezug auf Prüfungs- und Abgabetermine einräumen (Angebot von adaptierte Studienpläne).■

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Größter Erfolg Österreichs in der Geschichte seines Schwimmsports

Markus Rogan (2 x Gold, 2 x Silber), Mirna Jukic (2 x Silber) und Fabienne Nadarajah (1 x Bronze) gewannen bei der Schwimm-Kurzbahn-Europameisterschaft in Wien sieben Medaillen. Zum Abschluss ihrer Kariere erhielt Judith Draxler von Mag. Schweitzer das vom Bundespräsidenten verliehene Goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich. ■

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