Montag, 20. März 2006

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Europaforum Lech – Bundeskanzler Schüssel lud zu "kleinem EU-Gipfel"

Eine Beschäftigungsinitiative der EU hat Bundeskanzler Wolfgang Schüssel beim 10. Europa Forum in Lech (10.-12. März) angekündigt. Geladen waren zu diesem „kleinen EU-Gipfel“ am Arlberg unter anderem EU-Kommissionspräsident Jose Barroso, EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner und EU-Parlamentspräsident Joseph Borrel sowie Außenministerin Ursula Plassnik und die Regierungschefs aus Dänemark und den Niederlanden, Anders Fogh Rasmussen bzw. Jan Peter Balkenende.
Das Treffen diente der Vorbereitung auf den Frühjahrsgipfel der EU-Staats- und Regierungschefs, das am 23. und 24. März unter österreichischem EU-Ratsvorsitz in Brüssel stattfindet.
In Brüssel wird es um Wachstum und Beschäftigung sowie Energiepolitik gehen. „Ziel ist ein Prozent Beschäftigungswachstum jährlich. Das sind zwei Millionen Arbeitsplätze pro Jahr. Bis 2010 soll es zehn Millionen zusätzliche Arbeitsplätze geben“, sagte Schüssel vor Medienvertretern. Erreichen will man dieses Vorhaben durch die gezielte Förderung von Klein- und Mittelbetrieben, den Abbau von bürokratischen Hürden sowie durch Investitionen in Bildung, Forschung und Entwicklung. ■

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EU-Bildungsministertreffen in Wien

Einen „Pakt für Bildung mit dem Balkan“ schlossen die EU-Bildungsminister bei ihrem informellen Rats-Treffen in Wien (16./17. März). Erstmals dabei waren auch die Bildungsminister der Westbalkan-Staaten Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Mazedonien und Serbien. Sie sollen ab 2007 in die Mobilitätsprogramme der EU aufgenommen werden.
„Wenn wir Bildung exportieren, unterstützen wir die Länder des Westbalkans, tragen zum Wirtschaftswachstum und in Folge zur Stabilität bei und importieren damit auch Sicherheit für die EU“, erklärte die amtierende Ratsvorsitzende, Bildungsministerin Elisabeth Gehrer.
Ein weiterer Schwerpunkt der Tagung war die geplante Zusammenführung der EU-Mobilitätsprogramme wie Comenius, Erasmus oder Leonardo in das neue „Bildungsprogramm für lebenslanges Lernen“. Für dieses neue Programm (2007-2013) sollen 5 Mrd. Euro zur Verfügung stehen, was eine Steigerung von 25 % gegenüber der Vorperiode bedeuten würde. Am erfolgreichsten EU-Bildungsprogramm Erasmus nahmen bisher 1,7 Mio. europäische Studenten teil.
Die Bildungsminister wollen zudem die Diskussion zum Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR) forcieren. Damit sollen die nationalen Bildungs- und Ausbildungssysteme vergleichbarer gemacht werden. Breite Zustimmung gab es für das neue Europäische Technologieinstitut EIT. Es gehe darum, schon „heute die besten Köpfe von morgen zu bündeln“ und eng mit der Wirtschaft zu kooperieren, so Gehrer.■

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Ministerpräsident von Bosnien-Herzegowina zu Besuch in Wien

Der Ministerpräsident von Bosnien-Herzegowina, Adnan Terzic, traf am 14. März in Wien mit Außenministerin Ursula Plassnik zusammen. Plassnik begrüßte die Fortschritte im Bemühen um eine Verfassungsreform in Bosnien-Herzegowina. „Zum Annäherungsprozess an die EU gehört es, die Institutionen funktioneller zu machen und an europäische Standards heranzuführen“, erklärte die Außenministerin nach dem Treffen. Österreich und die EU würden das Land dabei weiter begleiten und unterstützen.
Zugleich erinnerte Plassnik an weitere Herausforderungen wie die volle Zusammenarbeit mit dem Haager Kriegsverbrechertribunal. Premier Terzic dankte Plassnik für deren Engagement beim EU-Außenministertreffen in Salzburg, wo die EU-Beitrittsperspektive für die Westbalkan-Staaten neuerlich bekräftigt wurde.■

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Serbiens Präsident Tadic in Wien

Der serbische Präsident Boris Tadic traf am 10. März in Wien u.a. mit Bundespräsident Heinz Fischer zusammen. Erörtert wurde vor allem der künftige Status der von der UNO verwalteten südserbischen Provinz Kosovo. Fischer sagte dazu, die Verhandlungen sollten „fachkundig, fair und vernünftig sein“.
Tadic erklärte, Serbien akzeptiere sämtliche Rechte der Albaner, verteidige eigene Interessen im Kosovo aber mit voller Legitimität. Er setze sich für eine „friedliche Kompromisslösung“ ein. Österreich spiele dabei und in der gesamten südosteuropäischen Region eine „besondere Rolle“, so Tadic.■

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Palästinenserpräsident Abbas bei EU-Präsidentschaft in Wien

Der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas führte am 14. März in Wien intensive Gespräche mit der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft. Damit stand Österreich einmal mehr im Blickpunkt der internationalen Nahost-Politik, nachdem bereits am Tag zuvor Ägyptens Staatschef Hosni Mubarak mit dem EU-Vorsitz konferiert hatte. Überschattet wurde der Besuch jedoch von blutigen Gewaltausbrüchen im Westjordanland und in Gaza, nachdem israelische Truppen ein palästinensisches Gefängnis in Jericho erstürmt hatten. In der Folge verwüsteten militante Palästinenser europäische Einrichtungen. Es kam auch zu Entführungen von Ausländern.
In Wien traf Abbas u.a. mit Bundespräsident Heinz Fischer, EU-Ratsvorsitzendem Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und Außenministerin Ursula Plassnik zusammen. Zentrale Themen waren der Wahlsieg der radikal-islamischen Hamas und dessen Auswirkungen auf die künftige Palästinenserpolitik der EU.
Der palästinensische Präsident sprach sich für eine Koalition von Fatah und Hamas bzw. eine „Regierung der nationalen Einheit“ aus und warb eindringlich für eine Fortführung der finanziellen EU-Hilfen. Abbas wiederholte seine Forderungen, wonach die Hamas der Gewalt abschwören sowie internationale Verträge und mit Israel geschlossene Vereinbarungen einhalten müsse.
Das bekräftigte in einer gemeinsamen Pressekonferenz auch Kanzler Schüssel: „Die EU möchte ganz sicher dem palästinensischen Volk helfen und es nicht kollektiv bestrafen. Doch wir wollen Sicherheiten. Unsere Botschaft ist, dass die wechselseitige Anerkennung Israels und Palästinas unverzichtbar ist. Wir bestehen auf Gewaltverzicht und der Entwaffnung“, sagte Schüssel.■

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Ägyptens Präsident Mubarak zu Arbeitsbesuch in Österreich

Der ägyptische Präsident Hosni Mubarak hat Israel und die Staatengemeinschaft zur Anerkennung der künftigen Hamas-Regierung aufgerufen, weil diese den Willen des palästinensischen Volkes repräsentiere. Allerdings müsse auch die Hamas bestehende Verträge einhalten und der Gewalt abschwören. Doch sei dies nicht der erste, sondern der zweite Schritt, betonte Mubarak am 13. März bei einem Arbeitstreffen mit dem österreichischen EU-Vorsitz in Wien.
„Wir müssen daran arbeiten, dass sich Israel und Palästina einander wieder annähern können“, erklärte Mubarak nach seiner Unterredung mit Bundespräsident Heinz Fischer. Nicht nur die palästinensische, sondern auch die israelische Seite habe Rechte und Pflichten, so Mubarak, der zugleich davor warnte, dass ein Stopp der Hilfszahlungen an die palästinensische Bevölkerung weiteren Terror auslösen könnte.
Bundespräsident Fischer erklärte, mit Mubarak darin überein zu stimmen, dass das Ergebnis der demokratischen Wahlen in den Palästinenser-Gebieten akzeptiert werden müsse. Die künftige palästinensische Regierung müsse jedoch die bekannten internationalen Forderungen erfüllen. „Wir lehnen Gewalt und Terrorismus ab“, betonte der Bundespräsident.
Danach erläuterten Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und Außenministerin Ursula Plassnik dem ägyptischen Gast die Haltung der EU zum Wahlsieg der Hamas. Der Standpunkt Österreichs sei mit der EU-Position deckungsgleich. Verhandlungen seien ausgeschlossen, solange die Hamas auf der Terrorliste stehe.■

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Bundespräsident Fischer zu Staatsbesuch in Saudiarabien

Bundespräsident Heinz Fischer trat am 18. März eine mehrtägige Reise in die Golfregion an. Ziele waren Saudiarabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Beide Staaten gehören zu den wichtigsten Handelspartnern Österreichs im arabischen Raum. Begleitet wurde Fischer von Verteidigungsminister Günther Platter, Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat und einer Wirtschaftsdelegation.■

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UN-Menschenrechtsbeirat: Kanzler Schüssel begrüßt Beschluss

Bundeskanzler Wolfgang Schüssel begrüßte den Beschluss der UNO-Generalversammlung (vom 15. März) zur Errichtung eines Menschenrechtsbeirates. „Das ist ein wichtiger Schritt zur Stärkung der Vereinten Nationen und zum weltweiten Schutz der Menschenrechte“, sagte Schüssel. Erstmals könnten Staaten bei schweren Menschenrechtsverletzungen von diesem Gremium ausgeschlossen werden.■

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EU-Ratspräsident Schüssel: Klein- und Mittelbetriebe fördern

Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und die zuständigen Ressortminister berieten am 8. März in Wien mit Wirtschaftsexperten über Strategien zur Förderung und Entlastung des Mittelstandes und der Klein- und Mittelunternehmen (KMU). 99,5 % der knapp 250.000 Arbeitgeberbetriebe in Österreich sind KMU mit jeweils weniger als 250 Beschäftigten.
Positiv bewertet wurden von den Experten die bisher gesetzten Maßnahmen der Bundesregierung, etwa die begünstigte Besteuerung nicht entnommener Gewinne oder die Senkung der Körperschaftssteuer auf 25 %. Dazu erklärte der Bundeskanzler: „Wir werden jetzt auch auf EU-Ebene im Rahmen des Frühjahrsgipfels besonders auf die Rahmenbedingungen für Klein- und Mittelbetriebe eingehen, da diese der größte Jobmotor Europas sind. Parallel dazu wollen wir auch in Österreich das Umfeld für den Mittelstand weiter optimieren“, sagte Schüssel.■

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Konferenz der EU-Tourismusminister in Wien

Im Rahmen der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft findet am 20 und 21. März in der Wiener Hofburg eine Konferenz der EU-Tourismusminister statt. Kooperationspartner sind das nächst EU-Vorsitzland Finnland und die EU-Kommission. Erwartet werden die zuständigen Minister aus den 25 EU-Mitgliedstaaten und den Beitrittsländern sowie Vertreter der EFTA/EWR-Staaten, der Staaten des Westbalkans und internationaler Tourismusorganisationen. Den Konferenzvorsitz führt der amtierende Ratspräsident Wirtschafts- und Tourismusminister Martin Bartenstein. Erörtert werden Wachstums- und Beschäftigungsaspekte sowie Zukunftsperspektiven des europäischen Tourismus.
Bei der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin unterstrich Bartenstein am 9. März die enorme Be¬deutung des Tourismus für die internationale und europäische Wirtschaft. Die Zahl der internationalen Ankünfte steige seit Jahren, der Marktanteil Europas liege mit 808 Millionen nun bei 55 %. „Der Tourismusboom wird im 21. Jahrhundert anhalten“, so Bartenstein. Prognosen gehen davon aus, dass sich die internationalen Ankünfte bis 2020 weltweit auf 1,56 Milliarden verdoppeln werden. Die Spitzen-Destination werde Europa mit 717 Millionen sein. Die Einnahmen der europäischen Tourismuswirtschaft lagen 2005 bei 447,7 Mrd. Euro.
Auch Österreich zählt zu den Top-Verdienern und ist bei den Pro-Kopf-Einnahmen aus dem internationalen Tourismus sogar weltweit die Nummer Eins. Bei den Tourismusumsätzen erwarte man für 2006 20 Milliarden, zeigte sich Bartenstein optimistisch. Die Ankünfte stiegen im Vorjahr um 3,1 % auf 23,3 Millionen.■

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Martin Bartenstein bei G-8-Energieminister-Treffen in Moskau

Für eine „Energiepartnerschaft neuen Stils“ zwischen EU und Russland plädierte EU-Energieratsvorsitzender Wirtschaftsminister Martin Bartenstein am 16. März beim G-8-Energieministertreffen in Moskau. „Wichtig ist dabei eine Öffnung, die den Zugang ausländischer Investoren nach Russland ermöglicht, so wie schon die russische Gazprom Zugang zu den Kapital- und Energiemärkten in Europa hat“, erklärte Bartenstein in einer Aussendung.
Der russische Präsident Putin kündigte für April ein Gesetz an, „das „bequeme und transparente“ Auslandsinvestitionen in den russischen Energiesektor zulasse. Keine Einigung gab es punkto Ratifizierung der Internationalen Energiecharta.■

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OMV erwirbt 34 % an türkischer Petrol Ofisi

Die börsenotierte OMV, Mitteleuropas größter Öl- und Gaskonzern, kauft eine Minderheitsbeteiligung von 34 % an der türkischen Petrol Ofisi, dem in der Türkei führenden Unternehmen im Tankstellen- und Kundengeschäft. Der Kaufpreis beträgt 884 Mio. Euro. „Der Eintritt in den türkischen Markt entspricht der OMV-Strategie für 2010, ihre führende Position im europäischen Wachstumsgürtel der EU weiter auszubauen“, erklärte OMV-Chef Wolfgang Ruttenstorfer am 13. März zum Einstieg bei Petrol Ofisi.
Die österreichische OMV brach 2005 alle Rekorde: Der Jahresüberschuss konnte um 117 % auf rund 1,5 Mrd. Euro mehr als verdoppelt werden. Das Betriebsergebnis stieg um 101 % auf rund 2 Mrd. Euro. Daher soll auch die Dividende auf 90 (44) Cent je Aktie auf das doppelte angehoben werden.■

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Morak gratuliert Franz Schuh zu Preis der Leipziger Buchmesse

Der österreichische Autor Franz Schuh wurde am 16. März für seinen Essayband „Schwere Vorwürfe, schmutzige Wäsche“ mit dem Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Sachbuch/Essayistik ausgezeichnet. Er habe den (mit 15.000 Euro dotierten) Preis nicht einmal in Erwägung gezogen, sagte Schuh gegenüber der Austria Presse Agentur (APA). Da er die Jury jedoch für unbestechlich halte, „muss mir etwas gelungen sein, was zu beurteilen, mir selbst sich entzieht“. Die bei der Verleihung formulierte Interpretation, „hier würde Tradition ins 21. Jahrhundert weitergeführt, ist insgeheim mein Anliegen“, sagte Schuh.
Kunststaatssekretär Franz Morak würdigte den Preis als „verdiente internationale Anerkennung für ein imponierendes literarisches Werk“. Franz Schuh habe zu einer „einzigartigen Meisterschaft gefunden, mit packender Genauigkeit zugleich eigene Befindlichkeiten und objektive Gegebenheiten im politisch-kulturellen Leben Wiens und Österreichs zu beschreiben“, so Morak. Dieses Werk reiche über die klassischen wissenschaftlichen Ansprüche des Essays weit hinaus.
Nach Meinung der Jury beleuchten die Texte des Wiener Essayisten Franz Schuh „alle Bereiche der menschlichen Existenz und stellen oft in äußerst verknappter Form Reflexionen über Liebe, Glück und Vergeblichkeit alles menschlichen Strebens in verblüffende Zusammenhänge“.
Der 1947 in Wien geborene Schriftsteller, Kritiker und Kulturpublizist hat einen Lehrauftrag an der Wiener Hochschule für angewandte Kunst. Seine bisherigen Publikationen umfassen u.a. „Das Widersätzliche der Literatur. Kritische Kritiken“ (1981), „Liebe, Macht und Heiterkeit. Essays“ (1985), „Das phantasierte Exil. Essays“ (1991), den Roman „Der Stadtrat, Eine Idylle“ (1995) und den Essayband „Schreibkräfte. Über Literatur, Glück und Unglück“ (2000).■

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"Europa ohne Grenzen" – Ausstellung im Kunsthistorischen Museum

Anlässlich der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft veranstaltet das Kunsthistorische Museum (KHM) in Wien von 14. März bis 5. Juni die Ausstellung „Europa ohne Grenzen. Beispiele zur Entstehung der künstlerischen Vielfalt Europas“. „Dieses Museum ist ja kein österreichi¬sches Nationalmuseum, sondern viel eher ein gesamteuropäisches“, sagte KHM-Generaldirektor Wilfried Seipel bei der Presseführung am 13. März. Alle 25 EU-Staaten seien darin „mehr oder weniger bedeutsam repräsentiert“.
Für die Schau im Sonderausstellungssaal haben die Gemäldegalerie, die Kunstkammer sowie die Hofjagd- und Rüstkammer Pretiosen ihrer Bestände ausgewählt, die „ein Mosaik der europäischen Kunstlandschaft“ bilden sollen. „Die grenzüberschreitende Tätigkeit der Künstler wird hier besonders sichtbar“, so Seipel.
Die Auswahl an Werken spannt sich zeitlich vom frühen 15. Jahrhundert bis ins späte 18. Jahrhundert. In dieser Zeit habe es für Künstler in Europa verschiedene Gründe gegeben, in die Fremde zu gehen, erläuterte Karl Schütz, Leiter der KHM-Gemäldegalerie und Kurator der Schau: um Neues kennen zu lernen (wie Dürer in Italien), aus wirtschaftlichen Gründen (wie Holbein d.J., der das reformierte Basel in Richtung London verließ) oder um sich (wie Rubens) eng an einen Hof zu binden
Hofmalerei und Herrscherbildnisse haben daher die Zusammenstellung der Exponate beeinflusst: So sind das Porträt Kaiser Maximilians I. von Peter Paul Rubens, Tizians Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen bzw. Kaiser Karl V. von Jakob Seisenegger um Benvenuto Cellinis berühmte Saliera gruppiert. Europa-Bezug offenbaren Gemälde wie „Europa auf dem Stier“ (Hendrick van Balen, Jan Brueghel d.J.) oder „Allegorie Europas“ (Ferdinand van Kessel).
Zu sehen sind auch ein Prunkharnisch, Kleinskulpturen und prunkvolle kunstgewerbliche Objekte, die auf die internationale Bedeutung des Prager Hofes von Rudolf II. als Kunst- und Wissenschaftszentrum der Zeit verweisen.■

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"Mozart. Experiment Aufklärung" – Großausstellung in der Albertina

Wiens offizielle Großausstellung zum Mozart-Jahr 2006 ist eröffnet: Die Wiener Albertina präsentiert seit 17. März eine Ausstellung des Da-Ponte-Instituts, die Leben und Werk des Musikgenies Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) im Kontext seiner gesellschaftlichen Einbindung zeigt. Kurator ist Herbert Lachmayer, Chef des Da-Ponte-Instituts. Zu sehen sind 1106 Objekte aus aller Welt. Die Kosten betrugen 5,5 Mio. Euro.
„Mozart. Experiment Aufklärung“ ist nicht nur eine Schau der Superlative zum 250. Geburtstag des singulären Komponisten, sondern auch der Versuch einer Neubewertung des späten 18. Jahrhunderts – der Zeit der Aufklärung und des Rokoko. Sie vermittelt nicht nur ein Bild der höfisch-aristokratischen Gesellschaft – anhand Mozarts Reisen durch ganz Europa, sondern auch die Dynamik der Zukunftspotenziale dieser Epoche und lässt deren Aktualität bis in die Gegenwart erkennen.
Der Genius Mozart entwickelte sich im Wien der 1780er Jahre. Seine intensivste Schaffensperiode fand im rasanten Reformklima des Josephinismus statt. Geprägt war diese weltoffene, aufgeklärte Gesellschaft – wie auch Mozart – von den Idealen der Freimaurerei.
Für Kurator Lachmayer ist Mozart ein „aufgeklärter Rokoko-Mensch“ und das Barock kein „zerbröselndes Spätbarock“, sondern eine „Epoche lustvoller Inszenierung – von Wissen, Kunst, nicht zuletzt auch Eros, der in noblen Salons Platz griff“. Lachmayers Schlüsselwort lautet Kontextualisierung.
Klaus Pinters raumfüllende, transparente Montgolfièren-Installation „Eroberung der Luft“ lässt in der Eingangshalle der Albertina einen überdimensionalen Heißluftballon über den Besuchern schweben und zeugt vom technischen Interesse der Zeit. Alle Säle ziert ein rosaroter Teppich von Franz West mit Symbolen, die die Zeit ebenfalls charakterisieren: Mozarts Ohren (Musik), der Gürtel eines Schlafrocks (Erotik und Lust) oder die damals beliebte Quittenfrucht (Genuss).
Unter dem Motto „Reinventing Rokoko 2006“ tritt Kunst von Valie Export, Günter Brus, Gelitin, Deutschbauer/Spring und dem Atelier West in Kontrast zur Kunst der Mozart-Zeit, ergänzt durch Haute Couture von heute.
Zu sehen gibt es natürlich auch Mozart-Immanentes: zahlreiche Porträts, eigenhändige Partituren, Briefe und jenes Hammerklavier, auf dem Mozart in Prag Klavier gespielt hat. Mozarts OEuvre ist via Audioguide zu genießen.■

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"Verrückte Liebe" im Kunstforum: Surreales von Dali bis Bacon

Das BA-CA Kunstforum in Wien steht von März bis Juni ganz im Zeichen des europäischen Surrealismus und des daraus entstandenen Amerikanischen Abstrakten Expressionismus. Trotz des breiten Rahmens gebe es einen „einheitlichen Geist“ hinter der Ausstellung „Verrückte Liebe: Von Dali bis Francis Bacon“, betonte die Direktorin des Kunstforums, Ingried Brugger am 7. März bei einer Pressekonferenz. Die mehr als 100 Exponate – Gemälde, Skulpturen, Arbeiten auf Papier – stammen aus der Berliner Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch.
Die Schau beginnt mit den Surrealisten der 1920er und 1930er Jahre in Frankreich, von wo aus sich die Strömung international ausgebreitet hat. Im Zentrum stehen Werke von André Breton, Hans Arp, André Masson sowie Salvador Dali, Pablo Picasso und Hans Bellmer. Zu sehen sind auch Arbeiten von Max Ernst, einer zentralen Figur des Surrealismus. Die Pariser Kerngruppe wird ergänzt durch Gemälde und Plastiken des internationalen Surrealismus, u.a. durch Werke von René Magritte, Frida Kahlo oder Joan Miro.
Gezeigt werden in der Schau auch die zweite Generation der Surrealisten, etwa Roberto Matta oder Yves Tanguy, sowie die Exilkünstler in den USA und Mexiko, wo durch die Auseinandersetzung junger amerikanischer Künstler mit dem Surrealismus die Grundlagen für den Amerikanischen Abstrakten Expressionismus gelegt wurden. Dieser ist u.a. mit Werken von Jackson Pollock, Arshile Gorky, Barnett Newman oder Mark Rothko vertreten.■

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Belvedere zeigt Hauptwerke Herbert Boeckls

Zum 40. Todestag des bedeutenden österreichischen Künstlers Herbert Boeckl (1894-1966) zeigt die Österreichische Galerie Belvedere ab 21. März alle Arbeiten Bockls (20 Gemälde, eine Zeichnung und eine Bronze) aus eigenen Beständen: darunter das Selbstbildnis von 1923, die Darstellungen des Steinbruchs bei St. Margarethen (1940er Jahre) oder eine Version des Fliegenden Spechtes (1950).
Mit seiner wuchtigen, pastosen Farbfleckenmalerei gilt Boeckl als Hauptexponent des österreichischen Expressionismus nach 1918. Ab 1945 erfolgte eine Annäherung an die gegenstandslose Farbflächenmalerei. Boeckl unterrichtete an der Wiener Akademie der bildenden Künste. Er studierte in Wien auch Architektur und war Privatschüler von Adolf Loos.■

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Kunsthalle Krems zeigt "Triumph der Schönheit"

Die Kunsthalle Krems präsentiert seit 5. März die Ausstellung „Triumph der Schönheit“, die sich der Bilderwelt des Bürgertums im 19. Jahrhundert widmet. Im Mittelpunkt steht nicht die im Impressionismus manifestierte Avantgarde der damaligen Zeit, sondern die bei der Gesellschaft beliebte so genannte Salonmalerei in Frankreich, England, Russland und Österreich. Zu sehen sind rund 80 Gemälde aus über 20 Museen und Privatsammlungen.
Die Schau zeigt die Bandbreite der künstlerischen Ansichten: Vom Historienbild über religiöse Malerei, Mythologie und Antike, Gesellschaft und Familienleben bis zum Porträt und Akt. Wieder zu entdecken sind heute kaum noch bekannte Künstler wie Jean Beraud und Henri Gervex in Frankreich, Dante Gabriel Rossetti, Sir Edward Burne-Jones in England oder Ilja Repin in Russland. Österreich ist mit dem „Malerfürsten“ Hans Makart vertreten. ■

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Alfons Walde im Leopold Museum

Das Leopold Museum in Wien zeigt seit 17. März die Retrospektive „Alfons Walde“, für die Kurator Gert Amman und Rudolf Leopold an die 130 Gemälde zusammentrugen. Darunter befinden sich nicht nur die berühmten Bilder von Winterlandschaften und bäuerlichem Ambiente, sondern auch weniger bekannte Stillleben (Blumensujets) und weibliche Akte. Seine Darstellungen von Schnee in der hochalpinen Bergwelt des Tiroler Unterlandes gelten als einzigartig. Waldes Genre-Bilder erzielten in den letzten Jahren Rekordpreise
Waldes Arbeiten werden auch in einen Kontext mit dem malerischen und historischen Umfeld des Künstlers in Wiener und Tiroler Jahren gestellt und u.a. mit Schieles Werken verglichen. Den größten Stellenwert in seinem Werk nimmt der Schauplatz Kitzbühel ein, dem im Leopold Museum ein eigener Raum gewidmet ist. ■

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Agnes Husslein neue Direktorin der Österreichischen Galerie Belvedere

Die ehemalige Leiterin des Salzburger Rupertinums und des Museums der Moderne am Mönchsberg, Agnes Husslein (51) wird künftig die Österreichische Galerie Belvedere leiten. Dies gab Bildungsministerin Elisabeth Gehrer am 17. März bekannt. Husslein tritt damit die Nachfolge von Gerbert Frodl an, der seit 1992 Direktor ist und Ende 2006 in Pension geht. ■

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Förderungspreis für Literatur an Xaver Bayer und Thomas Stangl

Die Wiener Autoren Xaver Bayer und Thomas Stangl erhielten am 8. März den Förderungspreis für Literatur 2005. Kunststaatssekretär Franz Morak würdigte Stangl als “literarischen Fernreisenden und Welten- und Wirklichkeitsvermesser”, Bayer als “präzisen Beobachter der Gegenwart und Chronisten der laufenden Ereignislosigkeit”. ■

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Morak eröffnete Architektur-Ausstellung "Wonderland" in Ljubljana

„Wonderland ist ein europäisches Projekt der Architektur, ein Projekt der europäischen Zusammenarbeit und ein politisches Projekt, weil es grenzüberschreitend ist. Wonderland ist schließlich auch ein Projekt der architektonischen Praxis und der Vernetzung“, sagte Staatssekretär Franz Morak am 10. März anlässlich der Eröffnung der Ausstellung „Wonderland“ auf ihrer vorletzten Station in Ljubljana.
Ab 7. Juni wird die Wanderausstellung in ihrer Gesamtpräsentation – 99 Teams aus neun Ländern – in Wien gezeigt.■

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Architekt Harry Seidler tot

Der in Australien berühmt gewordene österreichische Architekt Harry Seidler ist am 9. März im Alter von 82 Jahren in seinem Haus in Sydney gestorben.
Der in Wien geborene Sohn eines Textilfabrikanten emigrierte 1938 zunächst nach England. 1949 eröffnete er ein Architekturbüro in Sydney und wurde zu einem der bekanntesten Architekten Australiens. Seidler war u.a. Schüler von Walter Gropius, Marcel Breuer und Joseph Albers. Seine Gebäude gelten heute als Marksteine der modernen Architektur in Australien.
In Wien entwarf er in den 1990er Jahren u.a. den „Wohnpark Neue Donau“ und das „Hochhaus neue Donau“. Seidlers großes Anliegen war der soziale Wohnbau.■

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Erfolgreiche Paralympics für Österreich

Die IX. Paralympics wurden 19. März in Turin beendet. Österreich zählte mit 14 Medaillen zu den erfolgreichsten Nationen. Obwohl seit den letzten Spielen vor vier Jahren in Salt Lake City die zwölf Behinderten-Klassen in drei Überkategorien zusammengefasst wurden und statt 92 Entscheidungen nur noch 58 ausgetragen wurden, war man von Seiten des Österreichischen Paralympischen Komitees (ÖPC) mit den Erfolgen höchst zufrieden sein. "Das neue System ist sehr übersichtlich und bietet dem Zuschauer spannende Wettkämpfe", so Staatssekretär Karl Schweitzer. "Es freut mich sehr, dass unsere Sportler für ihre hervorragenden Leistungen belohnt wurden. Die Art und Weise wie alle Sportlerinnen und Sportler an die Sache heran gehen, sollte für uns eine große Vorbildwirkung haben", betonte Schweitzer. Im Zuge der Paralympics kam es auch zu einem Treffen zwischen Schweitzer und dem Präsidenten des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC), Sir Phil Craven, im Österreich-Haus in Sestriere. ■

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Bundesnetzwerk "Fit für Österreich"

Staatssekretär Karl Schweitzer und BSO-Präsident Franz Löschnak begrüßten die "Fit für Österreich"-Koordinatoren von ASKÖ, ASVÖ und SPORTUNION als Österreich-weite Botschafter im Gesundheits- und Breitensport. "Die Fit für Österreich-Koordinatoren des organisierten Sports werden einen wesentlichen Beitrag zur gesamtösterreichischen Strukturverbesserung im Bereich des Gesundheits- und Breitensports leisten. Die Menschen werden die Motivation spüren und wissen, dass sie in Bewegungsprogrammen mit Qualitätssiegel gut aufgehoben sind. Uns ist wichtig, dass sie gerne in die Sportvereine kommen und Spaß an der Bewegung haben“, sagte Schweitzer. 27 „Fit für Österreich“-Koordinatoren sind seit März 2006 im Rahmen der Gesundheits- und Breitensport-Initiative im Einsatz. Sie bieten regionalen Sportvereinen Unterstützung für die Entwicklung, Koordination und Umsetzung von gesundheitsfördernden Bewegungsprogrammen unter Berücksichtigung der zu erfüllenden Qualitätskriterien. Neben laufenden Informationen über aktuelle „Fit für Österreich“-Aktivitäten, wie Aus- und Fortbildungen bzw. Trainerworkshops, leisten die Koordinatoren vor Ort praktische Hilfestellung. Ziel ist es, das Angebot an qualitativ hochwertigen Bewegungsprogrammen zu steigern, um möglichst viele Menschen mit dem Qualitätssiegel „Fit für Österreich“ auszeichnen zu können. Diese optimale Service- und Beratungsleistung soll künftig eine Österreich-weite Vernetzung der "Fit für Österreich"-Philosophie sicherstellen. Das Qualitätssiegel soll den Menschen in Österreich einen Anreiz dazu geben, sich und ihrem Körper etwas Gutes zu tun. Pro Dachverband und Bundesland werden drei Koordinatoren in ganz Österreich unterwegs sein und als mobile Informations- und Kommunikationsstelle der Landesverbände fungieren. ASKÖ, ASVÖ und SPORTUNION werden über ihre Fit für Österreich-Koordinatoren die Vorteile, Möglichkeiten und Chancen von "Fit für Österreich" in die regionalen Sportvereine und damit an die Basis tragen sowie Kooperationen mit regionalen Einrichtungen (Kindergärten, Schulen, Betrieben und Seniorenheime) anstreben. ■

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Neuer Chef der Olympiabewerbung von "Salzburg 2014"

Die Olympiabewerbung "Salzburg 2014" bekam nach dem Rücktritt von Toni Schutti mit Fedor Radmann einen neuen Chef. "Ich freue mich über das mir entgegen gebrachte Vertrauen. Ich habe mich gerne zur Verfügung gestellt, weil ich daran glaube, dass Salzburg mit seinem kompakten Konzept sehr gute Chancen hat, die XXII. Olympischen Winterspiele bzw. die XI. Paralympischen Winterspiele im Jahr 2014 zuerkannt zu bekommen", betonte Radmann, der im Berchtesgadener Land aufgewachsen ist und Schönau am Königssee lebt. ■

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