Geschichte
Nach dem Zerfall der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie 1918 führten die beiden Nachfolgestaaten Österreich und Ungarn zähe Verhandlungen über das künftige Schicksal der seit dem Ausgleich von 1867 „gemeinsamen“ („k. u. k.“) Archive, also des Haus-, Hof- und Staatsarchivs, des Hofkammerarchivs („Reichsfinanzarchivs“) und des Kriegsarchivs.
Die Verhandlungen endeten mit einem Kompromiss, dem so genannten Badener Archivabkommen (28. Mai 1926). Die physisch unteilbaren „Archive und Registraturen der ehemals gemeinsamen Behörden“ aus der Zeit von 1526 bis 1918 verblieben zwar weiterhin in Wien, sie bildeten aber fortan ein gemeinsames „patrimoine intellectuel“ beider Länder.
Ungarn erhielt das Recht, Archivdelegierte nach Wien zu entsenden, um an der Verwaltung und Erschließung der „gemeinsamen Bestände“ mitzuwirken.
Noch heute bestehen in Erfüllung des Badener Abkommens zwei Archivdelegationen, eine im Haus-, Hof- und Staatsarchiv (mit gleichzeitiger Zuständigkeit für das Finanz- und Hofkammerarchiv), eine zweite im Kriegsarchiv.
Aufgaben der Archivdelegierten sind: Erschließung und Bearbeitung der „gemeinsamen Bestände“, Vorbereitung der Archivalien für die Mikroverfilmung, Beratung von Forschern, die sich mit ungarischer Geschichte befassen.
Kontaktpersonen
Ungarische Archivdelegation beim Haus-, Hof- und StaatsarchivDr. István FazekasMinoritenplatz 1A-1010 WienTel.: +43-1-53115-2513Fax: +43-1-53115-2501Entsendende Institution: Magyar Országos Levéltár
Ständige Archivdelegation beim KriegsarchivLeiter: Dr. Tibor BallaStellvertretender Leiter: Dr. Ferenc LenkefiNottendorfer Gasse 2-4A-1030 WienTel.: +43-1-79540-319 und 320Fax: +43-1-79540-109Entsendende Institution: Hadtörténeti Intézet és Múzeum
Literatur