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05.01.2007
Habsburgs Generale 1618-1815

Biographik und Elitenforschung sind, was die bewaffnete Macht der frühneuzeitlichen Habsburgermonarchie anbelangt, sehr unterentwickelt. Informationen verteilen sich, dem kosmopolitischen Charakter der kaiserlichen bzw. k. k. Armee durchaus entsprechend, in unübersichtlicher Weise auf die biographischen Nachschlagewerke der Nachfolgestaaten und vieler anderer europäischer Länder. Über einen Großteil der weniger bedeutenden Generäle war auf einfachem Wege bisher so gut wie gar nichts zu erfahren.

Im Jahre 2004 fiel daher im Österreichischen Staatsarchiv, Abteilung Kriegsarchiv, die Entscheidung, auf Grundlage der einschlägigen archivalischen Überlieferung und der allgemeinen wie der Spezialliteratur ein biographisches Handbuch der zwischen 1618 und 1815 ernannten Generalleutnants, Feldmarschälle, Generäle der Kavallerie, Feldzeugmeister, Feldmarschall-Leutnants und Generalmajore (Generalfeldwachtmeister) zu erarbeiten.

Kaiser Ferdinand III. (1637-1657), 1634-1637 Oberbefehlshaber der kaiserlichen Armee (Gipsbüste des Kriegsarchivs).

Das ambitionierte Unternehmen – insgesamt sind von Wallenstein bis Erzherzog Johann, von Prinz Eugen bis Radetzky etwa 4.000 Personen zu behandeln – wurde erst dadurch auf wirklich realistische Grundlagen gestellt, daß der Münchener Historiker Antonio Schmidt-Brentano, Autor eines dreibändigen biographischen Nachschlagewerks über die k. k. bzw. k. u. k. Admiräle (Die österreichischen Admirale 1808-1924, Osnabrück bzw. Bissendorf 1997-2005), für die Mitarbeit gewonnen werden konnte.

Dr. Schmidt-Brentano öffnet der Abteilung Kriegsarchiv seine in fast 40 Jahren aufgebaute biographisch-genealogische Sammlung und erweitert sie auch weiterhin durch laufendes Quellenstudium in österreichischen und ausländischen Archiven, Bibliotheken und Sammlungen. Das Heeresgeschichtliche Museum ist ebenfalls in das Projekt eingebunden. Zusätzlich bringen zahlreiche freie Mitarbeiter im In- und Ausland ihr spezifisches Fachwissen zu einzelnen Personen bzw. Familien ein.

Das Handbuch wird nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Personengeschichte leisten, sondern auch erstmals eine fundierte sozialhistorische Analyse der militärischen Führungsschichten der Habsburgermonarchie zwischen dem Beginn des Dreißigjährigen Krieges und dem Ende der Napoleonischen Kriege möglich machen.

Nähere Angaben enthalten die Projektvorstellungen von Michael Hochedlinger: Habsburgs Generale. Die kaiserliche und kaiserlich-königliche Generalität 1618-1815. Ein biographisches Lexikon. In: Militär und Gesellschaft in der Frühen Neuzeit 8/2 (2004), S. 237-241 und "Des Kaisers Generale. Bibliographische und quellenkundliche Anmerkungen zur Erforschung militärischer Eliten in der frühneuzeitlichen Habsburgermonarchie" (im PDF-Format auf der Webseite des Staatsarchivs Rubrik Forschungstipps Kriegsarchiv downloadbar).

Kontakt: michael.hochedlinger@oesta.gv.at

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