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Bundeskanzler Alfred Gusenbauer eröffnete den internationalen INST-Kongress „Wissen, Kreativität und Transformation von Gesellschaften“ im Wiener Messezentrum.
Mit großem Applaus wurde der Kanzler von den rund 500 internationalen Wissenschaftern begrüßt, denn er hatte Wort gehalten. Vor zwei Jahren versprach er dem Plenum bei der nächsten Konferenz wiederzukommen und er kam tatsächlich. „Ich habe 2005 von Veränderungen gesprochen, und ich meine, nicht allein die Veränderung von Äußerlichkeiten des Alltags, so wichtig sie sein mögen, sondern von der Notwendigkeit, mehr Menschen in den Prozess der Veränderungen mit ein zu beziehen!“, eröffnete Gusenbauer. „Das heißt also, nicht nur Armut abfedern, sondern mehr Menschen die Chance geben, mit zu gestalten. Das sehe ich jetzt als eine wichtige Aufgabe als Kanzler.“ Wissen sei dafür Voraussetzung, denn Wissen sichere Lebensqualität: “Wir wissen, dass Analphabeten kürzer und schlechter leben, sie sind Zeit ihres Lebens von Arbeitslosigkeit und Armut bedroht.“ Doch das Lesen und Schreiben zu lernen sei nicht mehr genug. Heute müsse Schule auch lehren, Symbole und Bilder zu verstehen, Interpretation und Denken ermöglichen. Das neue Lernen dürfe daher nicht nur Reproduktion fordern, sondern Produktivität und Kreativität fördern. Politik habe die Rahmenbedingungen für breite Bildung zu schaffen, „denn je größer der Teilnehmerkreis, desto reicher die Gesellschaft.“ Die Kreativität dürfe heute nicht mehr behindert, aber auch nicht selektioniert und isoliert werden, sonst fehle es den Kreativen an sozialer Kompetenz.
Gusenbauer forderte aber auch Wissenschafter und Künstler auf, bewusst Motoren der Innovation zu sein. Ebenso hätten die Medien ihre Rolle als Pattform des Diskurses zu erfüllen.
Auch Politik basiere nicht immer auf Wissen. „Wir sehen, was in Bezug auf das Klima angerichtet wurde, die Schäden sind heute enorm. Die Politik des 21. Jahrhunderts muss Armut und den damit verbundenen Ausschluss aus der Wissensgesellschaft bekämpfen und eine breite Partizipation durch Bildung ermöglichen. „Bildung ist die Befähigung, sich Wissen anzueignen und mit dem Wissen umzugehen, zu interpretieren und neu zu denken.“, schloss der Kanzler „ Heute darf Wissen nicht nur mehr ein Zugeständnis sein, es ist Voraussetzung für eine reiche und soziale Gesellschaft sein.“
EU Bildungskommissar Jan Figel bekräftige in seiner Begrüßungsrede, dass die EU alle Europäer befähigen möchte, den Zugang zu Wissen, Bildung und Kultur zu finden. Denn Bildung ermögliche Selbstverwaltung und Freiheit,während Ignoranz nur Intoleranz hervorbrächte. Die EU selbst sei eine realpolitische Innovation, die nun zur Reife gelangen könne. Denn den Diskussionen über Kohle und Stahl folgten nun schon die Diskussionen über Identität, Wissen und Kultur.„Wir sind auf dem Weg zur ‚weisen Gesellschaft’“.
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