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Frauenministerin Doris Bures (SP) macht Druck: Sie will einen PapaMonat einführen. Väter sollen dafür mindestens 800 Euro erhalten
Von Annette Gantner
OÖN: Ist die VP beim Papa-Monat gesprächsbereit?
Bures: Im Regierungsprogramm ist die Erhöhung der Väterbeteiligung bei der Kleinstkinderbetreuung vereinbart. Der Sozialminister und ich werden am 27. Februar mit den zuständigen VP-Ministern Kdolsky und Bartenstein Gespräche führen.
OÖN: Wie stellt sich die SP den Papa-Monat vor?
Bures: Aus Untersuchungen wissen wir, dass junge Väter und Mütter sich das wünschen. Wenn ein Kind in die Familie kommt, ist das eine ganz neue Phase, die man auch gemeinsam erleben soll. Entscheidend ist, dass das Einkommen eine bestimmte Höhe hat und es eine arbeitsrechtliche Sicherheit gibt.
OÖN: Wie viel Geld sollen Väter erhalten?
Bures: Beim flexiblen Kindergeld sind es 800 Euro - das muss die Untergrenze sein. Es könnte auch eine einkommensabhängige Förderung sein. Dafür müsste man zusätzlich einen Deckel einziehen. Was ich mir auch vorstellen kann, ist, dass man Eltern ermöglicht, Kindergeld parallel zu beziehen.
OÖN: Ist es nicht unfair, wenn Väter, aber nicht Mütter ein einkommensabhängiges Kindergeld erhalten?
Bures: Es ist insofern nicht unfair, als ja Frauen in den ersten acht Wochen vor und nach der Geburt ein einkommensabhängiges Wochengeld bekommen.
OÖN: Das sie erhalten, weil sie aufgrund der Geburt körperlich nicht imstande sind, zu arbeiten.
Bures: Frauen bekommen das einkommensabhängige Wochengeld, und ich halte es für klug, auch den Männern diese Chance zu geben. Ich bin jederzeit bereit, auch über ein einkommensabhängiges Kindergeld zu diskutieren.
OÖN: Arbeitgeber stehen Karenzvätern häufig skeptisch gegenüber.
Bures: Müttern auch. Damit durchbrechen wir die Geschlechterfrage.
OÖN: Wie will man den Papa-Monat finanzieren?
Bures: Wir haben das Kindergeld budgetiert. Das Finanzministerium hat errechnet, dass es 24 Millionen Euro kostet.
OÖN: Ist es realistisch, dass es eine Einigung mit der VP in der Frage geben wird? Immerhin kriselt es.
Bures: Ich bin mir in dieser Frage sicher. Auch die VP weiß, dass das ein Wunsch der Familien ist.
OÖN: Wie kann der Konflikt rund um die Causa Haidinger gelöst werden?
Bures: Die Gerichte sollen das aufklären, und das Parlament kontrollieren. Wir arbeiten. Ich möchte die Lebensbedingungen der Frauen verbessern, und die verbessern sich nicht in einem Untersuchungsausschuss, sondern wenn es uns gelingt, den Papa-Monat durchzusetzen.
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