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Eröffnung Österreichs Beitrag zur Architektur-Biennale in Venedig
„Der soziale Wohnbau hat in Österreich einen hohen Stellenwert. Diese erfolgreiche Tradition nahm im Roten Wien nach der Gründung der Ersten Republik ihren Anfang und hat die Wohnpolitik und auch das Leben in dieser Stadt revolutioniert. Das städtische Wohnen ist das Thema der Zukunft, bildet aber noch keinen einheitlichen Schwerpunkt in der modernen innovativen Architektur. Ich begrüße es daher sehr, dass dem Thema Wohnbau im Rahmen der Biennale ein besonderer Schwerpunkt gewidmet ist, um das Bewusstsein über dieses wichtige Thema zu erweitern“, sagte Bundeskanzler Alfred Gusenbauer heute bei der Eröffnung des österreichischen Beitrags zur 11. Architektur Biennale in Venedig. Der diesjährige österreichische Beitrag zeigt unter dem Motto „Before Architecture – Vor der Architektur“ die Arbeiten von Josef Lackner (1931–2000, Architekt und Professor an der Technischen Universität Innsbruck) und von „PAUHOF Architekten“ (Michael Hofstätter, geboren 1953 und Wolfgang Pauzenberger, geboren 1959). Der dritte Teil der Ausstellung ist dem Thema Wohnbau gewidmet (gestaltet von Werner Sewing, Architekturtheoretiker).
Der Bundeskanzler erinnerte an die sozialen Wohnbauprojekte am Beginn des 20. Jahrhunderts, von denen vor allem die Wiener Arbeiterschaft enorm profitiert hätte. Vielen Menschen sei damit erst ein würdiges und gesundes Wohnen ermöglicht worden, von dem auch die Lebensqualität der Stadt profitiert hätte. „Der homo novus war in erster Linie ein Produkt eines domus nova. Heute sehen wir uns jedoch im Hinblick auf Themen wie Migration, Integration sowie kultureller und sozialer Diversifikation vor neue Herausforderungen gestellt und müssen daher unsere geltenden Konzepte hinterfragen. Neue architektonische Zugänge im sozialen Wohnbau können helfen, Antworten auf die drängenden Fragen der Gegenwart zu finden. Ich bin daher ein begeisterter Vertreter einer neuen sozialen Architektur und spreche mich für neue urbane Designstrategien aus“, so Gusenbauer.
Es sei darauf zu achten, dass Architektur und Funktionalität im Wohnbau eine konstante Größe bilden. Anstelle von der Anzahl seien die Qualität der Wohnungen und deren Nutzen für das gelungene soziale Zusammenleben vordergründig. Auch wenn es dafür in Österreich sehr gute Beispiele gäbe, sollten die Anstrengungen weiter verstärkt werden. „Eine lebenswerte Nachbarschaft kann letztlich doch nicht geplant werden. Diese ist vielfach vom Willen der einzelnen abhängig, wodurch zusätzliche neue Herausforderungen entstehen. Anstelle von mehr elektronischer Überwachung und zusätzlichen privaten Sicherheitsdiensten muss der soziale Wohnbau das Zusammenleben von und die Begegnung unter Menschen unterschiedlicher ethnischer Herkunft garantieren helfen. Vor allem durch Maßnahmen wie der Schaffung von mehr Begegnungsmöglichkeiten und Grünräumen, aber auch von Privatsphären und Rückzugsmöglichkeiten, kann Einfluss auf das Zusammenleben ausgeübt werden. Was wir daher benötigen, sind – abgestimmt auf die Herausforderungen und die Realität der Gegenwart – neue Konzepte für eine neue Architektur – zum Wohle der Menschen“, sagt der Bundeskanzler. Konkrete Schritte zur Umsetzung dieser Vorhaben seien bereits in Planung. „Im künftigen Beirat für Baukultur werden das Bundeskanzleramt, alle Ministerien, der Gemeindebund, der Städtebund sowie Vertreter aus dem Architekturbereich und der Bauwirtschaft gemeinsam an der Abstimmung und Umsetzung dieser neuen Konzepte arbeiten“, so Bundeskanzler Alfred Gusenbauer abschließend.
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