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11.02.2009
"Haus der Geschichte"

„Haus der Geschichte“ – eine Idee wird 90 Jahre alt

Karl Renners Idee von einem Haus der Geschichte Österreichs 1945, „für das er als erstes Exponat das Gründungsbild der Republik am 30. Oktober 1918 malen ließ“ (Zitat Roman Sandgruber diepresse.com/home/spectrum/zeichenderzeit/428769/print.do; 27.11.2008), ist nur die Wiederaufnahme eines Planes aus dem Jahre 1919.

Brief an Seitz 1

Bei den umfangreichen Aktenrecherchen zur Edition der Staatsratsprotokolle wurde durch Zufall auch ein Konzept zur Schaffung eines "parlamentsgeschichtlichen Museums" aus dem April 1919 gefunden. Die Idee stammt von einem Archivar.

Dr. Karl Neisser, der Staats-Archivar der Nationalversammlung, entwickelte in einem Schreiben vom 17. April 1919 an den Präsidenten der Konstituierenden Nationalversammlung Karl Seitz seine Vorstellungen zu einem Museum, das den Namen "Geschichtliche Kammer" tragen sollte. Wichtige Urkunden und Akten, Porträts österreichischer Parlamentarier und Staatsmänner, Ansichten der verschiedenen Parlamentsgebäude, Bilder historischer Szenen, Denkmünzen und Plaketten sollten den Grundstock der Ausstellungsexponate bilden. Als Ort für die "Geschichtliche Kammer" wurde vom Staats-Archivar der "rückwärtige Trakt des Reichsratsgebäudes" vorgeschlagen. Gleichzeitig sollte ein Gesamtarchiv unter Einschluss der Bibliothek geschaffen werden.

Karl Renner griff 1945 – wie bei vielen seiner Handlungen – auf sein Wissen und seine Erfahrungen als Staatskanzler 1918/1919 zurück.

Im April 2009 wird daher die Idee zu einer Kammer, zu einem Museum, zu einem Haus der Geschichte - oder wie immer man das Gebilde nennen wird – 90 Jahre alt.

Gertrude Enderle-Burcel

Brief an Seitz 2
Brief an Seitz 3
Brief an Seitz 4

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