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Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek ist künftig auch Chefin der SP-Bundesfrauen. Mit den Oberösterreichischen Nachrichten (OÖN) sprach sie über Sanktionen zur Durchsetzung der Frauenquote in der SP und sie verriet, unter welchen Umständen sie Vorgängerin Barbara Prammer gern als Bundespräsidentin sähe.
Von Jasmin Bürger
Oberösterreichisch Nachrichten (OÖN): Erst als Frauenministerin, jetzt auch als SP-Frauenvorsitzende treten Sie in die Fußstapfen von Johanna Dohnal. Nervt es Sie, immer mit ihr verglichen zu werden?
Heinisch-Hosek: Sie ist wirklich eine, die für uns Frauen viel erreicht hat, daher ist es gut, dass ihr Name so bekannt ist. Ich bin stolz, eine ihrer Nachfolgerinnen zu sein und auch unmittelbar meiner Freundin und Mentorin Barbara Prammer nachzufolgen.
OÖN: Müssen sich die Männer jetzt vor Ihnen fürchten?
Heinisch-Hosek: Sie sollen sich nicht fürchten, ich arbeite gern mit Männern zusammen. Aber sie müssen auf einige lieb gewonnene Privilegien verzichten, das werde ich einfordern.
OÖN: Woran wird man messen können, ob Sie in der Partei etwas weitergebracht haben?
Heinisch-Hosek: Ich will mich daran messen lassen, ob es mir gelingt, die Anzahl der Frauen in der SP zu erhöhen. Beim Parteitag nächstes Jahr bringen wir einen Antrag ein, der Sanktionen vorsieht, wenn die 40-Prozent-Frauenquote, die schon lange im Parteistatut steht, nicht erreicht wird.
OÖN: Welche Sanktionen?
Heinisch-Hosek: Ich kann mir Rückreihungen von Länderlisten vorstellen oder finanzielle Konsequenzen, möchte mich aber noch nicht festlegen.
OÖN: Warum reicht Ihnen eigentlich die 40-Prozent-Quote, wenn mehr als die Hälfte des Wahlvolks weiblich ist?
Heinisch-Hosek: Nachdem wir die 40 Prozent noch nicht erreicht haben, ist es ein erster Schritt, das zu sanktionieren. Dann reden wir weiter über die 50 Prozent. Natürlich ist Halbe-Halbe ein Ziel.
OÖN: Was wollen Sie als Frauenministerin erreichen?
Heinisch-Hosek: Ich will, dass Frauen von dem was sie verdienen, gut leben können. Dazu müssen wir die Teilzeitquote von 42 Prozent halbieren, denn ich weiß, dass Teilzeit nicht immer freiwillig ist. 20 Prozent Väter in Karenz in den nächsten zehn Jahren ist ebenfalls ein Ziel, da wird das einkommensabhängige Kindergeld eine große Hilfe sein.
OÖN: Gibt es in der Regierungsarbeit manchmal typische Mann-Frau-Konflikte?
Heinisch-Hosek: In Form sexistischer Wortmeldungen - nein. Wir gehen sehr respektvoll miteinander um - und Machos gibt es überall.
OÖN: Auch bei der EU-Wahl sind der SP junge Frauen davongelaufen. Haben Sie für diese Gruppe kein Angebot?
Heinisch-Hosek: Wir müssen die Angebote überdenken und auch mehr über neue Medien kommunizieren. Ich glaube, die Inhalte passen, aber wir müssen näher an die Lebenswelten der jungen Frauen heran, das geht vor allem über die Gemeindearbeit. Da müssen wir auch neue Wege gehen, ohne Frauen zu sehr an die Partei zu binden. Das wollen Junge nicht so sehr.
OÖN: 2010 wird der Bundespräsident neu gewählt. Wäre es nicht Zeit für eine Frau?
Heinisch-Hosek:Allgemein ist die Zeit längst reif für Frauen, egal in welcher Führungsposition. Aber ich bin mit Heinz Fischer so zufrieden, dass ich ihn voll unterstütze, wenn er nochmals antritt.
OÖN: Es heißt, Barbara Prammer hätte Ambitionen und auch deshalb den Frauenvorsitz an Sie übergeben?
Heinisch-Hosek: Wenn Fischer nicht antritt, und sie sich für eine Kandidatur entscheidet, ist sie meine erste Wahl.
OÖN: Sie sind verheiratet. Wird in Ihrem Haushalt Halbe-Halbe gemacht?
Heinisch-Hosek: Nein, 70:30, wobei mein Mann, der viel mehr daheim ist als ich, den Großteil gerne erledigt.
OÖN: Ihr Mann ist also auch keiner, der zum Fußballspiel nach einem Bier ruft?
Heinisch-Hosek: Nein, erstens geht er nicht auf den Fußballplatz. Und sein Bier holt er sich selbst.
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