Plattenbausanierung in Bratislava und Wien
Sie gelten nicht gerade als schön anzusehen und auch nicht immer als sehr wohnlich. Dennoch lassen sich aus den alten Plattenbauten Siedlungen modernen Wohnens gestalten.
Zur Zeit ihrer Errichtung in den 1960er bis 1980er Jahren symbolisierten Großsiedlungen mit mehrgeschossigen Häusern aus Betonfertigteilen – sogenannte "Plattenbausiedlungen" – die Erfüllung der Ziele, den Wohnungsbau weitgehend zu rationalisieren. Darüber hinaus schien ein verdichteter Siedlungsbau eine sinnvolle Alternative zur Zersiedelung des Umlandes zu sein. Bereits Mitte der 1960er Jahre entflammte jedoch Kritik an den Großsiedlungen. Die neu entstandenen Vorstädte wurden als monoton bezeichnet und mit weiteren negativen Attributen wie "Wohnsilos", "Betonburgen" und "Stätten der Kriminalität" versehen – egal, ob diese diesseits oder jenseits des Eisernen Vorhanges standen.

Siedlung Thürnlhofstraße
Von Thürnlhof bis Beňadická – nachhaltiges Sanieren will gelernt sein. (© Vera Mayer)
Im Projekt wurde das Phänomen Plattenbausiedlungen in Wien und Bratislava unter Einbeziehung bautechnischer, architektonischer, gestalterischer, sozialer, wirtschaftlicher, legistischer und umweltbezogener Aspekte untersucht. Zentrale Forschungsfragen drehten sich um die gegenwärtige und zukünftige Gestalt und Bedeutung der Plattenbausiedlungen sowie um ökologisch gerechte Sanierungsmöglichkeiten. Forschungsergebnisse und Empfehlungen wurden in einem achtbändigen Bericht zusammengefasst.
Wesentliche Ergebnisse des Projektes sind Vernetzungsaktivitäten wie etwa die Internationale Tagung in Wien im Jahr 2005, der Studentenwettbewerb Österreich-Slowakei 2004 sowie zahreiche Ausstellungen über Plattenbausiedlungen in Wien und Bratislava zwischen Vision, Alltag und Innovation.
Das Pilotprojekt, die Sanierung des Wohnhauses Beňadická 2-4 bei Bratislava, zeigt, dass die Flexibilität der Plattenbauweise und der kompakte Baukörper eine nachhaltige Sanierung mit hohen energetischen Einsparungen ermöglichen.
Projektträger:
Österreichischen Akademie der Wissenschaften – Institut für Stadt- und Regionalforschung
Postgasse 7/4/2
A-1010 Wien
Vera Kapeller (vormals Mayer)
Projektpartner im Nachbarland:
Slowakische Akademie der Wissenschaften, Institut für Bauwesen und Architektur,
Dubravská cesta 9, SK-842 20 Bratislava
Henrieta Moravčíková
Slowakische technische Universität, Fakultät für Architektur, Institut für Architektur – Wohnbau und öffentlicher Bau, Bratislava
Andrea Bacová
Weitere Projektpartner:
Magistrat der Stadt Wien, MA 50 - Referat Wohnbauforschung, Wolfgang Förster und rund 20 Projektpartner und -konsulenten
Realisierungszeitraum: 05/2003 – 11/2006
EU-Programm: INTERREG III A Österreich-Slowakei
abgerechnete Gesamtkosten: 478.252 Euro
EFRE-Anteil: 238.898 Euro
nationale Kofinanzierung: Eigenmittel des Projektträgers: 239.354 Euro
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