Der Lohn eines SoldatenlebensVincenz Freiherr von Augustin (geb. 27. März 1780 in Pest, gest. 6. März 1859 in Wien), k. k. Feldzeugmeister
Vincenz von Augustin wurde am 27. März 1780 in Pest geboren. Bereits mit 14 Jahren trat er in die österreichische Armee ein, diente 1809 im Generalquartiermeisterstab von Erzherzog Karl und ab 1813 im Stab des Feldmarschalls Schwarzenberg. Er leitete erfolgreich die pioniertechnische Eroberung von Friedrichsort (heute ein Stadtteil von Kiel) unter Bernadotte, dem späteren König von Schweden.
Augustin wurde 1814 Chef der Kriegs-Raketen-Anstalt und 1817 Kommandant des in der österreichischen Artillerie neuerrichteten Raketenkorps in Wiener Neustadt.
1822 wurde er in den Freiherrenstand erhoben, 1831 zum Generalmajor und 1838 zum Feldmarschallleutnant befördert. Ab 1848 Geheimer Rat, wurde er 1849 Feldzeugmeister und schließlich Generalartilleriedirektor.
Augustin führte nicht nur die Raketenwaffe in der österreichischen Armee ein, er verbesserte auch die Handfeuerwaffen.
Das vorliegende Adelsdiplom ist ein typisches Beispiel einer Standeserhöhung als Dank des „Vaterlandes“, also des Kaisers, für einen verdienten Offizier.
Feldzeugmeister von Augustin war auch Träger mehrer hoher in- und ausländischer Orden, darunter u. a. auch des kgl. Bayerischen Maximiliansorden, sowohl in der Klasse für Kunst als auch der für Wissenschaft, dies wohl auf Grund seines Entwurfes einer Triangulierungs- und Mappierungs-Instruktionen für die franzisceische Landesaufnahme sowie seiner Verdienste als Verfasser des Lehrbuchs "Elementare Geometrie" und Konstrukteur mehrerer geodätischer Apparate.
Die Miniaturen der verliehenen Orden wurden nach seinem Tode offenbar zu einem Bettelarmband zusammenfasst und von der Witwe als Armschmuck weiter getragen (siehe Abbildung).
Der Teilnachlass dieses bedeutenden österreichischen Offiziers und Wissenschaftlers konnte 2009 von der Familie für das Kriegsarchiv angekauft werden.
Signatur: ÖStA/KA, NLS B/1560: 9
Bernhard Wenning
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