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Die österreichischen Opfer der Titanic Katastrophe

Am 14. April 1912 kollidierte der Ozeanriese „Titanic“ bei voller Reisegeschwindigkeit von 21 Knoten um 23.40 Uhr ungefähr 300 Seemeilen östlich von Neufundland an seiner vorderen Steuerbordseite mit einem circa 300.000 Tonnen schweren Eisberg.

Die Titanic war ein Passagierschiff der britischen Reederei White Star Line. Sie war in Belfast in der Werft Harland & Wolff gebaut worden und war zum Zeitpunkt ihrer Indienststellung das größte Passagierschiff der Welt mit der Bestimmung für den Liniendienst auf der Route Southampton–Cherbourg–Queenstown–New York, New York–Plymouth–Cherbourg–Southampton. Beim Untergang der Titanic starben zwischen 1490 und 1517 Passagiere und Besatzungsmitglieder.

Am Morgen des 15. April 1912 wurden kurz vor 0:30 Uhr auf der RMS Carpathia die ersten per Funk übermittelten Notrufsignale der Titanic empfangen. Der Kapitän der Carpathia, Arthur Rostron, befahl trotz der durch Eisberge drohenden Gefahr Fahrt auf die Position der Titanic aufzunehmen. Um 4 Uhr morgens erreichte die Carpathia die Titanic und konnte die ersten Schiffbrüchigen aufnehmen. Am Abend des 19. April fuhr die Carpathia, die eigentlich von New York nach Fiume unterwegs gewesen war, wieder in New York ein und brachte die Überlebenden der Katastrophe an Land. Die Besatzungsmitglieder der Carpathia galten seitdem als Helden und wurden weltweit gefeiert.

Die hier präsentierten Archivalien bestehen aus folgenden Stücken:

  • Bericht des österreichischen Generalkonsuls (PDF 1974 kB) in New York von Nuber an das Ministerium des Kaiserlichen Hauses und des Äußern in Wien. Nuber berichtet, dass von den 65 Passagieren, „deren Namen auf eine Herkunft aus der Monarchie schliessen lässt, nicht weniger als 56 vermisst werden“. Der Großteil dieser Passagiere hatte eine Überfahrt in der 3. Klasse (dem „Zwischendeck“) gebucht. Im Schreiben des Generalkonsuls erfährt man auch einiges über die medizinische Erstversorgung der Passagiere in New York und zu den beginnenden Verhandlungen über Schadenersatzzahlungen.
  • Zeitungsausschnitt aus der „Staatszeitung“ vom 12. Februar 1913 über die Schadenersatzansprüche (PDF 153 kB) an die Reederei White Star Line.
  • Ein Bericht des eidgenössischen Auswanderungsamtes (PDF 1060 kB) an das schweizerische Politische Departement über den Untergang des Dampfers „Titanic“ und die Massnahmen zur Wahrung der Interessen der von schweizerischen Agenturen beförderten Personen und ihrer Hinterbliebenen, sowie der Angehörigen der Schiffsangestellten schweizerischer Nationalität“. Der Großteil der aus Österreich-Ungarn stammenden Passagiere auf der Titanic waren Auswanderer, die ihre Reise teilweise über eine in Basel beheimatete Auswanderungsagentur gebucht haben. Handschriftlich wurden in diesem Bericht jene fünf geretteten Personen angestrichen, die aus der Monarchie stammten.
  • Liste (PDF 383 kB) der Verstorbenen aus der Österreichisch-Ungarischen Monarchie.
  • Zeitungsbericht des „Pester Lloyd“ vom 9. Mai 1912 über den Empfang der Carphathia-Mannschaft (PDF 268 kB) in Budapest. Besonders hingewiesen wird auf die fabelhafte Fussballtechnik der Mannschaft, nachdem diese in Budapest im Beisein Erzherzog Josefs ein Spiel gegen eine ungarische Mannschaft ausgetragen hatte.

Signatur: AT-OeStA/HHStA MdÄ AR F67-30-1

Thomas Just

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