Zum Inhalt springen (Alt+0).
Zum Hauptmenü springen (Alt+1).
Zum Submenü springen (Alt+2).
Zur Positionsanzeige (Alt+4).
Frauenministerin Heinisch-Hosek und Gesundheitsminister Stöger eröffneten die Tagung der Bioethikkommission zum Thema "Fortpflanzungsmedizin- quo vadis?" im Wiener Bundeskanzleramt
"Für mich als Frauenministerin geht es um das Recht der Frauen auf Fortpflanzung, wenn sie einen Kinderwunsch haben", sagte Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek heute, Montag, in ihrer Eröffnungsrede zur Tagung der Bioethik-Kommission im Bundeskanzleramt. "Das österreichische Fortpflanzungsmedizin-Gesetz ist sehr restriktiv. Regenbogenfamilien oder Alleinerziehende haben derzeit keine Möglichkeit, sich bei ihrem Kinderwunsch medizinisch unterstützen zu lassen", so Heinisch-Hosek. Es sei daher die Frage, ob das österreichische Gesetz noch zeitgemäß sei. "Ich freue mich über die Diskussion und die Ergebnisse dieser Tagung zu diesem Thema, um mehr Klarheit darüber zu gewinnen, welche Möglichkeiten der künstliche Befruchtung in Zukunft eine Rolle spielen sollen und für wen."
Gesundheitsminister Alois Stöger: "Bei vielen Menschen stellt sich heute der Kinderwunsch erst sehr spät ein, und da klappt es dann nicht immer auf natürlichem Weg". Die Fortpflanzungsmedizin könne hier die Frauen unterstützen. "Das Gesundheitsministerium will den Menschen den Zugang zu dieser medizinischen Unterstützung erleichtern. Wir haben dafür den In-Vitro-Fertilisations-Fonds eingerichtet." Stöger wies auch darauf hin, dass die medizinischen Fortschritte bei der künstlichen Befruchtung in den letzten Jahren enorm gewesen seien: "Aus den Innovationen ergeben sich neue Möglichkeiten, aber auch neue Verantwortungen", so der Gesundheitsminister. "Diese Tagung ist ganz besonders wichtig, um eine gemeinsame Sicht zu entwickeln, was von dem Machbaren auch tatsächlich sinnvoll und wünschenswert ist." Aus dieser gemeinsamen Einschätzung lasse sich ein modernes Fortpflanzungsmedizin-Gesetz gestalten, das den Bedürfnissen gerecht wird und die Frauen unterstützt.
Christiane Druml, Vorsitzende der Bioethikkommission, begrüßte zahlreiche Expertinnen und Experten, darunter auch den "Vater der Pille" Carl Djerassi. Sei früher die Möglichkeit der Empfängnisverhütung der vordringliche Wunsch der Frauen gewesen, die heute selbstverständlich wurde, so ist es heute der Wunsch nach Kindern. Der Familienbegriff müsse nun aber angesichts der medizinischen und gesellschaftlichen Möglichkeiten grundlegend neu gesehen und in einen entsprechenden gesetzlichen Rahmen eingebettet werden.