04.07.2011
Bundesministerin Heinisch-Hosek: "Der Öffentliche Dienst muss modern, mobil und sparsam sein und auf Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger eingehen"

Expertinnen- und Expertenpapier "Perspektiven des öffentlichen Dienstes" vorgestellt

"Der Öffentliche Dienst des 21. Jahrhunderts muss modern, mobil und sparsam sein", sagte Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek heute bei der Präsentation eines Expertinnen- und Expertenpapiers, in dem in sieben Thesen und 50 Empfehlungen Grundlagen für eine Neustrukturierung des Öffentlichen Dienstes ausgearbeitet worden sind. "Ich will eine leistungsfähige Verwaltung, die Antworten auf die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger gibt." Um das zu erreichen, seien im öffentlichen Dienst die Menschen dort einzusetzen, wo sie gebraucht werden. Gleichzeitig müsse mit Steuergeldern sparsam umgegangen werden.

Dass der Öffentliche Dienst in Österreich gut aufgestellt sei, zeige auch eine soeben veröffentlichte Studie der OECD, die Österreich im Ländervergleich bei Effizienz und Sparsamkeit ganz vorne platziere. Immerhin betrage der Anteil der öffentlich Bediensteten am Gesamtarbeitsmarkt nur 11,4 Prozent, während er in den anderen EU-Ländern bei 15 Prozent und mehr liege. "Wir können uns trotzdem nicht tatenlos zurücklehnen", sagte die Ministerin. Deshalb habe sie eine internationale und interdisziplinäre Expertinnen- und Expertenkommission mit der Erarbeitung eines Perspektivenpapiers beauftragt.

"Österreich hat eine starke Verwaltung. Die Frage ist, wie es in den nächsten 20 Jahren weiter gehen wird", sagte die Bürgermeisterin von Düsseldorf, Diplom-Volkswirtin Gudrun Hock, die das Papier stellvertretend für alle Beiratsmitglieder präsentiert hat. Damit der Staat leistungsfähig bleibe und auch in Krisensituationen professionell agieren könne, brauche er talentierte und gut qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Um diese zu rekrutieren werde der Öffentliche Dienst künftig verstärkt mit Privaten in Konkurrenz treten. Einem Mangel an qualifizierten Arbeitskräften sei unter anderem durch die Schaffung einer internen Personalagentur und mit ressortübergreifenden Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen – bis hin zu einer eigenen universitären Ausbildung - entgegen zu wirken. "Vor allem für Frauen ergeben sich künftig im Öffentlichen Dienst, durch eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie, sehr gute Perspektiven", sagte Hock.

Neben Gudrun Hock haben auch Universitätsprofessorin Dr. Barbara Leitl-Staudinger, Vorständin des Instituts für Multimediales Öffentliches Recht an der Johannes Kepler Universität Linz, Universitätsprofessorin Dr. Renate Meyer, Leiterin des Forschungsinstituts für Public Management an der Wirtschaftsuniversität Wien, Universitätsprofessor Dr. Walter Pfeil, Fachbereich Arbeits-, Wirtschafts- und Europarecht an der Universität Salzburg, Dr. Einar Sladecek, Präsident des Arbeits- und Sozialgerichts Wien und Dr. Markus Klimmer, Managing Director von Accenture GmbH Berlin, unentgeltlich an der Erarbeitung dieses Papiers mitgearbeitet.

"Das nun vorliegende Perspektivenpapier ist als Empfehlung an die Politik zu sehen", sagte die Ministerin. Das bedeute, dass die Diskussionen damit keineswegs zu Ende sind, sondern die Gespräche jetzt erst richtig beginnen würden. Auf Basis der nun vorliegenden Thesen soll im Herbst ein Reformdialog mit Vertreterinnen und Vertretern der Länder und Gemeinden sowie mit der Gewerkschaft gestartet werden. Auch andere Ressorts und Parteienvertreterinnen und Vertreter würden dazu eingeladen.

Beiratsbericht Perspektiven des öffentlichen Dienstes, Juli 2011 (PDF 295 kB)

Rückfragehinweis:
Dr. Julia Valsky
Pressesprecherin der
Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek
Telefon: + 43 1 531 15-2149
julia.valsky@bka.gv.at