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Nachlass der Erzherzogin Maria Theresia

Erzherzogin Maria Theresia

Das Österreichische Staatsarchiv konnte im Wiener Auktionshandel einen Teilnachlass der Erzherzogin Maria Theresia, der dritten Ehefrau des Erzherzogs Karl Ludwig, erwerben. 1873 heiratete Maria Theresia, eine geborene Prinzessin von Braganza, den Bruder des Kaisers, welcher im Jahre 1896 verstarb. Die Erzherzogin spielte nicht nur als Stiefmutter von Erzherzog Franz Ferdinand, Erzherzog Karl Franz Joseph, dem späteren Kaiser Karl I., und Erzherzog Ferdinand Karl, der unter dem Namen Ferdinand Burg nach seinem Austritt aus dem Kaiserhaus in Meran lebte, eine wichtige Rolle am Hof der Habsburger sondern unterhielt auch Korrespondenzen mit den Mitgliedern des bayrischen und des portugiesischen Hofes. Im Ersten Weltkrieg war Maria Theresia aktiv in der Krankenpflege beim Roten Kreuz tätig. Nach dem Tode der Kaiserin Elisabeth nahm Maria Theresia die Stelle der ersten Dame des Reiches ein.

Der Nachlass besteht u.a. aus umfangreicher Familienkorrespondenz der Erzherzogin mit ihren beiden Töchtern, den Erzherzoginnen Maria Annunziata und Elisabeth. Dazu findet sich Korrespondenz mit den bayrischen Verwandten und ein umfangreicher Briefwechsel mit ihrem Sekretariat, mit dem Roten Kreuz, Bittschriften etc. Zahlreiche Fotografien geben Einblick in das Leben der Erzherzogin. Einige Realien, u.a. das von der Erzherzogin während des Ersten Weltkrieges verwendete Skalpell, runden den Nachlass ab.

Erzherzogin Maria Theresia - Postkarte

Die Bedeutung dieser Neuerwerbung des Österreichischen Staatsarchivs liegt einerseits darin, dass in den staatlichen Archiven von Mitgliedern des Hauses Habsburg kaum Nachlässe mit persönlichem Schriftgut erhalten sind. Andererseits stellt er eine bedeutende Ergänzung zu dem in den letzten Jahren erworbenen Nachlass Ferdinand Burg dar. Das Überlieferungsprofil des Österreichischen Staatsarchivs wird dadurch auf diesem Gebiet entscheidend geschärft.

Der Nachlass wird nun in der Abteilung Haus-, Hof- und Staatsarchiv inventarisiert und erschlossen. Die Fotografien werden digitalisiert. Im Laufe des Jahres 2012 werden die Verzeichnungsinformationen in der Online Datenbank des Österreichischen Staatsarchivs abrufbar sein.

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