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Solidarität zwischen Jung und Alt steht in der EU heuer ganz oben auf der Agenda. Um das zu unterstreichen, hat die Europäische Union 2012 zum "Europäischen Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen" erklärt.
19.01.2012Bundespressedienst/sw
Alt = am Abstellgleis? Dieser "Gleichung" sagt das "Europäische Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen" 2012 den Kampf an. Die Menschen in Europa leben immer länger und bleiben dabei glücklicherweise auch gesünder. Diese an sich erfreuliche Nachricht stellt Politik, Gesellschaft und Wirtschaft und nicht zuletzt jeden Einzelnen jedoch auch vor immense Herausforderungen: Wie können wir unsere Sozialsysteme nachhaltig sichern? Welche Maßnahmen müssen wir ergreifen, um ältere Arbeitnehmende länger im Job zu halten? Wie lange werden wir im Erwerbsprozess stehen (dürfen/müssen/können), wann können wir in Pension gehen? Und wie wird das in 20, 30 oder 50 Jahren aussehen?
Die Statistik gibt zu denken:
Das positive Potenzial, das in der demographischen Entwicklung steckt, haben wir noch nicht wahrgenommen. 2012 sollen sich alle Beteiligten und die politischen Entscheidungsträger wie Parlamente intensiv mit diesen Fragen auseinandersetzen und Lösungsmöglichkeiten entwickeln. Das Konzept des aktiven Alterns erstreckt sich dabei auf viele Politikbereiche: Beschäftigung, soziale Sicherung, Bildung und Ausbildung, Gesundheits- und Sozialwesen, Wohnungswesen und öffentliche Infrastruktur. Insbesondere die Förderung der Erwerbstätigkeit von älteren Arbeitnehmenden stellt dabei ein Schlüsselziel dar, will die EU bis zum Jahr 2020 ihr in der "Europa 2020"-Strategie verankertes Ziel einer Beschäftigungsquote von 75 Prozent der 20- bis 64-Jährigen erreichen.
Der Großteil der Europäerinnen und Europäer ist laut einer aktuellen Eurobarometer-Umfrage über die demographische Entwicklung und deren Herausforderungen jedenfalls gut im Bilde:
Diese Meinung wird interessanterweise besonders von Menschen knapp vor dem Pensionsantrittsalter vertreten. Lázló Andor, der für Beschäftigung, Soziales und Integration zuständige EU-Kommissar, sieht darin eine Bestätigung, "dass die Menschen bereit sind, im Alter aktiv zu bleiben".
Ziel aller Aktivitäten in Österreich ist es, die Öffentlichkeit stärker zu sensibilisieren, Best-Practice Beispiele zu identifizieren und Altersdiskriminierung besser zu bekämpfen. In Österreich wollen sich die Akteurinnen und Akteure des Europäischen Jahres 2012 auf vier Schwerpunktbereiche konzentrieren:
Sozialminister Rudolf Hundstorfer betonte zum Start des Europäischen Jahres 2012, dass man den demographischen Wandel noch stärker als bisher als Chance begreifen müsse: "Das gilt für jeden Einzelnen, für die Entwicklung von Unternehmen und der Arbeitswelt und für die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft insgesamt." Am 29. Februar findet die offizielle Eröffnung des Europäischen Jahres durch Bundespräsident Heinz Fischer im Rahmen einer Auftaktveranstaltung in Graz statt.
Das Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz (BMASK) hat die koordinierende Rolle für die zahlreichen Aktivitäten des Europäischen Jahres 2012 übernommen, die in Zusammenarbeit mit Jugend- und Seniororganisationen, den Sozialpartnern und anderen Institutionen umgesetzt werden.
Chancen sichtbar zu machen und eine Debatte darüber anzuregen sind zwei der Ziele der seit 1983 existierenden "Europäischen Jahre", die sich einem jährlich wechselnden Thema von gesellschaftlicher Bedeutung widmen. Die EU stellt für die Aktivitäten der Mitgliedstaaten ein Budget zur Verfügung, das üblicherweise mit nationalen Mitteln ergänzt wird.
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