26.04.2012
Gabriele Heinisch-Hosek: "Frauen sollen den Platz bekommen, den sie verdienen"
Bundesministerin begrüßt Schülerinnen zu den Girls‘ Day Austria-Aktivitäten des Bundeskanzleramtes
"Von rund 40.000 weiblichen Lehrlingen eines Jahrgangs entscheidet sich die Hälfte für eine Ausbildung als Frisörin, Sekretärin oder Verkäuferin. Daher ist dieser Tag eine gute Gelegenheit, auch noch andere Möglichkeiten kennenzulernen", sagte Bundesministerin Heinisch-Hosek zu Beginn des 7. Girls‘ Day im Bundesdienst und verwies auch auf die Geschlechterungleichheiten bei bestimmten Studienrichtungen: "An der Technischen Universität gibt es noch immer zu wenige Frauen, die dort ein Studium beginnen. Auch in der Naturwissenschaft haben wir nicht jenen Anteil, wie es der Bevölkerung entspricht."
Heinisch-Hosek machte darauf aufmerksam, dass die Problematik bereits in jungen Jahren beginnt: "In der Schule treten die Mädchen oft in die zweite Reihe. Daher ist es an solchen Tagen wichtig zu reflektieren, wie es einem als Mädchen oder als Frau in der Gruppe geht. Bei meiner täglichen Arbeit achte ich darauf, dass Frauen den Platz bekommen, den sie verdienen und dass sie sich nicht verdrängen lassen."
Es sei auch wichtig, dass Berufsunterbrechungen, vor allem bei Familiengründung, nicht zu lange dauern: "In Österreich ist die Meinung noch immer sehr verbreitet, dass man eine Rabenmutter ist, wenn man sein Kind in den Kindergarten gibt. In Wahrheit sollte man aber den beruflichen Werdegang als Frau nicht zu lange unterbrechen. Denn sonst besteht die Gefahr, dass Frauen in die Armutsfalle tappen." Heinisch-Hosek betonte auch die Wichtigkeit der Informationsbeschaffung: "Beim Studium soll eine Vielfalt angeboten werden. Die 'Österreichische HochschülerInnenschaft' und Betriebe kommen daher auch in die Schulen. Das ist wichtig, um dann die richtige Entscheidung treffen zu können."
Abschließend ermutigte die Bundesministerin die Schülerinnen für ihre weiteren privaten und beruflichen Ziele: "In unserer Gesellschaft gibt es noch einiges an Ungleichgewicht. Wir Frauen sind aber auf gleicher Augenhöhe mit unseren Kollegen, Freunden und Partnern. Halbe-halbe sollte heutzutage selbstverständlich sein."
Bilder zu dieser Veranstaltung sind über das kostenfrei abrufbar.
Rückfragehinweis:
Dr. Julia Valsky
Pressesprecherin der
Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek
Tel.: 01 531 15-202149
Mobil: 0664 610 62 76
julia.valsky@bka.gv.at