Ein Habsburger als Zeichner
Von den Vorlieben und Eigenheiten einzelner Familienangehöriger der Habsburger ist bis dato Vieles bekannt. Informatorisches und auch „Pikantes“ wenn man an einen Bruder von Kaiser Franz Josef I. denkt.
Was jedoch weniger bekannt ist, ist die Tatsache, dass zumindest auch ein Familienmitglied der Familie durchaus zeichnerisch begabt war, wie man an der vorliegenden Bleistiftzeichnung des Sohnes von Erzherzog Friedrich – Erzherzog Albrecht (II.) sehen kann.
Albrecht wurde als lang ersehnter männlicher Stammhalter – nach 8 Schwestern – am 24. Juli 1897 in der Weilburg bei Baden geboren. Gemäß der Familientradition durchlief er eine militärische Ausbildung und war zu Beginn des 1. Weltkrieges Leutnant im 1. Tiroler Kaiserjäger Regiment.1918 diente er als Oberleutnant im selben Regiment. Im Jahre 1918, also zum Zeitpunkt der Anfertigung der Zeichnung war der Erzherzog mit dem Regiment auf dem südlichen (italienischen) Kriegsschauplatz im Einsatz.
Erzherzog Abrecht starb am 23.7.1955 in Buenos Aires als kgl. ungarischer Oberst außer Diensten.
Die Zeichnung stellt ein „Anbetungsbild“ dar. Ein abgesessener Husar betet zu einer Marienerscheinung, die in der Art der Mariendarstellung auf Regimentsfahnen abgebildet ist. Der junge Offizier hat diese Zeichnung – der handschriftlichen Bezeichnung zufolge im Felde angefertigt
Die Zeichnung wurde in einem dem Kriegsarchiv im Jahre 2011 geschenkten Nachlass entdeckt und wird hier zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert.
KA, NLS, B/2281:19
Weiterführende Literatur:Schematismus für das k.u.k. Heer 1914 ff,Genealogisches Handbuch des Adels (GHdA) (Abtlg. fürstliche Häuser) div. Jahrgänge
Bernhard Wenning