16.10.2012
Josef Ostermayer: "Die Politik muss die Rahmenbedingungen für bestmögliche Forschung gewährleisten"
Der Staatssekretär beim Empfang für sechs Nobelpreisträgerinnen und Nobelpreisträger im Bundeskanzleramt
"Das Bundeskanzleramt ist nicht nur ein Haus der hohen Politik, es soll auch ein Ort der Begegnung zwischen Politik, Wissenschaft und Kunst sein", sagte Staatssekretär Josef Ostermayer heute, Dienstag, beim Empfang von Nobelpreisträgerinnen und Nobelpreisträgern in den Bereichen Chemie und Medizin im Bundeskanzleramt. Diese kamen zum sogenannten "Nobelpreisseminar" zusammen, das jährlich unter Federführung des Wiener Physikers Helmuth Hüffel mit Unterstützung des Bundeskanzleramtes und weiterer Institutionen in Wien stattfindet.
"Das Bundeskanzleramt ist ein Ort, in dem österreichische und europäische Geschichte geschrieben wurde. In diesen Räumen wurde die Neuordnung Europas beim Wiener Kongress beraten, hier wurde aber auch die junge Demokratie der Ersten Republik beendet", holte der Staatssekretär aus. Bis dahin hätte Österreich in der Geschichte der europäischen Wissenschaft und besonders in der Medizin immer eine bedeutende Rolle gespielt, die Wiener Schulen der Medizin seien sprichwörtlich geworden. "Ignaz Semmelweis und Theodor Billroth sind nur zwei der herausragenden Namen. Auch Sigmund Freud lebte in Wien. Er musste, wie Eric Kandel und viele andere, die Stadt verlassen, als der Nazi-Terror begann", so Ostermayer.
"Die Politik hat heute die Aufgabe, die Rahmenbedingungen für bestmögliche Forschung zu gewährleisten. Das schaffen wir nicht immer in dem Ausmaß, wie wir uns das wünschen", gab Ostermayer zu bedenken. "Aber wir müssen der Forschung einen hohen Stellenwert geben und wir müssen den Ehrgeiz haben, im Spitzenbereich dabei zu sein. Alle müssen die Chance haben, weit nach vorne zu denken – anders ist grundlegend Neues gar nicht möglich. Wir wollen daher im Rahmen unserer Möglichkeiten alles tun, um der Wissenschaft die notwendigen Ressourcen zu geben. Das ist nicht nur die Verpflichtung gegenüber jenen, die so Furchtbares in diesem Land zwischen 1938 und 1945 erleiden mussten, das ist vor allem die Verpflichtung gegenüber den nächsten Generationen", betonte der Staatssekretär.
Staatssekretär Ostermayer hieß die Forscherinnen und Forscher Sidney Altman (Nobelpreis für Chemie 1989 für die Entdeckung der katalytischen Eigenschaften der Ribonukleinsäure), Elizabeth Blackburn (Nobelpreis für Medizin 2009 für ihre Arbeiten auf dem Gebiet der Telomer- und Telomerase-Forschung), Günter Blobel (Nobelpreis für Medizin 1999 für die Entdeckung der in Proteinen eingebauten Signale, die deren Transport und die Lokalisierung in der Zelle steuern), Sir Martin Evans (Nobelpreis für Medizin 2007 für die Forschung an der "Knockout-Maus"), Thomas A. Steitz und Ada E. Yonath (Nobelpreis für Chemie 2009 für Studien zu Struktur und Funktion des Ribosoms) herzlich willkommen. Unter den zahlreichen Gästen aus Politik, Wissenschaft, Administration und Finanz begrüßte der Staatssekretär unter anderem Gesundheitsminister Alois Stöger, Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle, Finanzstaatssekretär Andreas Schieder, Nationalbank-Gouverneur Ewald Novotny sowie Parlamentsdirektor Harald Dossi.
Fotos von dieser Veranstaltung sind über das kostenfrei abrufbar.
Rückfragehinweis:
Elvira Franta Bakk. phil.
Pressesprecherin des
Staatssekretärs im Bundeskanzleramt
Dr. Josef Ostermayer
Tel.: 01 531 15-202656
elvira.franta@bka.gv.at