Dienstag, 02. November 2004
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Nationalfeiertag: Kanzler Schüssel lobte „Erfolgsmodell Europa“
Anlässlich des österreichischen Nationalfeiertages am 26. Oktober trat die Bundesregierung zu einem Sonderministerrat zusammen. In den Mittelpunkt seiner traditionellen Rede stellte Bundeskanzler Wolfgang Schüssel das „Erfolgsmodell Europa“. Die EU-Verfassung, die am 29. Oktober in Rom unterzeichnet werde, sei ein „Höhepunkt einer erfolgreichen Entwicklung des Friedensprojektes Europa“, so Schüssel.
Der Erfolg Europas basiere auf den gleichen Grundlagen wie der Erfolg Österreichs nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Europäische Union garantiere den Mitgliedern Freiheit und Gleichheit, die Europäische Verfassung halte dies verbindlich fest. Sie sei „kein abgehobenes Projekt“, sondern eine „Verfassung für die Bürger Europas“, betonte der Bundeskanzler. Soziale Marktwirtschaft, Vollbeschäftigung, kulturelle Vielfalt, Umweltschutz sowie Nachhaltigkeit würden erstmals als gemeinsame Ziele formuliert. Die Grundrechte seien erstmals in einer Charta verbrieft. „Das sind keine leeren Versprechungen, sie können eingeklagt werden vor dem Europäischen Gerichtshof“, erklärte Schüssel. Österreich habe hier seine Handschrift eingebracht. Die Frage des Wassers und die kommunalen Dienste seien weiterhin „unter unserer Kontrolle“. Fest verankert seien im Verfassungsvertrag auch erstmals der Minderheitenschutz der Völker und der Tierschutz.
Optimistisch äußerte sich der Bundeskanzler auch hinsichtlich einer neuen österreichischen Verfassung, die gegenwärtig im Österreich-Konvent erarbeitet wird. „Die Arbeiten sind schwierig, aber die schreiten gut voran“, so Schüssel.
Der Bundeskanzler verwies in seiner Rede auch auf die „wichtigen Gedenktage“ und Feierlichkeiten im Jubiläumsjahr 2005 (u.a. 60 Jahre Kriegsende, 50 Jahre Staatsvertrag, 10 Jahre EU-Mitgliedschaft), das er als „Jahr der Standortbestimmung und des Nachdenkens über die Zukunft“ bezeichnete. Die Feiern sollten „ein Gemeinschaftsgefühl fördern, alle einbeziehen und beteiligen“. Schüssel rief alle Zuwanderer – „egal wann und aus welchen Gründen sie und ihre Familien nach Österreich gekommen sind“ – dazu auf, sich in das Jubiläum einzubringen.
Auch bei der Asylfrage gehe es neben dem humanitären Aspekt „um unsere Standortbestimmung“, erläuterte der Bundeskanzler. „Österreich bleibt im Rahmen unserer Möglichkeiten und im Rahmen des internationalen Rechts natürlich Zufluchtsort für die, die wirklich Hilfe brauchen“. ■

MedAustron: Neues Zentrum für Krebstherapie und Forschung
Am 25. Oktober fanden im Bundeskanzleramt die Schlussverhandlungen für das Krebstherapie- und Forschungszentrum MedAustron in Wiener Neustadt (Niederösterreich) statt. In einer anschließenden Pressekonferenz kündigte Bundeskanzler Wolfgang Schüssel die Gründung einer GmbH an. Der Bund finanziere das Vorhaben mit 41 Millionen Euro in vier Etappen. Den Rest der rund 117 Mio. Euro Errichtungskosten für MedAustron würden das Land Niederösterreich, Wiener Neustadt und private Investoren aufbringen. Es werde nun eine entsprechende Ausschreibung geben, erklärte Schüssel. Mit dem Vollausbau des Zentrums werden etwa 400 neue Arbeitsplätze entstehen.
„Für uns ist das Projekt deshalb so interessant, weil es ein Projekt der Spitzentechnologie ist, für die wir uns massiv einsetzen. Nur durch Investitionen in diesen Zukunftsbereich können wir unsere Standortqualität sichern“, betonte der Bundeskanzler. Man wolle sich mit dieser Einrichtung auch international als Trendsetter etablieren und dort auch ausländische Patienten behandeln.
Mit diesem Projekt sollen einerseits Krebstherapien ermöglicht werden, die bisher nicht in Österreich angeboten werden konnten. Zum anderen ermöglicht diese Technologie präzise Werkstoffkontrollen.
Die Strahlung, die im Beschleuniger von MedAustron erzeugt werden soll, unterscheidet sich essenziell von herkömmlichen Methoden. So werden relativ große Teilchen – Atomkerne oder Ionen – eingesetzt. Damit sei nicht nur die tödliche Wirkung für die Tumorzellen höher, sondern auch das umliegende gesunde Gewebe werde bestmöglich geschont, so die Mediziner.
Die Strahlen lassen sich millimetergenau steuern. Dadurch können auch Tumoren behandelt werden, die unmittelbar neben lebenswichtigen Organen wie Hirn oder Wirbelsäule lokalisiert sind. Ist der Primärtumor ganz beseitigt, sinkt auch das Risiko von Sekundärtumoren (Metastasen).■

Kanzler Schüssel zur Unterzeichnung der EU-Verfassung in Rom
Die EU-Staats- und Regierungschefs unterzeichneten am 29. Oktober in Rom die erste europäische Verfassung. In Kraft tritt das Vertragswerk allerdings erst, wenn es in allen Mitgliedsländern durch die nationalen Parlamente oder per Referendum ratifiziert wurde. Für Österreich signierten Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und die neue Außenministerin Ursula Plassnik.
Überschattet war der feierliche Akt im römischen Kapitol von der Krise um die Bildung der neuen EU-Kommission, nachdem der künftige EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Durao Barroso mit seinem Team am Widerstand des EU-Parlaments gescheitert war.
Über mögliche Neubesetzungen – vor allem jene des mittlerweile zurückgetretenen italienischen Kandidaten Rocco Buttiglione – berieten die Regierungschefs in informellen Gesprächen am Rande des Festaktes.
Bundeskanzler Schüssel erklärte, Österreich werde die EU-Verfassung im Frühjahr 2005 im Parlament ratifizieren. Schüssel würdigte die Fortschritte, die der Vertragstext für die weitere Entwicklung der Europäischen Union bringe.
Der Bundeskanzler betonte, der österreichischen Bevölkerung den Verfassungstext vor dem Ratifizierungsprozess über Medien und Schulen zugänglich zu machen. „Das ist durchaus ein Dokument, das man jedem europäischen Bürger in die Hand drücken kann“, sagte Schüssel. Als besondere Fortschritte der Verfassung nannte er die Verbindlichkeit der Europäischen Grundrechtscharta, die weitere Entwicklung der inneren und äußeren Sicherheit und das institutionelle Gleichgewicht. Auch sei die Beibehaltung des Prinzips „ein Kommissar pro Land“ über 2014 möglich, wenn eine Mehrheit der EU-Staaten dies beschließe, so Schüssel.■

Bundespräsident Fischer zu Arbeitsbesuch in Kroatien
Bundespräsident Heinz Fischer traf am 27. Oktober zu einem eintägigen Arbeitsbesuch in der kroatischen Hauptstadt Zagreb ein und schloss damit seine Visitentour zu den Staatsoberhäuptern der österreichischen Nachbarstaaten ab.
Auf dem Programm standen Gespräche mit dem kroatischen Präsidenten Stjepan Mesic sowie mit Ministerpräsident Ivo Sanader und Parlamentspräsident Vladimir Seks. Erörtert wurden vor allem bilaterale Fragen und die EU-Perspektive Kroatiens.
Fischer sprach sich für einen raschen EU-Beitritt Kroatiens aus. „Die Verhandlungen werden viel Rückenwind haben. Es gibt eine europäische Logik, ein Land wie Kroatien zum frühest möglichen Zeitpunkt in die EU aufzunehmen“, sagte Fischer vor Medienvertretern. Gastgeber Mesic dankte Österreich für dessen Unterstützung bei den EU-Beitrittsbemühungen und bekräftigte seine Ansicht, wonach der vom Haager UNO-Kriegsverbrechertribunal gesuchte General Ante Gotovina nicht in Kroatien weile. Die Zusammenarbeit der Regierung in Zagreb mit dem UNO-Kriegsverbrechertribunal ist eine der Bedingungen für den Beginn von EU-Beitrittsverhandlungen mit Kroatien.■

Mazedoniens Ministerpräsident Hari Kostov in Österreich
Der mazedonische Ministerpräsident Hari Kostov besuchte am 27. Oktober Wien, wo er zu offiziellen Gesprächen mit Bundeskanzler Wolfgang Schüssel zusammentraf. Zentrale Themen waren die bilateralen wirtschaftlichen Beziehungen sowie die EU-Beitrittsbemühungen Mazedoniens.
Schüssel unterstrich die guten Beziehungen zwischen beiden Ländern, gab zugleich aber auch seiner Hoffnung auf engere wirtschaftliche Kooperationen Ausdruck. Besonders verwies er auf die verbesserten Rahmenbedingungen für Investitionen in Mazedonien und betonte, dass Österreich schon jetzt drittgrößter Investor in diesem Land sei.
Zu den Beitrittsverhandlungen zwischen der EU und Mazedonien erklärte der Bundeskanzler: „Österreich unterstützt die europäische Perspektive Mazedoniens wie auch aller anderen südosteuropäischen Staaten. Wir werden selbstverständlich Mazedonien in diesem nun beginnenden Prozess unterstützen“.
Ministerpräsident Kostov dankte Österreich für dessen politische, finanzielle und logistische Unterstützung auf Mazedoniens Weg in die EU. Ebenso hob er die bedeutende Rolle Österreichs bei den Integrationsbemühungen der Balkanstaaten im europäischen Einigungsprozess hervor.■

EU-Herbstprognose 2004: Österreich mit 1,9 Prozent Wachstum
Die EU-Kommission prognostiziert für Österreich heuer ein reales Wirtschaftswachstum von 1,9 % (nach 0,8 % im Jahr 2003). Dies entspreche dem Potenzial der Wirtschaft, wie es in der am 26. Oktober veröffentlichten Herbstprognose der EU-Kommission heißt. Für 2005 und 2006 erwartet die EU ein Plus von jeweils 2,4 %, wozu die Binnennachfrage vermehrt beitragen werde. Die Arbeitslosigkeit soll 2005 jedoch nur leicht von 4,2 auf 3,9 % zurückgehen.
Beim privaten Konsum soll sich ab 2005 die schrittweise Reduktion der Einkommenssteuer bemerkbar machen. Darüber hinaus werde das verfügbare Einkommen auch durch die wachsende Nachfrage am Arbeitsmarkt und durch höhere Nominallöhne steigen. Allerdings würden die höheren Energiekosten die reale Kaufkraft der Haushalte dämpfen.
Bei den Investitionen wird nach einer Phase der Regression wieder ein gesundes Wachstum erwartet. Verstärkt werde dieses durch steigende Exporteinkünfte und Kürzungen bei Einkommens- und Unternehmenssteuern, so die EU-Experten. Der positive Anteil der Nettoexporte am Bruttoinlandsprodukt (BIP) soll sich im Einklang mit der vorausgesagten Verlangsamung der Weltwirtschaft und einer sich konsolidierenden Binnennachfrage verringern.
Am Arbeitsmarkt erwartet die EU-Kommission nach leichten Rückgängen in den letzten Jahren ein leichtes Beschäftigungswachstum für 2004 und die Folgejahre.■

Magna Steyr erhält Fertigungsauftrag für Chrysler C 300
Magna Steyr in Graz wird für DaimlerChrysler den Chrysler C 300 C sowohl in Touring- als auch Limousinen-Version fertigen. Dies gaben Magna Europa-Chef Siegfried Wolf und Chrysler Österreich-Geschäftsführerin Brenda Müllner am 27. Oktober im Grazer Werk bei einer Pressekonferenz bekannt. Über Stückzahlen und Fertigungszeiträume wurden keine näheren Angaben gemacht. Es werde sich ungefähr um einen „Fahrzeuglebenszyklus“ – zwischen sechs und sieben Jahren – handeln. Der Auftrag soll laut Landeshauptfrau Waltraud Klasnic rund 650 neue Arbeitsplätze schaffen.
Nach sehr erfolgreichem Verkauf in den USA soll das Chrysler-Modell nun auch die europäischen Konsumenten für sich gewinnen.
Der Produktionsbeginn wurde mit Juni 2005 angegeben. Das Modell, bisher ausschließlich in Kanada gebaut, werde in Graz für die Märkte außerhalb Amerikas produziert, erklärte Müllner. Bei Magna Steyr würden die Chrysler 300 C Touring und die 300 C Limousine – inklusive der Modelle mit Recht- und Linkslenkung, der Hochleistungsvariante SRT-8 sowie der Diesel-Variante – bis Jahresende lanciert werden.
Magna-Europa-Chef Wolf betonte, im C 300 C stecke „eine ganz schöne Portion Graz“. So werde die Touring-Variante die Allradtechnologie von Magna Steyr haben.
Wirtschaftsminister Martin Bartenstein bezeichnete den Auftrag als starken Motor für heimische Arbeitsplätze. Österreich habe einen besonderen Pluspunkt in hoher Qualität, Motivation und Flexibilität der Arbeitnehmer. Mit der Senkung der Körperschaftssteuer von 34 auf 25 % ab 2005 werde der Standort Österreich noch attraktiver, so Bartenstein. ■

„Unternehmertrio“ des Jahres 2004 gekürt
Die drei besten Unternehmer aus Gewerbe, Handwerk und Dienstleistung wurden am 27. Oktober in Wien zum „Trio des Jahres“ 2004 gekürt: Platz eins ging in der Kategorie „Gewerbe“ an die Innsbrucker Firma Johann Rathgeber GmbH Formen und Werkzeugbau, in der Kategorie „Handwerk“ an die Weba Werkzeugbau Betriebs GmbH in Dietach/Öberösterreich und in der Kategorie „Dienstleistung“ an das Klagenfurter Unternehmen Umlauft Textilservice GmbH.
Die Auszeichnung der Preisträger erfolgte im Beisein von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, Wirtschaftsminister Martin Bartenstein und Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl.
„Das Trio ist ein Modellpreis für den Mittelstand und das österreichische Modell ist ein Modell, das wir dem Mittelstand verdanken“, betonte Kanzler Schüssel in seiner Festrede.
Das „Trio des Jahres“ ist eine Initiative der Sektion Gewerbe-Handwerk-Dienstleistung der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), des Wirtschaftsmagazins „trend“ und der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA).■

Museum der Moderne in Salzburg: Eröffnung mit Kanzler Schüssel
Am 23. Oktober wurde auf dem Salzburger Mönchsberg das neue Museum der Moderne mit der Ausstellung „Vision einer Sammlung“ eröffnet. Sie gibt den Besuchern erstmals die Möglichkeit, die seit der Gründung des Rupertinums (1983) stetig gewachsene Sammlung zur Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts im Dialog mit zahlreichen hochkarätigen Dauerleihgaben zu sehen, die dem Museum der Moderne von Privatsammlungen und Stiftungen langfristig zur Verfügung gestellt wurden. Ausgehend von den Kunstwerken aus der eigenen Sammlung wurde eine Konzeption entwickelt, die die charakteristische Struktur des Bestandes deutlich herausarbeitet und die grundlegenden Themenbereiche – „Das Bild vom Menschen“, „Das Medium der Kunst“ und „Die Welt als Bild“ – bis in die unmittelbare Gegenwart erweitert. Der Titel „Vision einer Sammlung“ steht programmatisch für die dynamische Struktur des Sammlungskonzepts, das u.a. fulminante Werke von Kokoschka, Klimt, Gerstl, Corinth, Picasso, Modigliani, über die Cobra-Künstler, bis zu West, Fleury, Noble, Webster, Gilbert & George, Gormley, Kiefer, Taaffe, etc. umfasst. Wesentlich sind österreichische Künstler vertreten wie Anzinger, Damisch, Leitner, Reinhold und Schmalix. Ohne bedeutende Sammler wie Friedrich Welz, Herbert Batliner, ohne die Leihgaben der R. & H. Batliner Art Foundation, von Francesca Habsburg und der Sammlung Thyssen-Bornemisza, von Thaddaeus Ropac, wäre die Qualität des neuen Museums nicht möglich, das der Mozart-Stadt Salzburg ein zusätzliches aktuelles Image gibt.
Dementsprechend würdigten bei der Eröffnung u.a. Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und Landeshauptfrau Gabi Burgstaller das neue Museum als notwendige Begegnungsstätte zeitgenössischen Kunstschaffens.
Das Museum der Moderne entstand in zwei Jahren Bauzeit, um 21,76 Mio. Euro von Land und Bund finanziert. Es umfasst rund 2300 m2 reine Ausstellungsfläche. Das Projekt des Münchner Architektenteams Friedrich-Hoff-Zwink wurde aus 145 Entwürfen gewählt. Die Fassade des Außenbaus ist mit Untersberger Marmor verkleidet und durch vertikale Fugen gegliedert. Neben ihrer Funktion im Rahmen der Klimatechnik des Hauses können sie auch als Referenz an den Ort, die Stadt Salzburg, in Verbindung mit zukunftsorientierten Technologien verstanden werden: Die Hauptarien aus Mozarts Oper „Don Giovanni“ sind durch ein erstmalig eingesetztes Computerprogramm der Fassade in Form von Schlitzen eingeschrieben, deren Rhythmus die Struktur der Partitur widerspiegeln.■

Suche nach Mozarts Genen
Eine DNA-Analyse soll klären, ob es sich bei dem „Mozartkopf“, den die Internationale Stiftung Mozarteum besitzt, tatsächlich um den Schädel von Wolfgang Amadé handelt. Um an die für einen Vergleichstest notwendigen genetischen Daten zu kommen, wurde vor kurzem am Sebastiansfriedhof in Salzburg das Grab der Familie Mozart geöffnet, in dem sich die Gebeine von Mozarts Vater Leopold, seiner Schwester Nannerl, seiner Frau Constanze und die eines 16-jährigen Mädchens, Nannerls Tochter Jeanette, befinden. Nach der Analyse, die u.a. der Salzburger Stadtarchäologe, der Leiter des Gesundheitsamtes und ein Wiener Gerichtsmediziner als Privatgutachter vornehmen, sollen die sterblichen Überreste wieder im Familiengrab bestattet werden.
Initiiert wurde das Projekt von der ORF-Wissenschaftsredaktion in Zusammenarbeit mit dem Sender ARTE. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchungen sollen im Mozartjahr 2006, im Rahmen eines Films, vorgestellt werden. Wolfgang Amadé Mozart, am 5. Dezember 1791 mit 35 Jahren in Wien verstorben, ist ja an einem düsteren Winternachmittag in einem Massen-Schachtgrab am St. Marxer Communalen Friedhof begraben worden. ■

Prager Nationaltheater: „Das Werk“ von Elfriede Jelinek gefeiert
Die Wiener Burgtheater-Vorstellung am 31. Oktober von Elfriede Jelineks „Das Werk“ am Prager Nationaltheater wurde von den 900 Besuchern, u.a. Österreichs Bundespräsident Heinz Fischer, gefeiert. In ihrem Stück setzt sich die Literaturnobelpreisträgerin 2004 mit der komplexen Geschichte des Staudamms von Kaprun (Salzburg) auseinander.
„Das Werk“ ist das erste deutschsprachige Theaterstück, das in der 121-jährigen Geschichte des Prager Nationaltheaters dort auf Deutsch aufgeführt worden ist. Die Vorstellung fand im Rahmen des Prager Theaterfestivals Deutscher Sprache statt. Das Stück erhielt heuer dem Mühlheimer Theaterpreis und wurde dann mit Erfolg bei den Salzburger Festspielen aufgeführt. ■

Erstes Symposium der Kreativwirtschaft mit neuem Förderprogramm
Das erste Österreichische Symposium der Kreativwirtschaft fand am 28. und 29. Oktober in Wien statt. „Du sollst dich bewegen!“ heißt das von der „arge creativ wirtschaft austria“ organisierte Treffen von Kreativen und Wirtschaftstreibenden aus allen Branchen, das im Museumsquartier und in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) stattfand. Wesentliches Thema war die Präsentation eines neuen Förderprogramms, des „ImpulsProgramms creativwirtschaft“, das 12 Mio. Euro Spezialförderung im Kreativbereich bringt. Wie Christoph Leitl, Präsident der WKÖ, erklärte, soll das Forschungs- und Innovationsprogramm vor allem „kleine und mittlere Unternehmen in Österreich, die kreativ sind, unterstützen“. In Österreich sind derzeit rund 20.000 Unternehmen mit 130.000 Beschäftigten im privatwirtschaftlichen Bereich der Kreativwirtschaft tätig und erwirtschaften einen Umsatz von rund 20 Mrd. Euro. Der globale Wettbewerb biete, so Leitl, Chancen für den Export von Kreativität. Als Beispiele nannte er den Motorradhersteller KTM, Swarovski, Riedel-Glas und Möbel „Made in Austria“. Während früher vor allem Schnittholz für die Möbelproduktion von Österreich nach Italien exportiert worden sei, würden zunehmend auch hochwertige österreichische Möbel nach Italien geliefert. Seit 1988 hätten sich die Exporte der in Österreich designten Möbel verfünffacht, von 310 Mio. Euro (1988) zu 1,5 Mrd. Euro (2003). Wie Kunst- und Medienstaatssekretär Franz Morak ausführte, gebe es für das Thema Kreativwirtschaft in den letzten Jahren erhöhte Aufmerksamkeit. Die Wirtschafts- und Kulturpolitik stehe vor neuen Aufgaben. Es gehe darum, die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen sicher zu stellen und die Kreativwirtschaft als wesentlichen Teil der Gesamtwirtschaft wahrzunehmen. Es müsse ein intensives Bündnis zwischen Wirtschaft und Kulturproduzenten angestrebt werden. In einer interdisziplinären Weise sollen Einsichten und Know-how aus den Geistes- und Kulturwissenschaften mit Kompetenzen aus Software Engineering, Medientechnologieentwicklung oder Materialwissenschaften verbunden werden.
Das auf die Zielgruppe Kreativwirtschaft fokussierte neue Förderprogramm konzentriert sich auf die österreichischen Stärken in den Branchen Multimedia, Musik und Design. Österreich soll als Kreativstandort mit einem klaren und wettbewerbsfähigen Profil weiter ausgebaut und international positioniert werden, um Export¬chancen nicht nur im erweiterten Europa, son¬dern bis nach Südostasien und Amerika wahr¬nehmen zu können. Neben Leitl und Morak nahmen an dem Symposium u.a. Wirtschaftsmi¬nister Martin Bartenstein, der deutsche Kreativ¬wirtschafts-Experte Michael Söndermann und der Vorsitzende des Rats für Forschung und Technologieentwicklung, Knut Consemüller, teil. ■

„Presse“-Gala: „Österreicher des Jahres“ für Spitzenleistungen
Andreas Unterberger, (vormaliger) Chefredakteur der Tageszeitung „ Die Presse“, konzipierte die Aktion „Austria’04“, die kürzlich im Wiener Museumsquartier die „Österreicher des Jahres“ kürte. Die „Presse“-Leser nominierten die Preisträger auf wirtschaftlichem, wissenschaftlichem und humanitärem Gebiet. Bei der von der Wirtschaft unterstützten und vom ORF übertragenen Gala wurde der „Österreichische Nobelpreis“ vergeben: an den Genforscher Josef Penninger, den Konfitüren-Unternehmer Hans Staud und an den in Moldova stationierten Jesuitenpater Georg Sporschill für sein Engagement um Rumäniens Straßenkinder. Das Preisgeld ging zu gleichen Teilen an weitere vier Persönlichkeiten: an Ute Bock (Asylwerber), Susanne Peter („Die Gruft“, ein Caritas-Betreuungszentrum in Wien), Martin Schenk (Armutskonferenz) und Leon Zelman (Jewish Welcome Service). Weitere bedeutende Persönlichkeiten standen zur Diskussion, z.B. die Transplantations-Chirurgin Hildegunde Piza, der Motorenentwickler Helmut O. List, der Sozialhistoriker Michael Mitterauer, die Linguistin Ruth Wodak und der Experimentalphysiker Anton Zeilinger. Sie alle seien beste Beispiele für Österreichs Standort in der Welt der Wissenschaft, wie Bundespräsident Heinz Fischer meinte. Unter seinem und Bundeskanzler Wolfgang Schüssels Ehrenschutz ging dieses bedeutende Ereignis über die Bühne. ■

Künstlerhaus: The New Ten – Neue Kunst aus den EU-Beitrittsländern
Bis 2. Jänner 2005 zeigt das Künstlerhaus Wien in Kooperation mit dem Museum Küppersmühle MKM, der Kunsthalle Mannheim und dem Museum voor Moderne Kunst Oostende junge und aktuelle Kunstpositionen von 20 Kunstschaffenden der mittleren und jüngeren Generation aus den 10 EU-Beitrittsländern Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn und Zypern. Gezeigt werden 50 ausgewählte Werke aus den Bereichen Installation und Skulptur, Film und Video sowie Malerei von Viktor Bernik (Slowenien), Trevor Borg, James Vella Clark (Malta), Famous Five (Lettland), Bohdan Hostinák (Slowakei), Karolis Jankus (Litauen), Katarzyna Józefowicz (Polen), Ivan Kafka (Tschechien), Matej Krén (Slowakei), Kristine Kursisa (Lettland), Antal Lakner (Ungarn), Maria Loizidou (Zypern), Petras Mazuras (Litauen), Kaido Ole (Estland), Jadwiga Sawicka (Polen), Ene-Liis Semper (Estland), Ágnes Szépfalvi (Ungarn), Theodoulos (Gregoriou) (Zypern), Katerina Vincourová (Tschechien) und Dusan Zidar (Slowenien). Die von Lorand Hegyi, Raminta Jurenaite und Evelyn Weiss kuratierte Ausstellung präsentiert Arbeiten aus den vergangenen drei Jahren und gibt einen aktuellen Einblick in die Vielfältigkeit der zeitgenössischen Kunst in den neuen EU-Ländern. Die Werke widmen sich keinem thematischen Schwerpunkt, sondern beleuchten in Alltagsthemen das gesellschaftspolitische Umfeld der Künstler. ■

Oleg Maisenberg erhält Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst
Bundeskanzler Wolfgang Schüssel zeichnete am 27. Oktober den Pianisten Univ. Prof. Oleg Maisenberg mit dem vom Bundespräsidenten verliehenen Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse aus. In seiner Laudatio nannte der Kanzler den Pianisten einen Künstler, „der nicht nur die Klänge zum Schwingen bringt, sondern auch die Seelen seines Publikums“. Weiters meinte er: „Oleg Maisenberg ist nicht nur ein Künstler, seine Biographie macht ihn auch zum Mahner für die Freiheit. (...) Nur wo Freiheit gegeben ist, blühen die Künste wirklich auf. Ich bin deshalb auch stolz darauf, dass Österreich ein internationaler Treffpunkt der Künste ist“.
1945 in Odessa geboren, erhielt Maisenberg seine musikalische Ausbildung u.a. am Gnessin Institut in Moskau. Von 1971 bis 1980 musizierte er regelmäßig mit bedeutenden sowjetischen Orchestern, z.B. dem Moskauer Philharmonikern. Nach seiner Emigration spielte er mit dem London Symphony Orchestra, dem Philadelphia Orchestra, den Berliner Philharmonikern oder dem Wiener Symphonikern. Seit 1998 ist er Professor an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. 1996 wurde ihm die Ehrenmitgliedschaft der Wiener Konzerthausgesellschaft verliehen. Zahlreiche Einspielungen, u.a. Schuberts „Wandererfantasie“, gelten als Referenzaufnahmen. Seine Zusammenarbeit mit Gidon Kremer ist legendär. Mit ihm und der Kremerata Baltica gibt der große Pianist am 24. November beim Festival Wien Modern ein Alfred Schnittke-Konzert. ■

Theatermuseum: Hans Moser
Bis 16. Jänner 2005 zeigt das Österreichische Theatermuseum in Wien die Ausstellung „Hans Moser“ über eine der größten österreichischen Filmikonen des 20. Jahrhunderts. Beleuchtet wird die volle künstlerische Bandbreite des Publikumslieblings, die nicht nur sein Kinowerk, sondern auch seine Theaterleistungen umfasst. Mit einer Fülle an Material wird gezeigt, dass Moser – neben der Klischeerolle vom grantelnden Dienstmann – auch andere Charaktere darzustellen wusste. Besser kennen lernen kann man Moser auch bei Führungen, die unter dem Titel „A Kaffeetscherl, die Herrschaften?“ angeboten werden: Bei Kaffee und Kuchen plaudert man über den Komödianten und bekommt zudem auf der Leinwand Johann Nestroys „Höllenangst“ zu sehen.
Das Film Archiv Austria bringt bis 12. Jänner im Wiener Metro Kino und bis 3. März 2005 im Bellaria Kino eine Retrospektive mit allen wesentlichen Filmen des Stars wie z.B. Erich Neubergs legendäre Verfilmung von Ödön von Horváths „Geschichten aus dem Wiener Wald“ mit Moser als Zauberkönig. ■

Bundespräsident Fischer und Bundeskanzler Schüssel ehren Österreichs Athleten von Athen
Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und Bundespräsident Heinz Fischer ehrten im Redoutensaal der Wiener Hofburg die erfolgreichsten Athleten Österreichs der Olympischen Sommerspiele und Paralympics 2004 in Athen. „Die Leistungen unserer Athleten waren exzellent und herausragend. Heute möchten wir uns bei Ihnen im Namen der Republik bedanken. Wir sind ein Land, dass zu großen Leistungen befähigt ist und große Sportlerinnen und Sportler hervorbringt“, betonte Schüssel. Der Bundeskanzler wies auch auf die gezielte Förderung durch die Bundesregierung hin. Standen 1999 für die Vorbereitungsarbeit für Sydney € 560.000 zur Verfügung, so waren es für Athen bereits € 1,7 Millionen. Die finanzielle Unterstützung für den österreichischen Behindertensport ist seit dem Jahr 2002 um 45% gestiegen. Das goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich erhielt: Dennis Wliszczak. Das Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich erhielten: Claudia Heill (Judo), Wolfgang Dabernig, René Gutdeutsch, Willibald Monschein und René Schwarz. Das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich erhielten: Kate Allen (Triathlon), Wolfgang Dubin, Christoph Etzlstorfer, Thomas Geierspichler, Andreas Geritzer (Segeln), Bil Marinkovic und Georg Tischler. Das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich erhielten: Andrea Scherney, Johann Mayrhofer, Wolfgang Eibeck, Stanislaw Fraczyk sowie Roman Hagara und Hans Peter Steinacher (Segeln) … alle Sportler ohne Hinweis auf die Sportart erhielten die Auszeichnung aufgrund großartiger Erfolge im Behindertensport. ■

Erster Bewegungskindergarten in St. Veit an der Glan eröffnet
Ausgehend von immer akuter werdenden Bewegungsproblemen in Österreichs Volksschulen hat man sich diesen Themas angenommen und den Versuch gestartet, mit der Einrichtung des ersten Bewegungskindergarten, dieser Entwicklung entgegen zu wirken. Zu diesem Zweck wurde im Kindergarten St. Veit an der Glan (Kärnten) ein Sportwissenschafter eingestellt, der alters- und kindgerechte Bewegungsprogramme sicherstellt und die Kleinsten unserer Gesellschaft Bewegung gezielt lehrt. Staatssekretär Schweitzer unterstützt dieses Projekt mit einer Gesamtförderung von € 98.000 aus dem Topf der Besonderen Bundessportförderung. „Kindgerechtes Turnen und Spaß an der Bewegung sind oft ausschlaggebend für eine lebenslange Begeisterung an Bewegung und Sport. Schaffen wir es, diese Freude und Begeisterung bei den Kindern zu wecken und Bewegungsdefizite erst gar nicht entstehen zu lassen, schaffen wir auch gesündere Menschen,“ so Schweitzer, der von der Nachhaltigkeit von Bewegungskindergärten überzeugen und die Daten mit Hilfe einer Vergleichsstudie darstellen will. Das Gesamtprojekt wird sozialwissenschaftlich evaluiert und herkömmlichen Kindergärten gegenübergestellt, was die Grundlage für ein österreichweites Modell und eine flächendeckende Umsetzung bilden soll. ■

„Fit für 50 plus“ am Nationalfeiertag
Anlässlich des Nationalfeiertages fand in Wien ein „Tag der offenen Tür“ in den Bundesministerien statt sowie die schon traditionelle Veranstaltung am Heldenplatz. Das Staatssekretariat für Sport bot mit dem Mobilitätsbus „Fit für 50 plus“ den zahlreichen Besuchern die Chance ihre Mobilität und Koordination zu testen. Das Interesse war außerordentlich groß. Unter dem Motto „Gesund und fit – mobil in allen Lebenslagen – mobil bis ins hohe Alter“ tourt der Bus durch Österreich. Ziel ist die Erhaltung und/oder Wiedererlangung der Bewegungssicherheit im täglichen Leben. Angeboten wurden gezielte Gleichgewichtsübungen, eine Messung der koordinativen Fähigkeiten sowie ein spezielles Wirbelsäulen-Screening, kompetent beraten durch Fachleute des Instituts für Sportwissenschaft. ■