Montag, 03. Dezember 2007
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Kanzler Gusenbauer: Lehrstellen im Bundesdienst steigend
In einer gemeinsamen Pressekonferenz präsentierten Bundeskanzler Alfred Gusenbauer und die Bundesministerin für Frauen, Medien und Öffentlichen Dienst, Doris Bures, eine Zwischenbilanz über die Ausbildungsoffensive des Bundes für Lehrlinge. Bures wies auf die deutliche Steigerung der Lehrstellen hin. Derzeit absolvieren insgesamt 1.084 Mädchen und Burschen eine Lehre beim Bund. Das entspricht fast einer Verdreifachung gegenüber 2004 und stellt seit 2002 einen absoluten Höchststand dar. Derzeit bietet der Bund jungen Menschen eine Ausbildung in insgesamt 50 verschiedenen Lehrberufen. Vorgenommen habe man sich, laut Bures, eine Erhöhung der Lehrlingszahl 2007/2008 um fünf Prozent. Seit dem Ministerratsbeschluss vom Mai 2007 konnte die Zahl der Lehrlinge im Bundesdienst aber bereits um 16 Prozent erhöht werden. Bei der Lehrlingsoffensive werde auch auf die Ausbildung von Mädchen in technischen Berufen großer Wert gelegt. So bilde der Bund nun auch vermehrt Elektrotechnikerinnen, Tischlerinnen, Maschinenbautechnikerinnen, Tapeziererinnen und Informationstechnikerinnen aus. Der Anteil weiblicher Lehrlinge liegt derzeit bei knappt über 60 Prozent. Während ihrer Ausbildungszeit erhalten alle Jugendlichen die Möglichkeit für Zusatzqualifikationen, die über das reguläre Angebot in den Berufsschulen hinausgehen. So können sie zum Beispiel den Europäischen Computerführerschein erwerben und Sprachkurse besuchen. Unterstützt werden die Lehrlinge auch auf ihrem Weg zur Berufsmatura. Im Rahmen der Lehrzeit können sie einzelne Prüfungen der Berufsreifeprüfung absolvieren, wobei der Bund die Kosten dafür übernimmt. Ein zusätzliches Qualifikationsangebot erhalten die Lehrlinge durch die Möglichkeit von Praktika in der Privatwirtschaft. Mit der integrativen Lehrlingsausbildung nimmt die Bundesregierung auch ihre soziale Verantwortung wahr. Dabei bekommen auch jene mit besonderem Förderbedarf und Lerndefiziten in einer verlängerten Lehrzeit die Chance auf einen Lehrabschluss beziehungsweise eine Teilqualifizierung.
Bundeskanzler Gusenbauer wies auf die insgesamt verbesserte Situation am österreichischen Lehrlingsmarkt hin. 2007 absolvierten 3.000 Mädchen und Burschen mehr eine Lehre als noch 2006. „Zufrieden bin ich erst dann, wenn die Ausbildungsgarantie für alle Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahr Realität geworden ist. Um das zu erreichen, führen wir Gespräche mit den Sozialpartnern“, so der Kanzler. Ausdrücklich wies er darauf hin, dass die Deckung des zukünftigen Facharbeiterbedarfs nur durch die Qualifikation heimischer Jugendlicher erreicht werden könne. Teil der Verhandlungen mit den Sozialpartnern sei auch eine Reform des so genannten "Blum-Bonus". Abschließend sprach sich Kanzler Gusenbauer für eine verstärkte Förderung von Ausbildungen im technisch-gewerblichen Bereich aus, Ministerin Bures für zusätzliche Förderungen jener Betriebe, die Mädchen in atypischen Berufen ausbilden. ■

Österreichische Beamte erhalten 2008 mehr Gehalt
Die österreichischen Beamtinnen und Beamten erhalten 2008 um 2,7 Prozent mehr Gehalt und eine Einmalzahlung von 175 Euro. Darauf einigten sich Regierung und Gewerkschaft am 1. Dezember. Die Erhöhung wird insgesamt 310 Millionen Euro kosten. Fritz Neugebauer, Vorsitzender der Beamtengewerkschaft, sprach von einem „sehr guten Ergebnis“, Beamtenministerin Doris Bures nannte den Abschluss „fair und leistbar“. Ursprünglich hatte die Ministerin eine Erhöhung um 2,3 Prozent angeboten, die Gewerkschaft 3,6 Prozent gefordert. Der Chef des Instituts für Höhere Studien, Bernhard Felderer, bezeichnete das Ergebnis als „vertretbar“, forderte aber generell mehr Sparsamkeit bei Gehalts- und Lohnverhandlungen. ■

Geburten werden gebührenfrei
Die Regierung hat vor kurzem die Gebührenbefreiung bei Geburten beschlossen. Demnächst entfallen künftig die Kosten für Geburtsurkunde, Staatsbürgerschaftsnachweis und Eintragung in den Reisepass der Eltern. Auch der administrative Aufwand soll verringert werden. Statt eines Behördenmarathons soll die Anmeldung eines Neugeborenen bei einer Behörde reichen. Kanzler Gusenbauer: „Wir wollen eine one-stop-shop Regelung einführen, sodass sich Eltern nach der Geburt eines Kindes nur noch an eine einzige Behörde wenden müssen. Den Rest erledigt dann die Administration für die Eltern“. ■

Kosovo-Verhandlungsergebnisse sollen in Wien präsentiert werden
Die letzte Verhandlungsrunde zwischen Kosovo-Albanern und der serbischen Staatsspitze scheiterte vor kurzem in Baden bei Wien. Belgrad will die von Priština geforderte Unabhängigkeit der seit 1999 unter UNO-Verwaltung stehenden Provinz nicht akzeptieren und bietet lediglich einen Autonomiestatus an. Der Abschlussbericht der Kosovo-Troika – Wolfgang Ischinger (EU), Frank Wisner (USA) und Alexander Bozan-Chahrtschenko (Russland) – soll am 9. Dezember in Wien der aus vier EU-Staaten sowie den USA und Russland bestehenden Kosovo-Kontaktgruppe präsentiert werden, ehe der UNO-Sicherheitsrat ab 19. Dezember darüber berät. Hier hat im Juli Russland gegen einen Anlauf zur Unabhängigkeit des Kosovo sein Veto eingelegt. Daraufhin wurde eine Troika gebildet, die in direkten Verhandlungen zwischen Belgrad und Priština einen weiteren Anlauf zur Lösung der Kosovo-Frage unternehmen sollte.
Zur Zukunft des Kosovo meinte Ursula Plassnik, Bundesministerin für europäische und internationale Angelegenheiten, unter anderem: „Sicherheit im Kosovo kann es letztlich nur geben, wenn sie für alle Menschen, die dort leben, gewährleistet ist. Teile der Bevölkerung des Kosovo abzuschotten und ihnen Grundrechte nicht zu garantieren, ist schlichtweg inakzeptabel. Die internationale Staatengemeinschaft kann zu einer sicheren Umgebung nur beitragen. Die Hauptverantwortung aber liegt bei der Regierung des Kosovo – unabhängig von ihrem Namen oder ihrer Zusammensetzung – und den Kosovaren selbst, die für ein Umfeld der Akzeptanz des Anderen und ein ungestörtes Leben der eigenen Identität sorgen müssen“. ■

PISA: Österreich im Mittelfeld
PISA, "Programme for International Student Assessment", ist ein großes Bildungsforschungsprogramm zur regelmäßigen und standardisierten Erfassung und zum internationalen Vergleich der Basiskompetenzen in Naturwissenschaft, Lesen und Mathematik von 15-/16-jährigen Schülerinnen und Schülern. Bei jeder Erhebung wird eine Kompetenz als "Hauptdomäne" sehr umfangreich getestet, in den anderen Bereichen werden zusammenfassende Leistungsprofile erhoben. Nach Lesen im Jahr 2000 und Mathematik im Jahr 2003 steht bei PISA 2006 die Naturwissenschaft-Kompetenz im Mittelpunkt des Interesses. PISA wird von der OECD durchgeführt. In Österreich wird die PISA-Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur (BMUKK) durchgeführt. Verantwortlich für die internationale Kooperation und nationale Abwicklung des Projekts in Österreich ist das Projektzentrum für Vergleichende Bildungsforschung (ZVB) an der Universität Salzburg.
Die Ergebnisse der PISA-Studie 2006 zeigen zu vorangegangenen Studien kaum Veränderungen für Österreich. Beim Lesen und in Mathematik erreichten die Schüler je einen Punkt weniger, konnten sich in der Rangliste aber leicht verbessern. Die Veränderungen sind aber statistisch wenig relevant.
Offiziell wird die PISA-Studie am 4. Dezember unter anderen von Bundesministerin Claudia Schmied in Wien präsentiert.
Laut neuer PISA-Studie erreichte den ersten Platz beim Lesen Südkorea, in der Mathematik Finnland. Inzwischen sind neue Vorwürfe gegen die Studie laut geworden: Nach einem Bericht des deutschen Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" haben in den USA, den Niederlanden und Slowenien Schülerinnen und Schüler Geld oder freie Tage für die Teilnahme an dem Test bekommen. ■

Ursula Plassnik zur Rotkreuz- und Rothalbmondkonferenz in Genf
Am 30. November wurde die 30. Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondkonferenz in Genf erfolgreich abgeschlossen. Wie Außenministerin Ursula Plassnik erklärte, sei angesichts vieler weltweiter Konflikte „die Stärkung des humanitären Völkerrechts eine unserer wichtigsten Aufgaben“. Von österreichischer Seite geht es unter anderem um die Verabschiedung und Umsetzung des Gesetzes über Streumunition, weiters der Ottawa-Konvention gegen Anti-Personenminen, um die Verbreitung des humanitären Völkerrechts unter Journalisten und Meinungsbildnern und die Integration junger Migrantinnen und Migranten durch Maßnahmen im Schulunterricht und durch Ermutigung zu freiwilligen Diensten wie dem Jugendrotkreuz. ■

Österreich möchte mit radikalen Innovationen Weltspitze werden
Für eine stärkere Konzentration auf „radikale“ Innovationen und eine „Optimierung des Forschungsförderungs-Portfolios“ hat sich Bundeskanzler Alfred Gusenbauer beim "Zukunftsdialog Innovation für Österreich" ausgesprochen. Künftig sollten Innovationsvorhaben mit riskanterem Charakter gefördert werden, speziell in den Themenbereichen Umwelt, Energie und Verkehr. Als problematisch bezeichnete er den Umstand, dass sich derzeit in Österreich sehr viele Akteure in der Forschungslandschaft Kompetenzen teilten. Ziel Österreichs müsse es sein, zur technologischen Weltspitze aufzuschließen. Dazu werde gemeinsam eine Innovationsstrategie entwickelt, in die alle wesentlichen Akteure eingebunden seien. Österreich müsse einen Strukturwandel in Richtung Hochtechnologie und wissensintensive Dienstleistungen schaffen. Zur Stärkung der Forschungsinfrastruktur plädierte der Kanzler für eine Fortsetzung der institutionellen Reformen an den Universitäten und den außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Gleichzeitig müssten die Humanressourcen gestärkt werden, unter anderem durch Maßnahmen zur Förderung von Chancengleichheit.
Vizekanzler und Finanzminister Wilhelm Molterer bezeichnete die Ausgangslage für Österreich als günstig. Die Wirtschaft wachse seit 2003 stärker als jene der Eurozone. Gleichzeitig müsse man aber sehen, dass sich andere Staaten, wie Finnland, bereits höhere Ziele setzten als jene, die Österreich gerade zu erreichen trachte. „Wenn wir Top Drei in Europa werden wollen, müssen wir die Spitze und nicht das Mittelmaß als Maßstab nehmen“, so Molterer.
Der ehemalige finnische Premier und Präsident des finnischen Innovationsfonds, Esko Aho, nannte als Gründe für den finnischen Erfolg unter anderem massive Investitionen in das Bildungssystem seit dem Zweiten Weltkrieg, die frühzeitige Liberalisierung von Märkten, etwa des Telekommunikationssektors in den 1980er Jahren, sowie den frühen Entschluss, massiv in Forschung und Entwicklung zu investieren. 1980 habe die finnische Forschungsquote erst 1 Prozent betragen, heute seien es rund 3,5 Prozent. Weiterer „Erfolgsfaktor“: Finnland habe die schwere Wirtschaftskrise Anfang der 90er Jahre gebraucht, um Ressourcen vom Agrar- etwa in den Industrie- und Wissenschaftsbereich zu verlagern. Trotz der Krise habe man damals die Forschungsquote steigern und Märkte für Risikokapital schaffen können.
Für Europa forderte Aho die Schaffung von Märkten für innovative Produkte und Dienstleistungen sowie ausreichende Ressourcen für Forschung und Entwicklung. Das Geld dafür sei vorhanden, in der laufenden EU-Finanzperiode seien rund 300 Milliarden Euro für Strukturfonds reserviert. Weiters müsse eine positive Einstellung zu Unternehmergeist und Risiko geschaffen werden. ■

EU-Bericht: Österreich liegt mit Beschäftigungsrate über 70 Prozent
In der EU ist die Beschäftigung 2006 so stark gestiegen wie seit 2000 nicht mehr. Nach einem Bericht der EU-Kommission verzeichnete die EU 2006 einen Zuwachs von 4 Millionen Beschäftigten. In Österreich gab es ein Plus von 1,6 Prozent, damit lag die Beschäftigungsrate bei 70,2 Prozent. Die EU strebt bis 2010 rund 70 Prozent als Ziel an. Über 70 Prozent liegen neben Österreich nur Dänemark (77,4 Prozent), die Niederlande (74,3 Prozent), Schweden (73,1 Prozent) und Großbritannien (71,5 Prozent). Im Durchschnitt aller 27 EU-Staaten ist die Beschäftigung 2006 auf 64,3 Prozent gestiegen. Österreich hat mit einem Frauenbeschäftigungsanteil von 63,5 Prozent ein weiteres EU-Ziel übertroffen. Bei der Beschäftigung Älterer liegt Österreich dagegen klar hinter dem EU-Ziel von 50 Prozent. 2006 waren 35,5 Prozent der älteren Menschen in Österreich beschäftigt. EU-weit waren es hingegen 43,5 Prozent. ■

„The Economist“ widmet sich einem „Special Report on Austria“
Seit mehr als 25 Jahren widmete das britische Finanzmagazin "The Economist" Österreich einen "special report". Das wirtschaftlich und sozial erfolgreiche Land hätte vor allem durch den Fall des Eisernen Vorhangs und vom EU-Beitritt profitiert. Die österreichischen Firmen hätten die Chancen in Osteuropa genutzt. Dies sei der Grund für das im EU-Durchschnitt höhere Wachstum gewesen. Positiv wirke sich auch eine Politik des Konsenses aus. Reformbedarf ortet das Blatt beim Infrastrukturausbau, beim mangelnden Wettbewerb, bei Dienstleistungen und im Bildungssystem. ■

Wien: Königin Silvia von Schweden eröffnet Schau über Josef Frank
Königin Silvia von Schweden und die Frau des österreichischen Bundespräsidenten, Margit Fischer, eröffneten am 21. November in Anwesenheit von zahlreichen Ehrengästen, wie Wiens Vizebürgermeisterin Renate Brauner und dem Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde, Ariel Muzicant, die Ausstellung "Josef Frank. Architekt und Outsider" im Museum auf dem Judenplatz. Der Direktor des Jüdischen Museums, Karl Albrecht-Weinberger würdigte Frank als einen der wichtigsten Architekten des 20. Jahrhunderts. Als Designer bei Svenskt Tenn in Schweden entwarf er einfach-klassische Möbel, die bis heute gültig sind. ■

Israel und Oberösterreich planen Kultur- und Wissenschaftstransfer
Israel und Oberösterreich planen einen regen Kultur- und Wissenschaftstransfer. Dies vereinbarten der israelische Minister für Wissenschaft und Sport, Galeb Majadle, und der oberösterreichische Landeshauptmann Josef Pühringer bei einem Treffen anlässlich der ORF-Friedenslichtreise in Jerusalem. Geplant sind unter anderem die Zusammenarbeit im Bereich der alternativen Energien, bei Mechatronik und Nanotechnik und eine Beteiligung an der Europäischen Kulturhauptstadt Linz 2009. Vor allem ist eine Zusammenarbeit der Linzer Johannes Kepler Universität und der oberösterreichischen Fachhochschulen beispielsweise mit dem renommierten Weizmann-Institut geplant. Auch die bisherige gemeinsame Arbeit in EU-Forschungsprojekten soll fortgesetzt werden. Die Kulturkontakte sollen intensiviert werden. Israel wurde an einer Mitgestaltung von Linz 09 eingeladen. Geplant ist unter anderem ab 2008 eine Ausstellung über oberösterreichische Kunst während der NS-Zeit in den Landesmuseen. ■

EURO 2008: Interessante Ausstellungen über Fußball
Auch wenn die österreichische Fußball-Nationalmannschaft in der Weltrangliste am bisher schlechtesten Platz aufscheint, genießt der Sport in Österreich nach wie vor große Popularität. Auf die EURO 2008, die Fußball-Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz, kann man sich schon ab Frühjahr 2008 durch mehrere Ausstellungen in Stimmung bringen. Im Zentrum steht die "herz.rasen"-Schau im Wiener Künstlerhaus, die das Technische Museum im Auftrag der Image-Plattform „2008 – Österreich am Ball“ umsetzt. Ab 4. April wird sich die interaktive Ausstellung dezidiert der Faszination des Fußballs widmen. Gerechnet wird mit rund 100.000 Besuchern. Spannend dürfte die vom Wien Museum gestaltete Ausstellung „Hohe Warte, Hütteldorf, Simmering – Orte des Wiener Fußballs“ werden, die sich ab 24. April 2008 den spielerisch glorreichen und sozial schwierigen 30er Jahren in Wien widmet. Die Schau möchte Fußballgeschichte als Stadtgeschichte erzählen und eine soziale Topographie der Fußballkultur zeichnen – von den Anfängen im Prater und in Heiligenstadt über „Gstettn“ (ruppige Vorstadtwiesen) zwischen Fabriken und Arbeitersiedlungen bis zum heutigen Kicken in den „Käfigen“. Gleichfalls den 30er Jahren mit Blickrichtung auf das legendäre österreichische Fußball-Team mit seinem Genie Matthias Sindelar nähert sich eine Schau mit zahlreichen Fotos und schriftlichen Dokumenten in der Wiener Stadt- und Landesbibliothek an. Im ZOOM-Kindermuseum im Wiener Museumsquartier (MQ) dreht sich ab dem 4. März 2008 unter dem Titel „Ballgeschichten – Fallgeschichten“ alles um den Ball als physikalisches und philosophisches Phänomen. Bei dieser Mitmach-Ausstellung für Kinder ab drei Jahren kann nicht nur der historische Weg des Balls von der Tierblase zum High-Tech-Ball nachvollzogen werden. Auch über die Gesetzmäßigkeiten des Falls, die Regeln des Spiels und über berühmte Fußballhelden erfährt man einiges.
Im Linzer Schlossmuseum wird am 29. April 2008 die Ausstellung „fußballKultur – Geschichte und Gegenwart eines Sports“ eröffnet. Die originelle, interaktive Ausstellung soll aus „Zeichnungen, Karikaturen, Literatur und Gedichten von Friedrich Torberg, Bert Brecht und Peter Handke“ bestehen. Dabei soll die Fußballgeschichte in allen Ausformungen aufgerollt werden bis hin zur ihrer Entwicklung zum globalisierten Massenphänomen. Das Museum Moderner Kunst Kärnten im öffentlichen Raum wird sich künstlerisch mit Fußball auseinandersetzen. Die Klagenfurter Innenstadt wird als überdimensionales Fußballfeld arrangiert.
Auch in der Schweiz, dem Europameister von 1924, ist eine Wanderausstellung geplant. ■

Bundeskanzler Alfred Gusenbauer startete seinen Videopodcast
Das Bundeskanzleramt (BKA) hat sich zum Ziel gesetzt, bestmögliche Internet-Zugänglichkeit zu gewährleisten. Das neue Angebot ist daher barrierefrei. Der Videopodcast des BKA bietet ein- und ausschaltbare Untertitel und ist zudem auch in der Österreichischen Gebärdensprache (ÖGS) abrufbar. Nun wurde das BKA-Webangebot um ein neues Service ausgebaut: den Videopodcast von Bundeskanzler Alfred Gusenbauer – eine Videobotschaft, in der der Kanzler sich zu aktuellen Themen äußert. Aktualisiert soll „anlassbezogen“ werden, durchschnittlich alle zwei Wochen. In seiner ersten Podcast-Rede stellt der Kanzler seine Überlegungen zu einer „langfristigen Innovationsstrategie für Österreich“ vor.
Der österreichische Bundeskanzler ist nicht der erste Regierungschef, der diesen Kommunikationsweg wählt. Die deutsche Bundeskanzlerin präsentiert sich seit Juni 2006 wöchentlich im Videopodcast „Angela Merkel – die Kanzlerin direkt“. Ihr erstes Podcast-Video brachte es auf rund 55.000 Abrufe. ■

MUSA: Bundespräsident Fischer besucht Fotoschau Harry Webers
Bundespräsident Heinz Fischer besuchte vor kurzem in Anwesenheit von Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny und von Marianne Weber das Museum auf Abruf (MUSA), um die derzeit laufende Ausstellung „Das Wien-Projekt“ des überragenden österreichischen Fotokünstlers Harry Weber (1921-2007) zu würdigen. Fischer war mit Weber befreundet und schätzte dessen Fotokunst. Erst im hohen Alter erhielt Harry Weber, dessen Bilder vom ungarischen Volksaufstand 1956 berühmt wurden, von der Stadt Wien die Möglichkeit, sich ohne Vorgaben einem Thema widmen zu können. 2003 hatte er begonnen, mit einer Digitalkamera seine ihm nicht immer wohl gesonnene Heimatstadt Wien neu zu erschließen. Bis 2007 entstanden rund 30.000 Aufnahmen, eine faszinierende Auswahl von 200 Fotos wird noch bis 16. Februar 2008 im MUSA gezeigt. Diese Arbeiten nannte Weber „Randbilder“. Ihnen galt seine erhöhte Aufmerksamkeit, offenbarte sich in ihnen doch oftmals die eigentliche Bedeutung eines Geschehens oder der Charakter einer Person. ■

Urania: Erschütternder Film über Kindertransport aus Wien 1938
Fast 10.000 jüdische Kinder aus Österreich, Deutschland, Polen und der Tschechoslowakei wurden zwischen Dezember 1938 und August 1939 mit dem sogenannten „Kindertransport“ nach England gebracht, um sie vor der Verfolgung durch das NS-Regime zu retten. Deborah Oppenheimer, die Produzentin und Regisseurin des Films und Tochter eines der „Kinder“, begann nach dem Tod ihrer Mutter, Material (Fotografien, Briefe, Tagebücher, Interviews und dergleichen) für ihren Dokumentarstreifen "In eine Fremde Welt – Der Film" zu sammeln. Er zeigt sehr einfühlsam, wie einige dieser „Kinder“ überlebt haben – mit ihren Erinnerungen an früher, ihrem Leben in England, ihrer Suche nach den Angehörigen. Oft waren sie die einzigen Überlebenden, nur wenige fanden ihre Eltern nach dem Zweiten Weltkrieg wieder. Der erschütternde Film, mit einem Oscar im Jahr 2000 für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet, wurde mit Unterstützung des Nationalfonds der Republik Österreich, des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur und des Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten, des Österreichischen Freundeskreises von Givat Haviva in Kooperation mit den Wiener Vorlesungen und der Tageszeitung „Die Presse“ realisiert.
Deborah Oppenheimer und die eingeladenen „Kinder“, unter anderem Berta Leverton, die im Film ihre Geschichte erzählt, werden nach den Vorführungen am 11. und 12. Dezember um 19 Uhr in der Wiener Urania anwesend sein und stehen für Fragen bereit. ■

Das Filmarchiv Austria ehrt Peter Handke, Wim Wenders, Erika Pluhar
Das Filmarchiv Austria bietet für Cineasten demnächst Leckerbissen. Peter Handke, der am 6. Dezember seinen 65. Geburtstag feiert, wird bis 7. Jänner 2008 mit dem Schwerpunkt „Sehstärke: Peter Handke und das Kino“ geehrt. Zu bestaunen sind rare Filme wie „Die Angst des Tormanns beim Elfmeter“ (Regie: Wim Wenders) nach Handkes gleichnamiger Erzählung; Helmut Lohner liest „Wunschloses Unglück“ (Regie: Wolfgang Glück), „Falsche Bewegung“ (Regie: Wenders, Buch: Handke), „Der kurze Brief zum langen Abschied (Regie: Herbert Vesely), „Die Linkshändige Frau“ (Regie: Handke), „Das Mal des Todes“ (Regie: Handke), „Der Himmel über Berlin“ (Regie: Wenders, Buch: unter anderen Handke) und „Die Abwesenheit“ (Regie: Handke).
Ein zweiter Schwerpunkt des Filmarchivs von 1. Dezember 2007 bis 7. Jänner 2008 lautet „Wim Wenders. Filme 1968 bis 1987“. Zu sehen sind Meisterwerke des deutschen Regisseurs wie „{en]Summer in the City[/en]“, „Der scharlachrote Buchstabe“, „Alice in den Städten“, „Im Lauf der Zeit“, „Der amerikanische Freund“ und „Paris, Texas“.
Von 13. Dezember 2007 bis gleichfalls 7. Jänner 2008 werden einzigartige, heute schon oft vergessene Filme mit der Wiener Schauspielikone Erika Pluhar gezeigt – so etwa „Die Möwe“ (Regie: Wolfgang Glück), „Moos auf den Steinen“ (Regie: Georg Lhotzky), „Bel Ami“ (Regie: Helmut Käutner), „Reigen“ (Regie: Otto Schenk), „Der Schwierige“ (Regie: Stanislav Barabas), „Die Brüder“ (Regie: Wolfgang Krenn), „Rosalinas Haus“ (Regie/Buch: Erika Pluhar) und „Mrs. Klein“ (Regie: Ingemo Engström). ■

Österreichische Nationalbibliothek: Antike Straßenkarte ist Weltkulturerbe
Die "Tabula Peutingeriana", die einzig erhaltene Straßenkarte für das Verkehrsnetz des Römischen Reiches der Spätantike, ist eines der wertvollsten Objekte der Handschriftensammlung der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB). Die fast sieben Meter lange, aber nur etwa 34 cm breite Karte wurde nun in die UNESCO-Liste des Weltdokumentenerbes aufgenommen. Am 26. November wurde sie deshalb von ÖNB-Generaldirektorin Johanna Rachinger bei einem Festakt einer ausgewählten Öffentlichkeit präsentiert. Die Tafel, die im 12. oder 13. Jahrhundert als Kopie eines spätantiken Originals angefertigt wurde, ist nach ihrem ehemaligen Besitzer, dem Augsburger Ratsschreiber Konrad Peutinger benannt, dessen Familie die Tabula bis 1714 besaß. Dann gelangte sie in den Buchhandel, bis Prinz Eugen die Rarität im Jahre 1720 um 100 Dukaten erwarb und sie nach seinem Tod der Kaiserlichen Hofbibliothek vermachte. Die Tabula bildet „die gesamte zivilisierte Welt“ des 4. und 5. Jahrhunderts ab, wie Rachinger erläuterte. Von Spanien bis Indien, von Britannien bis Nordafrika. Die gewohnte nördliche Ausrichtung von Landkarten ist bei der Tabula gegen eine überwiegend östliche eingetauscht – anders wäre das Zusammenpferchen auf 34 cm Breite wohl nicht möglich gewesen. Das Mittelmeer erscheint als schmaler Wasserstreifen. Rom – wie könnte es anders sein – liegt in der Mitte. Mit der schematischen Darstellung der wichtigsten Verkehrswege ergänzte die Karte die schriftlichen Wegbeschreibungen, an denen sich Reisende orientierten. Etwa 4.000 Orte, von denen heute nicht einmal die Hälfte rekonstruiert werden kann, sind verzeichnet. Christliche Pilgerorte nehmen auf der Tabula keinen besonderen Stellenwert ein. Der mittelalterliche Kopist des Originals strebte wohl eine tatsächliche historische Wiedergabe an und keine christianisierenden Ziele.
Nur zum Festakt wurde die Tabula einmalig in der ÖNB ausgestellt, zu empfindlich ist sie gegenüber dem Tageslicht. Eine neue Faksimile-Ausgabe ist geplant.
Mit der Aufnahme der Tabula in die UNESCO-Liste des Weltdokumentenerbes durch das "Memory of the World"-Programm hat Österreich bereits zehn Eintragungen zu verzeichnen und steht so gemeinsam mit Deutschland an der Spitze der 59 vertretenen Staaten. ■

Staatssekretärin Marek verleiht Staatspreis für Public Relations
„Professionelle Öffentlichkeitsarbeit ist für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen unverzichtbar und der Schlüssel zum Erfolg auf nationalen und internationalen Märkten“, erklärte Staatssekretärin Christine Marek am 28. November bei der Verleihung des Public Relations (PR)-Staatspreises 2007 im Wiener Museumsquartier (MQ). Die Auszeichnung ging an SPAR Österreich und alphaaffairs für den SPAR Schulwettbewerb: „Check deinen Snack mit Jack the Snack“. Weiters wurden fünf Projekte als „für den Staatspreis nominiert“ ausgezeichnet – so die „Impuls-Offensive 2007 des Arbeitsmarkservice Österreich“, „BAUfair gegen Schattenwirtschaft“, „Leserunde – Bücher verbinden Generationen“, „A Simple Switch! Österreich schaltet um. Von der Glühlampe zur Energiesparlampe“ und „Berührpunkt – Jugend ohne Netz“, zustande gekommen von der Ständigen Kommission der Kinder- und Jugendanwaltschaften Österreichs und currycom communications GmbH. Der PR-Staatspreis wird seit 1984 jährlich vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit vergeben. ■

EURO 2008: Jede Gruppe bietet faszinierende Fußball-Matches
Die UEFA EURO 2008 (7. bis 29. Juni) hat mit der Gruppenauslosung in Luzern ihr sportliches Gesicht. Die österreichische Fußball-Nationalmannschaft trifft bei der Europameisterschafts-Endrunde im eigenen Land in Gruppe B auf Kroatien, Polen und Deutschland. Das ÖFB-Team bestreitet sein Auftaktspiel am 8. Juni 2008 gegen Kroatien, danach geht es am 12. Juni gegen Polen und schließlich am 16. Juni gegen den favorisierten Weltmeisterschafts-Dritten Deutschland.
Im Eröffnungsspiel bekommt es Co-Gastgeber Schweiz in Gruppe A am 7. Juni in Basel mit Tschechien zu tun. Weitere Gruppengegner der Schweizer sind die Türkei und Portugal.
Die schwerste Gruppe dürfte Pool C sein, in dem die beiden Weltmeisterschafts-Finalisten Italien und Frankreich, die Niederlande und Rumänien aufeinander treffen.
In die Gruppe D, die in Salzburg und Innsbruck gespielt wird, wurden Titelverteidiger Griechenland, Schweden, Spanien und Russland gelost. Die Griechen bestreiten alle drei Vorrunden-Spiele in Salzburg. ■

Österreich war beim „Final Draw“ in Luzern am Ball
Bundeskanzler Alfred Gusenbauer, Innenminister Günther Platter und Sportstaatssekretär Reinhold Lopatka bildeten die Delegation der Österreichischen Bundesregierung bei der Auslosung der vier Vorrunden-Gruppen für die UEFA EURO 2008TM in Luzern.
Weiters waren hochrangige Delegationen des Österreichischen Fußball-Bundes (ÖFB), angeführt von ÖFB-Präsident Friedrich Stickler, ÖFB-Teamchef Josef Hickersberger und ÖFB-EURO-Botschafter Andreas Herzog sowie Delegationen der Austragungsstädte Wien, Klagenfurt, Salzburg und Innsbruck, der jeweiligen Bundesländer und „2008 - Österreich am Ball“-Koordinator Heinz Palme anwesend.
Im Vorfeld der Auslosung der Gruppenspiele im Kongress- und Kulturzentrum Luzern traf die Regierungsdelegation mit dem Schweizer Bundesrat Samuel Schmid zu einem Arbeitsfrühstück zusammen. Inhalt waren aktuelle gemeinsame Themen im Rahmen der Vorbereitungen auf die EURO 2008. ■

"SPORT:DIALOG" – Botschafter der EURO 2008
192 Tage vor Beginn der UEFA EURO 2008 und 4 Tage vor der Auslosung der vier Vorrunden-Gruppen in Luzern hat das Staatssekretariat für Sport alle 16 EURO-Teilnehmerländer an einen Tisch gebracht. Bei der Informationsveranstaltung "SPORT:DIALOG" für die Botschafter der EURO-Teilnehmerländer gab es großes Interesse seitens der diplomatischen Vertreter für den Stand der Vorbereitungen. Aus erster Hand wurden die Exzellenzen von UEFA-Turnierdirektor Christian Schmölzer, von Vertretern aus Wirtschaft und Tourismus (Petra Stolba, Österreich Werbung, René Siegl, Geschäftsführer der Austrian Business Agency, und Ingrid Krenn-Ditz, EURO-Projektleiterin der Wirtschaftskammer Österreich) und den Ministerien informiert. Als wichtige Information für die Botschafter konnten Außen- und Innenministerium die Einigung über Erleichterungen der Visa-Vergabe während der EURO präsentieren. Es wird gemeinsam mit der Schweiz ein gemeinsames „EURO Visum“ geben. Auf Wunsch mehrerer Botschafter wird es weitere EURO-Informationstreffen geben. ■

Hohe Ehrung für Nachwuchsfußballtrainer Paul Gludovatz
Die Awards bei der "Cristall-Gala 2007" gingen an Vorbilder, die Herz, Hirn und Seele des Sports verkörpern. Paul Gludovatz hatte im Sommer das U20-ÖFB-Nationalteam auf Platz 4 der WM in Kanada geführt und wurde als der erfolgreichste ÖFB-Nachwuchstrainer ausgezeichnet. Top-Sportverein des Jahres 2007 wurden die aon hotVolleys, bestes Frauen-Projekt wurde der Frauenlauf und dessen Organisatorin Ilse Dippmann. Top-Funktionäre wurden Sonja Spendelhofer (Leichtathletik) und Karl Wurm (American Football). Sportbotschafter des Jahres wurde Fernsehmoderator Armin Assinger. ■