Montag, 06. November 2006

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Nationalrat: Angelobung der neuen Abgeordneten

Der neu gewählte Nationalrat ist am 30. Oktober zu seiner konstituierenden Sitzung zusammengetreten und eröffnete damit die XXIII. Gesetzgebungsperiode. In Anwesenheit von Bundespräsident Heinz Fischer gelobten die 183 Abgeordneten ihre Treue auf die Verfassung.
Nach der Verabschiedung des bisherigen Nationalratspräsidenten Andreas Khol (ÖVP) erfolgte die Wahl der neuen Nationalratspräsidenten Barbara Prammer (SPÖ; Nationalratspräsidentin), Michael Spindelegger (ÖVP; Zweiter Nationalratspräsident) und Eva Glawischnig (Grüne; Dritte Nationalratspräsidentin). Mit SPÖ-Frauenchefin Prammer steht erstmals eine Frau an der Spitze des Parlaments. Bisher hatte Prammer das Amt der Zweiten Nationalratspräsidentin inne. Glawischnig ist die erste Vertreterin der Grünen in der Präsidiale.
In ihrer Antrittsrede würdigte Prammer die konstruktive, auf Konsens bedachte Arbeitsweise ihres Vorgängers Khol und versprach den Weg der Öffnung des Parlaments weiter fortzusetzen.
Im neuen Nationalrat verfügt die SPÖ (Sozialdemokratische Partei Österreichs) über 68 Abgeordnete, gefolgt von der ÖVP (Österreichische Volkspartei) mit 66; Grüne (Die Grünen) und FPÖ (Freiheitliche Partei Österreichs) haben jeweils 21, das BZÖ (Bündnis Zukunft Österreich) 7 Mandatare.
Beschlossen wurden von SPÖ, Grünen und FPÖ im ersten Plenum Untersuchungsausschüsse zu den Themen Eurofighter und Bankenaffären (Stichworte: BAWAG, Hypo Alpe-Adria, Finanzmarktaufsicht). ■

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Koalitionsverhandlungen zwischen SPÖ und ÖVP ausgesetzt

Man werde die Koalitionsverhandlungen mit der SPÖ erst nach Abschluss der parlamentarischen Untersuchungsausschüsse zu Eurofightern und Banken-Affären wieder aufnehmen, gaben ÖVP-Parteiobmann Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und der Geschäftsführende Klubchef Wilhelm Molterer in einer Pressekonferenz am 5. November bekannt. Dies könnte nach Ansicht der ÖVP bis Weihnachten möglich sein. Danach könnten die inhaltlichen Verhandlungen mit der SPÖ in drei Wochen beendet werden, so Schüssel. ■

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Arbeitsmarkt: Rekord bei Beschäftigungsaufnahmen

Bei der Wiedereingliederung von Jobsuchenden in den Arbeitsmarkt wird laut Arbeitsmarktservice (AMS) ein weiterer Rekord verzeichnet. Von Jänner bis September 2006 fanden insgesamt 402.408 Arbeitssuchende mit AMS-Unterstützung wieder einen neuen Arbeitsplatz. Das bedeute eine Steigerung um 16.201 Personen bzw. 4,2 % gegenüber dem Vorjahr, berichtete das AMS am 24. Oktober.
Im 10-Jahresvergleich konnten die Beschäftigungsaufnahmen um rund 67.400 Personen bzw. 20 % gesteigert werden. Gründe für diese positive Entwicklung seien die hohe Dynamik am Arbeitsmarkt und das signifikant erhöhte Stellen- und Qualifizierungsangebot des AMS, so AMS-Vorstand Johannes Kopf. 70 % der Jobsuchenden, die an Qualifizierungsmaßnahmen teilnähmen, würden spätestens sechs Monate nach Ende der Schulung wieder eine Beschäftigung finden, betonte Kopf.
Die Zahl der Arbeitslosen ist in Österreich weiter rückläufig, gleichzeitig steigt jedoch die Zahl der Personen ohne Arbeit in Schulungen. Im Oktober hatten insgesamt 277.561 Betroffene keinen Job, davon befanden sich 214.606 in Arbeitslosigkeit – knapp 23.000 weniger als im Oktober 2005 – und 62.955 in Schulungen – um knapp 10.000 mehr als im Jahr zuvor. Die Jugendarbeitslosigkeit hat im Oktober 2006 gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres um 12,5 % (minus 5.321) auf 37.199 abgenommen.
Für Bundeskanzler Wolfgang Schüssel beweist „das deutliche Sinken der Arbeitslosigkeit den richtigen Kurs der Regierungsarbeit“. Arbeitsminister Martin Bartenstein sieht erneut eine „Trendwende am Arbeitsmarkt“. ■

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Österreichs Bischöfe bereiten Papstbesuch vor

Die Österreichische Bischofskonferenz tritt am 6. November zu ihrer Herbstsession zusammen. Zentrales Thema ist der Papstbesuch zum 850-Jahr-Jubiläum Mariazell im September 2007. Erörtert wird zudem die aktuelle gesellschaftliche und kirchliche Situation in Österreich. Zum Auftakt findet ein Studientag zum Thema Islam statt. Am 8. November gibt es einen Empfang bei Bundespräsident Heinz Fischer. ■

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Bundespräsident Heinz Fischer bei Dreier-Treffen am Bodensee

Bundespräsident Heinz Fischer trifft am 6. November mit seinen Amtskollegen aus Deutschland und der Schweiz, Horst Köhler und Moritz Leuenberger, zum traditionellen Dreier-Gipfel im deutschen Meersburg am Bodensee zusammen.
An der Begegnung nimmt auch Erbprinz Alois von Liechtenstein teil. Erörtert werden EU-Fragen und die aktuelle politische Lage.
Ein wichtiges Thema wird auch der demographische Wandel in den deutschsprachigen Ländern sein, wobei der Umbau der Sozialsysteme, Familienpolitik und die Ausländer- bzw. Integrationspolitik zur Debatte stehen. ■

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Gründung des Internationalen Gewerkschaftsbundes in Wien

In Anwesenheit von Bundespräsident Heinz Fischer ist am 31. Oktober im Wiener Messezentrum der Internationale Gewerkschaftsbund gegründet worden (IGB). Dabei fusionierten der sozialdemokratische Internationale Bund Freier Gewerkschaften (IBFG) und der christlich orientierte Weltverband der Arbeitnehmer (WVA) zu einer gemeinsamen Organisation, nachdem beide Gewerkschaften zuvor ihre Selbstauflösung vollzogen hatten. An der Gründungsfeier nahmen rund 1.600 Delegierte aus 160 Nationen teil.
Noch nie habe es in der „Geschichte der Gewerkschaftsbewegung eine so große Versammlung gegeben“, betonte der frühere Generalsekretär des Europäischen Gewerkschaftsbundes (EGB), Emilio Gabaglio, der bei der Neugründung federführend war. Bisher sei die Gewerkschaftsbewegung von Spaltung geprägt gewesen, nun könne man ein neues Kapitel aufschlagen, sagte Gabaglio.
Bundespräsident Fischer begrüßte in seiner Eröffnungsrede den Einsatz des IGB für den Frieden und bekannte sich als „überzeugter Anhänger der Gewerkschaftsidee“. Diese sei ein „wichtiger, unverzichtbarer Bestandteil einer demokratischen Gesellschaft“. Nun gelte es, nach diesem historischen Zusammenschluss „Verbündete zu suchen“, so Fischer.
Rudolf Hundstorfer, Präsident des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) mahnte die Gewerkschaftsbewegung, sich nicht zur Ruhe zu setzen. Er unterstrich auch, dass die Zusammenarbeit von Christ- und Sozialdemokraten in Österreich bereits gepflogen werde.
Zum IGB-Generalsekretär wurde in Wien Guy Ryder gewählt. Der Sitz des IGB ist in Brüssel. ■

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Plassnik: Wien Angelpunkt in internationaler Sicherheitsarchitektur

Außenministerin Ursula Plassnik begrüßte den Beschluss der UNO-Generalversammlung vom 31. Oktober, Wien als Austragungsort für die nächste Vorbereitungskonferenz für die Überprüfung des Atomsperrvertrages (NPT) zu wählen. Die Vorbereitungskonferenz wird vom 30. April bis 11. Mai 2007 tagen.
Plassnik sprach laut Aussendung am 1. November von einer „weiteren Anerkennung für die Bedeutung der IAEO (Internationale Atomenergiebehörde) und einer Auszeichnung für Wien als Austragungsort wichtiger internationaler Treffen“. Wien festige damit seine Rolle als Zentrum der nuklearen Abrüstung und als wichtiger Angelpunkt in der internationalen Sicherheitsstruktur“, betonte Plassnik. ■

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Bundespräsident Fischer: Islam hat festen Platz in Österreich

Bundespräsident Heinz Fischer hat bei einem Empfang des Vorsitzenden der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Anas Shakfeh, am 24. Oktober zum Ende des Ramadan hervorgehoben, dass der Islam seit 1912 seinen festen Platz in Österreich habe. Heikle Situationen in jüngster Zeit seien durch die Bereitschaft zum Dialog bereinigt worden. Die Antwort auf Dissens könne deshalb grundsätzlich nur der Dialog sein, so Fischer. Das Staatsoberhaupt verwies auf die gute Zusammenarbeit von Bundespräsident, Regierung und Behörden mit der Islamischen Glaubensgemeinschaft.
Shakfeh wandte sich gegen jede Form von Extremismus und unterstrich das Motto „Integration durch Partizipation“. Der Islam sei eine vernünftige Religion. Er distanziere sich von jedem, der die Grundlagen des Staates ablehne. Wer immer dies tue, grenze sich selbst aus. Die Islamische Glaubensgemeinschaft sei mit dem Rechtsstaat in Österreich „voll und ganz einverstanden“, sagte Shakfeh. ■

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Österreicher bleiben Sparbuch-Weltmeister

Die Österreicher sind weiterhin Sparbuch-Weltmeister, zugleich aber auch keine „Aktien-Muffel“ mehr. Diese scheinbar widersprüchlichen Aspekte sind die Kernaussage einer Untersuchung zum aktuellen Sparverhalten der Österreicher, die die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) am 24. Oktober in Wien präsentiert hat.
Im ersten Halbjahr 2006 wuchs das Geldvermögen der Österreicher um rund 11 Mrd. Euro und betrug zur Jahresmitte 367 Mrd. Euro. Das entspricht dem 2,5-Fachen des verfügbaren Einkommens und ist um rund 6 % mehr als im Jahr davor. Abzüglich der Verschuldung aus Krediten in Höhe von 135 Mrd. Euro ergibt sich daraus ein Nettogeldvermögen von 232 Mrd. Euro. Fast ein Drittel des gesamten Geldvermögens der österreichischen Privathaushalte – 132 Mrd. Euro – liegen auf 23 Mio. Sparbüchern. Das seien um 70 % mehr als vor zehn Jahren, betonte OeNB-Direktor Peter Zöllner.
Unangefochten auf Platz 1 rangiert bei Anlegern das Sparbuch. Rund die Hälfte des privaten Vermögens ist hierzulande auf Sparbüchern angelegt, was laut Nationalbank Weltrekord bedeutet. 85 % der Haushalte verfügen über zumindest ein Sparbuch. Ein solides Fünftel (21 %) des Vermögens entfällt auf Vorsorgeprodukte (Versicherungen, Pensionskassen), die restlichen 28 % sind in Wertpapieren angelegt – darunter 6 % börsenotierte Aktien, 11 % Investmentzertifikate, 8 % verzinsliche Wertpapiere.
Trotz großer Sparneigung der Österreicher steige auch der Zulauf zu Aktien. „Immer mehr Menschen sehen, dass eine Veranlagung in Aktien längerfristig mehr Ertrag bringt“, so Zöllner. Im internationalen Vergleich befinde sich Österreich auf dem Weg zur „Normalisierung“. ■

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Martin Bartenstein: Österreich für raschen WTO-Beitritt Russlands

Österreich unterstütze den Beitritt Russlands zur WTO möglichst schon 2007, weil beide Seiten davon profitieren und insbesondere auch die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Russland und der Europäischen Union weiter verbessert würden, sagte Wirtschaftsminister Martin Bartenstein am 27. Oktober bei der 10. Tagung der Österreichisch-Russischen Gemischten Kommission für Handel und wirtschaftliche Zusammenarbeit in Kaluga (Russland).
Bartenstein verwies auf die Bedeutung Russlands als Energiepartner der EU und forderte Russland auf, die Energiecharta zu ratifizieren. Wenn es Zugang für europäische Unternehmen zu den russischen Gaspipelines und Gasfeldern gebe, würde die EU auch weitere Investitionen wie etwa der russischen Gazprom begrüßen. Es gehe um faire Bedingungen auf beiden Seiten, so Bartenstein.
Erörtert wurde auch Bilaterales. Russland hat sich in den vergangenen Jahren zu einem bedeutenden Wirtschaftspartner für Österreich entwickelt. Die heimischen Exporte nach Russland stiegen 2005 um 22,4 % auf einen Rekordwert von 1,7 Mrd. Euro. Die Importe aus Russland legten um 61,2 % zu und erreichten mit 2,26 Mrd. Euro ebenfalls eine neue Höchstmarke. ■

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Post kauft deutsches Logistikunternehmen trans-o-flex

Die Österreichische Post AG kauft das deutsche Logistikunternehmen trans-o-flex. Der Deal ist am 30. Oktober endgültig fixiert worden. Post-Generaldirektor Anton Wais sprach vor Journalisten von einem „riesigen Hammer“. Das seit heuer an der Börse notierte Unternehmen will nun seine Wachstumsstrategie grundlegend ändern. Künftig werde die Post AG nicht nur wie bisher in Südosteuropa, sondern in Gesamteuropa ein Netz aufbauen, so Wais.
Der Unternehmenswert der trans-o-flex wird mit 225 Mio. Euro beziffert. Der in zwei Tranchen von jeweils 74,9% bzw. 25,1 % vorgesehene Kauf soll bis Mai 2009 abgeschlossen sein. trans-o-flex sichert Österreich eines der wenigen flächendeckenden Logistiknetze in Deutschland für Geschäftspakete und Paletten und ist deutscher Marktführer beim Transport von Medikamenten und Laborprodukten. ■

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Deutschland: Österreicher „Unternehmer des Jahres“

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Lufthansa AG, der Österreicher Wolfgang Mayrhuber (59), wurde am 2. November in Berlin als „Unternehmer des Jahres“ ausgezeichnet und damit für seine Verdienste um die deutsche Wirtschaft gewürdigt. ■

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Mozartjahr Wien 2006: Festival von Peter Sellars „New Crowned Hope“

„New Crowned Hope“ nennt der künstlerische Leiter Peter Sellars sein Festival, das er anlässlich des 250. Geburtstages von Wolfgang Amadé Mozart auf Einladung der Stadt Wien gestaltet – in Anlehnung an die von Mozart vor seinem Tod mitbegründete Freimaurerloge „Zur neugekrönten Hoffnung“. Wie auch sein väterlicher Freund Joseph Haydn war Mozart einer jener Denker und Bürger, die sich intensive Gedanken nicht nur über die Weiterentwicklung ihrer Kunst, sondern auch über das „nächste“ Europa machten, ein Europa ohne Autokratie.
Ausgehend von den Werken „Die Zauberflöte“, „La clemenza di Tito“ und „Requiem“, die Mozart in seinem letzten Lebensjahr in Wien geschaffen hat, lud Sellars einige der eigenständigsten künstlerischen Stimmen der Welt aus den Bereichen Musiktheater und Tanz, Film, Musik, Bildende Kunst und Architektur ein, die Zukunftshaltigkeit von Mozarts Botschaft zu überprüfen. Zudem werden im Rahmen des Projekts „The Next Vienna“ interdisziplinäre Kunstprojekte aus den Bereichen Soziologie, Stadtethnologie, Architektur, Integration oder Netzwerkkommunikation unter Einbeziehung von Medien wie Fotografie, Musik und Bildende Kunst entwickelt und dabei neue Annäherungspunkte für ein integratives Verständnis zwischen Generationen, Kulturen und benachteiligten Gruppen in Wien gesucht. „New Crowned Hope“ kooperiert hier mit NGOs wie der Caritas (einschließlich Refugio, einem Haus für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge), pro mente (einer Einrichtung für psychisch kranke Menschen), städtischen Institutionen wie dem kürzlich errichteten Haus Siemensstraße für obdachlose Männer, dem Jugendzentrum am Schöpfwerk, der Bassena am Schöpfwerk oder dem im Dezember 2005 eröffneten FrauenWohnZentrum und Ausbildungseinrichtungen wie der Universität für Angewandte Kunst, Wien, und dem Fachhochschul-Studiengang für Sozialarbeit, Wien.
Peter Sellars lehrt seit März 2005 auch als Gastprofessor am Institut für Architektur an der Universität für Angewandte Kunst Wien. Basierend auf einer Kooperation mit dem Studio von Prof. Wolf D. Prix von der Architektengruppe Coop Himmel(b)lau leitet er ein interdisziplinäres Studio mit dem Titel „Enlightenment, Theory and Practice“. Unter den Leitthemen „Transformation, Reconciliation, Remembrance“, die Sellars für „New Crowend Hope“ formuliert hat, wurden hier von Studierenden und AbsolventInnen aus den Studienrichtungen Architektur, Landschaftsdesign, Kunst, Kunstpädagogik und Graphik Design gemeinsame sozial geprägte Projekte erarbeitet, die nun im Architekturzentrum Wien gezeigt werden.
Die Stadt, im Zentrum eines neuen und sich erweiternden Europa gelegen, möchte durch ihre zukunftsweisenden Projekte auch als Modell dienen, das gegen ein Auseinanderdriften der Gesellschaft kämpft und um mehr soziale Gleichheit ringt. ■

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Morak: Förderpreise als Beitrag für eine barrierefreie Gesellschaft

„Die Preise sollen ein sichtbares Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung sein – sowohl für die Kreativität von Menschen mit Behinderung als auch für erfolgreiche Aktivitäten zur gesellschaftlichen Integration von Menschen mit Behinderungen. Es geht um eine Sensibilisierung der gesamten Bevölkerung für die vielfältigen Begabungen behinderter Menschen und deren nachhaltiger gesellschaftlicher Integration“, so Kunst- und Medienstaatssekretär Franz Morak anlässlich der Verleihung der Förderungspreise für Kunst und Kulturprojekte zur Integration von Menschen mit Behinderung 2006.
Der Preis wurde 2003 im Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderungen ins Leben gerufen und seither jährlich verliehen. Heuer wurden erstmals drei Förderungspreise vergeben – an die Kunstwerkstatt de La Tour der Diakonie Kärnten, an LINUM – Verein für Handwerk und Kunst unserer Zeit in Pürbach (Niederösterreich) und an prenn.punkt: büro für kommunikation und gestaltung in Alkoven (Oberösterreich). „Die ausgezeichneten Projekte spannen einen breiten Bogen von seit Jahrzehnten arbeitenden Initiativen bis hin zu wegweisenden Projekten“, so Morak. Die Preise stellen eine zusätzliche Förderungsart zu dem seit vielen Jahren aufgestellten Förderungsprogramm des Bundeskanzleramtes für Projekte der Kunst im sozialen Raum, bzw. für soziokulturelle Projekte dar.
Die Kunstwerkstatt de La Tour der Diakonie Kärnten zählt seit 25 Jahren zu den ältesten Ateliers für Menschen mit Behinderungen in Österreich. Sie publiziert u.a. wissenschaftlich fundierte Kataloge und organisiert international beachtete Ausstellungen mit den Werken der KünstlerInnen.
Das Projekt „LINUM“ wurde im Rahmen des Waldviertel-Festivals 2006 erarbeitet und soll 2007 im Hoftheater Pürbach und im Schloss Weitra fortgesetzt werden. Unter fachmännischer Anleitung werden Stoffdrucke, Schnittmuster und Kleidungsstücke von Menschen mit psychischen und mentalen Beeinträchtigungen entworfen und in Form einer öffentlichen Modeschau und Performance präsentiert.
prenn.punkt hat ein „barrierefreies Design“ entwickelt, das Menschen mit Behinderungen ermöglichen soll, Kunst- und Kulturprojekte wie Ausstellungen und Konzerte barrierefrei zu erleben. Die Entwicklung von multisensorischen Leitsystemen, Akustik- und Audiodeskriptionen, darunter auch ein taktiler Kirchenführer, ermöglichen Blinden, Gehörlosen oder mobilitätseingeschränkten Menschen die Teilnahme am Kunst- und Kulturgeschehen. ■

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Berliner Bode-Museum nach Plänen des Architekten Heinz Tesar saniert

Die Berliner Museumsinsel ist um einen Prachtbau reicher: Nach fast achtjähriger Renovierung wurde das Bode-Museum – benannt nach Wilhelm von Bode, der dem Kronprinzen und späteren Kaiser Friedrich III. nahe legte, ein Kunstmuseum zu bauen – vor kurzem feierlich wieder eröffnet. Als „Geniestreich der Restaurationskunst“ wird allseits die Leistung des österreichischen Architekten Heinz Tesar gewürdigt, nach dessen Plänen das im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigte Museumsschloss an der Südspitze des UNESCO-Weltkulturerbes wieder hergestellt wurde. Als Denkmal in der großen Tradition Preußens war das Kaiser-Friedrich-Museum von 1897 bis 1904 im Stil des Neo-Barock vom Hofarchitekten Eberhard von Ihne auch in Konkurrenz zu den großen Kunstmuseen in Wien und Paris entstanden. Im kaiserlichen Auftrag hatte Gründungsdirektor von Bode eine Schatzkammer des europäischen Kulturerbes zusammengetragen, zu dem heute die Skulpturensammlung, das Münzkabinett, das Byzantinische Museum sowie 150 Gemälde Alter Meister gehören. Die Kunstwerke haben nun in 67 lichtdurchfluteten Sälen auf drei Etagen, auf insgesamt 6.600 m2 viel „Luft zum Atmen“, so der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Klaus-Dieter Lehmann.
Ab 2015 soll die Berliner Museumsinsel fertig gestaltet sein und wird dann den Louvre (Paris) und Prado (Madrid) an Vielfalt der Kunstwerke wohl noch übertreffen. ■

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MAK zeigt fulminantes Plakatdesign

Seit 1966 lotet der Wettbewerb „100 Beste Plakate“ neue Tendenzen im Kommunikationsdesign aus. In Deutschland bereits zur Tradition geworden, wird der Wettbewerb nun auch in Österreich und in der Schweiz zur Benchmark für Gebrauchsgraphik. Mit der Ausstellung „100 Beste Plakate 05. Deutschland Österreich Schweiz“ sind die Ergebnisse dieses Wettbewerbs von 22. November bis 10. Dezember heuer erstmalig im MAK zu sehen. Ein Großteil der Beiträge ist um die Erweiterung von Sehgewohnheiten bemüht. Eie internationale Jury wählte die besten Plakate aus 1.500 Einzelplakaten von 471 Einreichern aus. Die Preisträger-Plakate – 69 aus Deutschland, 28 aus der Schweiz und drei aus Österreich – zeichnen sich nicht nur durch thematische und gestalterische Vielfalt aus. Sie kommen von Plakatgestaltern, Agenturen und Grafik-Büros ebenso wie von Studierenden künstlerischer Hoch- und Fach¬schulen und bewegen sich zwischen professioneller, oft von Kompromissen begleiteter Gestaltung und experimenteller, von der Freiheit des eigenen Auftrags geprägter Arbeit. ■

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Yiddish Theatre aus Montreal im Theater Akzent in Wien

Schalom Asch, einer der bedeutendsten jüdischen Dramatiker und Schriftsteller kam 1880 in Kutno (Polen) als eines von zehn Kindern eines Schankwirtes auf die Welt und erhielt eine traditionelle jüdische Erziehung. Unter dem Einfluss des jiddischen Schriftstellers Itzchak Leib Perez begann er jiddisch zu schreiben. Während des Ersten Weltkriegs und nach 1938 lebte Schalom Asch an den USA, seine letzten Jahre in Bat Yam, einem Vorort Tel Avivs. Dort kann man auch an seinem ehemaligen Wohnort ein Schalom Asch Museum besuchen. Mit seinem umstrittenen Spätwerk wollte er einen Beitrag zur Versöhnung zwischen Juden und Christen leisten. 1957 starb er in London.
Unter der Regie von Bryna Wasserman gibt das Yiddish Theatre of the Saidye Bronfman Centre Montreal am Theater Akzent in Wien von 7. bis 9. November ein Gastspiel mit dem Drama „Der Gott der Rache“ des jungen Autors. Das Stück wurde 1923 am New Yorker Broadway erstaufgeführt.
Gleichfalls unter der Regie von Wasserman zeigt das Yiddish Theatre am 11. und 12. November „Das waren noch Zeiten“ – eine musikalische Revue mit Melodien und Geschichten des Stetls. ■

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Österreich ehrt Rabbiner Homolka

Rabbiner Walter Homolka, 42, Rektor des Abraham-Geiger-Kollegs an der Universität Potsdam und Vorsitzender der „Leo Baeck-Foundation“, wurde am 2. November in der österreichischen Botschaft in Berlin mit dem von Bundespräsident Heinz Fischer verliehenen Großen Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet. Die Überreichung durch Kunst- und Medienstaatssekretär Franz Morak erfolgte am 50. Todestag von Leo Baeck. Homolka wurde für seine Verdienste um die kulturellen Beziehungen zwischen Österreich und Deutschland sowie für sein Engagement als Begründer einer erneuten Rabbinerausbildung im deutschsprachigen Raum nach der Shoah gewürdigt.
Wie Morak erläuterte, habe Homolka rund 2,5 Mio. € aus den Quellen seiner diversen Funktionen in Österreichs Kulturleben investiert, von der Initiative „Kunst gegen Gewalt“ über den Bau der ersten liberalen jüdischen Synagoge in Wien bis zur Unterstützung von Burgtheatergastspielen in Deutschland.
Homolka, der Theologie, Philosophie und Betriebswirtschaftslehre in München, London, Leipzig und Lampeter (Wales) studierte, ist seit 2002 Rektor des ersten Rabbinerseminars in Deutschland seit der Shoah. Zuvor war er u.a. Landesrabbiner von Niedersachsen. ■

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Albertina: Alter, junger Picasso

Wenige Künstler haben das 20. Jahrhundert so geprägt wie der spanische Maler Pablo Picasso (1881-1973). Die Wiener Albertina widmet bis 7. Jänner seinem Spätwerk eine Ausstellung, die von Werner Spies, dem ehemaligen Direktor des Pariser Centre Pompidou, kuratiert wird. 200 Werke – Gemälde, Zeichnungen, Druckgrafiken und Skulpturen – von über 60 Leihgebern zeigen einen großen sinnlichen Furor des „wilden“ alten und doch so jungen Mannes. ■

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Kunsthalle Wien: Americans

Unter dem Titel „Americans“ bringt die Kunsthalle Wien bis 4. Februar 2007 „Meisterwerke amerikanischer Fotografie von 1940 bis heute“. „Americans“, benannt nach einem legendären Fotobuch von Robert Frank, berichtet in 13 Bildstrecken amerikanischer Fotografen über die Aufbrüche, Krisen und Veränderungen der US-Gesellschaft. Neben Frank, der der Beat Generation der 60er Jahre sein Bild leiht, sind folgende KünstlerInnen vertreten: Diane Arbus, Richard Avedon, Larry Clark, Bruce Davidson, Lee Friedlander, Peter Hujar, Helen Levitt, Ryan McGinley, Gordon Parks, Rosalind Solomon, Ed Templeton und Burk Uzzle. ■

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Robert-Tarek Fischer: Spannende österreichische Geschichte

Normalerweise wirbt die Redaktion nicht in eigener Sache. Bei Robert-Tarek Fischer (geb. 1965 in Mödling bei Wien) machen wir bewusst eine Ausnahme. Unser Kollege, der bei Prof. Gerald Stourzh promoviert hat und im Bundeskanzleramt das Referat „Internet – Koordination und Redaktion“ leitet, ist ein hervorragender Historiker: Heuer sind im Böhlau Verlag zwei Bücher erschienen: Eines über „Richard I. Löwenherz 1157-1199“. Durch seinen spektakulären Kreuzzug gegen Sultan Saladin sowie seine Gefangenschaft in deutscher Hand wurde er zu einem Mythos. Fischer beschreibt empirisch genau und spannend den komplexen Charakter und die geschickte Diplomatie von Richard I., der zum mächtigsten Herrscher des Abendlandes aufstieg. Weiters ist „Österreich im Nahen Osten“ erschienen, wo Fischer die Großmachtpolitik der Habsburger Monarchie im Arabischen Orient 1633-1918 erforscht hat. Seit den 90er Jahren bilden die Beziehungen Europas zum Nahen Osten in der Neuzeit Fischers zentralen Forschungsschwerpunkt, der durch die Lage im Nahen Osten von großer Aktualität ist. Das Buch basiert auf der Dissertation Fischers. ■

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Sport als bedeutender Faktor in der internationalen Entwicklungspolitik

Im Beisein von UNO-Generalsekretär Kofi Annan fand vom 29. bis 31. Oktober im Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York der UN-Global Youth Leadership Summit statt. Ziel der Veranstaltung war es, junge Menschen aus allen Mitgliedsländern der Vereinten Nationen zu versammeln um darüber zu diskutieren, auf welche Weise die Millennium Development Goals (MDGs) bis 2015 erreicht werden könn¬ten. Sport-Staatssekretär Karl Schweitzer betonte die wachsende Rolle des Sports in der Umsetzung der entwicklungspolitischen Ziele der Vereinten Nationen. „Es muss ein Ziel der internationalen Staatengemeinschaft sein, dass jedes Kind auf der Welt Sport betreiben kann. Sport darf kein Luxus für wenige sein, sondern soll Gesundheit, Spaß und das friedliche Spiel miteinander für alle ermöglichen. Es ist wichtig, dass auf europäischer Ebene ein breiter politischer Konsens hinsichtlich der Möglichkeiten des Sports in der Entwicklungspolitik gefunden wird. Österreich wird sich weiter dafür einsetzen, dass Sport Eingang in Entwicklungsprogrammen findet“, betonte Schweitzer. Der globale Jugendgipfel in New York war der Höhepunkt und Abschluss einer Serie von regionalen Jugendkongressen. Im Zuge der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft war das Bundeskanzleramt Gastgeber des regionalen EU-UN Youth Leadership Summit. ■

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Österreicher befürworten Olympische Winterspiele in Salzburg

Laut einer aktuellen Umfrage des Gallup-Institutes sind rund 87 Prozent aller Österreicher und 61 Prozent aller Bewohner der Stadt Salzburg für die Austragung der Olympischen Winterspiele 2014 in Salzburg. Am 4. Juli 2007 entscheiden die IOC-Mitglieder in Guatemala, wer den Zuschlag für die Winterspiele 2014 erhält. Als weitere Konkurrenten gelten Sotschi (Russland) und Pyeongchang (Südkorea). „Die österreichische Bundesregierung gilt als Motor für viele österreichische Bewerbungen von Sport-Großveranstaltungen. Speziell die Bewerbung Salzburgs wurde von uns intensiv unterstützt und somit auch als oberste Prioriät gesehen“, betonte Sport-Staatssekretär Schweitzer. In den vergangenen Tagen präsentierte Fedor Radmann, der Geschäftsführer der Olympia-Kandidatur Salzburg 2014 gemeinsam mit ÖOC-Generalsekretär Heinz Jungwirth beim Weltforum für Sport, Erziehung und Kultur in Peking die Vorzüge der Bewerbung. Unter den anwesenden 700 Experten waren 36 IOC-Mitglieder, Vertreter von Nationalen Olympischen Komitees und internationalen Fachverbänden sowie von UNESCO-Mitgliedern. ■

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„Sport“ formuliert Zukunfts-Wünsche an eine neue Regierung

Die Österreichische Bundes-Sportorganisation (BSO) formuliert in einem Positionspapier ihre Wünsche in Richtung Koalitionsverhandlungsgruppe „Sport“. „Politik hat die Chance, Sport als multidimensionale gesellschaftliche Ressource zu begreifen“, sagte BSO-Präsident Franz Löschnak im Anschluss an eine BSO-Präsidiumssitzung. Löschnak hielt aber auch dezitiert fest, dass die vergangene Regierung den Sport „wirklich gut abgesichert hat“. Einer der dringlichsten Wünsche sei die Anhebung des derzeit bei 40 Mio. Euro liegenden gesetzlichen „Fangnetzes“ - der gesicherten Untergrenze der Sportförderung - auf 50 bis 55 Mio. Euro. Diese Anhebung der „Absicherung“ sei vor allem deshalb wichtig, weil das Glücksspielmonopol derzeit in der EU vielfach in Frage gestellt werde. Als treibende Kraft für eine weitere positive Entwicklung des Sports sieht Sport-Staatssekretär Schweitzer eine weitere gute und homogene Zusammenarbeit der zukünftigen Bundesregierung mit dem organisierten Sport: „Viele gemeinsam begonnene Projekte sollten weitergeführt werden und die Bedeutung des Sports als Dienstleister im Gesundheitssystem in einem größeren Netzwerk verstärkt werden“. ■

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