Montag, 07. Juni 2004

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Bundeskanzler Schüssel: Steuerreform bringt mehr Geld fürs Leben

Ein Info-Bus der Bundesregierung wird bis Mitte Oktober österreichweit in rund 90 Städten und Gemeinden Station machen, um die Bevölkerung über die Vorteile der Steuerreform aufzuklären bzw. individuell zu beraten.
Bei der Präsentation vor dem Bundeskanzleramt am 1. Juni erklärte Bundeskanzler Wolfgang Schüssel: „Ziel ist es, über die größte Steuerreform zu informieren. Sie bringt weniger Steuern und das heißt, mehr Geld fürs Leben. Diese Reform bringt vor allem mehr Geld für die Familien und damit eine Entlastung für die Menschen“, so Schüssel. Die beschlossene Steuerreform 2005 habe ein Gesamtvolumen von 3 Mrd. Euro. Mit dem neuen einfachen Steuertarif würden alle Lohn- und Einkommenssteuerzahler entlastet. Der größte Teil der Entlastung käme den kleinen Einkommen zugute. Steuerfrei wären demnach ab 1. Jänner 2005 Jahresbruttoeinkommen von ca. 15.770 Euro bei Arbeitnehmern ohne Alleinverdienerabsetzbetrag, Jahresbruttoeinkommen von 10.000 Euro bei Selbständigen sowie Jahresbruttoeinkommen von 13.500 Euro bei Pensionisten.
„Die Steuerreform ist die österreichische Antwort auf die europäische Herausforderung, die Ziele der Lissabon-Strategie zu erreichen, das heißt, Europa zur wachstumsstärksten Wirtschaftsregion der Welt zu machen. In der Europäischen Union, in der Zins- und Geldpolitik von der Europäischen Zentralbank bestimmt werden, liegt der nationale Handlungsspielraum vor allem in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Bildung und Steuerpolitik“, erklärte der Bundeskanzler.
Durch die Konsolidierung der Staatsausgaben habe sich die Bundesregierung genügend Spielraum zur Umsetzung der Steuerreform geschaffen. „Österreich gehört trotz der europaweiten Konjunkturschwäche nach wie vor zu den stabilsten Ländern Europas“, unterstrich Schüssel und verwies in diesem Zusammenhang auf die Absenkung der Abgabenquote um 2%.
Vor Ort informiert ein Team des „Österreich-Telefons“ der Bundesregierung gemeinsam mit Experten des Finanzministeriums. Neben der persönlichen Beratung stehen u.a. PC-Terminals mit dem „Steuerrechner“ zur Berechnung der Steuerersparnis zur Verfügung. ■

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Schüssel: Sicherheit für Bürger zentrales Thema

Bundeskanzler Schüssel sprach sich am 4. Juni in einer Sondersitzung des Nationalrats zur europäischen Verfassung einmal mehr gegen eine zukünftige „Zweiklassen-Gesellschaft“ von stimm- und nicht stimmberechtigten EU-Kommissaren aus.
Der Bundeskanzler zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass die Verhandlungen zur EU-Verfassung in Kürze zu einem positiven Abschluss kämen. Im Konventstext seien viele österreichische Anliegen, wie die Aufnahme der Grundrechts-Charta, nationale Identität und Einstimmigkeit bei der Wassernutzung, berücksichtigt.
Neben Friedenserhaltung, Wachstum und Arbeitsplätzen sei das Thema Sicherheit für die Bürger ein zentrales Zukunftsthema. Unerlässlich seien dafür eine Europapolizei, eine Grenzschutzpolizei, ein europäischer Staatsanwalt, ein starker EU-Koordinator für Terrorismusbekämpfung und langfristig ein europäisches Strafgesetzbuch. ■

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25 Jahre Rudolf Sallinger Fonds

Mit einem Festakt zum 25jährigen Bestehen des Rudolf Sallinger Fonds wurde am 1. Juni in der Oesterreichischen Nationalbibliothek des legendären Präsidenten der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und des ÖVP-Wirtschaftsbundes gedacht. Sallinger hatte diesen Fonds 1979 zur Förderung wissenschaftlicher Publikationen über Aufgabenstellung und Herausforderungen der mittelständischen Wirtschaft gegründet.
Unter den Festgästen waren Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und WKÖ-Präsident Christoph Leitl. Im Mittelpunkt der Reden standen die Verdienste Sallingers und die europäische Wirtschaftspolitik.
Schüssel, als ehemaliger Generalsekretär des Wirtschaftsbundes selbst langjähriger enger Wegbegleiter Sallingers, sprach vor allem zur Person seines Mentors. „Geduld, Härte und ein Ziel“ seien die Erfolgsrezepte Sallingers als Wirtschaftsführer und Sozialpartner gewesen, die bis heute nichts an Bedeutung verloren hätten. Die Ära Sallinger sei ein „Positivbeispiel für wirtschaftliche Führungskraft und eine Sozialpartnerschaft, die nicht rückwärts blickt und sich auf das Erreichte beschränkt“, so Schüssel. ■

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Kanzler Schüssel: „Nächster EU-Lateinamerika-Gipfel 2006 in Wien“

Bundeskanzler Wolfgang Schüssel berichtete im Pressefoyer nach dem Ministerrat am 2. Juni über seine Teilnahme am jüngsten EU-Lateinamerika-Gipfel in Mexiko (28./29. Mai). „Dieser Gipfel mit rund 60 Staaten war auch deswegen sehr interessant für uns, weil der nächste EU-Lateinamerika-Gipfel ein zentraler Höhepunkt der österreichischen EU-Präsidentschaft im Jahr 2006 sein wird. Wir werden am 12. und 13. Mai 2006 dieses riesige Treffen mit über 1.000 Medienleuten und Delegationen aus über 60 Ländern veranstalten. Das ist eine enorme organisatorische Herausforderung. Wir wollen bewusst die Wirtschaft, die Universitäten, die NGOs und die Wissenschaft einbinden. Hauptthemen dieses Gipfels werden die soziale Kohäsion und der Multilateralismus sein. Mexiko wird unser Partner in der Koordination im lateinamerikanischen Raum sein“, erläuterte der Bundeskanzler.
Zentrales Thema des zweitägigen Gipfeltreffens in Guadalajara (Mexiko) war die Stärkung der politischen und vor allem wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Seitens der lateinamerikanischen Staaten bestehe großes Interesse an intensivierten Beziehungen mit der erweiterten EU. Gemeinsames Ziel sei „eine strategische Partnerschaft, um eine für beide Seiten vorteilhafte Handelsliberalisierung zu realisieren“, so Schüssel, der vor Ort auch zu einem bilateralen Gespräch mit dem mexikanischen Präsidenten Vincente Fox zusammengetroffen war. ■

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10 Jahre Europa-Forum Wachau

Bereits zum 10. Mal fand am 5. und 6. Juni das Europa-Forum Wachau auf Stift Göttweig statt und wurde auch heuer seinem internationalen Renommee als Ort der Begegnung und des Dialogs über die Zukunft Europas gerecht. Das diesjährige Thema lautete: „Europa der 25 – Neue Perspektiven für regionale Partnerschaften“.
Zu den prominenten Teilnehmern zählten neben Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, Außenministerin Benita Ferrero-Waldner und Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll u.a. der griechische Ministerpräsident Konstantinos Karamanlis sowie die Außenminister von Slowenien und Kroatien, Dimitrij Rupel und Miomir Zuzul.
„Europa ist unser gelebter Traum, unsere erträumte Wirklichkeit. 10 Jahre nach unserem Beitritt sehen wir auch, dass es sich gelohnt hat“, resümierte Bundeskanzler Schüssel und wies darauf hin, dass die Löhne seit 1994 um insgesamt 20 Mrd. Euro gestiegen seien, die österreichischen Exporte in der EU sich verdoppelt, in die Nachbarländer sogar vervierfacht hätten und allein daraus 70.000 neue Arbeitsplätze entstanden seien.
Schüssel betonte die Wichtigkeit der Verabschiedung einer europäischen Verfassung. Ein Scheitern wäre „ein ganz großer Tiefschlag für die Idee, dass eine EU der 25 funktionieren kann. Alle Beteiligten sollten kompromiss- und verhandlungsbereit sein“, appellierte Schüssel. Die Verfassung beinhalte Quantensprünge wie die eigene Rechtspersönlichkeit der EU, den gemeinsamen Außenminister, die Vereinfachung der Prozeduren und die Stärkung des Europäischen Parlaments und der Kommission. ■

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Schüssel: Österreich fordert „unverändert“ einen Kommissar pro Land

„Unsere Linie ist unverändert“, betonte Bundeskanzler Schüssel am 2. Juni nach dem Ministerrat im Hinblick auf die Frage nach dem künftigen Modus für die Bestellung der EU-Kommissare im Rahmen der neuen EU-Verfassung. Die österreichische Bundesregierung halte weiter an ihrem Positionspapier mit der Forderung nach einem Kommissar pro Mitgliedsland fest, so Schüssel. „Wir sind mit einer Reihe kleiner und mittlerer Länder sehr gut koordiniert. Wir wollen einen neuen Verfassungsvertrag. Das erweiterte Europa braucht neue Spielregeln, einfachere Institutionen, einfachere Entscheidungsverfahren mit einer neuen Verfassung, die viele österreichische Elemente bereits integriert hat – wie etwa die Sicherung der Daseinsvorsorge und der Einstimmigkeit bei Boden, Wasser und Energiemitteln für jedes Land. Das haben wir durchgesetzt. Auch die Verankerung des Tierschutzes haben wir eingebracht“, sagte der Bundeskanzler.
Offen sei, ob man die Stabilitätsziele ebenfalls in die Zielformulierung der Europäischen Verfassung einbringen könne, was jedoch wichtig wäre, „damit wir ein balanciertes Gesamtpaket von Beschäftigung, Wachstum und Preisstabilität haben“, erklärte Schüssel. ■

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Kanzler Schüssel: Budgetkonsolidierung erfolgreich

Zufrieden zeigte sich Bundeskanzler Wolfgang Schüssel mit dem kürzlich veröffentlichten Rechnungshof-Bericht über den Budgetvollzug der Jahre 2000 bis 2002. „Dieser Bericht ist eine interessante Analyse, die uns Mut macht. Es kommt klar heraus, dass die Budgetkonsolidierung 2001 und 2002 gut gelungen ist. Wir haben ein Nulldefizit erreicht. 2001 beruhte dies überwiegend auf Einnahmenseite, was vor allem auf das Instrument der Verzinsung von rechtzeitigen Steuerzahlungen und nicht auf Steuererhöhungen zurückzuführen war. Die Budgetkonsolidierung im Jahr 2002 beruhte vor allem auf ausgabenseitigen Maßnahmen. Im Bereich der Personalausgaben etwa konnte das Konsolidierungsziel erreicht werden, die Ausgaben auf dem Niveau von 1999 zu halten“, betonte Schüssel nach dem Ministerrat am 2. Juni.
Den Personalaufwand von 6,72 Mrd. Euro im Jahr 1999 auf 6,68 Mrd. Euro im Jahr 2002 in absoluten Zahlen habe man sogar reduzieren können. Schüssel: „Die Zahl der Bundesbediensteten konnte in diesem Zeitraum von 170.000 auf 159.000 gesenkt werden, ohne dass dabei in irgendeiner Weise die Qualität der öffentlichen Dienstleistung gelitten hat.“
Weiters verwies der Bundeskanzler darauf, dass der Rechnungshof-Bericht die Etappen der Ausgabensenkung klar erkennbar mache: „Sowohl die Senkung bei den Ermessensausgaben als auch die gesetzlichen Sozialversicherungsausgaben, die Pensionsreform mit etwa 800 Mio. Euro, die Verringerung des Personalaufwandes in einem einzigen Jahr mit 500 Mio. Euro und die Einsparungen bei den Zinszahlungen mit 200 Mio. Euro, zeigen insgesamt eine Minderausgabenrechnung in nur einem Jahr um fast 2 Mrd. Euro. Das ist durchaus beachtlich und bestärkt uns, auf dem eingeschlagenen Weg weiter zu gehen“, erklärte Schüssel. ■

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Wirtschaftsminister Bartenstein: EU Erfolgsgarant für Österreich

„Die 1989 eingeleitete Ostöffnung, der EU-Beitritt Österreichs im Jahr 1995 und jetzt die EU-Erweiterung waren und sind entscheidende Meilensteine für die österreichische Wirtschaftsentwicklung“, erklärte Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Bartenstein am 28. Mai bei der Enquete „Österreich – Wirtschaftsstandort im Zentrum Europas“ in der Wiener Hofburg. Sowohl Wirtschafts- als auch Arbeitsmarktdaten seien von den Umwälzungen der vergangenen 15 Jahre in hohem Ausmaß und zum Vorteil des Landes beeinflusst worden.
Österreich habe im Vergleich zu den anderen EU-Mitgliedstaaten vom wirtschaftlichen Umstrukturierungs- und Aufholprozess der Länder Mittel- und Osteuropas seit 1989 überdurchschnittlich profitiert. Das Ergebnis seien 6% BIP-Wachstum – etwa 14 Mrd. Euro – und fast 60.000 neue Arbeitsplätze. Auch künftig werde Österreich im Vergleich zu den „alten“ EU-Staaten mit einem bis 2010 errechneten Wirtschaftswachstum von 0,7% und weiteren 30.000 Arbeitsplätzen am stärksten von der Erweiterung profitieren, unterstrich Bartenstein unter Verweis auf wirtschaftswissenschaftliche Studien. ■

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OeNB: STEP2-Zugang für europaweiten Zahlungsverkehr

Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) setzte mit der Ausweitung ihres STEP2-Services auf nicht-österreichische Banken einen wichtigen Schritt, um Österreich zu einem zentralen Knotenpunkt für den Zahlungsverkehr in Zentral- und Osteuropa zu etablieren.
STEP2 steht für Straight Through Euro Payment und ist ein System zur Abwicklung von EU-Standard-Überweisungen, das bereits 85% der heimischen Banken nutzen. Nun wurde dieses Service der OeNB auch Banken aus den zehn neuen EU-Ländern zugänglich gemacht.
Die Erste Bank hat alle Tochterunternehmen in Mittel- und Osteuropa an den STEP2-Zugang angebunden, ebenso entschieden sich vier Tochterunternehmen der Volksbanken AG dafür, wie OeNB-Vizegouverneur Wolfgang Duchatczek am 26. Mai mitteilte. ■

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BAWAG wieder im Alleinbesitz des ÖGB

Die Bayerische Landesbank (BayernLB) verkauft per 30. Juni ihren Anteil von 46,43% an der BAWAG an den Österreichischen Gewerkschaftsbund (ÖGB), der damit wieder alleiniger Eigentümer der „Bank für Arbeit und Wirtschaft“ wird. ■

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Franz Morak eröffnet neues Zentralfilmarchiv in Laxenburg

„Die jetzige Eröffnung des Zentralfilmarchivs Laxenburg ist das Ergebnis einer beispielgebenden Kooperation zwischen dem Land Niederösterreich und dem Bund“, so Kunst- und Medienstaatssekretär Franz Morak am 25. Mai im Rahmen der Eröffnung des neugebauten Zentralfilmarchivs Laxenburg bei Wien (Niederösterreich). Der Lagerneubau war 2001 beschlossen worden, 2003 erfolgte die Grundsteinlegung des vom Architekturbüro Embacher geplanten Gebäudes. Kosten: 1,1 Mio. Euro, Bundesbeitrag 580.000 Euro. Morak erklärte, dass die Einrichtung des neuen Filmlagers ein Meilenstein für den audiovisuellen Archivbereich darstelle. Der Zusammenarbeit des Archivs mit der österreichischen Filmgalerie in Krems und dem österreichischen Studienzentrum für Film werde ein neuer Stellenwert gegeben. Morak betonte weiters, dass das Projekt auch Teil eines Gesamtkonzepts sei, neue Initiativen für den österreichischen Film zu setzen. Bund und Länder hätten ein hohes Interesse, den Film- und Medienstandort Österreich durch die Förderung einer leistungs- und wettbewerbsfähigen Film- und Medienwirtschaft zu stärken. Daher habe der Bund in den letzten Jahren zahlreiche Schritte zur Stärkung gesetzt und das Budget des Österreichischen Film Instituts (ÖFI) auf 9,6 Mio. Euro und jenes der Filmförderung des Bundeskanzleramts um 15 % erhöht. Darüber hinaus wurde der mit 7,5 Mio. Euro dotierte TV-Filmförderungsfonds bei der RTR eingerichtet, der Spitzenfinanzierung zu Koproduktionen leiste, sodass das vom Bund zur Verfügung gestellte Produktionsbudget für den Film seit dem Jahr 2000 mehr als verdoppelt worden sei. Der Staatssekretär resümierend: „Durch das neue Zentralfilmarchiv in Laxenburg entsteht ein neues österreichisches und internationales Kompetenzzentrum für den Film in Österreich, das Forschung, Aus- und Weiterbildung sowie Präsentation und Bewahrung des filmischen Erbes umfasst“. Das Projekt würde mehrere Schwerpunkte seiner kulturpolitischen Vorstellungen vereinen wie Forcierung des Filmstandorts Österreich, neue Impulse für innovative Architektur und vorbildliche Kooperation mit den Bundesländern.
Laxenburg ist einer der drei zentralen Orte des Filmarchivs Austria, der Sammel- und Dokumentationsstelle für den Film, deren Bestände eine Periode von über 100 Jahren umspannen und vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart reichen. Archivierung/Restaurierung, Erschließung/Benützung und Präsentation/Vermittlung lauten die drei Arbeitsbereiche des Filmarchivs Austria: Neben dem neuen Filmarchivzentrum Laxenburg werden seit 1997 im Audiovisuellen Zentrum Wien Augarten filmbezogene Sammlungen (Fotos, Plakate, Programme, Drehbücher, Nachlässe, etc.) archiviert, dokumentiert und für die Öffentlichkeit erschlossen – auch mittels einer modernen Mediathek und als Studiencenter. Für die Präsentation der Filme und die Vermittlung der Archivarbeit nach außen fungiert seit 2002 das Metro Kino als ideale Bühne im Stadtzentrum.
In Laxenburg betreut das Filmarchiv Austria nun die größte Filmsammlung Österreichs. Unter den rund 70.000 Filmtiteln finden sich u.a. neben unzähligen Juwelen der (inter)nationalen Filmgeschichte sämtliche erhaltene österreichische Spielfilme, zahlreiche geschlossene Sammlungen wie der so genannte „Goldstaub-Bestand“ (die bedeutendste Sammlung zur Frühgeschichte des Kinos), eine Kollektion mit Filmdokumenten aus der Monarchiezeit, die Sammlung Reinthaler (Österreichs größter Bestand zum Kino der 1910er-Jahre), die Sammlung Köfinger (Tourismusfilme aus der Stummfilmzeit), wertvolle Wochenschau-Bestände aus den 30er-Jahren, das Archiv der Austria Wochenschau. So kann die Zeit- und Kulturgeschichte Österreichs im 20. Jahrhundert mit dem Gesamtbestand repräsentativ dokumentiert werden. Im Nitrofilmbunker lagern, speziell klimatisiert, die ältesten Bestände des Filmarchivs. Eine der Aufgaben der Archivare in Laxenburg ist u.a. die Restaurierung und Umkopierung dieser besonders gefährdeten Filme. ■

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Begeisterung bei „Konzert für Europa“ im Park von Schönbrunn

Die Idee von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel zu einem „Konzert für Europa“, als musikalischer Willkommensgruß Österreichs an die neuen EU-Länder gedacht, erwies sich als großer Erfolg: Am 25.April lauschten bei herrlichem Wetter und freiem Eintritt rund 70.000 Menschen im Schönbrunner Schlosspark einem Open-Air-Konzert der Wiener Philharmoniker unter Bobby McFerrin (siehe auch IaO Nr.11/04). Unter den Zuhörern befanden sich neben dem Bundeskanzler und Mitgliedern der Bundesregierung ein Großteil der Botschafter aus allen EU-Ländern. Neun TV-Stationen übertrugen live. Die Einschaltziffer schätzt man auf ca. 60 Mio. Bobby McFerrin („Don’t worry, be happy“) besuchte nach dem Dirigat die Eröffnungsfeier im neuen Hilton-Jazztempel „Birdland“ seines Kollegen Joe Zawinul, um mit ihm zu jammen. Schon 1986 hatten die beiden auf der Zawinul-CD „Di-a-lects“ gemeinsam musiziert.■

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Morak: An der Europäisierung des Denkens arbeiten

„Wir müssen an der Europäisierung des Denkens arbeiten und diese große Herausforderung annehmen. Gerade die Kultur hat Europa immer schon mitgedacht. Kunst hat nie Grenzen gekannt“, sagte Kunst- und Medienstaatssekretär Franz Morak am 25. Mai bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bildungsministerin Elisabeth Gehrer zum Thema „10 Jahre Ja zu Europa“. Die österreichischen KünstlerInnen und Filmschaffenden hätten in den letzten Jahren erfolgreich an den EU-Förderprogrammen „Media Plus“ sowie „Kultur 2000“ teilgenommen. Ab 2001 konnten auf Initiative Österreichs auch die Beitrittsländer gleichberechtigt teilnehmen. Gemessen am jährlich zur Verfügung stehenden EU-Gesamtbudget habe Österreich im Rahmen von „Kultur 2000“ sehr hohe Rückflüsse lukrieren können, in den letzen Jahren durchschnittlich 330 %. Auch bei „Media Plus“ sei Österreich erfolgreich gewesen – zwischen 75 und 118 % der Mittel seien an Österreich zurückgeflossen. Wesentlich für Österreich sei auch die „Kulturhauptstadt“ Graz gewesen, die 2,8 Mio. Menschen besucht hätten.
Ein zweites erfolgreiches Projekt sei die Internetversion des Handbuchs „Europa fördert Kultur“. Das Bundeskanzleramt habe in Kooperation mit dem deutschen auswärtigen Amt eine Internetversion des bisher nur in Printform erhältlichen Handbuchs zur Kulturförderung ermöglicht, so Morak. Das umfangreiche, nun online abrufbare, Nachschlagewerk führt auch zahlreiche nicht kulturspezifische EU-Programme an, die unter gewissen Voraussetzungen Fördermöglichkeiten für europäische Kulturprojekte bieten. Die Umsetzung eines gemeinsamen Projekts erfolgt durch die Kulturpolitische Gesellschaft in Deutschland und die Österreichische Kulturdokumentation. Die Website bietet Kulturschaffenden, Kultureinrichtungen, Behörden und Instituten zugriff auf rund 80 EU-Programme, Aktionen und Initiativen. ■

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Kinder- und Jugendbuchpreise 2004

Anlässlich der Verleihung der Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreise 2004 durch Staatssekretär Morak am 18. Juni im „Forum Kloster“ in Gleisdorf (Steiermark) findet zeitgleich in Literaturhäusern und Buchhandlungen in ganz Österreich ein „Fest der jungen Leser“ statt. Aus insgesamt 92 eingereichten Werken wurden von einer Fachjury folgende Bücher als preisträchtig erkoren: Den Kinderbuchpreis 2004 erhalten Vincent Cuvellier, Candice Hayat und Sigrid Laube für „Die Busfahrerin“ (Verlag Jungbrunnen); Toon Tellegen, Gerda Dendooven und Mirjam Pressler für „Doktor Deter“ (NÖ Pressehaus/NP Buchverlag); Adelheid Dahimène für „Spezialeinheit Kreiner“ (NÖ Pressehaus/NP Buchverlag) sowie Lilly Axster und Christine Aebi für „Wenn ich groß bin, will ich fraulenzen“ (Empirie Verlag). Verena Ballhaus erhält den Illustrationspreis 2004 für das Bilderbuch „Meine Füße sind der Rollstuhl“ von Franz-Joseph Huainigg (Annette Betz Verlag). Der Übersetzungspreis 2004 geht an Ingrid Weixelbaumer für ihre Übersetzung von Judith Christine Mills’ „Das Geheimnis der verschwundenen Schriftrolle“ (dtv). Weiters wurden fünf weitere Bücher in die Ehrenliste 2004 aufgenommen. Franz Morak, dem die Bedürfnisse junger Leser und die Förderung von Kinder- und Jugendliteratur ein großes Anliegen sind: „Es ist wichtig, dass wir uns für das Medium Buch, für die Literatur für junge Leserinnen und Leser und das Recht dieser Leser auf Qualität einsetzen, das heißt für Literatur, die junge Menschen fesselt, mitreißt und überzeugt; Literatur, die beweist, was Erzählungen, Romane und Gedichte im Vergleich zu anderen Medien zu leisten imstande sind“. ■

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Österreich im EU-Netzwerk zur Gefäßerforschung

Das Institut für Pathophysiologie der Medizinischen Universität Innsbruck, das Institut für Gefäßbiologie der Medizinischen Universität Wien sowie die Firma Technoclone GmbH (Wien) sind Teilnehmer bei dem vor kurzem gestarteten „European Vascular Genomics Network“ (EVGN), dem ersten „Network of Excellence“ auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf- und Gefäßerkrankungen, das von der EU gefördert wird. EVGN wurde 2004 gegründet, um eine Schnittstelle zwischen Grundlagen- und klinischen Forschern zu bilden und die Verbreitung von Wissen auf dem Gebiet der Gefäßbiologie zu fördern und so Diagnose und Behandlung von Herz-Kreislauf- und Gefäßerkrankungen zu verbessern. An diesen Erkrankungen – die führende Todesursache in Europa – sterben jährlich mehr als 5 Mio. Menschen. Herzinfarkte und Schlaganfälle, die überwiegend auf Atherosklerose zurückzuführen sind, machen 80 % der Todesfälle aufgrund von Herz-Kreislauf- und Gefäßerkrankungen aus. EVGN wird von einem Konsortium geleitet, das aus 15 führenden europäischen Wissenschaftern auf dem Gebiet der Gefäßbiologie besteht und von Dr. Alain Tedgui (Inserm/Paris) koordiniert wird. Zu der österreichischen Partnerbeteiligung meint Univ.-Prof. Dr. Bernd Binder vom Institut für Gefäßbiologie der Med-Uni Wien: „Wir beschäftigen uns mit Mechanismen, die zu aktuellen Thrombosen führen. Die Gruppe in Innsbruck erforscht die Gen-Expressionsmuster bei Atherosklerose und Technoclone sucht nach neuen Diagnose- und Therapiemöglichkeiten“. ■

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New York: 25 Jahre Ars Electronica

Zu seinem 25-jährigen Jubiläum präsentiert sich das Linzer Ars Electronica-Festival erstmals in den USA und bietet in New York bis 18. Juli mit „Digital Avant-Garde“ einen Überblick der künstlerischen und digitalen Kunst. Seit 1987 sind beim Wettbewerb Prix Ars Electronica 28.000 Projekte von 19.000 Künstlern aus 87 Ländern eingereicht worden. Im New Yorker „Museum of the Moving Image“ und in der Galerie „Eyebeam“ sind auch dank Sponsor SAP Preisträgerprojekte aus zwei Jahrzehnten erstmals gemeinsam zu sehen. Die Schau wird durch ein Symposium im Austrian Cultural Forum begleitet und zeigt, dass innovative künstlerische Ideen auch in einem sich rasend schnell bewegenden virtuellen Raum nicht von technischer Entwicklung überrollt worden sind. ■

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New York: Brunner Memorial Prize für Wiener Architekten Hans Hollein

Der Wiener Hans Hollein, prägender Architekt der Postmoderne, ist in New York für seinen „signifikanten Beitrag in der Architektur als Kunst“ mit dem Arnold W. Brunner Memorial Prize ausgezeichnet worden. ■

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Goyas Grafik im Leopold Museum

Das Leopold Museum im Wiener MuseumsQuartier zeigt bis 20. September die großen grafischen Zyklen von Francisco de Goya (1746-1828), des bedeutendsten spanischen Künstlers an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert. In Wien sind nun die vier vollständig erhaltenen Radierfolgen in den jeweiligen Erstausgaben zu sehen, insgesamt 228 Blätter: „Los Caprichos“, „Los Desastres de la Guerra“, „La Tauromaquia“ und „Los Proverbios“ („Los Disparates“), auch seine Anfänge mit den „Radierungen nach Bildern von Velázquez“. Leihgeber der Erstausgaben von Goyas Zyklen ist das Stadtmuseum Oldenburg – der Mäzen Theodor Francksen hatte sie 1908 erworben. Der große Künstler, der sich mit seinen Arbeiten in eine gefährliche Zone von politischer und kirchlicher Macht wagte und als alter Mann nach Frankreich ins Exil ging, wo er 82-jährig in Bordeaux stirbt, sollte die gesamte Moderne wesentlich beeinflussen. Der Expressionismus und Surrealismus beriefen sich auf ihn. Künstler wie Klinger, Kubin und Ensor bezeichneten Goya als wichtige Inspirationsquelle. ■

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NÖ Festival: Glatt&Verkehrt

Das NÖ Festival „Glatt&Verkehrt“ von 23. Juli bis 1. August in Krems und Umgebung (u.a. Spitz, Stift Göttweig) ist für Freunde der Volks- und Weltmusik von großem Reiz, treffen doch sehr unterschiedliche Formen und Stile aufeinander, deren Konfliktpotenzial sich allerdings bei gemeinsamem Musizieren oft wunderbar löst. Zu hören sind u.a. Nouvelle Cuisine & Trachtenkapelle Rossatz (Österreich), Ensemble David Yengibarjan & Frank London (Armenien, Ungarn, USA), Frigg (Finnland, Norwegen), Susheela Raman (Indien/UK), Warsaw Village Band (Polen). Das Symposium der Donauuni Krems lautet „Musik und Trance“. Der ORF (Ö1) überträgt sämtliche Konzerte. ■

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„Fit für 50 plus“ – Mobil bis ins Alter

„Von den Kranken- zu den Gesundenkassen“, so lautet die Devise von Sport-Staatssekretär Mag. Karl Schweitzer, der mit seiner Kampagne „Fit für Österreich“ ein Umdenken in Richtung Prävention und Verbesserung des Gesundheitsstatus in allen Altersklassen bewirken will. In zeitgerechten Vorsorgemaßnahmen wird ein enormes Einsparungspotential zugunsten des gesamten Gesundheitssystems gesehen. „Regelmäßige körperliche Aktivität durch Bewegung und Sport steigert das allgemeine Wohlbefinden und erhöht unsere Lebensqualität um ein Vielfaches“, betont der selbst sehr sportliche Staatssekretär. Eine der wichtigsten Zielsetzungen im lebenslangen Sporttreiben ist auch die Erhaltung der Mobilität im Alter. Im Kern des Konzeptes „Fit für 50 plus“ geht es um die Erhaltung und/oder Wiedererlangung der körperlichen Bewegungssicherheit im täglichen Leben. Unter dem Motto „Gesund und fit – mobil in allen Lebenslagen – mobil bis ins hohe Alter“ startet ein Mobilitäts-Bus des Staatssekretariats für Sport, in Kooperation mit der Postbus AG und Intersport, seine Österreich-Tour und bietet der Generation 50 plus einen altersgerechten, kostenlosen Mobilitäts- und Fitness-Check. Die Tour beginnt am 12. Juni in Graz. Das Angebot umfasst einen Mobilitäts-Parcours zur Bestimmung der koordinativen Fähigkeiten und einen medizinischen Bereich (Herz-Kreislauf, Cholesterin, Freie Radikale) mit individueller Betreuung sowie sportwissenschaftlicher Beratung. Überdies gibt es Gelegenheit, sich im Nordic Walking bzw. sich mit Therabändern, Softbällen, Tanz & Musik zu versuchen. ■

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„SportKids“ erobern Österreich

Nach dem erfolgreichen Projektstart 2003 im Burgenland und den weiteren Standorten in Salzburg und Tirol wurde das Projekt „SportKids“ nun an der Volksschule Hohenems (Vorarlberg) installiert. Es soll auch in unserem westlichsten Bundesland Haltungsschäden und Übergewicht bei unseren Kleinsten entgegenwirken und letztlich das Gesundheitssystem in Österreich entlasten. Eine hervorragende Gelegenheit, die Zusammenarbeit zwischen Kindergärten und Schulen bzw. Sportvereinen zu intensivieren. „Ich sehe den Sport als Dienstleister am Gesundheitssystem“, erklärt Sport-Staatssekretär Mag. Karl Schweitzer. Im Rahmen der Initiative „Fit für Österreich“ forciert man Bewegungsprogramme für alle Bevölkerungsschichten und baut dabei auf Bewusstseinsbildung, vor allem bei den Jüngsten. „Die Kinder sollen frühzeitig zu selbständigem Sporttreiben motiviert werden. In letzter Konsequenz wird damit nämlich zukünftigen Arztkosten vorgebeugt, die die Krankenkassen belasten“, so Schweitzer.
Beim Projekt „SportKids“ testen sportpädagogisch geschulte Betreuer die motorische Begabung von Kindern im Alter von vier bis sieben Jahren. Leichte Übungen wie Weitsprung aus dem Stand oder Balancieren auf einem Bein geben Aufschluss über Sprungkraft, Gleichgewicht und Reaktionsfähigkeit. In einem Beratungsgespräch werden anschließend die Eltern über Talente oder Defizite ihrer Sprösslinge aufgeklärt und freiwillige Sporteinheiten außerhalb des täglichen Kindergarten- und Schulbetriebes angeboten. ■

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Schladming nach verpasstem WM-Zuschlag für 2011 optimistisch

Schladming wurde beim FIS-Kongress in Miami nicht mit der Austragung der alpinen Ski-Weltmeisterschaft 2009 beauftragt. Man hofft nun auf 2011. Den Zuschlag bekam nach 47 Jahren wieder einmal ein französischer Wintersportort, Val d´Isere nach Chamonix 1962. Nachdem sich Schladming erstmals nach 1982 beworben hat und erst 2001 in St. Anton eine Weltmeisterschaft in Österreich durchgeführt wurde, hielt sich die Enttäuschung in Grenzen. Am meisten rechnete ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel mit einem Sieg. „Aber unser Abschneiden ist absolut respektabel. Jetzt haben wir Auftrieb und Hoffnung für das nächste Mal“.■

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