Montag, 11. September 2006

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Ausländische Pflegekräfte werden legalisiert

Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Bartenstein hat am 4. September den Entwurf für eine Verordnung präsentiert, der die siebenjährige Übergangsfrist für die Beschäftigung von Pflegekräften aus den neuen EU-Ländern aufheben soll. Die Begutachtung dauert vier Wochen. Laut Bartenstein könnte die Neuregelung mit November in Kraft treten.
Geplant ist die Aufhebung der Sperre ausschließlich für Pflegedienste in Privathaushalten, in denen sich ein Pflegebedürftiger (mind. Pflegegeldstufe 1) befindet. Damit können jene geschätzten 40.000 Pflegekräfte vor allem aus Tschechien und der Slowakei, die derzeit illegal in Österreich arbeiten, legalisiert werden. Für alle anderen Arbeits- bzw. Pflegekräfte aus den neuen EU-Ländern bleibt die siebenjährige Übergangsfrist aufrecht.
Die private Beschäftigung von Pflege- und Betreuungskräften aus den neuen EU-Ländern ist nach dem Ausländerbeschäftigungsgesetz nicht mehr bewilligungspflichtig und auch nicht mehr strafbar. Die Entlohnung soll über der Geringfügigkeitsgrenze von 333 Euro liegen, womit der Sozialversicherungsschutz gegeben ist.
Besagte Pflegeverordnung hatte Bundeskanzler Wolfgang Schüssel bereits am 1. September im ORF-„Sommergespräch“ angekündigt und sich damit in der aktuellen Pflegedebatte klar für eine Legalisierung ausländischer Pflegekräfte in Privathaushalten ausgesprochen. Eine Dauerlösung für das Pflegeproblem in Österreich sei dies freilich nicht, betonte der Bundeskanzler. Gefordert seien die Sozialpartner, nach der nun vorgesehenen „Entkriminalisierung“ eine Lösung zu finden, die flexibel und leistbar sei. Doch: „Der kurzfristige Druck ist heraußen“, so Schüssel.■

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Energiestiftung zur Förderung erneuerbarer Energien

Bundeskanzler Wolfgang Schüssel hat am 1. September im ORF-„Sommergespräch“ die Errichtung einer Energiestiftung angekündigt. Die Stiftung soll für die nächsten fünf Jahre mit 500 Mio. Euro dotiert werden und Fördergelder für umweltfreundliche erneuerbare Energie (Wasserkraft, Sonnenergie, Holz) bereitstellen. Ziel ist es, bis 2020 den Anteil alternativer Energien von derzeit 22 % auf 45 % zu verdoppeln, um Österreich von Importen unabhängiger zu machen.
Gespräche um eine Mitbeteiligung der Energie-Wirtschaft (u.a. Verbund, OMV) sind laut Wirtschaftsminister Martin Bartenstein bereits im Gange. In Österreich wird inklusive Wasserkraft bereits ein Fünftel des Energiebedarfs über nachhaltige Energiebewirtschaftung abgedeckt. Das ist der viertgrößte Anteil in der EU.■

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Schüssel dankt Sozialpartnern für konstruktive Zusammenarbeit

Anlässlich des 60jährigen Bestehens der Sozialpartnerschaft in Österreich fand am 6. und 7. September in Bad Ischl ein Kongress der Sozialpartner statt („Bad Ischler Dialog“ 2006). Unter den Festrednern waren Bundespräsident Heinz Fischer sowie die Präsidenten der vier Sozialpartnerorganisationen – Arbeiterkammer, Wirtschaftskammer, Gewerkschaftsbund und Landwirtschaftskammer. Bundeskanzler Wolfgang Schüssel sandte eine Video-Grußbotschaft, worin er den Sozialpartnern für deren konstruktive Zusammenarbeit dankte und die österreichische Sozialpartnerschaft als eine „Erfolgsgeschichte der besonderen Art“ würdigte.
Die Sozialpartner hätten in einer Zeit der scharfen Trennung zwischen Ost und West zusammengefunden mit dem gemeinsamen Bekenntnis zu demokratischer Freiheit und sozialer Verpflichtung. Schüssel erinnerte u.a. an das Verdienst der Sozialpartner beim Wiederaufbau Österreichs nach 1945 und an deren Engagement für einen erfolgreichen EU-Beitritt Österreichs sowie die jüngste EU-Erweiterung. „Und in der heurigen österreichischen EU-Präsidentschaft hat unser Land auch die Idee einer starken österreichischen Sozialpartnerschaft als Idee für ganz Europa eingebracht“, betonte Schüssel.■

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Pater Sporschill für humanitäre Verdienste ausgezeichnet

In Würdigung seiner großen humanitären Verdienste wurde Pater Georg Sporschill (60) am 5. September von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel mit dem großen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet. Der Jesuitenpater arbeitet seit 1991 in Rumänien, wo er 2002 ein Sozialzentrum für Straßenkinder gründete.■

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Iran-Atomstreit: Fortschritte bei Wiener Gesprächen

EU-Außenbeauftragter Javier Solana und der iranische Atom-Chefunterhändler Ali Larijani haben am 10. September in Wien ihre zweitägigen Gespräche zur Lösung des Atomstreits der westlichen Staatengemeinschaft mit dem Iran vorläufig beendet. Beide Seiten sprachen nach einem Treffen im Wiener Bundeskanzleramt davon, dass „Missverständnisse“ hinsichtlich des Anreiz-Paketes (für einen Stopp der iranischen Uran-Anreicherung) der fünf Vetomächte im UNO-Sicherheitsrat und Deutschlands sowie der entsprechenden Antwort des Iran ausgeräumt worden seien. Die Gespräche seien „konstruktiv und produktiv“ gewesen. Man habe „Fortschritte“ erzielt und für kommende Woche weitere Beratungen vereinbart, erklärten Solana und Larijani. Genauer Zeitpunkt und Ort wurden nicht bekannt gegeben. In Diplomatenkreisen wird Wien jedoch als Stätte einer neuerlichen Begegnung nicht ausgeschlossen. Bundeskanzler Wolfgang Schüssel wurde über den Stand der Verhandlungen informiert. ■

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Kanzler Schüssel bei ASEM-Gipfel in Helsinki

Mit einer Schweigeminute haben die Staats- und Regierungschefs beim Asien-Europa-Treffen (ASEM) in Helsinki (10./11. September) der Terroropfer vom 11. September 2001 gedacht. Die EU-Kommission sicherte der US-Regierung ihre weitere Unterstützung im Kampf gegen den Terror zu. Österreich war in Helsinki durch Bundeskanzler Wolfgang Schüssel vertreten. Im Mittelpunkt der ASEM-Beratungen der 38 Teilnehmerstaaten und der EU-Kommission standen die Auswirkungen der Globalisierung. EU und Asien verständigten sich dabei u.a. auf ein gemeinsames Vorgehen beim Klimaschutz.■

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Bundespräsident Fischer zu Staatsbesuch in der Schweiz

Bundespräsident Heinz Fischer absolvierte vom 7. bis 9. September einen Staatsbesuch in der Schweiz. Begleitet wurde er von seiner Ehefrau Margit sowie von Außenministerin Ursula Plassnik und dem Vorarlberger Landeshauptmann Herbert Sausgruber. Auf dem Programm standen u.a. Gespräche mit dem Schweizer Bundespräsidenten Moritz Leuenberger und Außenministerin Micheline Calmy-Rey in Bern. In einer gemeinsamen Pressekonferenz unterstrichen beide Politiker den Beitrag Österreichs und der Schweiz zum weltweiten Frieden. Erörtert wurden in diesem Zusammenhang insbesondere der Nahost-Konflikt, aber auch Europa- und EU-Fragen. Beide Seiten lobten zudem die ausgezeichneten bilateralen (Wirtschafts-)Beziehungen. Mit einem Handelsvolumen von fast 7 Mrd. Euro ist die Schweiz nach Deutschland, Italien, Frankreich und den USA fünftwichtigster Handelspartner Österreichs.■

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Ursula Plassnik betont führende Rolle Europas im Nahen Osten

Die EU werde sich nicht nur militärisch und sicherheitspolitisch, sondern auch politisch einbringen, um im Nahen Osten wieder einen politischen Prozess in Gang zu bringen. Darin seien sich alle Teilnehmer einig gewesen, erklärte Außenministerin Ursula Plassnik nach dem EU-Außenminister-Treffen im finnischen Lappeenranta (1./2. September). Die Außenministerin verwies auf den maßgeblichen Beitrag der EU am Zustandekommen der UNO-Resolution 1701, die dem Blutvergießen im Libanon ein Ende gesetzt habe. Die EU werde auch ihr humanitäres Engagement im Libanon und in den palästinensischen Gebieten fortsetzten. Die österreichische Bundesregierung hat insgesamt 900.000 Euro für zivile Hilfe und Entminungsarbeiten im Libanon bereitgestellt. ■

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Ukrainischer Außenminister Boris Tarasiuk besuchte Österreich

Außenministerin Ursula Plassnik hat am 5. September in Wien ihren ukrainischen Amtskollegen Boris Tarasiuk empfangen. Im Zentrum der Unterredung standen das Programm der neuen ukrainischen Regierung und die Fortsetzung des europäischen Annäherungsprozesses. Plassnik bezeichnete die Ukraine als wichtigen europäischen Partner, den man auf seinem Reformkurs weiterhin unterstützen werde. Die EU erwarte von der neuen Regierung allerdings auch, den eingeschlagenen Reformkurs mit Entschlossenheit fortzusetzen, betonte die Außenministerin.■

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Schüssel: „Langzeitarbeitslosigkeit unter Jugendlichen beseitigen“

Bundskanzler Wolfgang Schüssel zog nach dem Ministerrat am 5. September ein positives Resümee über die Beschäftigungslage im Monat August: „Wir haben um rund 58.000 Beschäftigte mehr als noch vor einem Jahr. Das ist die höchste Steigerung seit 1992. Besonders freut mich die stark gesunkene Zahl der jugendlichen Arbeitslosen“, sagte Schüssel. Das Coaching-Programm der Bundesregierung beginne zu greifen. Die Zahl der jugendlichen Arbeitslosen sei im August gegenüber dem Vergleichsmonat 2005 um 11,2 % zurückgegangen. Als nächstes Ziel nannte der Bundeskanzler die Beseitigung der Langzeitarbeitslosigkeit (sechs Monate und länger) unter Jugendlichen. „Kein Jugendlicher soll länger als drei Monate einen Arbeitsplatz suchen. Das ist ein ambitioniertes Ziel, das ich mit Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl vereinbart habe. Ich denke, wir können das schaffen“, so Schüssel. Insgesamt waren im August fast 3,4 Mio. Menschen in Österreich beschäftigt, was einer Steigerung von 1,8 % entspricht. Die Zahl der Arbeitslosen sank im Vergleich zum August des Vorjahres um 18.400 Personen (8,4 %). Festzustellen ist dabei ein anhaltend starker Zuzug von deutschen Arbeitskräften nach Österreich. ■

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Studie: Österreich bei Kaufkraft europaweit auf Platz 4

Der Wohlstand der Österreicher wird europaweit nur noch von den Luxemburgern, Schweizern und Briten übertroffen. Die reale Kaufkraft jedes Österreichers liegt bei 18.545 Euro pro Jahr und damit bei 169 % des europäischen Durchschnitts. Am kaufkraftstärksten sind die Luxemburger, die pro Kopf und Jahr über 27.270 Euro verfügen. Das sind die Ergebnisse einer aktuellen Studie des deutschen Marktforschers MB-Research. Der größte Konsumenten-Markt Europas ist nach wie vor Deutschland – trotz Konjunkturflaute und hoher Arbeitslosigkeit. Knapp ein Fünftel des europäischen Kaufkraftvolumens von fast 7.700 Mrd. Euro konzentriert sich auf das wirtschaftlich wichtigste EU-Land. Mehr als 82 Mio. Deutsche weisen eine Kaufkraft von insgesamt 1.495 Mrd. Euro auf. In Österreich sind die regionalen Kaufkraft-Gewinner das Wiener Umland (21.790 Euro) und die Bundeshauptstadt (21.173). Sie zählen neben Zug, Zürich und Inner-London-West zu den kaufkraftstärksten Regionen Europas.■

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WKÖ: Konjunkturmotor Export läuft auf Hochtouren

„Unser Exportmotor läuft auf Hochtouren und hat sich damit wieder als Hauptstütze für die heimische Konjunktur ausgewiesen“, betonte der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Christoph Leitl, anlässlich der am 31. August von der Statistik Austria veröffentlichten Außenhandelszahlen für das 1. Halbjahr 2006. Die Ausfuhren wuchsen demnach um 12,7 %, die Handelsbilanz ist positiv. Sowohl die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) als auch das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) hätten ihre heurigen Wachstumsprognosen auf 3 % nach oben revidiert, betonte Leitl. Das spreche für einen stabilen Export und eine generelle Festigung des Konjunkturaufschwungs. Damit würden die Maßnahmen der Bundesregierung in den Bereichen Qualifikation, Innovation und Steuerreform bestätigt, zeigte sich der WKÖ-Chef „vom richtigen Kurs Österreichs“ überzeugt. Die Exporte betrugen von Jänner bis Juni 2006 51,65 Mrd. Euro, die Einfuhren lagen bei 51,39 Mrd. Euro. Daraus ergibt sich eine positive Warenverkehrsbilanz von 250 Mio. Euro. Für das Gesamtjahr
rechnet die WKÖ mit einem Exportwachstum von 9 %. Das bedeute rund 63.000 zusätzliche Arbeitsplätze und 2,5 Mrd. Euro Mehreinnahmen für den Finanzminister, unterstrich Leitl.■

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Finanzminister Grasser: Republik bleibt Hauptaktionär bei AUA

Die Republik Österreich habe nicht vor, ihre Rolle als Hauptaktionär und bestimmender Eigentümer der AUA (Austrian Airlines) aufzugeben, signalisierte Finanzminister Karl-Heinz Grasser am 31. August volle Unterstützung für die heimische Fluggesellschaft. Hauptaktionär der AUA ist mit knapp 40 % die Staatsholding ÖIAG. „Die AUA bleibt rot-weiß-rot“, betonte Grasser. Für Österreich sei die AUA eine Standortfrage. Die Airline müsse jedoch die Kosten senken und die Erträge steigern.■

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Symposium über TV-Produktion und Medienstandort Österreich

Am 4. September fand in den Rosenhügelstudios in Wien eine Veranstaltung zur „Zukunft der Fernsehproduktion und des Medienstandortes Österreich“ statt. Veranstalter waren der bei der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH eingerichtete FERNSEHFONDS AUSTRIA, das Staatssekretariat für Kunst und Medien sowie die Filmstadt Wien. Im Rahmen dieses Symposiums erläuterte Kunst- und Medienstaatssekretär Franz Morak in seiner Eröffnungsrede die zukünftigen, globalen Rahmenbedingungen und kündigte gleichzeitig eine Verdoppelung des FERNSEHFONDS AUSTRIA von jährlich 7,5 auf 15 Mio. Euro ab dem Jahr 2007 an. Im Zuge der anstehenden Digitalisierung, die künftig „auch zunehmend ein Thema für den Radiobereich“ sein werde und angesichts einer Vielzahl von Medienkanälen seien „entsprechende qualitative, innovative, österreichische Inhalte“ erforderlich. Er plane daher auch die bestehenden Anreizmodelle und Fördermaßnahmen auszubauen und in Abstimmung mit dem Gemeinschaftsrecht eine „Contentförderung zu schaffen“. Diese Maßnahme solle zur Entwicklung und Sicherung österreichischer Inhalte und der kulturellen Vielfalt in den Bereichen Information und Unterhaltung dienen. „Ich denke, dass hier insbesondere privaten Medien, die anders als der öffentlich-rechtliche Rundfunk keine spezifischen Auflagen hinsichtlich der Qualität haben, verbesserte Produktionsbedingungen österreichischer Inhalte eröffnet werden können“, erklärte der Staatssekretär. Eine klare Absage erteilte Morak in seiner Rede jeglicher Diskussion über die Privatisierung eines Fernsehkanals oder eines Radioprogramms des ORF. Das duale Rundfunksystem und die Medienpolitik müssten künftig „völlig neu gedacht werden“. Rezepte aus analoger Vergangenheit würden in digitaler Zukunft nicht mehr funktionieren. ■

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Linzer Ars Electronica kooperiert mit japanischem TV-Sender KTV

Das Linzer Computerkunstfestival Ars Electronica ist eine Kooperation mit dem in Osaka ansässigen privaten japanischen TV-Sender Kansai TV (KTV) eingegangen, um Medienkunst in Japan besser bekannt zu machen. Weiters soll die Kooperation ein Beitrag zum Aufbau eines „Center for Cyber Arts“ sein, das 2011 in Osaka eröffnen soll. Schon ab 2007 soll es in Osaka ein jährliches Medienkunstfestival in Kooperation mit der Ars Electronica geben. Durch die Zusammenarbeit werde der „künstlerische Austausch zwischen Österreich und Japan vertieft, nicht nur in bereits bestehenden Bereichen, sondern, wie ich hoffe, auch in einer neuen, aufblühenden Kultur“, so KTV-Direktor Hiroshi Yamamoto. Für Ars-Leiter Gerfried Stocker ist es ein „großes Anliegen, das unglaublich kreative und zukunftsweisende Schaffen der Medienkünstler bekannter zu machen“. KTV, ein Sender der 1958 gegründeten Kansai Telecasting Corporation, erreicht in seinem Sendegebiet 8,7 Mio. Haushalte. Die Ars Electronica widmete sich heuer bis 5. September dem Generalthema „Simplicity“. Der Titel bezieht sich auf ein bei vielen Menschen vorherrschendes Gefühl, dass zwar die technischen Geräte vom Geschirrspüler bis zum Handy immer leistungsfähiger und komplexer würden, das Leben jedoch dadurch nicht eben leichter. Seelische Balance und das weite Feld der digitalen Welt – hier suchte die Ars Electronica zu vermitteln. Und so gab es z.B. Gespräche über Augustinus, Orgelmusik, Zen-Bogenschießen im Chorherrenstift St. Florian, für dessen acht Glocken Michael Nyman eigens ein Stück komponiert hat. Linz bot weiters elektronische Musik, Diskussionen über Massenmedien, die Gestaltung von Computerprogrammen und interaktive Kunst. Bei einer Gala am 1. September im Brucknerhaus, u.a. mit Kunst- und Medienstaatssekretär Morak, wurden die „Goldenen Nicas“ überreicht. 3.177 Projekte aus 71 Ländern nahmen heuer am Wettbewerb teil. Insgesamt 117.500 Euro an Preisgeldern gingen an die Gewinner der sechs „Nicas“. Zusätzlich wurden zwölf Auszeichnungen und 73 Anerkennungen ausgesprochen. ■

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Venedig: Österreich bei Architektur-Biennale über Megacities

Bis 19. November bringt die 10. Architektur-Biennale in Venedig unter dem Titel „Stadt, Architektur und Gesellschaft“ eine Ausstellung, bei der 16 Megacities aus vier Kontinenten – New York, Mexiko City, Kairo, Shanghai, u.a. – im Mittelpunkt stehen. Im österreichischen Pavillon in den Giardini – das Gebäude von Josef Hoffmann stammt aus dem Jahr 1934 – zeigt der in diesem Jahr von Kunst- und Medienstaatssekretär Morak zum Kurator des österreichischen Beitrages bestimmte Architekt Wolf D. Prix vom Architekturbüro CoopHimmelb(l)au die dreiteilige Ausstellung mit dem mathematischen Titel: „Stadt = Form Raum Netz“. Für diese Themenausstellung wählte er Arbeiten von Hans Hollein (Form), Friedrich Kiesler (Raum) und Gregor Eichinger (Netz) vom Architekturbüro Eichinger oder Knechtl. Von Hollein nahm Prix eine Collage aus dem Jahr 1964, die einen Flugzeugträger in einer ländlichen Szenerie zeigt – Modell einer komplexen Städtestruktur auf engstem Raum in der Weite der Natur. Der „Raumstadt“-Entwurf von Architekturvisionär Friedrich Kiesler (1890-1965) aus dem Jahr 1925 symbolisiert den von der Dramaturgie der Bühne beeinflussten Erlebnisraum der modernen Großstadt. Gregor Eichinger, den Prix einen „genialen Netzwerker“ nennt, wurde wegen eines Entwurfs ausgewählt, der mit einer Donaukanal-Überbauung am Wiener Schwedenplatz ein neues urbanes Netz über das Wasser legen möchte.
Der vierte Raum des Pavillons trägt den Titel „Vienna. Intensities“ und zeigt eine Schau von Andrea Börner und Bärbel Müller, die „die latenten Intensitäten Wiens“ darstellen möchte. Neben Statistiken zum städtischen Planungsverfahren kommen etwa auch die von den Bewohnern verzehrten Semmeln zur Sprache, um zu zeigen, dass die Komplexität einer Stadtentwicklung nicht nur auf der Basis von
Flächenwidmungsplänen lebt.
In einem angemieteten weiteren Raum ist die schon in Berlin gezeigte Ausstellung „Rock Over Barock“ mit sieben jungen Architekten und Architekturstudios – u.a. mit den next ENTERprise architects, ARTEC Architekten und Delugan Meissl – zu sehen.
Chefkurator dieser sensationellen Architekturbiennale, die einen faszinierenden und auch beängstigenden Blick auf die wachsenden Metropolen wirft – allein im Großraum Tokio leben 36 Millionen Menschen – ist der britische Theoretiker und Stadtplaner Richard Burdett. ■

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Europäische Kulturhauptstadt Linz: Finanzierung für 2009 gesichert

Die Finanzierung des Projekts Europäische Kulturhauptstadt Linz 2009 ist nun endgültig besiegelt. Die Förderungsverträge zwischen Bund, Stadt und Land und der Linz 2009 GmbH – mit einer Gesamtsumme von 60 Mio. Euro - wurden am 1. September unterzeichnet. Wie Kunst- und Medienstaatssekretär Morak sagte, sei es in 28 Monaten so weit: „Linz goes Europe“ oder „Europe goes Linz“. Im Jahr 2009 werde die oberösterreichische Landeshauptstadt „im Fokus der europäischen Aufmerksamkeit stehen“. ■

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Erhard-Busek-SEEMO-Medienpreis an den Kroaten Danko Plevnik

Der „Erhard-Busek-SEEMO-Preis für bessere Verständigung in Südosteuropa“ geht an den kroatischen Zeitungsjournalisten Danko Plevnik. Dies teilte die in Wien ansässige South East Media Organisation (SEEMO) mit. Plevnik ist Auslandsredakteur der kroatischen Tageszeitung „Slobodna Dalmacija“ und hat sich in mehreren Büchern analytisch mit Medien und Politik auseinander gesetzt. Zur Begründung der Preisvergabe, die am 13. Oktober in Wien erfolgt, verwies die Organisation auf die jahrelange journalistische Tätigkeit von Plevnik, besonders als Kolumnist in renommierten Medien anderer Staaten Ex-Jugoslawiens wie „Delo“ (Ljubljana), „Oslobodjenje“ (Sarajevo) oder „Nin“ (Beograd). Die Auszeichnung wurde vom ehemaligen Vizekanzler und heutigen Koordinator des EU-Stabilitätspakts für Südosteuropa, Erhard Busek, gestiftet. Geehrt werden sollen Journalisten, die sich durch ihre Tätigkeit in den Medien für ein besseres Verständnis unter den Völkern der Balkan-Region einsetzen – gegen Ausländerhass, für die Lösung von Minderheitenproblemen und die Überwindung der ethnischen Teilungen in Südosteuropa. ■

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In memoriam Gerhard Amanshauser

Gerhard Amanshauser, einer der herausragenden österreichischen Schriftsteller der Generation von H.C. Artmann und Thomas Bernhard, mit dem er befreundet war, ist am 2. September in seinem Haus am Salzburger Festungsberg gestorben. Zuletzt sorgte der Dokumentarfilm „Reisen im eigenen Zimmer“, bei dem er im Mittelpunkt stand, bei der Diagonale in Graz für Aufsehen. Mit Artmann und Bernhard verband Amanshauser die Skepsis und Radikalität in der Betrachtung der Gesellschaft. Selbst war er noch als 17-jähriger in den Krieg geschickt worden – später betrachtete er alle politischen Systeme mit Abscheu oder Vorbehalten. Keinen Finger wollte er auch für eine Mitarbeit am späteren „Wirtschaftswunder“ rühren. In Wien und Marburg an der Lahn studierte der 1928 in Salzburg Geborene zuerst Technik, Germanistik, und Anglistik, seit 1955 arbeitete er als freiberuflicher Schriftsteller. Seine Texte bewegen sich zwischen Traktat, Satire und Essay, Lyrik und Aphorismus und führen Traditionen österreichischer Sprachkultur wie die geschliffene Pointe und das Sprachspiel weiter. Amanshauser gilt als einzigartiger Stilist. Zu seinen wichtigsten Veröffentlichungen gehören „Aus dem Leben der Quaden. Eine Satire“ (1968), „Der Deserteur“ (1970), der 1981 verfilmte Roman „Schloss mit späten Gästen“ (1975), „Das Erschlagen von Stechmücken. Verstiegene Geschichten“ und „Gegen-Sätze. Ein Lesebuch“ (beide 1993). Der vielfach Ausgezeichnete erhielt 1994 ein Ehrendoktorat mit dem Literatur-Würdigungspreis des Bundes für Vielfältigkeit und Konsequenz in seinen Veröffentlichungen. ■

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Auslandskulturtagung 2006

Die diesjährige, schon traditionelle Auslandskulturtagung des Bundesministeriums für auswärtige Angelegenheiten stand am 7. September im MuseumsQuartier Wien unter dem Thema „MEDIEN / MACHT / KULTUR“. Im Mittelpunkt der Diskussion stand vor allem die Wirkung der global verfügbaren Medien (TV, Internet), aber auch des Radios, als Vermittler spezifischer Kulturvorstellungen. „Die Vermittlung der kulturellen Leistungen eines Landes nimmt in der internationalen Diplomatie einen wichtigen und nicht zu unterschätzenden Stellenwert ein. Außenpolitik und Kultur sind in Österreich seit jeher eng miteinander verflochten. So wird Österreich weltweit auch als eine bedeutende Kulturnation wahrgenommen“, betonte Staatssekretär Hans Winkler in seiner Festrede zum Thema „Internationale Resonanzen – Der Beitrag der Kultur zur ‚public diplomacy’“. In einer der interessantesten Passagen seiner Rede ging der Staatssekretär auf die „heute immer wieder medial vermittelten ‚kulturellen Differenzen’“ ein, „die oft auch außenpolitische Folgen haben“. Als aktuelle Beispiele führte er den Karikaturenstreit in Dänemark und die Berliner Ausstellung „Erzwungene Wege“ an, die sich mit den Vertreibungen im 20. Jahrhundert beschäftigte. „Künstler und Wissenschaftler, sowie die Macht der Bilder und der Worte beeinflussen die öffentliche Meinung und nehmen in gewissem Maße auch Einfluss auf die Politik eines Landes, da Ereignisse durch die internationale Vernetzung innerhalb kürzester Zeit medial weltweit verbreitet werden können. Auslandskulturpolitik arbeitet an den Schnittstellen zwischen Image und Identität. Österreich führt daher eine aktive Auslandskulturpolitik, weil wir darin eine Chance sehen, einen erkennbaren und auch für Österreich selbst sehr wertvollen Beitrag zum Dialog zwischen Kulturen zu leisten. So haben wir zur Unterstützung der europäischen Perspektive der Westbalkanstaaten die Initiative ‚Culture Matters’ gestartet, die der Überwindung mentaler Grenzen durch mehr Kulturaustausch dienen soll“, erklärte Winkler abschließend. Die Auslandskulturtagung wurde von hervorragenden Referenten geprägt – etwa dem Medienmanager und Filmproduzenten Jan Mojto, dem Literaturwissenschafter und Kulturphilosophen Wolfgang Müller-Funk, dem Geschäftsführer des
FESSEL-Meinungsforschungsinstituts Rudolf Bretschneider und dem Ö1-Radioprogrammchef Alfred Treiber. An einer Podiumsdiskussion über das Verhältnis von Medien und Kultur nahmen die Geschäftsführerin des RadioKulturhauses Christiane Goller-Fischer, die Kunsthistorikerin und Kulturmanagerin Agnes Husslein-Arco, der Literaturkritiker Paul Jandl und ORF-Planungschef Wolfgang Lorenz teil. ■

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BA-CA Kunstforum: Markus Lüpertz von Prominenz umsäumt

Das BA-CA Kunstforum in Wien zeigt bis 5. November mit etwa 90 Gemälden, Skulpturen und Zeichnungen eine Ausstellung über Markus Lüpertz. Der deutsche „Malerfürst“ zählt zu den Galionsfiguren einer Kunst, die trotz aller Dogmenwechsel am „traditionellen“ Tafelbild festhält. Berühmt wurde er Anfang der 70er Jahre durch seine Arbeiten mit „Deutschen Motiven“ wie NS-Stahlhelm, Wehrmachtsmantel, Kornfeld. Die Schau wurde in Anwesenheit u.a. von den Ex-Kanzlern Gerhard Schröder (Deutschland) und Franz Vranitzky (Österreich) eröffnet.

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Mehr Bewegung im Sport

Der bewegte Mensch ist ein gesunder Mensch und gesunde Menschen entlasten das Krankheitssystem. Diese an sich lapidare Erkenntnis wird in konkretem Bezug auf die medizinisch-ökonomische Wirksamkeit von vermehrter Bewegung und Sportausübung von immer zahlreicher werdenden, einschlägigen Studien bestätigt. Bewegung und Sport erhalten im Rahmen der derzeit geführten politischen Diskussion um die Finanzierbarkeit des Gesundheitssystems verstärkte Aufmerksamkeit in Hinblick auf die in ihnen schlummernden Kosten sparenden Potentiale. Diese Potentiale wurden bereits in Bezug auf die österreichische Situation konkret errechnet. So berechnete das Institut für Höhere Studien unter der Annahme, dass alle Erwerbstätigen durch betriebliche Gesundheitsförderungsprogramme erreicht werden und alle erwerbstätigen Personen, denen auf sie individuell zugeschnittenen Empfehlungen Folge leisten, volkswirtschaftliche Einsparungseffekte in der Höhe von bis zu € 3,64 Milliarden (= 1,7% des BIP). Die positiven Auswirkungen dieser Effekte, die als theoretische Annahme beschrieben werden, rücken durch interdisziplinäre Untersuchungen der volkswirtschaftlichen Kosten/Nutzen Rechnung des Breiten- und Freizeitsportverhaltens in den Bereich der Realisierung. Der bereits jetzt vorhandene Level an Sportausübung in Österreich bringt auch nach Abzug der sozioökonomischen Kosten verursacht durch Sportunfälle einen positiven volkswirtschaftlichen Saldo in der Höhe von € 263,7 Mio. pro Jahr. Der Anteil der Prävention nimmt im Vergleich betreffend die einzelnen Ausgaben der Krankenversicherung mit den Bereichen Früherkennung und Gesundheitsförderung sowie Gesundheitsfestigung und Krankheitsverhütung lediglich 1,2% in Anspruch, das sind rund € 145 Millionen. Stellt man dies den o.a. Einsparungspotentialen gegenüber, lässt sich leicht eine „signifikante Manövriermasse“ für eine quantifizierbare Argumentation zugunsten einer verstärkten Prävention mittels Bewegung und Sport herauslesen. Zudem wird die Individualverantwortung der Versicherten über eine Verschiebung der Finanzierungslasten zu deren Ungunsten verstärkt in Anspruch genommen. Hinweise bzw. ein Anbot von Bewegung und Sport als Präventivmaßnahme auch zur Kostenreduktion für den privaten Haushalt erfolgen jedoch nicht in einem adäquaten Ausmaß. Das gemeinsame Projekt „Fit für
Österreich“ versteht sich als Dachmarke für eine Reihe von innovativen Projekten, die unter dem Motto „Für ein lebenslanges Sporttreiben – der Sport als Dienstleister im Gesundheitssystem“ steht. „Fit für Österreich ist somit mein Beitrag in der Diskussion zur Reform des österreichischen Gesundheitswesens", so Sportstaatssekretär Karl Schweitzer. Mit dieser Projektreihe soll zielgruppenorientiert auf das Potential des organisierten Sports in Österreich aufmerksam gemacht, vorhandenes gesundheitsförderndes Potential ausgeschöpft und ein neuer Weg zur Entlastung des Gesundheitssystems gewiesen werden. Über vier Einzelbereiche beginnend mit dem Vorschulalter, Schule und Sportverein, Bewegung und Sport im Betrieb, Bewegung in der zweiten Lebenshälfte sollen alle Lebensabschnitte erfasst werden. Die mit dem Qualitätssiegel „Fit für Österreich“ ausgezeichneten gesundheitsorientierten Bewegungsprogramme konzentrieren sich auf ein praxisnahes Angebot, die Ausbildung einer dauerhaften und individuellen Gesundheitskompetenz sowie einen freudvollen Zugang zur Bewegung. Angestrebt wird die Herausbildung eines gesunden Lebensstils durch Stärkung körperlicher, seelischer und sozialer Faktoren. Das Angebot der Vereine der Sport-Dachverbände ASKÖ, ASVÖ und SPORTUNION soll Bewegungsprogramme anbieten im Sinne eines ausdauerfördernden Trainings für das Herz-Kreislauf-System (Nordic Walking, Laufen, Radfahren, Skiwandern/ Skilanglauf,...), eines kräftigenden Trainings für den Bewegungsapparat (Rücken, Beckenboden,...), eines koordinativen Beweglichkeitstrainings (Geschicklichkeits- und Gleichgewichtstraining, kleine Spiele,...), eines ganzheitlichen Trainings sowie der Entspannung. ■

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