Montag, 14. Februar 2005
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Erfolgreiche Regierungsbilanz von fünf Jahren ÖVP-FPÖ-Koalition
Die Bundesregierung beging am 4. Februar den fünften Jahrestag ihrer erstmaligen Angelobung im Jahr 2000. Nach vorgezogener Nationalratswahl wurde die ÖVP-FPÖ-Koalition am 28. Februar 2003 fortgesetzt.
Gelegenheit für eine positive Bilanz der beiden Regierungsparteien bot unter anderem die Sondersitzung des Nationalrats zum Thema Wehrdienstverkürzung.
Bundeskanzler Wolfgang Schüssel verwies dabei auf die Rekordausgaben für die aktive Arbeitsmarktpolitik (Verdoppelung auf 1.542 Mio. Euro) und die um 2.500 Euro gestiegenen Bruttolöhne. Deutlich höher als vor fünf Jahren lägen trotz Reformen auch die Pensionszahlungen. Für Pensionisten stünden heute über 6,3 Mio. Euro mehr zur Verfügung. „Der Vergleich macht sicher und beruhigt“, so Schüssel. Die Spareinlagen seien um 60 Mrd. Euro angewachsen, es gebe heute 100.000 Wohnungen und 70.000 Betriebe mehr als 1999. Die Zahl der Fachhochschüler sei von 10.000 auf 24.000 gestiegen.
Der Bundeskanzler zitierte in diesem Zusammenhang aus der „Neuen Zürcher Zeitung“, die Österreich kürzlich als „Erfolgsmodell“ (NZZ, 29. Jänner) bezeichnet hatte. Demnach gehöre das Land heute zu den reichsten Ländern der Welt, die Arbeitslosigkeit sei mit 4,5 % vergleichsweise gering. Österreich sei zudem ein demokratischer Rechtsstaat mit soliden Institutionen.
Schüssel bezog sich auch auf eine Analyse in der renommierten „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ, 4. Februar) über die „Wiener Wendejahre“, worin unter anderem betont wurde, dass in keinem EU-Land der Frauen-Anteil in der Regierung höher sei als in den Kabinetten Schüssel I und II. Laut FAZ seien in Österreich selten Reformen mit ähnlichem Elan in Angriff genommen worden. Die Steuerreform, deren zweiter Teil zu Jahresbeginn Wirksamkeit erlangte, würde Österreich nochmals erheblich voranbringen. Ebenso werde in der FAZ sowohl auf die Erhöhung der Forschungsförderung im Allgemeinen, als auch auf die Steigerung des staatlichen Anteils an der Forschungs- und Entwicklungsquote unter Schwarz-Blau hingewiesen. „Das ist auch unser Land, über das so geschrieben wird in internationalen Zeitungen, dieses Land lieben wir und dieses Land lasse ich mir nicht schlecht reden“, erklärte der Bundeskanzler in Richtung Opposition.
„Wir haben eine Rekordzahl an Beschäftigten“, unterstrich Schüssel. Natürlich sei jeder Arbeitslose zu viel, aber im letzten Jahr habe man 44.000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen.
Der Schuldenstand von 1999 mit 66,5 % sei nun auf 64 % abgesenkt worden und werde nächstes Jahr 62,8 % betragen, sagte der Bundeskanzler.
Zufrieden mit der fünfjährigen Regierungsarbeit ihrer Partei – insbesondere im Sozialbereich – zeigte sich auch Sozialministerin und FPÖ-Obfrau Ursula Haubner. ■

Wehrdienstverkürzung: Für Kanzler Schüssel hat Sicherheit Priorität
Der Schutz an der Grenze und der Bevölkerung im Katastrophenfall bleibe unabhängig von der geplanten Wehrdienstverkürzung gesichert, betonte Bundeskanzler Wolfgang Schüssel am 4. Februar in der auf SPÖ-Initiative einberufenen Sondersitzung des Nationalrats zum Thema Heeresreform. Verteidigungsminister Günther Platter werde diese noch heuer dem Parlament zuleiten. Die Inhalte der Heeresreform wie die Verkürzung des Wehrdienstes auf sechs Monate, (ab 1.1.2006) und des Zivildienstes auf neun Monate, sowie die gute Ausbildung für die jungen Menschen, die erstklassige Sicherheit bei Katastrophen im Inland oder die bewährten Auslandseinsätze seien unbestritten, so Schüssel. Geplant ist noch für Februar ein umfassender Sicherheitsgipfel mit Vertretern des Bundesheeres, der Exekutive, der Hilfsorganisationen und Justizanstalten. ■

Sozialbericht: Soziales Netz in Österreich soll weitergeknüpft werden
Bezug nehmend auf den neuen Sozialbericht hoben Sozialministerin Ursula Haubner und Sozialstaatssekretär Sigisbert Dolinschek das gute soziale Netz in Österreich hervor. Allerdings seien auch 13 % von Armut gefährdet, besonders kinderreiche Familien, Alleinerzieher, Ausgleichzulagenbezieher. Dagegen werde die Regierung weiterhin kämpfen. In der EU liegt Österreich mit Sozialausgaben von 64,4 Mrd. Euro an fünfter Stelle. Die Sozialquote sei von 28,4 % (2000) auf 29,1 % (2002) gestiegen. ■

Bundespräsident Heinz Fischer auf Staatsbesuch in Indien
Von 16. bis 22. Februar ist Bundespräsident Heinz Fischer auf Staatsbesuch in Indien. Es ist nicht nur der erste große außereuropäische Staatsbesuch Fischers, sondern überhaupt die erste Visite eines österreichischen Staatsoberhauptes in Indien. Den bisher ranghöchsten Indienbesuch aus Österreich absolvierte 1984 der damalige Bundeskanzler Fred Sinowatz, der noch mit Regierungschef Indira Gandhi zusammengetroffen war. 1999 stattete der indische Staatspräsident Kocheril Raman Narayanan anlässlich des 50-jährigen Jubiläums diplomatischer Beziehungen auf Einladung von Bundespräsident Thomas Klestil Österreich einen Staatsbesuch ab. Fischer erwidert nun auf Einladung von Staatspräsident Avul Pakir Jainulabdeen Abdul Kalam diese Visite. Fischer wird von seiner Frau Margit und einer hochrangigen Delegation begleitet, der Vizekanzler Hubert Gorbach, Wirtschaftsminister Martin Bartenstein sowie die Landeshauptleute Herwig van Staa (Tirol) und Gabriele Burgstaller (Salzburg) angehören. WKÖ-Präsident Christoph Leitl leitet eine Abordnung von rund 70 Unternehmen. ■

Flutkatastrophe: Sri Lanka dankt für Österreichs Hilfsbereitschaft
Der Präsident der Sri Lankisch-Österreichischen Gesellschaft, Ranmal de Silva, dankte Bundespräsident Fischer für die Hilfe Österreichs nach der Tsunami-Katastrophe. Durch diese Unterstützung habe seine Organisation schon mehrere Tonnen Hilfsgüter und Medikamente an Notleidende verteilen können.
In seinem Schreiben (2. Februar) bedankte sich Ranmal de Silva „bei all jenen Österreicherinnen und Österreichern, welche den von der Flutkatastrophe Betroffenen im Katastrophengebiet Sri Lanka mit Geld- und Sachspenden sowie mit organisatorischer Hilfe ermöglichten, spontan und unbürokratisch Soforthilfemaßnahmen in die Wege zu leiten“.
Auch Bundeskanzler Schüssel erinnerte in der Fragestunde des Bundesrats, dass Österreich 50 Mio. Euro inklusive der Ersthilfe von 8 Mio. Euro für den Wiederaufbau nach der großen Flutkatastrophe in Südostasien zur Verfügung stelle. „Damit sind wir durchaus unter den führenden Geberländern“. Mit dem EU-Nettozahler-Anteil Österreichs kämen weitere 11 bis 12 Mio. Euro hinzu. Österreich habe außerdem einen Schuldenerlass angeboten. Allein Indonesien hätte in den nächsten beiden Jahren 370 bis 380 Mio. Euro zurückzahlen müssen. Von privater Seite seien mindestens 30 Mio. Euro zugesagt worden, sodass „ausreichend Geld für den Wiederaufbau“ bereit stehe.
Der Kanzler sprach von einem überparteilichen „rot-weiß-roten Gesamtprojekt“. Österreichs Leistungen seien in den Katastrophengebieten außerordentlich geschätzt, verwies Schüssel u.a. auf die österreichischen Wasseraufbereitungsanlagen oder das Know-how Österreichs zur DNA-Analyse. Nun gelte es vor allem, die wirtschaftlichen Projekte mit politischen Rahmenbedingungen zu begleiten, denn in manchen Gebieten drohe der Zerfall des Gesamtstaates.
Der offizielle Koordinator für Wiederaufbau, Ex-Innenminister Strasser, erklärte, dass bereits 10 bis 11 Mio. Euro für konkrete Projekte verplant seien. Dabei handle es sich um Beträge, die von den Bundesländern zur Verfügung gestellt wurden. Die Projekte reichen von Selbsthilfe-Programmen bis zur Errichtung ganzer Dörfer bzw. der nötigen Infrastruktur sowie dem Aufbau von Gesundheitszentren und Schulen. ■

Ungarns Ex-Premier Gyula Horn besucht Bundespräsident Fischer
Der ehemalige ungarische Ministerpräsident Gyula Horn stattete Bundespräsident Heinz Fischer am 8. Februar einen Freundschaftsbesuch ab. Themen des Gesprächs in der Wiener Hofburg waren u.a. die Auswirkungen des EU-Beitritts auf Ungarn sowie die weitere EU-Entwicklung. Die bilateralen Beziehungen bezeichneten Fischer und Horn unisono als „hervorragend“. ■

Israels neuer Österreich-Botschafter Dan Ashbel in Wien eingetroffen
Dan Ashbel, Israels neuer Botschafter in Österreich, ist in Wien eingetroffen. Ashbel war von 1986 bis 1989 schon in der israelischen Vertretung in Wien als Botschaftsrat tätig. Sein Amtsvorgänger Avraham Toledo bezeichnete, bevor er Österreich verließ, die bilateralen Beziehungen derzeit als „so gut wie nie zuvor“. ■

Indiens Wirtschaftsboom auch für Österreichs Unternehmen wichtig
Indiens Wirtschaft boomt: Im Wirtschaftsjahr 2003/04 betrug das BIP-Wachstum 8,1 %. Indien ist für Auslandsinvestitionen höchst attraktiv, und dementsprechend groß sind die Hoffnungen, die österreichische Unternehmen auf den Staatsbesuch von Bundespräsident Fischer setzen. Auf der Wirtschaftsagenda des Staatsbesuchs stehen diverse Abkommen. Auf dem Eisenbahn- und Wasserkraftsektor existieren bereits bilaterale Abkommen, ein weiteres im Gesundheitsbereich ist unterschriftsreif. Auf Vorschlag Indiens soll auch ein Abkommen im IT-Sektor geschlossen werden, im Wissenschaftsbereich könnte es zu einer Absichtserklärung kommen.
Laut Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) laufen etliche Projekte, so ein integriertes Wassernutzungsprojekt in Andhra Pradesh und eine Biodiesel-Anlage. Österreich ist auf dem Biomasse-Sektor führend, wobei Anlagen für Stadtmüll und Agrarabfall schon geliefert wurden. Ein anderes Atout Österreichs ist das Wassermanagement; in Hyderabad steht ein EU-gefördertes Projekt vor dem Abschluss. Auch im Tourismus ist eine engere Kooperation geplant. Am Verkehrssektor ist einiges in Bewegung: So werden die der AUA zugestandenen sieben wöchentlichen Flüge nach Mumbai ab Mai anlaufen. Bei Flughafenausbauten ist eine Wiener Gruppe aktiv. Während des Staatsbesuchs stehen Termine mit den Ministern für Luftfahrt, Transport und Finanzen auf dem Programm.
Das Handelsvolumen Österreichs mit Indien erreichte 2004 mit 500 Mio. Euro eine Rekordmarke. Die Exporte stiegen um 45 % (260 Mio. Euro), die Importe um 27 % (240 Mio. Euro). Wichtigste Ausfuhrgüter sind Maschinenbauerzeugnisse und Fahrzeuge, eingeführt werden vor allem Bekleidung und Schuhe. Die EU-Staaten sind Haupthandelspartner Indiens (12 %), gefolgt von den USA, China und Japan.
Der Staatsbesuch Fischers wird auch in die Hauptinvestitionsregionen Indiens, die Bundesstaaten Maharashtra, Andhra Pradseh und Karnataka führen. Allein für Infrastrukturprojekte – Straßenbau, Bahnmodernisierung und Flughafen(aus)bau – hat die „Investment Commission“ Indiens für die nächsten zehn Jahre ein Investitionsvolumen von 150 Mrd. Dollar (117,5 Mrd. Euro) angepeilt. ■

Siemens übernimmt VA Tech
Eine der größten Übernahmen in der österreichischen Industriegeschichte ist praktisch perfekt: Nach monatelangem Tauziehen dominiert der Siemens-Konzern mit dem Überschreiten der 90-Prozent-Marke den börsenotierten Linzer Anlagenbauer VA Tech. Mit der Übernahme der VA Tech, die mit rund 4 Mrd. Euro Jahresumsatz und 17.000 Mitarbeitern Österreichs größter Technologiekonzern ist, macht Siemens rund 1 Mrd. Euro flüssig. Nun sind die Kartellbehörden in der EU, den USA und in Kanada am Zug. Die EU-Kommission hat angekündigt, die Transaktion eingehend zu prüfen. Siemens-Österreich-Chef Albert Hochleitner sieht „keine allzu großen Probleme“ und rechnet mit dem Closing noch im Juli. Durch VA Tech verdoppelt sich Siemens Österreich auf rund 34.000 Mitarbeiter und mehr als 8 Mrd. Euro Umsatz. Vizekanzler Gorbach meinte, dass für die Mitarbeiter der VA Tech der profitable Weltkonzern Siemens „sicher die beste Lösung für die Privatisierung der VA Tech auf österreichischem Wege“ darstelle. ■

Schüssel ehrt Wolfgang Porsche
Kanzler Wolfgang Schüssel überreichte am 2. Februar im Bundeskanzleramt Wolfgang Porsche, dem Stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrates sowie Gesellschafter der Porsche Holding GmbH, das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich. Die Porsche Holding GmbH mit Hauptsitz in Salzburg beschäftigt ca. 13.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete zuletzt einen Jahresumsatz von 7,6 Mrd. Euro. Allein in Österreich bildet das Unternehmen gegenwärtig 550 Lehrlinge aus, zuletzt wurden zum 50-Jahr-Jubiläum 50 zusätzliche Lehrlinge eingestellt. ■

Internet-Plattform hilft Behinderten
Eine neue Internet-Plattform will behinderten Menschen am österreichischen Arbeitsmarkt helfen. WKÖ-Chef Leitl will an Sozialministerin Haubner herantreten, um mit ihr bessere Rahmenbedingungen für Behinderte am österreichischen Arbeitsmarkt zu erreichen. Im Bereich der integrativen Berufsausbildung mahnte Leitl „notwendige Bewusstseinserweiterung“ ein. ■

EU-Japan-Jahr der Begegnung 2005 in Österreich eröffnet
Im Museum für Angewandte Kunst in Wien (MAK) wurde am 1. Februar das „EU-Japan-Jahr der Begegnung 2005“ eröffnet. Es steht unter dem Ehrenschutz von Außenministerin Ursula Plassnik, Bildungsministerin Elisabeth Gehrer und Kunststaatssekretär Franz Morak. Die Regierungschefs der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union haben mit der japanischen Regierung beschlossen, 2005 zum Begegnungsjahr EU-Japan zu erklären. Ziel ist die Förderung von Kontakten sowie die Verbesserung des Verstehens der europäischen und japanischen Gesellschaft und Kultur. Realisiert werden besonders Projekte der kulturellen Tradition, von Wissenschaft und Forschung, des Bildungswesens, von Jugend, Sport, Wirtschaft. Der Nachhaltigkeit der eingegangenen Kooperationen kommt besondere Bedeutung zu. Österreich beteiligt sich mit mehr als 50 Projekten am kulturellen Dialog mit Japan und stellt somit neben Großbritannien im gesamten EU-Raum die größte Zahl an Veranstaltungskooperationen. Zwischen Japan und Österreich bestehen seit dem Beginn der Moderne und den Einflüssen für den Wiener Jugendstil traditionelle Kunstkontakte. ■

Ausstellung zum Staatsvertragsjubiläum: „DAS NEUE ÖSTERREICH“
Vom 16. Mai bis 1. November wird in der Österreichischen Galerie im Oberen Belvedere die zentrale Ausstellung zum Staatsvertragsjubiläum 1955/2005 gezeigt. Die Schau, die durch eine gemeinsame Initiative des Bundes, der Stadt Wien und einer privaten Sponsorengruppe entsteht, soll die Geschichte und Entwicklung Österreichs vom Ende der Monarchie bis heute ausleuchten und die Basis für eine breite, differenzierte Diskussion bieten. Am 31. Jänner wurde dieses Projekt u.a. von Kunststaatssekretär Morak und dem Vertreter des Personenkomitees, Hannes Androsch, vorgestellt. Die Ausstellung führt die Besucher in wesentlichen Kapiteln vom Ende der Monarchie, „Zerfall & Orientierung“, bis zu „Österreich in Europa“ zum 10-Jahr-Jubiläum in der EU. Jedes der Themen wird von Wissenschaftern aufbereitet, etwa von den Historikern Ernst Bruckmüller, Herbert Matis, Manfred Rauchensteiner, dem Politologen Anton Pelinka. Wissenschaftlicher Gesamtleiter ist Günter Düriegl. Wie Morak erklärte, sei wichtig dass „diese Ausstellung am historischen Ort des Belvederes – am Ort der Unterzeichnung des Staatsvertrages 1955 – stattfinde. Ich bin sehr froh, dass es aus diesem Anlass gelungen ist, mit Mitteln des Bundes den Marmorsaal zu sanieren“. Rund 250.000 Besucher werden erwartet. ■

Morak zeichnet „Die schönsten Bücher Österreichs 2004“ aus
„Die schönsten Bücher Österreichs 2004“ wurden in einem Wettbewerb, vom Hauptverband des Österreichischen Buchhandels in Zusammenarbeit mit dem Bundeskanzleramt veranstaltet, ermittelt. Die Preise werden am 16. Februar von Kunststaatssekretär Morak und Hauptverbandspräsident Alexander Potyka im Bundeskanzleramt überreicht. „Gehen über den Hügel von St. Margarethen von Stein zu Stein“, herausgegeben von Katharina Prantl im Passagen Verlag, widmet sich dem Steinbruch bei St. Margarethen im Burgenland, der seit Ende der 1950er Jahre von Bildenden Künstlern genutzt wird. Die Jury lobte u.a. die hervorragende Gestaltung, buchbinderische Elemente und hohe Fotoqualität. „Freuds verschwundene Nachbarn“, herausgegeben von Lydia Marinelli im Verlag Turia + Kant, dokumentiert die Geschichte des Hauses in Wien, Berggasse 19, in der NS-Zeit. Gelobt wurden die lebendige Aufarbeitung des Themas und auch die typographische Gestaltung. „Eins und eins ist elf. Kooperation Technologie Campus Kärnten“, von Hans-Joachim Gögl, erschienen im Wieser Verlag, versammelt dreizehn Gespräche mit Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur über die Potenziale des Lebens- und Wirtschaftsraumes Kärnten. Die Jury zeigte sich begeistert vom „klaren, übersichtlichen Textlayout mit erfrischenden farbigen Akzenten“. ■

Morak: Lesefest anlässlich der Kinder- und Jugendbuchpreise 2005
„Lesen ist mehr als nur eine messbare Kulturkompetenz. Denn Lesen eröffnet für Kinder und Jugendliche neue Welten, nährt ihre Vorstellungskraft und Fantasie und unterhält mit Text und Bild. Deshalb finden qualitätsvolle Kinder- und Jugendbücher trotz der medialen Konkurrenz von Filmen oder Computerspielen immer ihren festen Platz im Kinderzimmer“, so Kunststaatssekretär Morak anlässlich der Bekanntgabe der Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreise 2005. Seit 50 Jahren wird die Produktion qualitätsvoller Kinder- und Jugendliteratur österreichischer Verlage staatlich ausgezeichnet. Morak erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass zahlreiche Preisbücher seit 1955 als Longseller noch immer in den Buchhandlungen zu finden sind. Anlässlich der Preisverleihung durch Morak am 21. April findet in ganz Österreich rund um diesen Termin ein Lese-Fest in Literaturhäusern und Buchhandlungen statt. Wie auch in den vergangenen Jahren werden die Preise wieder in Gleisdorf (Steiermark) verliehen.
24 Verlage reichten 76 Bücher ein. Von einer achtköpfigen Jury wurden folgende für einen Preis ausgewählt: Das Bilderbuch „Der Zapperdockel und der Wock“ von Georg Bydlinski und Jens Rassmus (Dachs-Verlag), das Bilderbuch „Die Häuser der Selma Khnopff“ von Karla Schneider und Stefanie Harjes (NP Buchverlag), das Kinderbuch „Ein Märchen ist ein Märchen ist ein Märchen“ von Marjaleena Lembcke, illustriert von Sybille Hein (NP Buchverlag) und das Kinderbuch „Flaschenpost für Papa“ von Hubert Schirneck, illustriert von Melanie Kemmler (NP Buchverlag). 10 weitere erstklassige Bücher wurden in die Kollektion zum Kinder- und Jugendbuchpreis aufgenommen. ■

Austria at ARCO 2006: Österreich zentral bei spanischer Kunstmesse
Die internationale Kunstmesse ARCO (Feria Internacional de Arte Contemporaneo) in Madrid hat Österreich als Gastland 2006 eingeladen. 22 österreichische Galerien für zeitgenössische Kunst werden auf dieser wichtigen europäischen Messe von 9. bis 13. Februar in einer eigenen Halle eine Vorstellung der aktuellen Tendenzen geben. Ein Schwerpunkt ist Medienkunst, Einzelschauen sind Erwin Wurm und der Künstlergruppe „gelatin“ gewidmet. Zahlreiche weitere Kooperationen zwischen spanischen und österreichischen Museen und Kunstinstitutionen sind geplant. „Im Jahr 2006, wenn Mozart rauf und runter gespielt wird, tut es gut, dass es ein vitales Zeichen des Zeitgenössischen gibt“, meinte Kunststaatssekretär Morak bei der Präsentation im Wiener Museum für Moderne Kunst (Mumok). „Die Einladung bestätigt unseren Kurs: Internationalität muss Normalität werden“, so Morak. Die repräsentativen Galerien wurden nach Vorschlägen des Galerienverbandes durch ein Auswahlverfahren von einer Jury ermittelt. Im Schwerpunkt zum Thema Medienkunst sind das ARS Electronica Center Linz und die Neue Galerie Graz vertreten. Ein weiterer Höhepunkt ist Design aus Österreich, u.a. mit der Ausstellung „Skulptur als Möbel / Möbel als Skulptur“ der Neuen Galerie Graz. Gemeinsam mit den Hamburger Deichtorhallen ist eine Arnulf Rainer – und Dieter Roth-Schau geplant. Auf spanischem Wunsch zeigt die Wiener Albertina in Madrid Arbeiten Egon Schieles auf Papier unter dem Titel „Figur und Expression“. Die ARCO gilt als eine der bedeutendsten Kunstmessen der Welt. Gastland war heuer Mexiko. ■

Medizin-Ehrendoktorat Wien an den Immunologen Fritz Bach
Die Medizinische Universität Wien hat am 2. Februar zum ersten Mal ein Ehrendoktorat Wien vergeben – an den in Fachkreisen weltbekannten Immunologen und Transplantations-Experten Univ.-Prof. Dr. Fritz Bach. 1934 in Wien geboren, musste er Österreich 1939 wegen des NS-Terrors verlassen. 1960 schloss er sein Medizinstudium an der Harvard Medical School in Boston (USA) ab. Nach seiner Ausbildung in der Inneren Medizin begann er seine wissenschaftliche Karriere, die ihn an die Universitäten von Wisconsin, Minnesota, Wien und wieder zurück an die Harvard University führte. Bachs Arbeitsschwerpunkte liegen in der Genetik, der Immunologie und in den letzten Jahren auch in der Gefäßbiologie und der Xenotransplantation, also der Übertragung von Organen, Geweben oder Zellen zwischen zwei Spezies, etwa zwischen Tier und Mensch. Bach war der erste, der auf die Schlüsselrolle der Aktivierung von Endothelzellen bei der Abstoßungsreaktion im Rahmen von Xenotransplantationen hinwies. Zusammen mit seinem Kollegen Augustin Dalmasso stellte er das Konzept vor, dass die Herstellung so genannter „transgener“ Schweine, also von Tieren, die menschliche Oberflächenproteine in ihren Gefäßen ausbilden, die hyperakute, also besonders schnelle, Abstoßung eines artfremden Organs verhindern könnte. ■

Arbos-Gehörlosentheater-Festival
Theater ohne Sprache heißt nicht, dass ein Theaterabend ohne Text auskommen muss. Schließlich kann ein Drama auch mit Hilfe der Gebärdensprache zu Wort kommen. Seit sechs Jahren zeigt das Arbos-Gehörlosentheater-Festival jedes Jahr, dass diese Theaterform ein besonderes Genre des zeitgenössischen Theaterschaffens ausmacht. Das Festival eröffnet am 11. März im Theater des Augenblicks in Wien, dauert bis 19. März, und tourt dann durch Wiener Neustadt, Amstetten, St. Pölten (Niederösterreich), Salzaus neun Ländern – darunter USA, Singapur, Großbritannien, Slowenien, Island und Polen. Österreich ist vertreten durch Arbos und die niederösterreichische Theatergruppe Accus. Die Veranstalter wenden sich nicht nur an ein gehörloses Publikum, sondern bewusst auch an hörende Zuschauer, damit diese die „poetische Weiterentwicklung“ der Gebärdensprache und ein „Bühnenerlebnis für geschärfte Sinne“ erleben können. Das Programm führt von Dzevad Karahasans Hölderlin-Bearbeitung „Der Tod des Empedokles“ über „Das Interview“, die Uraufführung eines Stückes von Laela Margret durch eine isländische Gruppe, bis hin zum Kindertheaterprogramm „Ich sehe was, was du nicht siehst“ von Herbert Gantschacher, das vom pol¬nischen TEATR 3 Szczecin auf die Bühne gebracht wird. ■

Österreichische Künstler helfen Flutkatastrophen-Opfern in Asien
Eine von Universal Österreich gesponserte CD mit dem von österreichischen Künstlern gesungenen Lied „Deine Hilfe wird gebraucht“ ist für 10 € am Markt. Mit dem Erlös sollen u.a. die Andamanen und Nikobaren beim Wiederaufbau unterstützt werden. An dem Projekt sind 70 Musiker beteiligt, u.a. Alkbottle, Wolfgang Ambros, die EAV, Rainhard Fendrich, André Heller, I-Wolf, das Nockalm Quintett, Christina Stürmer und auch die Wiener Philharmoniker. Auch alternative Musiker wie 3 Feet Smaller, Garish, Schönheitsfehler und die Ausseer Hardbradler initiierten eine Benefiz-Aktion „Alternativefor¬Asia“. Ein Benefizprojekt des Schauspielers Frank Hoffmann, das unter dem Ehrenschutz von Bundespräsident Heinz Fischer und Wiens Bürgermeister Michael Häupl stand, ging am 12. Februar in der Wiener Stadthalle über die Bühne – u.a. mit Timna Brauer, Ludwig Hirsch, Gerhard Bronner, STS, Jazz Gitti, Rounder Girls, Toni Stricker und Renato Zanella mit dem „Off ballett spezial“.
In der Helmut-List-Halle in Graz initiierte der Pianist Markus Schirmer gleichfalls ein Benefizkonzert mit engagierten Klassik-Kollegen wie Christian Altenburger, Julian Rachlin oder Thomas Zehetmair. Geboten wurden Werke u.a. von Bach, Mozart, Beethoven, Brahms, Dvorak, Ravel. Die Schauspieler Julia Stemberger, Wolfram Berger und Peter Simonischek beteiligten sich mit Lesungen.
Anlässlich des 125. Geburtstages des Österreichischen Roten Kreuzes, zu dem u.a. Bundespräsident Heinz Fischer in das Wiener Konzerthaus „zugunsten der Menschlichkeit“ lädt, dirigiert Franz Welser-Möst am 22. März die Wiener Symphoniker. Die Einnahmen gehen gleichfalls teilweise in das asiatische Tsunami-Gebiet, etwa für Trinkwasser-Aufbereitungsanlagen, auch für Brunnenbauten in Asien und Afrika. Auf dem Programm steht Bruckners Symphonie Nr. 5. ■

„Haydn & Mozart“ dominieren die Internationalen Haydntage 2005
Joseph Haydn und Wolfgang Amadé Mozart, künstlerisch und persönlich seelenverwandt, stehen im Mittelpunkt der Internationalen Haydntage von 8. bis 18. September 2005. Die dargebotenen Werkgattungen der Schöpfer der Wiener Klassik spannen einen Bogen vom Solorecital über Kammer- und Orchestermusik bis hin zu Messen und Oper. Publikumsliebling Adam Fischer wird mit seiner Österreichisch-Ungarischen Haydn Philharmonie die Haydn-Oper „L’anima del filosofo“ („Die Seele des Philosophen“) gestalten und die beiden traditionellen Abschlusskonzerte – mit Haydns Symphonie „Die Uhr“ und Mozarts g-moll Symphonie – dirigieren. Der konzertante Haydn-Messen-Zyklus wird heuer mit der „Schöpfungsmesse“ unter James Judd fortgesetzt. Zu Gast ist auch das italienische Meisterensemble für Alte Instrumente „Il Giardino Armonico“ unter Giovanni Antonini, die „Anima Eterna“ unter Jos van Immerseel. Christopher Hogwood leitet das Kammerorchester Basel. Angelika Kirchschlager gibt ein Haydn- und Mozart-Recital. ■

Olympisches Flair am Opernball
Nachdem Kaiser Franz Joseph I. 1877 zu einer „Soirée“ im Opernhaus zustimmte, war der Opernball in Wien begründet. Erst im Jahre 1935 wurde dieses internationale gesellschaftliche Ereignis „Wiener Opernball“ genannt, welcher an die zur Legende gewordenen Feste des Wiener Kongresses anschloss und der Hauptstadt Wien einen neuen Glanz verlieh. In der 128-jährigen Geschichte des Wiener Opernballs feierten heuer erstmals zahlreiche prominente Sportler ihr Debüt. Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel und Sport-Staatssekretär Mag. Karl Schweitzer konnten die olympischen Medaillengewinner Kate Allen (Triathlon), Roman Hagara (Segeln), Claudia Heill (Judo), Markus Rogan (Schwimmen) und Andrea Scherney (Weitsprung/Paralympics) begrüßen. Ebenso anwesend waren das Slalom-As Rainer Schönfelder und die Spitzen-Schwimmerin Mirna Jukic. ■

„SportKids“ erobern Österreich
Mit den neuen Standorten Stockerau (NÖ) und Gmunden (OÖ) wird das erfolgreiche Konzept fortgesetzt, welches Kindern von vier bis sieben Jahren zusätzliche Sporteinheiten anbietet. Das von Staatssekretär Schweitzer initiierte Projekt „SportKids“ ist bereits im Burgenland, in Salzburg, Tirol, Vorarlberg und Wien gestartet. „Unsere Kinder und Jugendlichen leiden unter großem Bewegungsmangel. Das körperliche Leistungsvermögen der Elf- bis Vierzehnjährigen in Österreich ist in höchstem Maße besorgniserregend. Übergewicht, Bewegungsunsicherheit und vor allem Haltungsschäden nehmen rasant zu. „Daher ist es mein Anliegen, dieser unerfreulichen Entwicklung bereits in früher Kindheit durch altersgerechte Bewegungsangebote frühzeitig entgegenzuwirken“, so Schweitzer. So wird Kindern ein spielerischer Zugang zu Bewegung und Sport eröffnet, werden Defizite ausgeglichen, können aber auch die Talente jedes Einzelnen gefördert werden. Im Sinne einer ganzheitlichen Ausbildung bietet das Projekt eine breite Palette an sportlichen Aktivitäten. Ebenso wird versucht, spielerisch die Begeisterung zu wecken, um sie so zu selbständigem Sporttreiben zu motivieren. Regionale Sportvereine der Dachverbände ASVÖ und SPORTUNION organisieren und veranstalten bereits die angebotenen Übungseinheiten. "Ich bin stolz auf dieses Projekt. Besonders freut mich die harmonische Kooperation zwischen Eltern, Kindern, Gemeinden und regionalen Sportvereinen“, erklärte Sport-Staatssekretär Karl Schweitzer. ■

Große Erfolge Österreichs bei der Alpinen Ski-WM in Bormio
Österreichs Ski-Team hat bei den 29. Alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Bormio (Italien) die Medaillen-Erwartungen klar übertroffen. Die ÖSV-Herrenmannschaft erreichte somit das beste Ergebnis seit 1958, wobei sich Benjamin Raich als der männliche Superstar der WM mit fünf Medaillen herauskristallisierte. Bei den Damen machten sich Mut und Risikobereitschaft nur selten bezahlt. „Die professionelle Arbeit und Einstellung aller ÖSV-Sportler und Funktionäre wurden wieder einmal belohnt“, freute sich Staatssekretär Mag. Schweitzer über die großen Erfolge. Auch Matthias Krenn, Vizepräsident der Wirtschaftskammer Österreichs zeigte sich begeistert. „Die österreichische Wirtschaft befindet sich in einem international ambitionierten Wettbewerb, der auch vom positiven Image Österreichs abhängt. Das Sportland Österreich stärkt mit dem Gewinn von Medaillen dieses weltweite Image und damit auch den Wirtschaftsstandort Österreich enorm“. ■

38. „Krone“-Fußballerwahl
Die Titel „Fußballer des Jahres“ und „Trainer des Jahres“ gingen heuer nach Mattersburg. Didi Kühbauer, zum sechsten Mal, und Franz Lederer bekamen die Auszeichnungen. „Jungstar des Jahres“ wurde das Sturm-Talent Jürgen Säumel, geehrt von Staatssekretär Schweitzer. ■