Montag, 19. November 2007
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Kanzler Gusenbauer: Kleine und mittlere Pensionen deutlich höher
Bundesregierung und Seniorenvertreter haben sich am 13. November auf die Pensionserhöhung für das Jahr 2008 geeinigt: Die Mindestpension (Ausgleichszulage) wird um 2,9 Prozent angehoben und liegt damit deutlich über dem Verbraucherpreisindex. Alleinstehende erhalten ab Jänner monatlich 747 Euro (+21 Euro brutto), Paare kommen auf 1.120 Euro. Für Pensionen darüber gibt es einen sozial gestaffelten Mehrbetrag, der bis zu einem Wert von 1.700 Euro auf 2 Prozent abgeschmolzen wird. Danach gilt eine Einschleifregelung, die das prozentuelle Plus mit steigender Pensionshöhe absenkt. Bei Pensionen über 2.161,50 Euro (das sind 55 Prozent der Höchstbeitragsgrundlage) ist eine monatliche Pauschalanhebung um 36,75 Euro festgelegt. Diese Deckelung (ohne Inflationsabgeltung) für Bezieher höherer Pensionen gilt bis inklusive 2010. Bei Pensionen darunter wird jährlich verhandelt.
Bundeskanzler Alfred Gusenbauer sprach nach dem Ministerrat von einer „guten Lösung für die Seniorinnen und Senioren in Österreich“. Diese berücksichtige sowohl die „berechtigten Interessen“ der älteren Generation als auch die langfristige Finanzierbarkeit des Pensionssystems. Gewinner seien die Bezieher kleiner und mittlerer Pensionen. Das beschlossene Modell sei durch die nach Pensionshöhe gestaffelte Anpassung „sozial sehr gut ausgewogen“ und trage einem zentralen Anliegen der Regierung Rechnung, „nämlich gegen die Altersarmut in Österreich anzukämpfen“, so Gusenbauer. Gewahrt blieben auch die Interessen der Jüngeren. „Alle Teile der Bevölkerung sollen einen Anteil am erwirtschafteten Reichtum haben“, unterstrich der Bundeskanzler unter Hinweis auf den „breiten Konsens aller politischen Fraktionen im Seniorenrat“. Vizekanzler Wilhelm Molterer bezeichnete die Einigung als „Ergebnis der Vernunft und des Augenmaßes“. ■

Koalition beschloss Haftentlastungspaket und Asylgerichtshof
Die Bundesregierung hat am 7. November im Ministerrat ein umfangreiches Reform- und Projektpaket verabschiedet. Geeinigt hat man sich unter anderen auf ein Haftentlastungspaket, wodurch ab 2008 bedingte Entlassungen erleichtert und die heimischen Gefängnisse entlastet werden sollen. Demnach werden bedingte Entlassungen zwar auch künftig erst nach drei Monaten Haft möglich sein, nunmehr allerdings auch nach teilbedingten Haftstrafen. Bei der Entscheidung nicht mehr berücksichtigt wird die so genannte Generalprävention (abschreckende Wirkung auf potenzielle Verbrecher). Eine intensive Betreuung vor und nach der Entlassung soll das Rückfallrisiko senken. Weitere Neuerungen: elektronische Überwachung ("Fußfessel") für Freigänger und gemeinnützige Arbeit statt kurzer Haftstrafen. Die Abschiebung ausländischer Häftlinge nach halber Haftdauer inklusive Rückkehrverbot wird in Zukunft bei bis zu dreijährigen Haftstrafen möglich sein, nicht jedoch bei über fünf Jahren oder bei Sexual- und Gewaltdelikten.
Grünes Licht gab man auch für die Errichtung des Asylgerichtshofes zur Beschleunigung der Asylverfahren. Das Asylgericht wird für alle Beschwerden gegen Bescheide der Asylbehörde zuständig sein.
Ebenfalls abgesegnet wurde die "Verfassungsbereinigung", also die Streichung von rund 1.000 Verfassungsbestimmungen aus einfachen Gesetzen. Beschlossen wurde zudem die Teilnahme des Bundesheeres an der EU-Mission im Tschad (mit 160 Soldaten) sowie das Ja Österreichs zur Schengen-Erweiterung inklusive begleitender Sicherheitsmaßnahmen im Hinterland, darunter die Verlängerung des Assistenzeinssatzes des Bundesheeres. ■

Gesamtschule: Einigung über Modellversuche
Zufrieden zeigten sich Bundeskanzler Alfred Gusenbauer und Vizekanzler Wilhelm Molterer nach dem Ministerrat am 13. November vor allem auch über den erzielten Kompromiss zur Schulreform beziehungsweise zur Reform der Schulversuche. Ermöglicht werden damit unter anderen „neue Modellversuche zur Weiterentwicklung der Sekundarstufe I“ (Hauptschule, Allgemeine Höhere Schule-Unterstufe) in künftigen Modellregionen. Geplant sind 30 bis 40 Schulstandorte, an denen ab September 2008 Modellversuche durchgeführt werden. „Mit dem sehr pluralistischen Modell setzen wir einen weiteren Mosaikstein auf dem Weg zu einem besseren Bildungssystem“, betonte Gusenbauer. Ziel ist es, sozial Schwächere und besonders Begabte gleichermaßen zu fördern. ■

Bundeskanzler Gusenbauer in Südtirol
„Der Weg Südtirols muss und wird offen in die Zukunft gehen, allerdings stets mit dem bereits bisher bewährten Grundanliegen des Schutzes und der Bewahrung der Identität der deutsch- und ladinischsprachigen Volksgruppe vor Augen“, betonte Bundeskanzler Alfred Gusenbauer am 17. November beim Parteitag der Südtiroler Volkspartei (SVP) in Meran, wohin der österreichische Regierungschef als Gastredner geladen war. Die SVP-Landesvesammlung stand heuer im Zeichen des 50. Jahrestages des legendären „Marsches auf Sigmundskron“, bei dem im Jahr 1957 35.000 Südtiroler mehr Rechte für ihr Land gefordert und damit einen "Wendepunkt" im Werden der Autonomie markiert hatten. Aus diesem Anlass dankte Südtirols Landeshauptmann Luis Durnwalder Österreich für dessen Engagement.
Südtirol trenne Österreich und Italien heute nicht mehr, sondern verbinde beide Völker, erklärte Gusenbauer in seiner Rede. Südtirol könne sich weiterhin auf Österreich verlassen, das seine Schutzfunktion auch künftig wahrnehmen werde, versicherte der Bundeskanzler.
Die Autonomie sei ein Beispiel dafür, wie Minderheitenkonflikte in Europa gelöst werden könnten. Bei seiner Südtirolpolitik verfolge Österreich immer eine langfristige Strategie. So habe man sich gemeinsam mit Ungarn erfolgreich für die Aufnahme der Minderheitenrechte in die Bestimmung über die Werte der Union eingesetzt. „Mit Inkrafttreten des neuen Reformvertrages von Lissabon wird auch für die Südtirolautonomie ein weiteres Element der internationalen Absicherung entstehen“, so Gusenbauer. ■

Bundeskanzler Gusenbauer in Paris
Bundeskanzler Alfred Gusenbauer absolvierte vom 13. bis 14. November einen Arbeitsbesuch in Paris. Auf dem Programm standen unter anderen Gespräche mit Präsident Nicolas Sarkozy und Ministerpräsident Francois Fillon.
Zentrale Themen der Unterredung mit Sarkozy waren beispielsweise Klima- und Umweltschutz, Immigrationspolitik sowie der EU-Beitritt der Türkei. Letzterem würden beide Länder „sehr skeptisch“ gegenüberstehen, erklärte Gusenbauer. Die Beziehungen zwischen Österreich und Frankreich seien „ausgezeichnet“. ■

Kanzler Gusenbauer für rasche Ratifikation des EU-Reformvertrages
Bundeskanzler Alfred Gusenbauer hat sich am 11. November bei einer Veranstaltung des Europäischen Forum Alpbach in der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) für eine rasche Ratifizierung des Vertrages von Lissabon ausgesprochen. Österreich werde mit dem Ratifizierungsprozess unmittelbar nach der Unterzeichnung des Reformvertrages im Dezember beginnen, kündigte Gusenbauer an. ■

Schwedisches Königspaar zu Besuch in Österreich
Auf Einladung von Bundespräsident Heinz Fischer hält sich das schwedische Königspaar, König Carl XVI. Gustaf und Königin Silvia, vom 20. bis 22. November zu einem Staatsbesuch in Österreich auf. Auf dem Programm stehen unter anderen die Teilnahme am Österreichisch-Schwedischen Wirtschaftsforum sowie Besuche im Parlament und im Burgenland.■

Spanischer König bei Eröffnung des neuen OSZE-Gebäudes in Wien
Der spanische König Juan Carlos I. trifft anlässlich der Eröffnung des neuen Gebäudes der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in Wien am 21. November mit Bundespräsident Heinz Fischer zu einem Gedankenaustausch in der Hofburg zusammen. Der Monarch kommt als Vertreter des OSZE-Vorsitzlandes Spanien. ■

Außenministerin Plassnik bei Westafrika-Konferenz in Burkina Faso
Außenministerin Ursula Plassnik eröffnete am 12. November in Ouagadougou, der Hauptstadt des westafrikanischen Staates Burkina Faso, eine Konferenz zum Thema "Frieden und Sicherheit in Westafrika – Welche Rolle für die gemeinsame EU-Afrika-Strategie". ■

Österreichische Bischöfe in Israel
Im Rahmen ihrer Israel-Reise (6.-10. November) besuchten die österreichischen Bischöfe unter anderen die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. Dabei erinnerte Kardinal Christoph Schönborn an die „enorme Schuld“ Österreichs. ■

voestalpine plant zweites Stahlwerk an der Schwarzmeerküste
Bereits kurz nach der Übernahme des Edelstahlkonzerns Böhler-Uddeholm (bisher 80,3 Prozent um 3 Milliarden Euro) avisiert der börsenotierte Linzer Stahlkonzern voestalpine die nächste Milliarden-Investition: Geplant ist ein zweites Stahlwerk an der Schwarzmeerküste, das die Kapazität bis 2013 auf 11 Millionen Jahrestonnen verdoppeln, Tausende Mitarbeiter beschäftigen und den bisher einzigen Stahlwerks-Standort Linz ergänzen soll. Darüber informierte das Unternehmen am 13. November. Die Hütte Linz wird auf sechs Millionen Tonnen ausgebaut, das neue Werk mit Hafen am Schwarzen Meer soll fünf Millionen Tonnen pro Jahr erzeugen. In Frage kommen die Länder Bulgarien, Rumänien, Ukraine oder Türkei. Entschieden wird darüber 2008. Die Produktion könnte laut voestalpine frühestens Ende 2012 oder Anfang 2013 anlaufen. Die massive Kundennachfrage und das dynamische Marktwachstum in Osteuropa seien mit Linz allein nicht mehr zu bewältigen, begründete Konzernchef Wolfgang Eder das Vorhaben bei der Präsentation der Halbjahreszahlen in Wien.
Trotz Ankaufs der Böhler-Gruppe bilanzieren die Linzer im ersten Halbjahr 2007/08 mit neuen Rekordwerten: Der Gewinn je Aktie erhöhte sich von 2,01 auf 2,74 Euro – ohne die bilanzwirksamen Sondereffekte des Deals wäre der Ertrag allerdings um rund 60 Prozent auf 3,3 Euro je Aktie gestiegen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) wuchs in den ersten sechs Monaten um 37,1 Prozent auf 612 Millionen Euro. Der Ertrag nach Steuern (Jahresüberschuss) verbesserte sich von 328,8 auf 434,4 Millionen Euro, der Umsatz stieg von 3,37 auf 4,75 Milliarden Euro.
Die Synergien aus der Böhler-Übernahme liegen derzeit bei 81 Millionen Euro, ab 2010 seien 100 Millionen Euro jährlich realistisch – vor allem beim Rohstoffeinkauf, zeigt sich voest-Chef Eder überzeugt und erwartet für das Gesamtjahr 2007/08 die „vierte Rekordbilanz en suite“. ■

Börsenotierte Unternehmen sichern 15 Prozent der Wirtschaftsleistung
Die 127 heimischen börsenotierten Unternehmen sichern einen Anteil von 15,4 Prozent an der österreichischen Produktion, tragen 14,8 Prozent zur Wertschöpfung bei und schaffen bis zu 400.000 Arbeitsplätze in Österreich. Das sind die Ergebnisse einer am 12. November präsentierten Studie, die das Industriewissenschaftliche Institut (iwi) im Auftrag der Wiener Börse und der Interessenvertretung der heimischen börsenotierten Unternehmen (Aktienforum) erstellt hat. Aktienforums-Präsident Hellmut Longin sieht darin den Beweis, dass börsenotierte Firmen trotz ihrer internationalen Produktions- und Absatzmärkte Wohlstand und Beschäftigung in Österreich sichern.
„Jeder zusätzliche Beschäftigte und jeder Euro zusätzliche Wertschöpfung in einem börsenotierten Unternehmen schaffen im Schnitt 1,3 weitere Arbeitsplätze“, betonte auch iwi-Geschäftsführer Herwig Schneider. Die beste Förderung der Klein- und Mittelbetriebe (KMU) erfolge daher durch die Stärkung der börsenotierten Betriebe. ■

Regierung beschloss Neuregelung der Finanzmarktaufsicht
Der Ministerrat hat am 7. November das neue Finanzmarktaufsichtsgesetz beschlossen. Demnach werden Chefs kleiner Banken auch nach dessen Inkrafttreten ab 2008 bei einem Wechsel an der Spitze des institutseigenen Aufsichtsrates keine zweijährige Wartefrist einhalten müssen. Die so genannte "Abkühlungsphase" (Cooling-off) gilt für Finanzinstitute erst ab einer Bilanzsumme von 500 Millionen Euro.
Dann erst unterliegen die künftigen neuen Aufsichtsratschefs auch einem "Fit und Proper-Test". „Nicht die kleinen Institute sind das wirkliche Thema, sondern die größeren Systembanken“, betonte Vizekanzler Finanzminister Wilhelm Molterer unter Hinweis auf die Lehren aus den Affären bei BAWAG und Hypo-Alpe-Adria. 119 von 857 in Österreich registrierten Banken haben ein Bilanzvolumen von über 500 Millionen Euro.
Ausgenommen von den künftigen Bestimmungen ist die Oesterreichische Nationalbank (OeNB), wo 2008 ein Wechsel an der Spitze des Generalrates bevorsteht. Für sie gibt es eine eigene gesetzliche Grundlage. ■

Wechsel an der BAWAG-Spitze
BAWAG-Generaldirektor Ewald Nowotny legt sein Amt mit Ende Dezember zurück. Nachfolger ist der Brite David Roberts von Cerberus. ■

Wittgensteinpreis an Grazer Biochemiker und Wiener Mathematiker
Der Grazer Biochemiker Rudolf Zechner (53) und der Wiener Mathematiker Christian Krattenthaler (49) erhalten den Wittgensteinpreis 2007. Dies gaben Wissenschaftsminister Johannes Hahn und der Chef des Wissenschaftsfonds FWF, Christoph Kratky, in Wien bekannt. Der jährlich vergebene mit je 1,5 Millionen Euro dotierte höchste Wissenschaftspreis des Landes gilt als "Austro-Nobelpreis". Gleichzeitig wurden die mit jeweils bis zu 1,2 Millionen Euro dotierten START-Preise an acht Nachwuchs-Wissenschafterinnen und Wissenschafter vergeben.
Zechner, seit 1998 Professor für Biochemie am Institut für Molekulare Biowissenschaften der Universität Graz, hat sich auf die Untersuchung des Fett-Stoffwechsels und der damit assoziierten Krankheiten konzentriert. Zu diesem Thema wurde in diesem Frühjahr der vom FWF mit 5,5 Millionen Euro geförderte Spezialforschungsbereich (SFB) "Lipotox" genehmigt, in dem der Biochemiker mit Wissenschaftern der Technischen und der Medizinischen Universität Graz die toxische Funktion von Fettsäuren und Lipiden erforscht. Für Zechner ist dies bereits der zweite SFB in Folge – nach einem SFB zum Thema "Biomembrane" – eine Leistung, die Zechner bisher als erstem Wissenschafter gelungen ist. Neben Wittgensteinpreis und SFB kann sich der Wissenschafter zudem seit einigen Tagen über optimale Arbeitsbedingungen im neuen "Zentrum für Molekulare Biowissenschaften" (ZMB) in Graz freuen.
Krattenthaler ist seit 2005 Professor für Diskrete Mathematik mit besonderer Berücksichtigung der Kombinatorik an der Universität Wien. Der 1958 in Wien Geborene, der 1984 an der Uni Wien "Sub Auspiciis Praesidentis" promoviert wurde, hat eine bemerkenswerte internationale Karriere hinter sich, die ihn unter anderen nach San Diego, Berkeley, Strasbourg und Lyon führte. Parallel zu seinen mathematischen Studien hat er Klavier an der Musikhochschule Wien bis zum Konzertdiplom studiert und auch schon Konzerte gegeben. Seine Pianistenlaufbahn musste er wegen einer Erkrankung der Hand aufgeben.
Wissenschaftlicher Schwerpunkt Christian Krattenthalers sind sogenannte Abzählprobleme, mit denen die Mathematiker konkrete Fragen in anderen Bereichen der Wissenschaft wie der Physik oder Chemie lösen können. ■

Förderungspreis für Musik 2006 an den Medienkünstler Markus Bless
Der Förderungspreis für Musik 2006 des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur geht an den Musik- und Medienkünstler Markus Bless. Die Auszeichnung wurde ihm für sein Werk "Chromatic Variations" in der Sparte "Elektronische Musik und Computermusik" zuerkannt. Markus Bless, 1963 in Seewalchen am Attersee (Oberösterreich) geboren, studierte Visuelle Mediengestaltung an der Linzer Kunstuniversität sowie Musik- und Medientechnologie bei Adelhard Roidinger, Gerald Wolf und Andreas Weixler und Algorithmische Komposition bei Karlheinz Essl am Bruckner Konservatorium in Linz. Bless war 1998 der einzige und erste österreichische Fotokünstler beim Internationalen Festival für zeitgenössische Fotografie "Photosynkyria 98" in Thessaloniki (Griechenland). 2000 war er beim Festival "Wien Modern" mit einer audiovisuellen Raumklanginstallation vertreten, die auch in der Sammlung Essl Klosterneuburg (Niederösterreich) zu sehen war. Ausstellungen und Präsentationen seiner Werke fanden außerdem in Brüssel, Chengdu (China), Glasgow und Pusan (Korea) statt. ■

Würdigungspreis für Künstlerische Fotografie an Maria Hahnenkamp
Maria Hahnenkamp hat den Würdigungspreis für Künstlerische Fotografie 2007 des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur erhalten. Mit ihren „fotografischen Analysen um Präsentation und Repräsentation, festgemacht am weiblichen Körper“, begründete die Jury, Sabine Bitter, Martin Hochleitner und Günther Selichar, ihre Entscheidung. Die Verleihung nahm Bundesministerin Claudia Schmied persönlich vor.
Hahnenkamp, 1959 in Eisenstadt geboren, lebt und arbeitet in Wien. Seit Ende der 80er Jahre beschäftigt sie sich mit Fotografie und arbeitet an Themenfeldern, in deren Mittelpunkt die Frau steht. Sie wurde bereits mehrmals geehrt, etwa 2006 mit dem frauen.kunst.preis. 2004 war sie Gastprofessorin an der Kunstuniversität Linz.
Der Würdigungspreis für Künstlerische Fotografie wird seit 1988 verliehen und zeichnet Künstlerinnen und Künstler aus, die auf eine lange künstlerische Entwicklung zurückblicken und deren Werk (inter)national Anerkennung gefunden hat. ■

Trauer um Eva Petrik
Die langjährige Präsidentin der Katholischen Aktion Österreichs (KAÖ), Eva Petrik, ist im 76. Lebensjahr einem Krebsleiden erlegen. Sie war eine der prägenden Persönlichkeiten des Laienapostolates der Römisch-Katholischen Kirche nach 1945. Maßgeblich war sie 1993 am "Lichtermeer" gegen Fremdenfeindlichkeit beteiligt. Die in Graz Geborene unterrichtete seit 1958 am Gymnasium des Instituts Neulandschulen in Wien 19 und war Lehrbeauftragte an der Religionspädagogischen Akademie der Erzdiözese Wien. 1974 bis 1983 wirkte sie als Stellvertretende Vorsitzende der Österreichischen Katholikentage, 1988 bis 1994 als Präsidentin der Bundesarbeitsgemeinschaft für Katholische Erwachsenenbildung (BAKEB). Bis zuletzt war sie im „Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit“ engagiert. Auf politischer Ebene war Eva Petrik ÖVP-Mandatarin im Wiener Landtag und Gemeinderat.
Im März dieses Jahres erhielt sie von Kardinal Christoph Schönborn den Stephanusorden in Gold, die höchste diözesane Auszeichnung in „Anerkennung ihrer Verdienste für die Erzdiözese Wien“. Unter ihren zahlreichen Auszeichnungen findet sich auch das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich. ■

Joseph Haydns Oper "Orlando Paladino" im Theater an der Wien
Vom Publikum umjubelt wurde die Premiere von Joseph Haydns selten gespielter Oper "Orlando Paladino", die der britische Regisseur Keith Warner im Theater an der Wien inszeniert hat, wobei er offensichtlich ganz bewusst Anleihen bei den geistreich-derben Monty Python-Arbeiten genommen hat, die zum Beispiel mit dem stolzen Mittelalter nicht gerade respektvoll umgegangen sind. In Haydns Werk, mit dem Libretto von Nunziato Porta, geht es drastisch um Liebe und Eifersucht. Ausgedacht hat sich das der Komponist für eine Visite des russischen Großfürsten Pawel Petrowitsch – des späteren Zaren –, der dann doch nicht nach Esterháza (heute Fertöd/Ungarn) kam. Ohne unnötige Aktualisierungen der Regie kommt der Inhalt der Oper mit seinen Wahnsinnigkeiten durchaus in der Gegenwart an.
Haydn-Spezialist Nikolaus Harnoncourt brachte die großartige kontrastreiche Musik mit dem Concentus Musicus zum Leben und schuf ein Ereignis, von dem man wünschen kann, dass es im Haydn-Jahr 2009, wenn des 200. Todestages des ersten revolutionären Meisters der Wiener Klassik gedacht wird, wiederkehrt. ■

MQ: Große tschechische Kunst
Das Leopold Museum im Wiener Museumsquartier (MQ) zeigt bis 4. Februar 2008 unter dem Titel „Grund, Mucha, Capek“ rund 120 Werke tschechischer Künstler, unter anderen aus dem Barock und Rokoko, der Zeit des Jugendstils und des Kubismus. Die hervorragenden Arbeiten stammen aus der erstmals öffentlich gezeigten Sammlung der Kooperativa, eines Versicherungsunternehmens aus der Gruppe des Leopold Museum-Sponsors Wiener Städtische. ■

Jüdisches Filmfestival Wien 2007
Das Jüdische Filmfestival Wien findet noch bis 22. November in vier Wiener Kinos statt – in Kooperation mit dem Filmarchiv Austria, im Metro Kino als Festivalzentrum, dem Burg Kino, Filmhaus Kino und Top Kino. Insgesamt werden 42 Spiel-, 6 Stumm-, 16 Dokumentar- und 5 Kurzfilme geboten. Ab 21. November gastiert das Festival auszugsweise in Vorarlberg. Wie in den vergangenen Jahren bietet das umfangreiche Festivalprogramm auch in diesem Jahr verschiedene Schwerpunkte. In Zusammenarbeit mit dem Filmarchiv Austria ist eine Filmschau unterschiedlichen Golem- und eine weitere diversen Jazz Singer-Verfilmungen gewidmet. Seit Jahrhunderten faszinieren nach menschlichem Ebenbild hergestellte Geschöpfe. Die Figur des Golem, ein der Legende nach im 16. Jahrhundert vom Prager Rabbi Löw aus Lehm geformter künstlicher Mensch, geht auf weit ältere Bücher der Kabbala zurück. "The Jazz Singer", dessen Premiere 1927 stattfand, gilt als erstes „talking picture“ der Filmgeschichte. Die Story vom Aufstieg des armen jüdischen Kantorensohns zum gefeierten Broadway-Star beruht auf einer Biografie des Sängers Al Jolson – sie wurde später in einigen Produktionen wieder aufgegriffen. Weiters werden rare, stark autobiografisch geprägte Filme von Claude Berri gezeigt. Sie handeln von seinem Überleben als Jude in einem Versteck während des Zweiten Weltkriegs, über die Schwierigkeiten beim Erwachsenwerden und vom Leid der Liebe. Zusätzliche Gäste sind der palästinensische Regisseur Hanna Elias und der arabisch-israelische Schauspieler Mohammed Bakri.
Vor 60 Jahren starb Ernst Lubitsch (1892-1947), Regisseur so berühmter US-Filme wie „Trouble in Paradise“, „Ninotchka“ (mit Greta Garbo) oder „To Be or Not to Be“ (unter anderen mit Carole Lombard). Das Jüdische Filmfestival Wien widmet sich nun nicht seinen amerikanischen Produktionen, sondern jenen Stummfilmen, die noch in Deutschland entstanden sind. Hier spielt Lubitsch einen von ihm geschaffenen Rollentypus: den vorlauten, jüdischen Lehrling, der sich mit Chuzpe durchsetzt.
Von Fred Zinnemann (1907/Wien-1997/London) werden mehrere Filme gezeigt, so auch „The Search“ (1948), der eindringlich und halb-dokumentarisch vom Schicksal verschleppter Kinder während des Zweiten Weltkriegs erzählt.
Laut UNHCR fliehen weltweit 20,8 Millionen Menschen vor Krieg, Verfolgung und massiven Menschenrechtsverletzungen. Die Gesamtzahl aller Flüchtlinge und Personen in fluchtähnlichen Situationen dürfte weltweit bis zu 40 Millionen Menschen betragen. Die Filmreihe „Hungry Hearts. Exil und Identitäten“ soll an all jene erinnern, die aus Armut, Verzweiflung oder wegen Verfolgung ihre Familie und ihre Heimat hinter sich lassen müssen. Der Titel der Reihe stammt von dem gleichnamigen 1922 in den USA gedrehten Film E. Mason Hoppers. „Hungry Hearts“ schildert das Leben einer aus Osteuropa immigrierten Familie, die in der New Yorker Lower East Side zu überleben versucht. ■

Bundeskanzler Alfred Gusenbauer empfing US-Regisseur David Lynch
Der US-Regisseur und Fotograf David Lynch (geboren 1946), bei den Filmfestspielen von Venedig 2006 mit dem Goldenen Löwen für sein Lebenswerk geehrt, traf am 12. November auf einer Europatour im Bundeskanzleramt auch mit Bundeskanzler Alfred Gusenbauer zusammen, um für seine Idee der "Transzendentalen Meditation" zu werben, die ein Schlüssel zu einer friedlicheren Welt sei. Anfang Oktober hatte er auch mit dem israelischen Staatspräsidenten Schimon Peres und dem französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy seine Vorstellungen erörtert, für die er auch die deutsche Kanzlerin Angela Merkel gewinnen möchte. Um seinen Vorstellungen Nachdruck zu verleihen, gründete Lynch dann gemeinsam mit dem Ayurveda-Mediziner Lothar Krenner, dem Quantenphysiker John Hagelin und dem Präsidenten der Maharishi University of Management in den USA, Bevan Morris, symbolisch die "Invincible Austria University", eine "Privatuniversität", die einen „ganzheitlichen Ansatz im Erziehungswesen“ verfolge und deren Ziel „Gewaltreduktion und Bewusstseinsbildung“ sei.
Zuvor hatte der Kanzler dem „Friedensmissionar“ aufmerksam zugehört, dem man auch die österreichische Rechtslage im Bezug auf die Gründung von (Privat)Universitäten erklärte. Trägt eine Institution den Namen "Universität", muss diese erst vom Akkreditierungsrat bewilligt werden. Nach eingehenden Überprüfungen und positiver Beurteilung wäre eine solche Bewilligung überhaupt erst etwa in einem Jahr möglich. David Lynch plant, weltweit 191 solcher "Privatuniversitäten" zu gründen. Der Bundeskanzler interessiert-reserviert zur Tageszeitung "Die Presse": „Es ist auf jeden Fall eine interessante Idee, dass man in Stress- und Konfliktsituationen durch Meditation ruhiger wird“. ■

Wiener Buchwoche im Rathaus
Das Wiener Rathaus wurde von den Leseratten gestürmt, präsentierten doch von 13. bis 18. November über 150 Verlage aus Österreich, Deutschland und der Schweiz ihr Programm. In 13 Buchhandlungen konnten die Bücher auch sogleich erstanden werden. Lesungen hielten unter anderen Erich Hackl, Christoph Ransmayr und Thomas Glavinic. Die Buchwoche wird ab 2008 von der neuen internationalen Buchmesse "Buch Wien" abgelöst, deren Premiere von 20. bis 23. November 2008 in der Messe Wien geplant ist. Als diesjähriges Gratis-Buch verschenkte die Stadt Wien in ihren Verleihstellen Nick Hornbys Fußball-Buch „Fever Pitch“. Den Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln erhielt der Autor, Herausgeber und Übersetzer Martin Pollack. Die Laudatio hielt Henryk M. Broder. ■

EURO 2008: Fußball-Fans aus allen Ländern optimal betreuen
Nationalrats- und FairPlay-vidc-Präsidentin Barbara Prammer und Sport-Staatssekretär Reinhold Lopatka haben im Vorfeld des Länderspiels Österreich gegen England gemeinsam mit Kevin Miles, dem internationalen Sprecher der Football Supportes Federation England, die Initiativen für die Fanbetreuung während der Fußball-Europameisterschaft (EURO) 2008 vorgestellt.
So genannte Fanbotschaften sollen während der EURO Anlaufpunkt für alle Fußballanhänger sein und als Bindeglied zwischen Anhängern und Behörden dienen. Lopatka will die Erfahrungen, die bei der EURO 2008 punkto Fanbetreuung gemacht werden, auch auf nationale Ebene umlegen, eine „flächendeckende Fanarbeit“ soll fixer Bestandteil aller Vereine der T-Mobile-Bundesliga sowie der Red-Zac-Ersten-Liga werden.
Kevin Miles und seine Kollegen gehen längst sehr professionell ans Werk. Vor jedem Auswärtsmatch wird ein eigens dafür gedruckter "Guide" ausgegeben, der die Fans auf das jeweilige Land, in dem das Team antritt, einstimmt und in dem Tipps gegeben werden, wie man am besten wo isst, mit welchen Verkehrsmitteln man wohin kommt und was es sonst noch zu sehen gibt. Er wolle auch bei der EURO 2008 helfen, dass „möglichst alle nur die besten Erfahrungen machen“. Mit seiner Fanbotschaft ist Kevin Miles nicht nur Ansprechpartner der Anhänger, sondern auch wichtiges Bindeglied zwischen ihnen und den Behörden sowie den Organisatoren. ■

Generationen-Wechsel in der Bundes-Sportorganisation
Im Rahmen der jüngsten Versammlung der Bundes-Sportorganisation (BSO) wurde ASKÖ-Präsident Peter Wittmann zum neuen BSO-Präsidenten gewählt. Neuer Fachratsvorsitzender ist Gottfried Forsthuber, Präsident des Österreichischen Tischtennisverbandes. Wittmann und Forsthuber treten die Nachfolge des bisherigen Präsidenten Franz Löschnak und des Fachratsvorsitzenden Theodor Zeh an. Bundeskanzler Alfred Gusenbauer und Sport-Staatssekretär Reinhold Lopatka gratulieren dem neuen Duo an der BSO-Spitze. ■

WADA-Kongress: Welt-Anti-Doping-Code in Madrid verabschiedet
Auch in der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) gibt es einen Führungswechsel. Beim WADA-Kongress in Madrid wurde der frühere australische Finanzminister John Fahey zum Nachfolger des scheidenden kanadischen WADA-Präsidenten Richard Pound gewählt. Der WADA-Gründungsvorstand hat in Madrid einstimmig den neuen, ab 1. Jänner 2009 geltenden Welt-Anti-Doping-Code verabschiedet. Zentrale Neuerungen sind die Erhöhung der Sperre von zwei auf vier Jahre für schwerwiegende Doping-Vergehen, flexiblere Sanktionsmöglichkeiten im Einzelfall, die erweitere Kronzeugenregelung sowie die Suspendierung eines Athleten bereits nach der positiven A-Probe. ■

"Jugend und Sport"-Umfrage: Die Mehrheit will mehr Sportunterricht
Laut der unter 1.200 Jugendlichen zwischen 12 und 24 Jahren durchgeführten Studie "Jugend und Sport" betreiben 80 Prozent der Befragten einmal pro Woche Sport, zu mindestens zweimaliger sportlicher Betätigung können sich immerhin deutlich mehr als die Hälfte (58 Prozent) aufraffen.
Die von Sport-Staatssekretär Reinhold Lopatka in Auftrag gegebene und vom Fessel-GfK-Institut präsentierte Umfrage ergab außerdem, dass rund zwei Drittel (67 Prozent) dies mit Freunden und Bekannten tun, 16 Prozent gehen ihrem sportlichen Hobby alleine nach. Vier von zehn Lehrabsolventen, aber nur sieben Prozent der AHS-Schüler üben selten oder nie Sport aus.
Für mehr als die Hälfte der Jugendlichen (57 Prozent) ist das Ausmaß des Sportunterrichts nicht ausreichend.
Als Motive der Sportausübung wurden vor allem gesunder Lebensstil (81 Prozent), Ausgleich von beruflicher Arbeit (69 Prozent) und körperliche Attraktivität (67 Prozent) genannt. ■