Montag, 20. Oktober 2003

Innenpolitik

Wirtschaft

Kultur / Medien / Wissenschaft


Schüssel bei Europäischem Rat in Brüssel

Die geplante europäische Wachstumsinitiative, Migrations- und Asylfragen sowie die künftige EU-Verfassung standen im Mittelpunkt des EU-Gipfels in Brüssel (16./17.10.), an dem die Staats- und Regierungschefs der 25 Mitglieds- und Beitrittsländer teilnahmen. Österreich war durch Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und Außenministerin Benita Ferrero-Waldner vertreten. Ziel der Wirtschaftsinitiative ist es, die Gesamtinvestitionen in Verkehrsinfrastruktur (transeuropäische Netze) und Forschungsvorhaben zu erhöhen und damit ein deutliches Signal zur Konjunkturbelebung zu setzen. Die konkrete Entscheidung über das Konjunkturprogramm wurde allerdings auf Dezember verschoben. Schüssel betonte, dass Österreich „nicht durch die Hintertür den Generalverkehrsplan auf die europäische Ebene heben“ wolle. Wichtig seien Investitionen in die Forschung, frisches Geld dafür stehe aber nicht zur Verfügung. Hinsichtlich der künftigen EU-Verfassung sei Österreichs Position unverändert, wobei sich eine wachsende Zustimmung für „vernünftige Änderungen“ des Textes abzeichne. Jedes Mitgliedsland müsse mit Sitz und Stimme in der EU-Kommission vertreten bleiben, so Schüssel. Unklar ist, ob der geplante neue EU-Präsident, wie von Österreich gewünscht, lediglich als „Vorsitzender“ bzw. „Organisator“ oder als „Head of the Union“ fungieren werde. Befürchtungen, wonach in der künftigen EU-Verteidigungspolitik ein „exklusiver Klub“ von Staaten entstehen könnte, sieht Schüssel nun ausgeräumt.

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Russlands Außenminister Iwanow in Wien

Der russische Außenminister Igor Iwanow traf am 14. 10. zu einem zweitägigen Besuch in Wien ein. Auf dem Programm standen u.a. Gespräche mit Bundespräsident Thomas Klestil, Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und Außenministerin Benita Ferrero-Waldner. Hauptthemen waren neben bilateralen, EU- und Menschenrechtsfragen die Krisenherde Irak, Iran und Nahost sowie die aktuelle Balkan-Politik. Iwanow gab in Wien seiner Hoffnung Ausdruck, dass die russischen, französischen und deutschen Änderungsvorschläge im jüngsten UNO-Resolutionsentwurf zum Irak berücksichtigt würden, „damit die Einheit der Weltgemeinschaft im Herangehen an die Irak-Krise beibehalten wird“, so der Außenminister. Iwanow lobte das hohe Niveau des politischen Dialogs sowie die Entwicklung der Wirtschafts- und Kulturbeziehungen zwischen Österreich und Russland. Zudem erinnerte er an den Mai 2005, wenn beide Länder „Daten der gemeinsamen Geschichte und das 50-Jahresjubiläum des Staatsvertrags“ feiern würden. „Mit Genugtuung“ habe er festgestellt, dass die Entschädigungszahlungen für ehemalige russische NS-Zwangsarbeiter gesichert seien, so Iwanow.

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Kosovo-Gespräche in Wien

Erstmals seit Ende des Kosovo-Krieges vor vier Jahren fand am 14. 10. in Wien ein Treffen zwischen hochrangigen serbischen und kosovo-albanischen Regierungsvertretern statt. Wie der finnische Leiter der UNO-Übergangsverwaltung im Kosovo (UNMIK), Harri Holkeri, mitteilte, sollen ab kommendem November in vier Arbeitsgruppen „praktische Fragen“ zur Verbesserung der Lebensbedingungen in der südserbischen Provinz diskutiert werden. Auf Albaniens Forderung nach Unabhängigkeit des Kosovo gingen weder Belgrad noch die Repräsentanten der internationalen Gemeinschaft ein. Vorrangig sei es, „das Leben der Menschen im Kosovo zu verbessern“, sagte Holkeri. Die Arbeitsgruppen sollten Lösungen in den Bereichen Vermisste, Flüchtlingsrückkehr, Verkehr und Energie erarbeiten. Inhaltlich erzielten die beiden Delegationen unter Führung des kosovarischen Präsidenten Ibrahim Rugova und des serbischen Ministerpräsidenten Zoran Zivkovic in Wien keine Annäherung. Man sprach von einem symbolischen Akt. Dennoch äußerten Gastgeber wie auch die zahlreich erschienenen internationalen Vertreter – darunter EU-Außenbeauftragter Javier Solana und NATO-Generalsekretär George Robertson – Zuversicht über einen künftig „direkten Dialog“. Es sei wichtig gewesen, dass die ersten Direktgespräche zwischen Serben und Kosovo-Albanern überhaupt stattgefunden hätten, erklärte Bundeskanzler Schüssel.

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15. ÖGB-Bundeskongress: Schüssel für Dialog

„Menschen sind unsere Stärke – Arbeit in einem sozialen Europa” lautete das Motto des diesjährigen Bundeskongresses des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) vom 14. bis 17. 10. im Austria Center Vienna. An der Eröffnung nahmen die Spitzen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Kirche teil. U.a. referierten Bundespräsident Thomas Klestil und Bundeskanzler Wolfgang Schüssel. Der Bundeskanzler rief die mehr als 800 Delegierten dazu auf, die Zukunftsfragen miteinander anzugehen und betonte, dass Regierung und ÖGB gemeinsame Ziele in der europäischen Politik hätten. Schüssel würdigte die gute Zusammenarbeit mit dem ÖGB und verwies auf die wichtige Stellung der österreichischen Sozialpartner. Großes Lob gab es auch für das vom ÖGB vorgelegte Pensionsmodell. Man werde dieses „ernst nehmen“. „Versuchen wir einen gemeinsamen Rot-Weiß-Roten Konsens“, so Schüssel. ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch verteidigte gegenüber Kritikern aus den eigenen Reihen (Pensionskürzungen, Durchrechnungszeitraum) das ÖGB-Modell der „Österreich-Pension“ als Gewähr für eine ausreichende Absicherung späterer Generationen. Grundsätzlich bekannte sich Verzetnitsch zwar zu Reformen und Konsens, warnte die Regierung aber gleichzeitig davor, zentrale Bestandteile des Sozialstaates zu beschneiden. Solidarität sei ein „Gebot der Stunde“. Die Gewerkschaften seien „kein Ersatz für politische Parteien, sondern die Stimme der Arbeitnehmer“, sagte der ÖGB-Chef. Im Zentrum der Beratungen standen u.a. EU-Erweiterung, soziale Sicherheit, Harmonisierung der Pensionssysteme, Beschäftigung und Sicherung des Wirtschaftsstandortes.

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Österreich gratuliert Schwarzenegger

Die Wahl von Arnold Schwarzenegger zum Gouverneur von Kalifornien (7. 10.) sorgte auch in der österreichischen Politszene für großes Aufsehen. Bundespräsident Thomas Klestil gratulierte „im Namen aller Österreicherinnen und Österreicher sowie auch persönlich von ganzem Herzen“: „Wir sind alle stolz auf dich!“, sagte Klestil. Bundeskanzler Wolfgang Schüssel erklärte in einer Aussendung: „Arnold Schwarzenegger hat die Kalifornier überzeugt, dass er als künftiger Gouverneur vieles erreichen und verbessern wird, und sie haben ihm mit einer deutlichen Mehrheit ihr Vertrauen gegeben. Österreich gratuliert ihm zu diesem fulminanten Sieg“, so der Bundeskanzler. Auch Vizekanzler und Sozialminister Herbert Haupt zeigte sich erfreut: „Heute sind viele Österreicherinnen und Österreicher stolz, dass es einer von uns zum ersten Mann im Staate Kalifornien gebracht hat“, sagte der Vizekanzler.

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Bundeskanzler Schüssel bei ÖAAB-Bundestag

Anlässlich des Bundestages des Österreichischen Arbeiter- und Angestelltenbundes (ÖAAB) der ÖVP am 11. 10. in Tulln (NÖ) spendete Bundeskanzler und Parteichef Wolfgang Schüssel dickes Lob für den ÖAAB und dessen neuen Obmann Fritz Neugebauer. Neugebauer habe bisher die Beamtengewerkschaft so erfolgreich geführt, „dass quasi die Anliegen der von dir vertretenen Gruppe mit deinem Namen verbunden sind“, sagte Schüssel. Er vertraue nun darauf, dass Neugebauer dies „genauso erfolgreich, sensibel und auf das Ganze achtend, für den ÖAAB, für die gesamte Gemeinschaft tun wird“, so Parteichef Schüssel.

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Bundesregierung beschloss EU-Beitrittsvertrag

Die Bundesregierung beschloss am 7. 10. im Ministerrat den EU-Erweiterungsvertrag für die zehn neuen Mitgliedsländer und leitete diesen an den Nationalrat zur Ratifikation weiter. „Damit kann der Beitrittsvertrag noch im Herbst, wie im Regierungsprogramm vorgesehen, verabschiedet werden“, betonte Bundeskanzler Wolfgang Schüssel. „Für mich ist das ein ganz wichtiger Meilenstein in der europa- und integrationspolitischen Perspektive. Österreich ist von der Erweiterung wie kein anderes Land in der Europäischen Union – sowohl im positiven Sinne als auch von den damit verbundenen Problemen – berührt und betroffen. Wir konnten diese durch Übergangsfristen im Bereich des Arbeitsmarktes, durch Grenzlandförderungen sowie durch verstärkte Infrastrukturmaßnahmen abfedern. Damit werden wir die Erweiterung zu einem großen Erfolg machen“, sagte der Bundeskanzler.

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Restitution: Steiermark gibt 1,2 Mio. Euro frei

Die steirische Landsregierung beschloss in ihrer Sitzung am 13. 10. einstimmig die Auszahlung von 1,2 Mio. Euro aus dem Titel der Restitution an die Israelischen Kultusgemeinden. Damit wird ein 50-prozentiger Vorschuss auf die anerkannte Summe von 2,4 Mio. Euro gewährt, obwohl die Rechtssicherheit in den USA nicht hergestellt ist. Alle Bundesländer gemeinsam wollen rd. 18,2 Mio. Euro zahlen. Die Zahlung basiert auf einem Abkommen, das 2002 von den Ländern bzw. der Landeshauptleutekonferenz mit den Kultusgemeinden Wien, Graz, Innsbruck, Linz und Salzburg abgeschlossen worden war. Darin wurde vereinbart, dass zur endgültigen Abgeltung sämtlicher vermögensrechtlicher Ansprüche aus der NS-Zeit von den Bundesländern insgesamt 18,17 Mio. Euro freiwillig und in mehreren Raten zur Verfügung gestellt werden. Die Fälligkeit sei an die Rechtssicherheit in den USA gebunden.

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Schüssel: Machen gute Wirtschaftspolitik

Bundeskanzler Wolfgang Schüssel verwies im Pressefoyer nach dem Ministerrat am 7. 10. auf die Erfolge der Bundesregierung in der Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik. „Wir machen in Österreich gute Wirtschaftspolitik. Dies beweisen alle wichtigen Kennzahlen wie die Inflationsrate, die Arbeitsmarktdaten, das Budgetdefizit, die Exportquote, Auslandsinvestitionen und das Wirtschaftswachstum“, sagte Schüssel. Die Inflationsrate liege mit 0,9 % deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 2 %. Die Beschäftigungsquote betrage 68,2 %, im EU-Durchschnitt 64,2 %. Die heimische Wirtschaft habe im vergangenen Jahr um 1,4 % zugelegt, das EU-Wachstum nur 0,9 %. Das Haushaltsdefizit sei mit 0,2 % wesentlich geringer als der EU-Wert von 1,9 %. „Wir haben die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit in der gesamten EU und die drittniedrigste Arbeitslosenquote insgesamt. Hinzu kommt, dass wir voriges Jahr mit einem Exportzuwachs von 4 % der Exportmeister Europas waren. Ebenso haben wir einen dramatischen Anstieg der Direktinvestitionen des Auslands in Österreich. Das zeigt, dass das Vertrauen der Investoren gegeben ist“, so der Bundeskanzler. Es bestünde Nachholbedarf bei Forschung, Infrastruktur und Bildung. Man handle auch danach und verschiebe Reformen nicht, betonte Schüssel.

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OeNB-Prognose: 0,9% Wirtschaftswachstum

Der vorsichtige Optimismus der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) vom Frühjahr hat sich bestätigt: Auch im laufenden vierten Quartal zeichne sich in Österreich eine moderate Beschleunigung des Wirtschaftswachstums ab. Für das Gesamtjahr 2003 rechnet die OeNB – wie auch das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) – mit einem Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,9 %. In der Juni-Prognose war sie von nur 0,7 % ausgegangen. Das moderate Wachstum werde von einem Anstieg des Vertrauens in die Wirtschaft bzw. von der Inlandsnachfrage getragen, erklärte OeNB-Direktoriumsmitglied Josef Christl am 9. 10. bei der Präsentation des Konjunkturindikators vom Oktober. Am Arbeitsmarkt ist bis Mitte 2004 noch keine Entspannung zu erwarten. Ein Unsicherheitsfaktor bleibt die Entwicklung des Euro zu Dollar und Jen. Die Nationalbank sieht auch in der „Immobilienblase“ in den USA einen Risikofaktor. Das Preisniveau gelte derzeit als spektakulär überhöht.

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Österreich weltweit fünftgrößter Ostinvestor

Österreich sei hinter Deutschland, den USA, den Niederlanden und Frankreich der fünftgrößte Ost-Investor weltweit, berichtete das deutsche IT-Unternehmen T-Systems am 8. 10. bei einer Pressekonferenz. Allein die österreichischen Direktinvestitionen in den zehn mittel- und osteuropäischen Beitrittsländern würden derzeit etwa 8 Mrd. Euro betragen. Rd. 12.000 heimische Unternehmen würden in den neuen EU-Mitgliedstaaten investieren, ca. ein Drittel davon komme aus Wien. Österreich erwirtschaftet demnach mit 2 % der EU-Einwohner 8 % des EU-Osthandels. Die Ostöffnung brachte Österreich im Jahr 2002 eine zusätzliche Wirtschaftsleistung von rd. 9 Mrd. Euro. Bis 2012 solle sich dieser Wert auf 20 Mrd. Euro erhöhen, zeigte sich der IT-Osteuropaexperte überzeugt. Mehr als 90 % der in einer Studie der Wirtschaftsuniversität Wien und des Managementberaters A.T. Kearny befragten heimischen Führungskräfte würden sich nach dem EU-Beitritt der Länder Ost- und Mitteleuropas positive Auswirkungen auf die österreichische Wirtschaft sowie ein nachhaltiges Wachstum erwarten. Laut Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) sind durch die Ostöffnung in Österreich 57.000 neue Arbeitsplätze entstanden. Mit dem Beitritt der zehn Staaten sollen weitere 27.000 hinzukommen.

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Israel will Handel mit Österreich ausbauen

Die Österreichisch-Israelische Handelskammer (AICC) will die Handelsbeziehungen zwischen Israel und Österreich beleben und die Investitionen ankurbeln. Durch mangelnde Kenntnisse heimischer Manager über die Exportpotenziale nach Israel entgehe der heimischen Wirtschaft jährlich ein Exportumsatz von bis zu 150 Mio. Euro, sagte David Ungar-Klein von der AICC. In der Industriellenvereinigung (IV) sieht man vor allem in gemeinsamen Forschungsprojekten großes Potenzial. Während die EU mit einem Anteil von 33 % des gesamten Handelsvolumens wichtigster Handelspartner Israels ist – die USA liegen bei 28,6 % - bilden Österreich und Portugal mit 0,97 % vom EU-Handelsvolumen mit Israel das Schlusslicht in der EU-Liste. Andere Länder hätten auf den Strukturwandel in der israelischen Wirtschaft von Low- zu High-Tech wesentlich rascher und effizienter reagiert. In Österreich bestünden akute Wissensdefizite über Israels Wirtschaft, so Ungar-Klein. Die AICC startet deshalb die Info-Kampagne „Exportmarkt Israel 2003“.

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Boom bei Zukunftsvorsorge

Die staatlich geförderte Zukunftsvorsorge entwickelte sich laut einer Umfrage zur beliebtesten Anlageform der Österreicher, sagte der Kapitalmarktbeauftragte der Bundesregierung, Richard Schenz, am 14. 10. bei einem Pressegespräch anlässlich des Starts der Gewinn-Messe (16. 10.) im Wiener Messezentrum. Bisher seien 120.000 Verträge abgeschlossen worden. Bis Jahresende erwarte man rd. 200.000 Vertragsabschlüsse. „Es geht aufwärts mit dem österreichischen Kapitalmarkt“, so Schenz. Die Wiener Börse habe sich in den letzten drei Jahren um 50 bis 70 % besser entwickelt als die internationalen Börsen. Die Zukunftsvorsorge werde ähnlich erfolgreich wie das Bausparen. Er rate jedem jungen Menschen, mit einer „dritten Säule“ vorzusorgen, sagte Schenz. Die heimischen Anleger sollten ihr Geld in Österreich anlegen. Das Geldvermögen in Österreich sei hoch, der größte Teil davon werde aber in ausländischen Fonds veranlagt. Einen Grund für die geringere Veranlagung im Inland sieht der Regierungsbeauftragte im zu geringen Angebot an Kapitalmarkt-Produkten. Etwa von börsenotierten Unternehmen. Die Marktkapitalisierung der Wiener Börse sei durch Kurssteigerungen und die Rückkehr einiger Titel von „lächerlichen“ 13 % auf 19 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gestiegen. Der europaweite Durchschnitt liege bei 80 %. Zur Erhöhung der Marktkapitalisierung müsse auch das Thema „Securitisation“ – die Verbriefung von Forderungen und deren Platzierung durch Banken – angegangen werden. Nötig sei weiters die Schaffung eines Risikokapitalmarktes für den Mittelstand und ein erleichterter Kapitalmarktzugang für Klein- und Mittelbetriebe, erklärte Schenz.

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Mehr Kooperation mit Türkeis Wirtschaft

Wirtschaftsminister Martin Bartenstein will die Wirtschaftsbeziehungen mit der Türkei weiter ausbauen. Dieses Anliegen stand im Mittelpunkt der 4. Tagung der „Gemischten österreichisch-türkischen Wirtschaftskommission“, die am 9. und 10. 10. in Ankara stattfand. Den Vorsitz hatten Bartenstein und der türkische Innenminister Abdülkadir Aksu inne. Darüber hinaus traf Bartenstein u.a. auch mit seinem Ressortkollegen Ali Babacan zusammen. Im ersten Halbjahr 2003 beliefen sich die heimischen Exporte auf 316,2 Mio. Euro (+20,3%). Die Importe aus der Türkei legten gegenüber dem Vorjahr um 21,2 % auf 334,8 Mio. Euro zu.

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Unabhängige Strom-Netzbetreiber

Das “Legal Unbunding” in der E-Wirtschaft, die gesellschaftsrechtliche Entflechtung von Erzeugung, Vertrieb und Netz, soll in Österreich möglichst rasch umgesetzt werden.
Österreich habe sich zumindest moralisch verpflichtet, die entsprechenden Vorgaben der EU im Zuge der Liberalisierung der Energiemärkte ohne Verzögerung umzusetzen, sagte der Chef der Regulierungsbehörde E-Control, Walter Boltz, am 16. 10. bei einer Veranstaltung zum Thema „Legal Unbunding“. Die Umsetzung der entsprechenden EU-Richtlinie in nationales Recht muss bis 1. Juli 2004 erfolgen. Danach geht es an die Umgestaltung der Unternehmensstrukturen durch die integrierten Energieversorger. Die Überwachung des Legal Unbunding obliegt der Regulierungsbehörde. Die Entflechtung des Netzbetriebes sei eine Grundvoraussetzung für das Funktionieren des Energiebinnenmarktes und unternehmerisch sinnvoll, so der Regulator. Die derzeitigen Regeln – die Trennung von Organisation und Buchhaltung – seien als nicht ausreichend erkannt worden, erläuterte Boltz.

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ÖPUL: 869 Mio. Euro für Bauern

Am 14. 10. startete die Auszahlung des Bergbauernzuschusses sowie der Gelder für jene landwirtschaftlichen Betriebe, die am agrarischen Umweltprogramm ÖPUL teilnehmen. Insgesamt wurden 869 Mio. Euro an die Bauern überwiesen, wie Landwirtschafts- und Umweltminister Josef Pröll mitteilte. Der bei weitem größte Einzelbetrag der Tranche entfällt auf die Herbstauszahlung des Umweltprogramms ÖPUL, für das 628 Mio. Euro zur Verfügung stehen, rd. 3 % mehr als im Vorjahr.
Insgesamt nahmen heuer 137.350 Höfe am ÖPUL teil – deutlich mehr als die Hälfte aller erfassten landwirtschaftlichen Betriebe in Österreich (laut „Grünem Bericht“: 217.500). Im Rahmen des Programms werden heuer auch 84,7 Mio. Euro an 18.200 Biobetriebe und 26,8 Mio. Euro für Naturschutzmaßnahmen überwiesen. Die Ausgleichszulage für benachteiligte Gebiete („Bergbauernzuschuss“), mit der die Bewirtschaftung unter ungünstigen Bedingungen gefördert wird, beträgt in der ersten Tranche 209 Mio. Euro, insgesamt werden für das laufende Jahr 282 Mio. Euro bereit gestellt. Zusätzliche 31,8 Mio. Euro fließen für weitere Maßnahmen zur ländlichen Entwicklung (etwa Bildungs- und Investitionsförderungen) bzw. für die Weinmarktordnung.

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Franz Morak bei Europarat-Ministertagung

Über 20 Minister aus den 48 Signatarstaaten der Europäischen Kulturkonvention sowie Vertreter Kanadas, Marokkos, Japans und der Arabischen Liga treffen von 20. bis 22.10. in Opatija (Kroatien) zu einer Tagung des Europarats zusammen. Österreich vertritt Kulturstaatssekretär Franz Morak. Die Minister diskutieren, wie gute Beziehungen zwischen den verschiedenen Volksgruppen, unabhängig von Hautfarbe, Religion, Geschlecht oder Tradition gefördert werden können – dies alles in Hinblick auf die Vielfalt der Kulturen Europas. Die Minister planen eine politische Erklärung, von der weitreichende Auswirkungen auf die kulturelle Kooperation in Europa zu erwarten sind.

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Morak: Förderungspreis für Raoul Schrott

Raoul Schrott – Romancier, Lyriker, Essayist, Herausgeber, Übersetzer und Poetologe – erhielt am 6.10. von Kunststaatssekretär Franz Morak den Förderungspreis für Literatur 2002 überreicht. „Schrott beweist, dass große literarische Entwürfe kein Minderheitenprogramm sein müssen“, so Morak in seiner Würdigung. „Literatur braucht Zeit“, laut Credo des Staatssekretärs, und „von einer qualitativen Krise der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur kann nicht die Rede sein“. Gerade Schrott, der in vielen Ländern und Kulturen zu Hause sei, zeige in einer Zeit, in der das Wort „Bildung“ mit „Ballast“ kombiniert werde, mit „welcher Leichtigkeit Erfahrungen und Kenntnisse in große Kunst verwandelt werden können“. Zuletzt sorgte der Autor mit seinem Roman „Tristan da Cunha“ – benannt nach einer felsigen Atlantikinsel zwischen Südamerika und Afrika, Schnittpunkt von vier unterschiedlichen Biografien – für Furore. In ihrer Laudatio sagte die Wiener Literaturkritikerin Daniele Strigl, die 2001 selbst mit dem Staatspreis für Literaturkritik ausgezeichnet worden war, dass Schrott einer sei, „der ständig und aus eigenem Antrieb Verschüttetes und Vergessenes zutage“ fördere. Weiters bezeichnete sie den Autor als einen „Sprachgenießer“: „Der Eros des Schreibens, die Lust am vergeblichen Versuch, der Welt habhaft zu werden, spricht aus jedem Buch von Raoul Schrott“.
Schrott wurde 1964 in Landeck (Tirol) geboren, wuchs aber in Tunis auf. Sein Studium der Literatur- und Sprachwissenschaft führte ihn auch nach Norwich, Paris und Berlin. 1996 habilitierte er sich am Institut für Komparatistik an der Universität Innsbruck. Von 1986 bis 1987 arbeitete er als Sekretär von Philippe Soupault sowie 1990 bis 1993 als Universitätslektor für Germanistik in Neapel und gab die Reihe „Nord-Süd“ im Haymon-Verlag heraus. Er veröffentlichte u.a. die Gedichtbände „Hotels“ (1995), „Tropen“ (1998), die Anthologie „Die Erfindung der Poesie“ (1997) mit Übersetzungen antiker und früh-neuzeitlicher Dichtungen aus aller Welt, die Novelle „Die Wüste Lop Nor“ (2000) sowie den Roman „Finis terrae“ (1995).

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Ioan Holender bis 2010 Staatsopern-Direktor

Der Vertrag des seit April 1992 amtierenden Staatsopern-Direktors Ioan Holender (68), wird bis Ende der Saison 2009/2010 verlängert. Dies gab das Kunststaatssekretariat am 14.10. unmittelbar nach einer Sitzung des Staatsopern-Aufsichtsrates bekannt. Holender habe die Staatsoper „auf hohem künstlerischem Niveau ins 21. Jahrhundert“ geführt. „Das weltweit hervorragende Renommee der Wiener Staatsoper ist heute von der Direktion Holenders während der letzten elf Jahre geprägt. Es ist also nur logisch, dass Ioan Holender diese in Österreich und international anerkannte Arbeit für die Staatsoper und ihre Künstlerinnen und Künstler fortsetzt“, so Staatssekretär Morak. Holender, der seit der Saison 1991/92 zunächst als Generalsekretär an der Seite von Direktor Eberhard Waechter in die Direktion von Staats- und Volksoper eintrat und nach dessen plötzlichen Tod die Direktion übertragen bekam, wurde nun bereits zum vierten Mal – nach 1994, 1998 und 2001 – verlängert. Die Volksopern-Direktion gab er 1996 an Klaus Bachler ab. Bei seiner 2010 auslaufenden Amtsperiode, die einen einsamen Rekord für Wiener Staatsopern-Direktoren darstellt, wird Holender am 18.7. seinen 75. Geburtstag feiern.

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Amadeus Austrian Music Award für Wiener Philharmoniker und Seiji Ozawa

Die Wiener Philharmoniker und der Musikdirektor der Wiener Staatsoper, Seiji Ozawa, sind am 7.10. für die Aufnahme des Neujahrskonzerts 2002 mit dem Amadeus Austrian Music Award in der Kategorie Klassik ausgezeichnet worden. Den Preis verleiht der Verband der Österreichischen Musikwirtschaft (IFPI). Als „beglückend“ pries in ihrer Laudatio die Musikchefin des ORF-Radioprogramms Ö1, Haide Tenner, die Einspielung, da hier „Verkaufszahlen mit höchster Qualität“ zusammenträfen. In Österreich wurden 80.000 CDs verkauft, weltweit 800.000. Die wenige Tage nach dem Konzert erschienen Aufnahme verdrängte sogar Robbie Williams von der Spitze der Pop-Charts. Infos: http://amadeus.t-online.at.

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Österreich, Frankreich und Deutschland für gesetzliche Buchpreisbindung in der EU

Frankreichs Kulturminister Jean-Jacques Aillagon und seine deutsche Amtskollegin Christina Weiss wollen sich für eine gesetzliche Buchpreisbindung in der EU einsetzen. Wie Aillagon bei der Frankfurter Buchmesse erklärte, werde „unser nächster Kampf“ sein, „dass die Regel der Buchpreisbindung auch in den Ländern Gültigkeit hat, die demnächst der Europäischen Union beitreten werden“. Und Christina Weiss ergänzend: „Wir haben gerade den Kampf für die Buchpreisbindung in Deutschland gewonnen. Nun müssen wir dazu gelangen, dass dies das Gesetz in ganz Europa wird“. Die Buchpreisbindung in Deutschland war von der österreichischen Libro-AG und ihrer Internet-Filiale Lion.cc im Jahr 2001 vor die Brüsseler Kommission gebracht worden. Deutsche Verlage wurden beschuldigt, jene Buchhändler zu boykottieren, die deutsche Bücher mit Preisnachlass im Internet anboten. Die EU-Kommission hat das Verfahren Anfang 2002 allerdings eingestellt. „Die Buchpreisbindung ist ein Mittel zum Schutz der kleinen Buchhändler gegenüber der Konzentration der großen Handelsgruppen“, so Aillagon.
Die Buchpreisbindung gilt auch in Österreich, wo sie Staatssekretär Morak auch nach der Frist vom 1.7.2005 verlängern möchte. Das derzeit geltende Gesetz über die „Preisbindung bei Büchern“ wurde im Frühjahr 2000 im Nationalrat von allen vier Parlamentsparteien einstimmig beschlossen und trat am 1.7.2000 auf fünf Jahre befristet in Kraft.

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Österreich ehrt Christine Nöstlinger

„Nicht nur die Sprache der Christine Nöstlinger ist einzigartig, auch ihr Weg, die Menschen zu erreichen“, würdigte Kunststaatssekretär Morak die Wiener Kinderbuchautorin Christine Nöstlinger am 8.10. bei der Überreichung des von Bundespräsident Thomas Klestil verliehenen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst I. Klasse. Die Ehrung fand im Rahmen des Empfangs des Staatssekretärs im Städel Museum anlässlich der Frankfurter Buchmesse statt. „Nöstlinger hat eine neue Sprache gefunden, die die Kinder verstanden haben“, sagte Morak u.a.. Er wies auch darauf hin, dass die Autorin mit ihrem US-Kollegen Maurice Sendak heuer mit dem neugeschaffenen Astrid-Lindgren-Gedächtnispreis, quasi dem Nobel-Preis für Kinderliteratur, ausgezeichnet worden war. Abschließend meinte Morak noch, dass die Autorin, die „ein kostbarer Schatz für Österreich“ sei, gezeigt hätte, „dass ein Buch für Kinder keinesfalls Literatur im Kleinformat sein“ dürfe, „sondern Literatur auf höchstem Niveau sein muss, dass es mit Begeisterung gelesen wird“.

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Serbische Filmwoche in Wien

Bereits zum dritten Mal fand in Wien die Serbische Filmwoche statt. An der Eröffnung nahm auch Kunststaatssekretär Morak teil, der am Rande des Festivals mit seinem serbischen Amtskollegen Bronislav Lecic zusammentraf. Bis 16.10. standen in der UCI Kinowelt Millennium City sieben neue Filme in Originalversion mit Untertiteln aus Serbien auf dem Programm, Arbeiten von Dusan Kovacevic, Goran Markovic, Mladen Maticevic, Miroslav Lekic, Milos Petricic, Srdan Karanovic und Milos Radovic. Regisseure, Schauspieler und Produzenten standen für Diskussionen zur Verfügung.
Organisatoren des Festivals waren die Botschaft von Serbien und Montenegro und die Österreichisch-Serbisch-Montenegrinische Gesellschaft. Die Einnahmen kommen wohltätigen Zwecken zugute. Infos unter: www.yugoslavia.at/Ambasada/kultura_de.htm.

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Szene Wien: Salam.Islam Festival

Bis 15.11. präsentiert die „Szene Wien“ das zweite Mal das Salam.Islam Festival. Schwerpunkthemen sind diesmal Minderheiten und die Rolle der moslemischen Frauen. Vor diesem programmatischen Hintergrund gibt es Musik, Tanz und Poesie aus islamischen Kulturen mit hochkarätigen Interpreten wie dem südafrikanischen Pianisten Abdullah Ibrahim alias Dollar Brand und der Vokalistin Oumou Sangaré aus dem westafrikanischen Mali, die 2001 in Aachen den IMC-UNESCO-Musikpreis erhielt. Abdullah Ibrahim hatte 2000 den Preis der Deutschen Schallplattenkritik für „seinen aus südafrikanischen Quellen schöpfenden Beitrag zum Jazz“ gewonnen. Tatsächlich treffen in seinen Kompositionen afrikanische Rhythmen auf Melodien schlichter Schönheit, die Menschen und Landschaften Afrikas imaginieren und an die Tongemälde von Duke Ellington und Thelonious Monk erinnern. Weitere Festival-Infos: http://www.szenewien.com/

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KHM: Francis Bacon und die Bildtradition

Das Kunsthistorische Museum in Wien (KHM) zeigt bis 18.1.2004 „Francis Bacon und die Bildtradition“ – die erste große Einzelausstellung in Österreich, die dem 1909 in Dublin geborenen und bis zu seinem Tod 1992 in London lebenden Künstler gewidmet ist. Die 40 Arbeiten Bacons umfassende Schau stellt das Werk des irischen Genies erstmalig in der Bacon-Forschung in eine Beziehung zu Alten Meistern bis hin zu Künstlern des 20. Jahrhunderts. Die Idee zur Ausstellung stammt von KHM-Generaldirektor Wilfried Seipel, das inhaltliche Konzept und die wissenschaftliche Umsetzung besorgte die freischaffende Kuratorin Barbara Steffen, die in Los Angeles und New York gelebt hat und jahrelang für das Guggenheim Museum tätig war. Die Bacon gegenübergestellten Künstler sind u.a. Velázquez, Rembrandt, Schiele, Giacometti, Picasso sowie die Regisseure Eisenstein und Bunuel. Weiters werden erstmalig Fotovorlagen und Skizzen des Künstlers ausgestellt, die er in seinem Atelier aufbewahrte und als Inspirationsquellen für seine Ölbilder dienten. Dieses Material gehört seit 1998 der Hugh Lane Municipal Gallery of Modern Art in Dublin, wo Bacons Atelier nach seinem Tod wieder aufgebaut wurde. Die Ausstellung behandelt u.a. folgende Themenkreise: die Tradition des Papstportraits, Bacons Papstbilder, das Motiv „Der Schrei“ bei Bacon, das Motiv des Käfigs, Bacon und der Surrealismus, Bacon und Van Gogh, der Bildtypus des Triptychons. So sind z.B. „Three Studies for a Crucifixion“ (1962) aus dem New Yorker Guggenheim Museum zu sehen, die schon seit vielen Jahren nicht mehr außerhalb der USA gezeigt wurden. Weiters werden Werke aus US-Privatsammlungen gezeigt – erstmals in Europa. Begleitend zur Schau werden Vorträge von internationalen Bacon-Experten gehalten. Ein vom Seipel und Steffen herausgegebener Bacon-Katalog kann das Wissen vertiefen. Infos: www.khm.at

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Brecht-Preis für Christoph Ransmayr

Der österreichische Schriftsteller Christoph Ransmayr (49), erhält den Bertolt-Brecht-Literaturpreis 2004 der Stadt Augsburg (Bayern/Deutschland). Hier wurde Brecht 1898 geboren. Ransmayr erhält den Preis am 10.2.2004 an Brechts Geburtstag. Mit dem Österreicher werde der „führende Autor der Postmoderne“ ausgezeichnet, hieß es im Urteil der Jury. Ransmayr sei ein ebenso anspruchsvoller wie brillanter Schriftsteller und Essayist. Der in Irland Lebende wurde 1954 in Wels (Oberösterreich) geboren, studierte Philosophie und Ethnologie in Wien und arbeitete dann als Kulturredakteur. Ein großes Publikum erreichte er mit seinem Roman „Die letzte Welt“, in dem er das Exilleben des römischen Autors Publius Ovidius Naso beschreibt und in dem zugleich die Befindlichkeit des gegenwärtigen Europas durchscheint. Das Buch wurde in über 20 Sprachen übersetzt.

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New York: „Wiener Silber: Modernes Design“

In der Neuen Galerie in New York ist bis 16.2.2004 die Ausstellung „Wiener Silber: Modernes Design, 1780-1918“ zu sehen, die ab November 2004 auch im Wiener Kunsthistorischen Museum gezeigt wird. Die mehr als 180 präsentierten Objekte reichen von einzigartigen Exponaten zur Zeit Maria Theresias über das Biedermeier bis zu Stücken der Wiener Werkstätte. Zahlreiche Objekte waren in den USA noch nie ausgestellt.

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Medizintechnische Weltsensation aus Graz: Hilfe für Gelähmten

Einem Forscherteam vom Institut für Elektro- und Biomedizinische Technik der Technischen Universität Graz (Steiermark) ist eine Weltsensation gelungen: Sie konnten einem querschnittgelähmten 27-jährigen Mann – der nur seinen linken Arm noch heben kann, während Hände und Finger nicht mehr reagierten – seine Fähigkeit zum Greifen zurückgeben. Mit einem System, das allein durch Gedanken gesteuert wird, die ein Computer „liest“ und in elektrische Impulse umwandelt, dem sogenannten Brain-Computer-Interface (BCI). Ausgangspunkt des BCI ist eine altbekannte Methode: das sogenannte Elektroenzephalogramm (EEG). Dieses wird mit Hilfe von am Kopf befestigten Elektroden „aufgenommen“ und gibt die Gehirnstromaktivitäten wider, etwa jene, die durch das Bewegen einer Hand ausgelöst werden. Die neue Entwicklung könnte die Lebensqualität von Menschen mit Behinderungen wesentlich verbessern.

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