Montag, 20. November 2006

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Wiederaufnahme der Koalitionsverhandlungen zwischen SPÖ und ÖVP

SPÖ und ÖVP haben die Wiederaufnahme der Koalitionsverhandlungen vereinbart. Das gaben SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer und ÖVP-Bundesparteiobmann Bundeskanzler Wolfgang Schüssel in einer gemeinsamen Stellungnahme am 17. November bekannt. „Wir sind gemeinsam zur Auffassung gelangt, dass die Verhandlungen sofort wieder aufgenommen werden sollen“, erklärte Gusenbauer. Man habe „in vertraulichen Gesprächen versucht, den Karren wieder flott zu machen und den Wiedereinstieg in Regierungsverhandlungen zu ermöglichen“, betonte Schüssel. Gesprächsbeginn in den großen Gruppen ist am 22. November. Im Parlament ist ein akkordiertes Vorgehen geplant.
In einer gemeinsamen schriftlichen Vorlage haben Schüssel und Gusenbauer die inhaltlichen Schwerpunkte für die kommenden Verhandlungen vorgegeben. „Wachstum, Vollbeschäftigung, stabile Staatsfinanzen, Sicherung der Qualität der Gesundheit, Bildung, Verwaltungsreform und Erhaltung der erstklassigen Bedingungen des Wirtschaftsstandortes Österreich“, umriss Schüssel einige der wesentlichen Eckpunkte. ■

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BAWAG geht ans Ausland – Frist für verbindliche Angebote beendet

Abgabetermin für bindende Kaufangebote für die nach milliardenschweren Spekulationsgeschäften in heftige Turbulenzen geratene Gewerkschaftsbank BAWAG P.S.K. war am 13. November. Unter den Angeboten der verbindlichen Kaufinteressenten fand sich kein Offert aus Österreich. Fest steht somit, dass die Bank an ausländische Investoren geht.
Laut Investmenthaus Morgan Stanley, das vom ÖGB (Österreichischer Gewerkschaftsbund) mit dem Bank-Verkauf beauftragt wurde, werden die drei besten Bieter auf eine so genannte „Shortlist“ genommen und wie international üblich in einer letzten Runde gegeneinander antreten. Noch heuer wird von den ÖGB-Gremien entschieden, wer den Zuschlag erhält. Um die direkten Bieter dürften sich in der Folge noch neue Partnerschaften entwickeln.
Als aussichtsreichste Fixstarter im Rennen um die BAWAG gelten der US-Fonds Cerberus (gemeinsam mit Generali und Wüstenrot), die einstige BAWAG-Partnerin Bayerische Landesbank (BayernLB) und Lone Star. Weitere Angebote soll es nicht bestätigten Informationen zufolge von den internationalen Fonds JC Flowers und Apollo sowie von der deutschen Großversicherung Allianz mit ihrer Tochter Dresdner Bank geben.
Karibik-Debakel und Refco-Pleite mit Milliarden-Verlusten haben den Verkauf der BAWAG P.S.K. erzwungen. Nur eine Bundeshaftung in Höhe von 900 Mio. Euro im heurigen Mai ermöglichte die Bilanz-Legung 2005. Neben dem reinen Aktienkaufpreis ist deshalb auch die Zusage des Käufers erforderlich, die Bank nach Erlöschen der Staatsgarantie (Juni 2007) mit dem gesetzlich vorgeschriebenen Eigenkapital auszustatten. Der hoch verschuldete Noch-Eigentümer ÖGB muss weit über 2 Mrd. Euro erlösen, um seinen dringendsten Verpflichtungen nachkommen zu können. ■

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Pensionen und Beamtengehälter werden erhöht

Pensionen und Beamtengehälter werden im kommenden Jahr erhöht. Das teilte Bundeskanzler Wolfgang Schüssel am 14. November nach dem Ministerrat mit. Die Pensionserhöhung fällt höher aus als ursprünglich geplant. Neben dem bereits feststehenden Plus von 1,6 % beschloss die Regierung nun eine Einmalzahlung in Höhe von 40 Euro. Damit läge die individuelle Pensionserhöhung bei insgesamt 1,9 %, erklärte Schüssel unter Hinweis auf entsprechende Wünsche der Seniorenorganisationen.
Wie durch die Pensionssicherungsreform bereits festgelegt, werden im Jahr 2007 alle Pensionen bis zu einer Höhe von 1.920 Euro automatisch um 1,6 % erhöht. Für Ruhestandsbezüge über diesem Wert gibt es einen monatlichen Aufschlag von 30,72 Euro. Dazu kommt nun noch eine Einmalzahlung von 40 Euro, die im Februar 2007 überwiesen wird. Die Zusatzkosten bezifferte Schüssel mit 80 Mio. Euro. Die Gesamterhöhung beträgt 545 Mio. Euro. Im Nationalrat wird am 29. November darüber abgestimmt.
Beschlossen wurde im Ministerrat auch die tags zuvor vereinbarte Gehaltserhöhung der öffentlich Bediensteten um 2,35 %. Schüssel sprach von einem „vertretbaren Abschluss“. Man bewege sich damit im langjährigen Verhältnis zu den Metallerabschlüssen (2,6 %). ■

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Bundespräsident Fischer zu Besuch in Luxemburg

Bundespräsident Heinz Fischer absolvierte vom 16. bis 17. November einen Arbeitsbesuch in Luxemburg. Auf dem Programm standen u.a. Gespräche mit Großherzog Henri und mit dem luxemburgischen Premierminister Jean-Claude Juncker sowie ein Besuch beim Europäischen Gerichtshof. Fischer eröffnete zudem im Nationalen Kunstmuseum die Ausstellung „Das Zeitalter Maria Theresias – Meisterwerke des Barock“ mit Gemälden und Plastiken aus der Österreichischen Galerie Belvedere.
Mit Außenminister Jean Asselborn kam es nur zu einem kurzen Treffen. Das für 17. November nachmittags geplante Gespräch mit dem Außenminister hat Fischer auf Grund der aktuellen innenpolitischen Lage abgesagt, um früher nach Wien zurückzukehren und sich über die bevorstehende Wiederaufnahme der Regierungsverhandlungen zwischen SPÖ und ÖVP informieren zu lassen. ■

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Mazedonischer Premier Gruevski bei Bundeskanzler Schüssel

Bundeskanzler Wolfgang Schüssel hat am 7. November den Ministerpräsidenten der Republik Mazedonien, Nikola Gruevski, empfangen. Im Zentrum der Gespräche, an denen auch Außenministerin Ursula Plassnik teilnahm, stand die europäische Perspektive des Balkanstaates. Schüssel sagte Unterstützung bei der EU-Annäherung Mazedoniens zu und begrüßte die „Bereitschaft der mazedonischen Regierung, die für den Reformprozess notwendigen Hausaufgaben zu machen“, so der Bundeskanzler.
Man verstehe, dass dem „Gefühl der Isolation“ entgegen gewirkt werden müsse. Daher würden schon in Kürze Verhandlungsmandate für Visum-Erleichterungsabkommen mit den Balkanstaaten beschlossen, kündigten Schüssel und Plassnik an. Die Abkommen würden mit Rückübernahmeabkommen gekoppelt sein und sollten ausgewählten Personengruppen den Visa-Erhalt erleichtern, zugleich aber die Rückführung illegal eingereister Personen ermöglichen.
Besonderes Augenmerk solle dabei auf die Jugend gelegt werden, betonte Schüssel. Ihr solle die Möglichkeit geboten werden, „Europa selbst zu erfahren“ und sich die nötige Bildung anzueignen, „um ihr Heimatland voran zu bringen“.
Am Vorabend der Präsentation von Fortschrittsberichten zur Türkei und zu den Staaten des Westbalkan durch die EU-Kommission unterstrich Schüssel „die Bedingungen für einen behutsam und verantwortungsvoll geführten Wachstumsprozess der Union“. Es sei Österreich gewesen, das die Frage der Aufnahmefähigkeit der EU beharrlich thematisiert habe und sich nun „eine nüchterne Analyse dieses spezifischen Erweiterungskriteriums“ erwarte, erklärte Schüssel. ■

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Sloweniens Präsident Drnovsek in Wien

Bundespräsident Heinz Fischer hat bei einem Treffen mit seinem slowenischen Amtskollegen Janez Drnovsek am 14. November in Wien die bilateralen Beziehungen der beiden Staaten als „gut“ gelobt. In den Beziehungen dominiere der Konsens und über Probleme werde „freundschaftlich und gutnachbarschaftlich diskutiert“, sagte Fischer vor Journalisten. Drnovsek war privat nach Wien gekommen, um im Rahmen der Wiener Buchmesse sein in deutscher Sprache erschienenes philosophisches Buch „Vom Wesen der Welt“ vorzustellen. ■

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Österreich fordert „Atempause“ für EU-Verhandlungen mit der Türkei

Einen Monat vor dem entscheidenden EU-Gipfel zur Türkei plädiert Österreich für eine Pause in den Beitrittsverhandlungen mit Ankara. Sollte es seitens der Türkei keine „deutliche Bewegung“ in der Zypernfrage geben, „könnte es klug sein, eine Atempause einzulegen“, sagte Außenministerin Ursula Plassnik am 13. November beim EU-Außenministerrat in Brüssel. Bereits jetzt seien die EU-Gespräche mit der Türkei „zu einem De-Facto-Stillstand gekommen“, so Plassnik. Sie orte einen „expliziten Nicht-Willen“ der Türkei, die Zollunion mit dem EU-Mitgliedstaat Zypern umzusetzen bzw. ihre See- und Flughäfen zu öffnen.
Plassnik kritisierte auch die abwartende Haltung der EU-Kommission und forderte entsprechende Empfehlungen noch vor dem EU-Gipfel Mitte Dezember, bei dem darüber entschieden werden soll, ob die Verhandlungen mit der Türkei ganz oder teilweise ausgesetzt werden. ■

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Österreich mit dritthöchstem Wachstum in der EU

Die Wachstumsraten in Europa gehen leicht zurück, Österreichs Konjunktur bleibt hingegen noch kräftig. Das geht aus den jüngsten Wirtschaftszahlen hervor.
Die europäische Statistikbehörde Eurostat hat am 14. November die Daten für das dritte Quartal 2006 (im Vergleich zum Vorquartal) veröffentlicht. Demnach schwächte sich die Konjunktur in Deutschland (0,6 %), Frankreich (0,0), den Niederlanden (0,6) und Italien (0,3) deutlich ab, während das BIP-Wachstum in Griechenland (2,1), Spanien (0,9) und Österreich (0,9) stark blieb. Im Jahresabstand liegt Österreich mit 3,3 % derzeit an dritter Stelle in der EU.
In den 12 Ländern der Eurozone legte die Wirtschaft im dritten Quartal nur um 0,5 % zu, nach 0,9 % im zweiten Quartal. Im Vergleich zum dritten Quartal des vergangenen Jahres betrug das Wachstum in der Eurozone 2,6 %. Auch in der EU-25 baute die Wirtschaftsleistung ab: Dort lag das Wachstum zwischen Juli und September bei 0,6 % gegenüber 0,9 % im zweiten Quartal. ■

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EU-Forschung: Wirtschaft will 1 Mrd. Euro nach Österreich holen

Mindestens 1 Mrd. Euro aus den mit mehr als 54 Mrd. Euro dotierten Fördertöpfen des 7. EU-Forschungsrahmenprogrammes will die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) in den kommenden sieben Jahren für Österreich lukrieren. „Während bislang jährlich rund 85 Mio. Euro zurückflossen, sollen künftig rund 140 Mio. Euro an Rückflüssen pro Jahr erreicht werden“, betonte der Leiter der WKÖ-Abteilung für Wirtschaftspolitik, Harald Kaszanits, anlässlich der Auftaktkonferenz für das 7. EU-Forschungsrahmenprogramm am 8. November in Wien. Davon sollen 40 % an die Betriebe gehen. Im derzeit noch laufenden sechsten Rahmenprogramm betrage der Anteil der Unternehmen an den österreichischen EU-Förderungen nur 22 %, also ein knappes Viertel, so Kaszanits. ■

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Bartenstein: Dienstleistungsrichtlinie Symbol für neue Kraft der EU

„Die Dienstleistungsrichtlinie ist von einem Symbol für die Distanz der Europäischen Union zu den Bürgern zu einem Symbol für die neue Kraft Europas geworden“, sagte Wirtschaftsminister Martin Bartenstein am 15. November zum Beschluss der Dienstleistungsrichtlinie im Europäischen Parlament.
Die politische Einigung zur Dienstleistungsrichtlinie vom 29. Mai 2006 sei einer der größten Erfolge der österreichischen EU-Präsidentschaft. Die nunmehr auch vom Europäischen Parlament beschlossene Richtlinie sei ein Meilenstein für mehr Wachstum und Beschäftigung in Europa und damit ein Kernstück der Lissabon-Strategie, erklärte Bartenstein. Schließlich würden 70 % der Wertschöpfung und mehr als zwei Drittel der Arbeitsplätze in der EU vom Dienstleistungssektor abhängen.
Die Neuregelung soll es Dienstleistern wie Heizungsmonteuren, Fliesenlegern, Computer-Dienstleistern oder Unternehmensberatern erleichtern, im EU-Ausland tätig zu werden. Dazu soll eine Reihe von bürokratischen Hürden abgebaut werden. Die Herausnahme des ursprünglich geplanten Herkunftslandsprinzips soll Lohn- und Sozialdumping unterbinden. Ausgenommen von der Richtlinie sind sensible Bereiche wie Gesundheits- und Sozialdienste inklusive Pflege, öffentlicher Verkehr, Bankgeschäfte, Post, Wasserversorgung oder Müllabfuhr. ■

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Post-Aktie: 100 Prozent Kursgewinn in sechs Monaten

Die Österreichische Post hat nach ihrem Börsegang Ende Mai ihren Aktienkurs in knapp sechs Monaten mehr als verdoppelt. Die Aktie stieg am 8. November gegenüber dem Vortageschluss zwischenzeitlich um mehr als 3 % auf über 38 Euro. Die Staatsholding ÖIAG hatte das Unternehmen am 31. Mai für 19 Euro je Aktie an die Börse gebracht. ■

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EVN eröffnet größte Trinkwasseranlage Moskaus

Der niederösterreichische Energieversorger EVN errichtete über sein deutsches Tochterunternehmen WTE die größte Trinkwasseranlage in Moskau. Eröffnet wurde die zugleich „größte Ultrafiltrationsanlage der Welt“ am 8. November. Das 190-Mio.-Euro-Projekt wird ab Dezember rund eine Million Menschen in der russischen Hauptstadt mit Trinkwasser versorgen. ■

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Morak: Neues EU-Kulturförderprogramm „Kultur 2007-2013“ startet

Ab sofort sind Einreichungen für das neue EU-Rahmenprogramm „Kultur 2007-2013“ möglich. Es löst das EU-Kulturförderprogramm „Kultur 2000“ ab und ist mit 400 Mio. Euro dotiert. „Im Rahmen der Österreichischen Präsidentschaft war es gelungen, das neue Kulturförderprogramm der EU für eine Laufzeit von sieben Jahren mit höherem Budget zu beschließen. Dies war deshalb so wichtig, da es galt, die Kontinuität der Kulturförderprogramme zu sichern, um im Sinne der Kulturschaffenden die Zusammenarbeit in Europa zu gewährleisten“, betonte Kunst- und Medienstaatssekretär Franz Morak am 10. November. Eingereicht werden können Anträge für Kooperationsmaßnahmen, mehrjährige Kooperationsprojekte und literarische Übersetzungen. Entsprechend den Zielsetzungen des neuen Programms wird 2007 ein besonderer Akzent auf interdisziplinäre Projekte gelegt. Gefördert werden Projekte aller kulturellen Sparten, die einen europäischen Mehrwert aufweisen. Einreichfrist ist der 28. Februar 2007. Für 136 Projekte und 45 literarische Übersetzungsprojekte stehen 2007 insgesamt 29 Mio. Euro zur Verfügung. Teilnahmeberechtigt sind öffentliche oder private kulturelle Einrichtungen aus den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, Island, Lichtenstein, Norwegen, den Kandidatenländern und den westlichen Balkanländern, sofern diese bereits die Voraussetzung für die Teilnahme geschaffen haben. Projekten, die den Dialog zwischen den Kulturen fördern, wird in Bezug auf das „Europäische Jahr des interkulturellen Dialogs 2008“ besondere Aufmerksamkeit geschenkt. ■

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Bundeskanzler Wolfgang Schüssel ehrt Filmproduzenten Otto Pammer

Anlässlich der Verleihung des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst an den Filmproduzenten Otto Pammer am 14. November sagte Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, einer der Doyens der österreichischen Filmwelt habe als ein Volksbildner „Brücken zwischen Hochkultur und so genannter Massenkultur“ gebaut. „Durch seine Berichte konnte sich auch die Welt ein Bild von Österreich nach dem Zweiten Weltkrieg machen. Seine Berichte prägen das Wissen um den Aufbau, das Wirtschaftswunder, die Neubelebung der Kultur unseres Landes“, meinte der Bundeskanzler zum jahrzehntelangen Schaffen des 1926 in Wien Geborenen, der u.a. die Unterzeichnung des Staatsvertrages 1955 in Bild und Ton bannte.
Otto Pammers rund 24.000 Reportagen bilden einen Kern des österreichischen Gedächtnisses. Die von der 1974 gegründeten Pammer-Film für den ORF produzierte Sendung „Seitenblicke“ wertet Schüssel als einen kreativen Beitrag zur Kulturberichterstattung.
Otto Pammer begann zunächst bei der Wien-Film. 1950 bei der „Fox tönenden Wochenschau“ engagiert, wurde er bald darauf deren Österreich-Chef. Seine Bilder von der Revolution in Ungarn 1956 lösten im Westen eine Welle der Sympathie für die Freiheitskämpfer aus und mobilisierten eine breite Unterstützung für die Flüchtlinge. ■

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Buchwoche im Wiener Rathaus mit Klaus Wagenbach u. Toni Morrison

Die Österreichische Buchwoche wurde am 13. November im Wiener Rathaus eröffnet. Im Beisein von Kunst- und Medienstaatssekretär Franz Morak erhielt der deutsche Verleger Klaus Wagenbach den „Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln“. Laudatorin Sigrid Löffler, verantwortliche Redakteurin des in Berlin erscheinenden Monatsjournals „Literaturen“, verwies u.a. darauf, dass Wagenbach erst der zweite Nicht-Österreicher nach Peter Ustinov sei, der den Toleranzpreis erhalte und äußerte Bewunderung dafür, wie der Wagenbach-Verlag tolerante Haltung praktiziere. Wie der Wiener Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny sagte, sei Wagenbach ein zentraler Vertreter einer Gegenöffentlichkeit. Morak betonte insgesamt den hohen Stellenwert der Buchwoche, die mit Präsentationen von 149 österreichischen, deutschen und Schweizer Verlagen aufwartet; in 13 Buchhandlungen können die ausgestellten Bücher gekauft werden. Mit 114 Veranstaltungen, vor allem Lesungen und Begegnungen mit Buchautoren und vielen Angeboten für Kinder, bietet die bereits 59. Buchwoche ein umfangreicheres Programm als je zuvor.
Am 14. November eröffnete Wiens Bürgermeister Michael Häupl den „Bücherturm“ im Literaturcafé, bestehend aus Exemplaren von Toni Morrisons Romandebüt „Sehr blaue Augen“, von dem die Stadt Wien 100.000 Exemplare gratis verteilt. Die US-Nobelpreisträgerin (1993), deren Roman „Menschenkind“ von der New York Times kürzlich zum wichtigsten Roman der vergangenen 25 Jahre gewählt wurde, war am 19. November bei der Buchwoche in Wien zu Gast. „Sehr blaue Augen“ handelt von einem schwarzen Mädchen im Amerika der 40er Jahre, das glaubt, es würde endlich von seinen Eltern und Mitmenschen geliebt, hätte es helle Augen. Mithin geht es um ein Thema, das seit Jahren auch in Wien heftig diskutiert wird: die Rechte und Gefühle von Minderheiten. ■

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Jüdisches Museum Wien: Faszinierende Personale zu Felix Salten

Von 6. Dezember 2006 bis 18. März 2007 zeigt das Jüdische Museum Wien eine faszinierende Personale zu Felix Salten (1869-1945). Der Journalist, Schriftsteller und auch als Drehbuchautor erfolgreiche Altösterreicher schuf so gegensätzliche Werke wie das geschlechtslose „Bambi“ und anonym den pornografischen Roman „Josefine Mutzenbacher“, der als einziger deutschsprachiger Klassiker (Urs Widmer) des Genres gilt. Das Leben des Autors ist weitgehend unbekannt geblieben. Dabei ist das Gesamtwerk Saltens auf exemplarische Weise mit den großen Themen der österreichischen und jüdischen Geschichte verknüpft, d.h. mit der Frage der jüdischen Identität zwischen liberaler Assimilation, kultureller Modernisierung und dem Zionismus. Die von Siegfried Mattl und Werner Michael Schwarz kuratierte Schau behandelt in Längsschnitten u.a. Themenkreise wie Erotik, urbane Kultur, Zionismus und Physiognomie als Erkenntnis. Illustriert wird die Dokumentation durch Privatfotografien, Filmstills aus Salten-Verfilmungen, Briefe Saltens an Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler sowie Gemälde, Kostüme und Plakate. ■

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André Hellers „Afrika! Afrika!“ unterstützt UNESCO-Kulturprojekte

Bis 13. Jänner 2007 ist in der Zeltstadt am Wiener Messegelände André Hellers Show „Afrika! Afrika!“ zu sehen. Von den mehr als 100 Artisten und Künstlern aus 15 afrikanischen Ländern waren in Deutschland bereits über 600.000 Besucher begeistert. Die Show ist nicht nur ein Spektakel mit Menschenpyramiden aus Gabun und Tansania, mit scheinbar knochenloser „Körperexzentrik“ von Huit Huit aus Angola, mit Tänzerinnen und Tänzern aus dem Senegal, aus Guinea, der Elfenbeinküste und Südafrika, sondern auch ein einzigartiges humanitäres Projekt: Hinter jedem einzelnen Akrobaten gibt es mindestens 60 Menschen in seiner Heimat, für deren Lebensunterhalt er sorgt. Weiters: Ein Euro von jeder verkauften Eintrittskarte wird in Zusammenarbeit mit der UNESCO und dem Goethe-Institut für die Förderung afrikanischer Kulturprojekte ausgegeben. Zu diesem Zweck wurde die Stiftung der Deutschen UNESCO-Kommission für die Kulturen Afrikas „Art in Africa“ gegründet. Das Bemühen der Afrikaner, sich mit ihrer kulturellen Identität, ihrem Zukunftsanspruch internationale Geltung zu verschaffen, soll damit nachhaltig unterstützt werden. Die UNESCO in Paris hat die Schirmherrschaft für „Afrika! Afrika!“ übernommen. Schon in der Phase der Vorbereitung hatte Doudou Diène, der Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen zu Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung, seine Symphatie für die Show bekundet und das Unternehmen beratend begleitet. ■

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Wien Modern: Friedrich Cerha und sein „Spiegel“-Zyklus gefeiert

Friedrich Cerha, österreichischer Komponist der Avantgarde, hat seinen siebenteiligen Orchesterzyklus „Spiegel“ 1960/61 im Alter von 35 Jahren konzipiert. Am 6. November wurde im Rahmen von Wien Modern im Wiener Konzerthaus vom SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg unter Leitung von Sylvain Cambreling dokumentiert, dass „Spiegel“ zu den Hauptwerken der Musik des 20. Jahrhunderts zählt. Dem konzentrierten Publikum bot sich ein monumentales Klangerlebnis, an dessen Ende auch der 80-jährige Komponist, zuletzt mit dem „Goldenen Löwen“ der Biennale Venedig für sein Lebenswerk ausgezeichnet, gefeiert wurde. Cerhas Klangkosmos wirkt wie eine Reise durch das 20. Jahrhundert: Alle Hoffnungen, aber vor allem alle miterlebten Schrecken sind verarbeitet. Durch assoziative Klangflächen, die stets vorantreiben, entsteht ein gewaltiges Panorama, das Emotion und Intellekt der Zuhörer im gleichen Maße fordert. Eindrucksvoll wie der Komponist bombastische Klanggewitter aus der völligen Stille holt und sie auch wieder in diese zurückführt. Das einzigartige Klangerlebnis wurde vom Radiosender Ö1 aufgezeichnet. ■

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John Adams’ Oper „A Flowering Tree“ in Wien uraufgeführt

Im Rahmen des von Peter Sellars konzipierten Mozart-Festivals „New Crowned Hope“ wurde am 14. November im Wiener MuseumsQuartier die Oper des US-Komponisten John Adams „A Flowering Tree“ uraufgeführt. Die Initiative zur Oper war von Sellars ausgegangen, der das Libretto gemeinsam mit Adams erarbeitete. Als Musiker wurden ein Jugendorchester und ein Chor aus Venezuela engagiert. Die Opernhandlung basiert auf einer Jahrtausende alten Legende aus Indien: Ein in die Arbeiterschicht hineingeborenes Mädchen verwandelt sich für kurze Zeit in einen blühenden Baum. Mit ihrer Schwester verkauft sie dessen Blüten, um der Mutter zu helfen. Das Mädchen kann sich verwandeln, ein Prinz verliebt sich. Es entwickelt sich eine Geschichte aus Liebe, Eifersucht und Läuterung, an deren Ende die wieder gefundene Liebe steht – ein Thema, das eine Verwandtschaft zu Mozarts „Zauberflöte“ zeigt. Die Kritik lobt die drei indonesischen Tänzer, die die Handlung in ihrer Körper-Sprache synchronisieren, auch die Sänger Jessica Rivera als das Mädchen Kumudha, Russel Thomas als Prinzen und den Bassisten Eric Owens als Erzähler. Die Oper, eine Mischung aus Bollywood, indonesischem Tanz und amerikanisch-zeitgenössischem Sound, dürfte ihren internationalen Weg machen. Demnächst wird sie u.a. auch in New York aufgeführt. ■

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mobilkom austria-Fest: Friedensaktivist Bob Geldof im Burgtheater

Am 14. November feierte mobilkom austria ihr 10-jähriges Bestehen mit einem großen Fest im Wiener Burgtheater mit rund 1000 geladenen Gästen und Wegbegleitern des Unternehmens aus Wirtschaft, Politik und Kultur. Vizekanzler Hubert Gorbach, Landwirtschaftsminister Josef Pröll, Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat, SPÖ-Parteivorsitzender Alfred Gusenbauer und Siemens Österreich-Chefin Brigitte Ederer lauschten der Rede von „Live 8“-Initiator Bob Geldof, der engagiert gegen die sozialen Missstände in der Dritten Welt kämpft. 1984 hatte er mit dem Charity-Bandprojekt „Band Aid“ einen Erlös von über 11 Mio. Euro für den äthiopischen Hungerfonds erzielt. Das Konzert „Live Aid“ im Juli 1985 mit U2, Queen, The Who und Tina Turner sahen über 1,5 Mrd. Menschen und spielte über 120 Mio. Dollar an Spendengeldern ein. Im Vorfeld des G8-Gipfels 2005 veranstaltete Geldof unter dem Titel „Live 8“ gleichzeitig stattfindende Konzerte in elf verschiedenen Städten auf vier Kontinenten. Mehr als 3 Mrd. Menschen verfolgten die Shows von 170 KünstlerInnen von Pink Floyd bis Robbie Williams. ■

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Wirtschaft liebt Kunst: Verleihung des Sponsoring-Preises Maecenas

Am 15. November wurde im Hotel Imperial in Wien der Österreichische Kunstsponsoringpreis „Maecenas 2006“ verliehen. Die Auszeichnung wurde vom unabhängigen Wirtschaftskomitee „Initiativen Wirtschaft für Kunst“ (IWK) gemeinsam mit dem ORF in verschiedenen Kategorien vergeben. Insgesamt bewarben sich heuer 143 Unternehmen mit 172 Projekten. Bester „Einsteiger“ wurde die Graz-Köflacher Bahn und Busbetrieb GmbH (GKB) mit einem Projekt, bei dem u.a. österreichische Künstler wie Erwin Wurm und Eva Schlegel Bahnhöfe und Waggons in der Steiermark gestalten. Im Bereich der Klein- und Mittelbetriebe begeisterte das Bankhaus Krentschker die Jury mit seiner Unterstützung der „Alten Galerie im Landesmuseum Joanneum“. Mit 69 Projekten gab es in der Katego¬rie „Bestes Kunstsponsoring-Konzept“ heuer die meisten Einreichungen. Es siegte die Wiener Städtische Versicherung mit ihrem Gesamtkonzept für das Mozartjahr 2006. Das Engagement bezog sich dabei auf mehrere (inter)nationale Projekte, sowie auf die Einbeziehung des Ringturms als „Don Giovanni“-Haus und größtes malerisches Monument. Mit Unterstützung der Wiener Städtischen wurden u.a. mehrere Mitschnitte großer Mozart-Vorführungen am Rathausplatz analog in verschiedenen osteuropäischen Städten gezeigt. Der Preis bei „Kunst und Medien“ ging an die mobilkom austria AG für die Unterstützung der Ausstellung „M Stadt. Europäische Stadtlandschaften“ im Kunsthaus Graz. ■

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EURO 2008-Workshop des Bundeskanzleramtes zur Fußball-EM

Auf Einladung des Bundeskanzleramtes und unter Leitung von Heinz Palme, EM-Koordinator der österreichischen Bundesregierung, wurde im Haus des Sports in Wien zwei Tage lang über Erkenntnisse der Fußball-WM in Deutschland 2006 diskutiert. Ziel ist eine optimale Organisation der EURO 2008 in Österreich und der Schweiz. „Der Bund hat viel Geld in die Stadionstrukturen investiert, um optimale Voraussetzungen für die EURO 2008 zu schaffen. Mit der Hilfe und Unterstützung aller Verantwortlichen wird die EURO 2008 ein nationales Anliegen und somit organisatorisch und sportlich ein Erfolg“, betonte Sport-Staatssekretär Karl Schweitzer bei seiner Eröffnungsrede. Die Republik Österreich fördert mit Mitteln aus der Bundes-Sportförderung nicht nur das Nachwuchsförderungsprojekt „Challenge 2008“ im Zeitraum von 2003 bis 2008 mit ca. 2,7 Mill. Euro, sondern finanziert mit ca. 62 Mill. Euro auch die Errichtungs- und Ausbaukosten der Stadien für die Fußball-Europameisterschaft 2008. Rund 120 Teilnehmer fanden sich in sechs Arbeitskreisen zusammen, um die Themenbereiche Organisation, Verkehr, Austragungsstädte, Sicherheit, Kommunikation und Tourismus zu erörtern. Die Erfahrungen der Endrunde 2006 werden auf die EURO 2008 übertragen. So berichteten Experten des deutschen WM-Organisationskomitees, der Deutschen Zentrale für Tourismus sowie der WM-Städte Kaiserslautern und Stuttgart dem Bundesministerium für Inneres von ihren Erkenntnissen. Auch zahlreiche Vertreter aus den EM-Veranstalterländern Österreich und der Schweiz nahmen an der Veranstaltung teil. „In den Vorträgen war die WM-Euphorie noch einmal hautnah spürbar. Jetzt gilt es, die bisherigen Vorbereitungsarbeiten zu intensivieren, damit Österreich und die Schweiz 2008 ein ähnlich tolles Turnier erleben“, meinte Palme. ■

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Sport-Cristall-Gala 2006

Bei der jährlichen Sport-Cristall-Gala im Studio 44 der Lotterien der Österreichischen Bundes-Sportorganisation und des Bundeskanzleramts stehen Menschen des Sports im Mittelpunkt, die sonst im Hintergrund sind. Vergeben werden Awards an Vereine, Trainer, Funktionäre, „stille Helden“ im Hintergrund. Rund 500.000 Menschen opfern jährlich 1,5 Millionen Stunden ihrer wertvollen Zeit dem Sport - eine Milliardenwertschöpfung, die ihren Preis hat. Die Auserwählten erhalten die Cristalle für ihre herausragenden Leistungen im Rahmen des österreichischen Sports, stellvertretend für all jene, deren Engagement Sport in dieser Qualität und Quantität in Österreich ermöglicht. Die begehrtesten Sport-Awards Österreichs wurden auch heuer wieder in vier Kategorien vergeben. Liese Prokop wurde zur „Top-Funkionärin 2006“ gewählt, nicht nur aufgrund ihrer Bemühungen im österreichischen Sport, sondern für ihre Leistung auf internationaler Ebene, als Organisatorin der internationalen Sportkonferenz „Good Governance in Sport“. Ebenfalls aus den Reihen der Sportunion kommt der „Top-Funktionär 2006“ Werner Schwarz, der sich als Experte in vielen Bereichen des Sports einen hervorragenden Namen gemacht hat. Ein weiterer Erfolgsgarant des Sports wurde zum „Top-Trainer des Jahres 2006“ gewählt. Günther Chromecek, der zehn Jahre lang als ÖSV-Cheftrainer der Nordischen Kombinierer ein Garant für internationale Spitzenleistungen war. „Top-Verein des Jahres 2006“ wurde der SK VÖEST. Ein Verein, aus Tradition innovativ, nicht nur sportliche Heimat für Spitzensportler, sondern auch für rund 7.000 Mitglieder. Die vielfältigen Programme zur Förderung des Gesundheitssports gaben zusätzlich zum großartigen Sportanlagenangebot den Ausschlag zum Erfolg. ■

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Österreichs Klettersport am Gipfel

Der Sportfachrat der Österreichischen Bundes-Sportorganisation hat im Rahmen der Generalversammlung die Aufnahme des Österreichischen Wettkletterverbandes (ÖWK) beschlossen. Wie auch die 56 anderen Fachverbände haben nun auch die Kletterer Zugang zu den Mitteln der Bundes-Sportförderung. ■

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