Montag, 24. Mai 2004

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Katholikentag und „Wallfahrt der Völker“: 80.000 Pilger in Mariazell

Der steirische Wallfahrtsort Mariazell war vom 20. bis 23.5. „spirituelles Zentrum“ Mitteleuropas. Zum Abschluss des Mitteleuropäischen Katholikentages unter dem Motto „Christus – Hoffnung Europas“ nahmen an der „Wallfahrt der Völker“ rund 80.000 Pilger – darunter mehr als 6.000 Jugendliche – aus ganz Europa teil. Veranstaltet wurde das „große Fest der Versöhnung nach Europas Wiedervereinigung“, so der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn, von den Bischofskonferenzen der acht Teilnehmerländer Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina und Österreich. Die Kirche war durch 12 Kardinäle, etwa 130 Bischöfe und über 1.000 Priester vertreten.
Namhaft repräsentiert war auch die Politik. Neben Bundespräsident Thomas Klestil, Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und Vertretern der Bundesregierung waren die Staatsoberhäupter aus vier Teilnehmerländern anwesend: Vaclav Klaus (Tschechien), Rudolf Schuster (Slowakei), Ferenc Madl (Ungarn) und Dragan Covic (Mitglied des Staatspräsidiums von Bosnien-Herzegowina). Die EU entsandte Kommissionspräsident Romano Prodi, der Heilige Stuhl war durch Kardinal-Staatssekretär Angelo Sodano vertreten. Am Rande der Feierlichkeiten kam es auch zu bilateralen politischen Gesprächen.
Der Auftakt zur „Wallfahrt der Völker“ erfolgte bereits zu Christi Himmelfahrt (20.5.) in der Basilika von Mariazell, wo erstmals seit 50 Jahren die „schweigenden Kerzen“ entzündet wurden. Am 1. Mai 1954 hatten sich Tausende Angehörige der Katholischen Arbeiterjugend vor der Magna Mater Austriae versammelt, um der „verfolgten Brüder und Schwestern“ jenseits des Eisernen Vorhanges zu gedenken. Symbolisch wurden neun Kerzen angezündet und gelöscht. Sie sollten erst wieder brennen, wenn alle europäischen Völker in Freiheit leben würden.
Höhepunkt war am 22.5. die zweistündige Eucharistiefeier auf dem Sportflughafen bei Mariazell unter Leitung des päpstlichen Legaten Sodano. Leitmotiv des Gottesdienstes war das Marienwort „Was Er euch sagt, das tut“.
Zum Abschluss der Feier proklamierten die Vorsitzenden der acht Bischofskonferenzen die „Botschaft von Mariazell“ – gerichtet an alle Katholiken und „Menschen guten Willens“. Aufgerufen wurde in dem gemeinsamen Hirtenbrief u.a. zu Solidarität innerhalb und außerhalb Europas, „Zeugenschaft der Christen für Jesus in der Welt“, Achtung des Wertes der Familie sowie Schutz des Lebens und der Umwelt.
Papst Johannes Paul II. hatte seine geplante Teilnahme aus gesundheitlichen Gründen absagen müssen. Er werde den Pilgerweg jedoch „geistlich mitgehen“, so der Heilige Vater. In einem Schreiben an Kardinal Schönborn erteilte er allen Pilgern seinen Apostolischen Segen. ■

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Kanzler Schüssel: In Österreich niedrigste Jugendarbeitslosigkeit

Bundeskanzler Wolfgang Schüssel präsentierte am 17.5. gemeinsam mit Vizekanzler Hubert Gorbach und dem Regierungsbeauftragten für Jugendbeschäftigung, Egon Blum, eine erste Zwischenbilanz über die Lehrlingsoffensive der Bundesregierung. Dabei bezeichnete er das Thema Ausbildung von Jugendlichen als „Schlüsselfrage für die Erhaltung des Wohlstandes künftiger Generationen“. Im internationalen Wettbewerb hätte das Hochtechnologieland Österreich nur mit qualifizierten Facharbeitern und höchstwertigen Produkten eine Chance. „Das duale Ausbildungssystem ist dafür die optimale Basis“, so Schüssel.
Zu den konkreten Maßnahmen zur Förderung der Jugendbeschäftigung würden neben der Bestellung eines eigenen Regierungsbeauftragten die Einführung der Lehrlingsausbildungsprämie von 1.000 Euro pro Jahr und Lehrling, die Schaffung eines zusätzlichen Lehrlingsauffangnetzes und das vom Arbeitsmarktservice finanzierte „JOBS FOR YOU(TH) ´04“-Programm zählen. „Diese drei Maßnahmen bewähren sich. Österreich hat mit 7,3% die niedrigste Arbeitslosenrate in der EU, die dort rd. 18% beträgt“, betonte der Bundeskanzler. Geplant sind zudem u.a. neue Lehrberufe und Lehrstellenberater für Firmen. ■

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Schüssel begrüßt Einigung beim Tierschutzgesetz

Die vier Parlamentsparteien einigten sich am 19.5. auf ein bundesweit einheitliches Tierschutzgesetz. Bundeskanzler Schüssel zeigte sich mit dem ausgehandelten Kompromiss sehr zufrieden: „Wir haben vor den Wahlen 2002 den Österreichern ein österreichweites, einheitliches Tierschutzgesetz versprochen. Nun liegt es mit einem breiten Konsens aller Parlamentsparteien auf dem Tisch. Ich danke ausdrücklich allen Verhandlern von ÖVP, FPÖ, SPÖ und Grünen, dass es gelungen ist, sich auf ein ausgewogenes Paket, dass sowohl den Anliegen der Bauern wie auch den Tierschützern gerecht wird, zu einigen“, so Schüssel. Dieses Gesetz sei unter starker Einbindung von Experten und Praktikern erstellt worden und werde Vorbildcharakter für andere Länder haben. „Österreich wird damit über das modernste Tierschutzgesetz Europas verfügen“, betonte der Bundeskanzler.
Die wichtigsten Bestimmungen: Verbot von Legebatterien bei Hühnern ab 2009; Neuregelung der Anbindehaltung von Rindern; unmittelbare Betäubung nach dem Schächtschnitt; keine Kettenhaltung bei Hunden sowie Verbot von Elektroschocks bei der Hundezucht; Verbot von Wildtierhaltung in Zirkussen; Installierung eines Tierschutz-Ombudsmannes; Tierschutz als Staatszielbestimmung in der Verfassung. ■

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Österreichische Bundesregierung begrüßt EU-Erklärung zum Irak

Die österreichische Bundesregierung begrüße „ausdrücklich“ die Erklärung der EU-Außenminister vom 17.5. zum Irak, die auf eine Initiative der österreichischen Außenministerin Benita Ferrero-Waldner zurückgehe, betonte Bundeskanzler Schüssel nach dem Ministerrat am 18.5. „Die Schändung der Leichen gefallener israelischer Soldaten, die öffentliche Hinrichtung einer amerikanischen Geisel im Irak, aber auch die unglaublichen, unsäglichen Bilder der Folterungen irakischer Kriegsgefangener und die Ermordung des irakischen Ratspräsidenten sowie die systematischen Schleifung von Häusern im Gazastreifen, all das dokumentiert eine Eskalation der Unmenschlichkeit, die von der österreichischen Bundesregierung schärfstens verurteilt wird und so rasch wie möglich gestoppt werden muss“, so Schüssel. Eine Lösung könne es nur auf Basis von UNO-Resolutionen geben. ■

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EU-Ratsvorsitzender Ahern besuchte Bundeskanzler Schüssel

Der irische Ministerpräsident und EU-Ratsvorsitzende Bertie Ahern traf am 19.5. in Wien zu einem Arbeitsgespräch mit Bundeskanzler Schüssel zusammen, in dessen Mittelpunkt die Vorbereitungen zum bevorstehenden Brüsseler EU-Gipfel standen. In einer gemeinsamen Pressekonferenz würdigte Schüssel die irischen Bemühungen um die Wiederaufnahme der Verhandlungen zur Regierungskonferenz über eine künftige EU-Verfassung. „Die Union ist nun eine andere als noch am 1. Jänner 2004. Es ist Bertie Ahern in einer einmaligen Art und Weise gelungen, allen Mitgliedern das Gefühl zu geben, dass sie gleichberechtigte Mitglieder sind. Unter der irischen Präsidentschaft ist es auch gelungen, der Union ein eindeutiges außenpolitisches Profil zu geben. Dafür möchte ich Bertie Ahern persönlich danken“, so Schüssel.
Man habe über ein Gesamtpaket für die EU-Reform gesprochen, das am Ende kompromissfähig sein müsse. Österreichs Wunsch nach einem EU-Kommissar mit Sitz und Stimme pro Mitgliedsland mache Sinn, um für Europa zu werben, wobei aber eine Reduktion der Kompetenzen durchaus vorstellbar sei, sagte der Bundeskanzler. In einer fairen Form müsse auch das Stimmgewicht verankert sein. Wichtig sei für Österreich auch die Garantie der öffentlichen Daseinsvorsorge und die Garantie der Wasserversorgung für die nationalen Instanzen, betonte Schüssel. Ahern dankte Österreich für die konstruktive Zusammenarbeit bei der Findung von Kompromissen für die Erarbeitung einer Europäischen Verfassung. ■

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CDU-Vorsitzende Merkel bei Kanzler Schüssel

Die deutsche CDU-Vorsitzende Angela Merkel kam am 19.5. nach Wien, wo sie zu politischen Gesprächen mit Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, Außenministerin Benita Ferrero-Waldner, Wirtschaftsminister Martin Bartenstein und ÖVP-Klubobmann Wilhelm Molterer zusammentraf.
„Unser gemeinsames Ziel ist es, die christdemokratischen Parteien erneut zur stärksten Kraft im EU-Parlament zu machen“, definierte Merkel vor Medienvertretern das Wahlziel für die EU-Wahlen am 14. Juni. Als Prioritäten in der Europapolitik nannte sie die Themen Wachstum, Sicherheit und EU-Verfassung. Die CDU-Vorsitzende sprach sich erneut gegen einem EU-Beitritt der Türkei aus. ■

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Kanzler Schüssel: „Währungsfonds sieht Österreich als Reformvorbild“

Finanzminister Karl-Heinz Grasser legte dem Ministerrat am 11.5. den jährlichen Prüfbericht des Internationalen Währungsfonds (IWF) vor. Dazu erklärte Bundeskanzler Wolfgang Schüssel: „Das ist seit vier Jahren der bei weitem positivste Bericht. Österreich wird darin als Musterland für Reformen dargestellt. Wir sind in der Spitzengruppe der Europäischen Union“.
Als besonders positive Elemente werden in dem Bericht die Wiederherstellung der Budget- und Finanzdisziplin sowie die Pensions- und Steuerreform hervorgehoben. Bezüglich der Umsetzung der Lissabon-Strategie (Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der EU) befindet sich Österreich im europäischen Ranking nunmehr auf Platz 3.
Mit Wohlwollen sieht der IWF die erfolgreiche Expansion der österreichischen Banken in den Ländern Zentral- und Osteuropas, verweist aber auch auf damit verbundene Risiken. ■

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Wirtschaftsminister aus Österreich, Deutschland und Schweiz in Graz

Die Wirtschaftsminister von Deutschland, der Schweiz und Österreich, Wolfgang Clement, Joseph Deiss, derzeit auch Schweizer Bundespräsident, und Martin Bartenstein, trafen vom 20. bis 22.5. zu Gesprächen in der steirischen Landeshauptstadt Graz zusammen. Erörtert wurden u.a. Fragen der EU-Erweiterung, der Konjunktur, des Ölpreis-Hochs sowie des Arbeitsmarktes. Geplant ist ein Arbeitsmarkt-Übereinkommen. Unisono konstatierten die drei Minister, dass man aus der konjunkturellen Stagnationsphase allmählich heraus komme. Als Achillesferse der europäischen Wirtschaft bezeichnete Bartenstein nicht nur den Rohöl-, sondern auch die anderen Rohstoffpreise wie etwa bei Stahl, Schrott und Kupfer. Hinsichtlich der Konjunktur zeigte man sich optimistisch, im heurigen Jahr eine Wachstumsrate von 1,5 bis 2% zu schaffen. Man müsse die positiven Signale aus der Weltwirtschaft auch in Europa umsetzen.
Gefordert sei eine neue Industriepolitik ohne interventionistische Ausrichtung. „Wir sind Hochpreisländer, da müssen wir noch mehr in Forschung, Entwicklung und Ausbildung investieren“, betonte Bartenstein. ■

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Wiener Börse und Banken erwerben 68% der Börse von Budapest

Ein Konsortium aus Wiener Börse und Bankpartnern (Bank Austria Creditanstalt über deren Tochter in Ungarn/HVB Bank Hungary, Erste Bank, Raiffeisen Zentralbank/RZB und Oesterreichische Kontrollbank/OeKB) erwarb am 20.5. mehr als 68% an der Aktienbörse Budapest BSE (Budapest Stock Exchange). Bei einer Pressekonferenz in Budapest erklärte Wiens Börsechef Stefan Zapotocky jedoch nachdrücklich, dass keine Fusion der beiden Börsen geplant sei. In vier Jahren könnte die addierte Marktkapitalisierung 100 Mrd. Euro erreichen. Erwogen werden zudem weitere Börseallianzen – etwa mit Warschau, Prag, Pressburg oder Laibach.
Ziel der Transaktion sei es, starke Partner für den wachsenden ungarischen Kapitalmarkt zu finden. Künftig hält die HVB Hungary einen Anteil von 25% an der Börse Budapest, die Wiener Börse 14%, die Erste Bank 12,2%, die RZB 6,4% und die OeKB 11%.
An der Börse Budapest werden im regulierten Markt derzeit Aktien von 53 Unternehmen gehandelt mit einer Marktkapitalisierung von insgesamt 16,4 Mrd. Euro (per Ende April 2004). Das entspricht etwa einem Drittel der Kapitalisierung der Wiener Börse. Der durchschnittliche Handelsumsatz pro Tag betrug im April 55,5 Mio. Euro. ■

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BA-CA plant weitere Bankkäufe im Osten

Die Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) will ihre vom Börsegang noch gut gefüllte Akquisitionskassa für weitere Bankenkäufe in Osteuropa verwenden. Expandiert soll in den nächsten beiden Jahren vor allem in Rumänien, durch Beteiligungszukäufe aber auch in Polen werden, bestätigte BA-CA-Osteuropa-Vorständin Regina Prehofer am 14.5. bei einer Pressekonferenz in Wien.
In Rumänien besteht vor allem an der größten Bank des Landes, der Banca Comerciala Romana (BCR), aber auch an der kleineren rumänischen Sparkasse CEC Interesse.
Prehofer kündigte zudem an, dass die BA-CA-Töchter in Ungarn und der Slowakei mit der österreichischen FactorBank lokale Factoring-Banken namens HVB Factor gründen werden. ■

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Schönbrunn: Konzert für Europa

Anlässlich der EU-Erweiterung laden die Bundesregierung, die Wiener Philharmoniker und die Schloss Schönbrunn Ges.m.b.H. am 25.5., 21.00 Uhr, zu einem großen „Open-Air“-Konzert in den Schlosspark Schönbrunn in Wien. Der Eintritt ist frei. Dirigent wird der zehnfache „Grammy-Award-Winner“ Bobby McFerrin sein, einer der Lieblinge der Philharmoniker. Das „Konzert für Europa“, live übertragen vom ORF, wird von zahlreichen internationalen TV-Stationen übernommen. Das Programm bietet eine musikalische Reise durch das neue Vereinte Europa: u.a. Mozart, Brahms, Sibelius, Smetana, Mascagni, Chopin, Beethoven, Ravel, Strauß. ■

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Staatssekretär Morak: Verstärkte kulturelle Kooperation mit Kroatien

„Mir ist es wichtig, dass wir nun nach der Erweiterung der EU den Kontakt zu den Ländern der nächsten Erweiterungsrunde wie z.B. Kroatien intensivieren“, so Kunststaatssekretär Franz Morak anlässlich seines Treffens mit dem kroatischen Kulturminister Bozo Biskupic in Split. Auf Einladung seines kroatischen Amtskollegen weilte Morak zu einem Arbeitsbesuch in Kroatien – als erstes österreichisches Regierungsmitglied, das nach dem positiven Avis der EU-Kommission zur Aufnahme der Beitrittsverhandlungen Kroatien besucht. Die beiden kamen überein, möglichst rasch ein neues Kulturabkommen zwischen Kroatien und Österreich anzustreben. Weiters wurden zahlreiche kulturelle Projekte besprochen, u.a. eine Ausstellung des kroatischen Künstlers Edo Murtic im Herbst d.J. in Wien. Für 2005 ist eine kroatische Filmwoche in Österreich geplant, die Kooperation im Bereich des Musiktheaters wird intensiviert. Morak und Biskupic wollen, den angestrebten EU-Beitritt Kroatiens anvisierend, die kulturelle Zusammenarbeit durch gezielte Maßnahmen fördern. Auch sollen Seminare und Workshops des Cultural Contact Points entsprechendes Bewusstsein schaffen. ■

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Staatsarchiv: Grenzüberschreitende Medizin zw. Ljubljana und Wien

Die Ausstellung „ Grenzüberschreitende Medizin zwischen Ljubljana und Wien“ im Österreichischen Staatsarchiv Wien ist bis 1.9. dem EU-Beitritt Sloweniens gewidmet und thematisiert durch Dokumente, Illustrationen und wertvolle Drucke die enge Zusammenarbeit von Österreich und Slowenien auf dem Gebiet der Medizin durch die Jahrhunderte. Der mitteleuropäische Kulturraum hatte zur Zeit der Habsburger sein Zentrum in Wien, das u.a. die slowenischen Gelehrten anzog – etwa Andrej Perlach (Andreas Perlachius), Astronom, Arzt und Rektor der Universität Wien (1490-1551), beigesetzt in der Kirche Sv. Števan; Marko Gerbec (Marcus Gerbezius); Marko Anton Plenčič (Marcus Antonius Plenciz), Professor an der Wiener Medizinischen Fakultät, der mit seinem Buch „De cotagii morborum“ (1762) zu den internationalen Wegbereitern der Mikrobiologie zählt. Im 19. Jahrhundert verband der Internist Fran Viljem Lipič (Franz Wilhelm Lippich) durch seine Arbeit die Städte Ljubljana und Wien und trug wesentlich zur Verbreitung des Stethoskops in der alltäglichen ärztlichen Praxis bei. Der Nobelpreisträger, Arzt und Chemiker Dr. Frierik (Fritz) Pregl wirkte zwischen seiner Geburtsstadt Ljubljana und der kreativen Stadt Graz. In das 20. Jahrhundert reicht die Arbeit des berühmten österreichischen Gynäkologen und Geburtshelfers Ernest Wertheim, der sich auch oft im slowenischen Raum aufhielt. Das Auftreten und die Bekämpfung neuer Krankheiten verband die Wissenschafter seit jeher. So wurde der Morbus Škrljevo zu Beginn des 19. Jahrhunderts als eine Krankheit angesehen, die sich von Orten Istriens ins Innere der Monarchie auszubreiten drohte. Schließlich erkannten die angesehenen Wiener Dermatologen einen endemischen Typ der Syphilis. Über die Fokussierung auf die medizinische Forschung verbindet die Ausstellung Lebenswelten, die im Regelfall nur wenig Berührungspunkte aufweisen. Weiters bietet das Staatsarchiv während der Ausstellungsdauer hochgradige Vorträge zum Thema Slowenien. Ljubljana – ein Juwel unter den intimen europäischen Hauptstädten – präsentiert sich mit einer Multimedia-Show voller Poesie und verweist auf die geistigen Leistungen seiner Bewohner. ■

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Wiener Historiker Gerald Stourzh 75

Der emeritierte Ordinarius für Neuere Geschichte an der Universität Wien, Gerald Stourzh, der wesentlich zur Internationalisierung österreichischer Geschichtswissenschaft beitrug, feierte kürzlich seinen 75. Geburtstag. Erst 25-jährig gelang ihm sein Durchbruch in den USA, wo er sein erstes Buch am Forschungszentrum des Politologen Hans J. Morgenthau in Chicago veröffentlichte: „Benjamin Franklin and American Foreign Policy“. Nach sieben Jahren in den USA baute er in Wien die Österreichische Gesellschaft für Außenpolitik auf. 1964 wurde der 35-jährige Ordinarius für Neuere Geschichte mit besonderer Berücksichtigung der Geschichte Nordamerikas an der Freien Universität Berlin. 1969 kam er als Ordinarius für Geschichte der Neuzeit an die Universität Wien und wurde von Studenten, die hinter der so genannten „68er-Rebellion“ das Kleingeistige sahen, auch wegen seiner strengen Studienkriterien als Vorbild angesehen. Der feinsinnige, um Objektivität bemühte Professor, dem politische Konjunkturen fremd schienen, verfasste wesentliche Werke zu einem fortschrittlichen Österreich-Bewusstsein wie „Um Einheit und Freiheit“ (zum österreichischen Staatsvertrag, 4. Aufl. 1998), oder „Vom Reich zur Republik“ (1990). Große Reputation erlangte er auch durch seine Forschungen zur Geschichte von Menschen-, Bürger- und Minderheitenrechten: „Wege zur Grundrechtsdemokratie“ (1989). Zum Geburtstag gratulierte u.a. Bundespräsident Thomas Klestil. ■

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Alfred Brendel: Siemens-Musikpreis

Der österreichische Pianist und Schriftsteller Alfred Brendel ist in München mit dem internationalen Ernst von Siemens-Musikpreis ausgezeichnet worden. Laut Jury-Urteil habe Brendel mit seinen Aufnahmen Schallplattengeschichte geschrieben. Bei dem musikalisch umrahmten Festakt im Schauspielhaus der Münchner Kammerspiele wurden außerdem Förderpreise vergeben, u.a. an den österreichischen Komponisten Johannes Maria Staud. ■

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HGM: „Tyrannenmord – Der 20. Juli 1944 und Österreich“

Das Heeresgeschichtliche Museum (HGM) in Wien zeigt bis 5.9. eine Sonderausstellung, die erstmals in Österreich zum 20. Juli 1944 – dem Tag des Attentats auf Adolf Hitler – und seinen Österreichbezügen zu sehen ist. Nach 60 Jahren soll des denkwürdigen Tages gedacht werden, an dem Oberst Claus Schenk von Stauffenberg versuchte, Adolf Hitler zu töten und die Schreckensherrschaft der Nazis zu beenden. Hitler kam mit Schrammen davon, weil die Aktentasche mit der Bombe verstellt wurde und eine robuste Tischplatte sein Leben rettete, während vier Offiziere starben. In Österreich warteten Stauffenbergs Vertraute nur noch auf das befreiende Signal aus Berlin. Doch Stauffenberg und drei seiner Freunde wurden verhaftet und sofort hingerichtet. Die Ausstellung im HGM beleuchtet anhand ausgewählter (Foto)dokumente die Wirkung auf die Ereignisse in Wien rund um das Hitler-Attentat. ■

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Neues Sisi-Museum begeisternd

Das neue Sisi-Museum über die legendäre Kaiserin Elisabeth (geb. 1837 München, gest. 1898 Genf), verehelicht mit Kaiser Franz Joseph I., scheint hervorragend gelungen. Historiker loben die Schau, die laut Kuratorin Katrin Unterreiner den Mythos der Kaiserin „befreit von Klischees“ darstellen möchte. Das Museum, in den Räumlichkeiten vor den Kaiserappartements der Wiener Hofburg untergebracht, spannt in einer sechsräumigen Inszenierung von Rolf Langenfass einen Bogen von der Ermordung der Herrscherin in Genf und der sofort einsetzenden Legendenbildung hin zum gehetzten Leben der schönen und narzisstischen Sisi, die im goldenen Käfig ihres Hofzeremoniells zu ersticken drohte und den sozialkritischen Heinrich Heine („Deutschland. Ein Wintermärchen“) zu ihrem Lieblingsdichter wählte. Das Psychogramm dieser Frau, im 20. Jahrhundert einen Filmkult auslösend, den die österreichische Schauspielerin Romy Schneider maßgeblich prägte, wirkt sehr modern, die Ausstellung bietet über Sisi hinaus viele Assoziationen. ■

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Stift Altenburg: Archiv im Internet

In der Benediktiner Abtei Altenburg im Waldviertel (Niederösterreich) wurde ein virtuelles Klosterarchiv präsentiert, u.a. mit der Stiftungsurkunde des Klosters (1144), Urkunden der Babenberger-Herzöge, aber auch einfachen Kaufbriefen des Spätmittelalters: Somit ist die Abtei eines von rund 20 österreichischen Stiften und Klöstern, deren Archive im Rahmen eines dreijährigen Projekts über das Medium Internet nutzbar gemacht werden. Die digitale Bereitstellung von 20.000 mittelalterlichen Urkunden ist Ziel des Projekts Monasterium (MOM) des Instituts zur Erschließung kirchlicher Quellen mit Sitz im Diözesanarchiv St. Pölten. MOM möchte neue Technologien für neue Forschungsansätze in der Geschichtswissenschaft einsetzen, sind doch historische Quellen Teil des allgemeinen kulturellen Erbes und Gedächtnisses. Das weltweit erste digitalisierte Klosterarchiv wurde im Oktober 2003 im Stift Geras (gleichfalls Waldviertel) vorgestellt.
Langfristiges Ziel des MOM-Projekts ist die Erfassung der wichtigsten mitteleuropäischen Quellen und eine breite Einbindung in Kooperationen mit ähnlichen Unternehmungen in den Nachbarländern Österreichs, etwa bei der Erzabtei Pannonhalma (Ungarn) oder beim Bistum Passau (Bayern/Deutschland). ■

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Österr. Museum für Volkskunde: „15+10 Europäische Identitäten“

Das Österreichische Museum für Volkskunde zeigt bis 4.7. die Schau „15+10 Europäische Identitäten“. Das Museum hat bei seinen östlichen Partnerinstitutionen um je einen Gegenstand ersucht, der typisch ist für jedes der zehn seit Mai zur Europäischen Union gestoßenen Länder. Der höchst unterschiedlichen Retourpost – von estnischen Handschuhen über tschechische Ostereier und slowakische Schafhirten-Flöten bis zu zypriotischen Leckereien – wurden Objekte aus eigenen Beständen gegenüber gestellt. Ein Beispiel: Für die kältegeplagten Esten waren die bunten Handschuhe u.a. Zeichen für einen Heiratsantrag, es gibt rund 200 Namen für die verschiedenen Muster auf diesen. Das Museum für Volkskunde hat ihnen einen Holzschnitt eines nord-estnischen Bauernhofes gegenüber gestellt. Die polnische Weihnachtskrippe wurde auf eine Krippe aus dem eigenen galizischen Bestand bezogen. Die Gegenstände verbleiben in der Sammlung des Volkskundemuseums. Die faszinierende Ausstellung stellt bei aller versuchten nationalen Grenzüberwindung das Festhalten an regionalen Chiffren zur inneren Stabilisierung in einer zunehmend unübersichtlichen globalen Lebenswelt in den Vordergrund. Nur wer Wurzeln hat, auch eine psychische Heimat hat, ist innerlich stark. ■

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Wiens Jus-Studenten Weltspitze

Platz 3 unter 400 Teams aus mehr als 80 Ländern belegten Studenten der Universität Wien beim Jessup Moot Court, dem weltweit größten juristischen Studentenwettbewerb in Washington D.C.. Leonore Lange, Kathrin Gabriel, Christoph Mikulaschek und Ursula Hann ließen Konkurrenten aus Harvard, Columbia, Paris oder Melbourne hinter sich. Betreut wurden die Wiener vom Institut für Völkerrecht. Ging es heuer um die Zuständigkeit des Internationalen Strafgerichtshofes, werden sich die Teilnehmer nächstes Jahr mit dem Fall des Internationalen Umwelt- und Seerechts beschäftigen: Piraten kapern und versenken ein Handelsschiff in der Nähe eines Atolls, was zu einer schweren Verseuchung der lokalen Meeresumwelt führt. ■

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Ehre für Xaver Schwarzenberger

Der österreichische Kameramann und Erfolgsregisseur Xaver Schwarzenberger wird für sein Lebenswerk mit dem Titel „Ehrenkameramann 2004“ ausgezeichnet. „Schwarzenberger war einer der ersten, die den Bildschirm zur Kinoleinwand machten“, so der Verein Deutscher Kamerapreis Köln über die Arbeit des Ausgezeichneten. Den Deutschen Kamerapreis hat der 58-jährige Wiener, einer der bedeutendsten europäischen Kameramänner, schon dreimal erhalten: 1982 für seine stilvoll-kühle Schwarz-Weiß Fotografie in Rainer Werner Fassbinders „Die Sehnsucht der Veronika Voss“ sowie 1984 und 1990 für seine selbst inszenierten Filme „Der stille Ozean“ (nach Gerhard Roth) und „Absturz“. Die Preisverleihung erfolgt am 23.6. in Köln. ■

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Joe Zawinuls „Birdland“ in Wien

Im total renovierten Wiener Hilton gibt es einen neuen Ort für Musikfreaks: das „Birdland“ von Österreichs Keyboard-Star Joe Zawinul. Benannt nach einer Charlie „Bird“ Parker und dem ehemaligen New Yorker Jazz-Tempel Birdland gewidmeten Komposition scheint sich das Wiener „Birdland“, das auch erlesenes Essen auf der Karte hat, vor allem der Weltmusik zu widmen, wie das vorläufige Programm zeigt: Es reicht von The Zawinul Syndicate, Ifrikya feat. Karim Ziad bis zu Los Hijos del Sol und Les McCann.■

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Studie: „Ökonomischer Nutzen Betrieblicher Gesundheitsförderung“

Sport-Staatssekretär Mag. Schweitzer und Univ.-Prof.Dr. Felderer präsentierten am Institut für Höhere Studien die neueste Studie zum Thema „Ökonomischer Nutzen Betrieblicher Gesundheitsförderung“. Laut Felderer gibt es einen Wandel im Verständnis von Gesundheit - weg von der traditionellen, rein medizinisch orientierten Gesundheitsvorsorge hin zu einer präventionsorientierten Ausrichtung. Für Schweitzer, der dem bestehenden Krankheitssystem mit dem „Procedere“ Arztbesuch, Diagnose, Rezept, Apotheke bzw. Diagnose, Operation, Kuraufenthalt, Frühpension sehr kritisch gegenüber steht, eine erfreuliche Entwicklung. Herz-Kreislauferkrankungen oder Rückenprobleme etwa werden derzeit sehr oft mit Arzneien oder Operationen kuriert. Eine für Schweitzer unverständliche Tatsache, obwohl es doch die billigere Variante „Bewegung“ gäbe. „Wir sollten denen, die an der Krankheit verdienen nicht das Feld überlassen“. Gemeinsam mit den Sportdachverbänden will er als Dienstleister am österreichischen Gesundheitssystem alle Einsparungspotentiale ausschöpfen. Mit einem gezielten Einsatz von Bewegungsprogrammen in österreichischen Betrieben wären das bereits bis zu 3,6 Milliarden EURO jährlich. Um die Einheitlichkeit und Qualität der Bewegungsangebote zu gewährleisten will er gemeinsam mit den Dachverbänden ein Güte-Qualitätssiegel erarbeiten. Nur jene Programme mit Gütesiegel werden österreichweit in der Betrieblichen Gesundheitsförderung für Klein- und Mittelbetriebe angeboten werden“, so Schweitzer, der in diesem Zusammenhang auch über spezielle Anreizsysteme diskutieren will. In solch fortschrittlichen Betrieben müssten demnach die Arbeitgeberbeiträge von einer allfälligen Erhöhung ausgenommen werden. Fazit der Studie: Österreich ist in der Prävention weniger entwickelt als andere Staaten, etwa die USA, Großbritannien oder Finnland. ■

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Sportbericht 2001/2002

Im Ausschuss für Sportangelegenheiten wurde der 18. Sportbericht 2001/02 präsentiert. Er bietet eine detaillierte Übersicht der verschiedenen Aktivitäten, die seitens der zuständigen politischen Organe gesetzt wurden. Durch die Darlegung der Sportförderung auf den verschiedensten Gebieten kommt die besondere gesellschaftliche Bedeutung des Sports in Österreich zur Geltung. In diese Periode fiel die erfolgreiche Bewerbung um die Fußball-Europameisterschaft 2008, die Fördermaßnahmen im Spitzensport, die unter „Challenge Athen 2004“ zusammengefasst sind, sowie die Gründung des „Fonds zur Förderung des Behindertensports“. Die Studie „Sport und Gesundheit“ weist auf Einsparungen hin, die durch aktive Ausübung von lebenslangem Sport möglich sind. ■

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TV-Rechte für österreichischen Fußball an Premiere und ATV

Die Präsidentenkonferenz der Fußball-Bundesliga hat überraschend die TV-Rechte an Premiere und ATV vergeben. Mit diesem Entschluss verlässt der österreichische Profifußball endgültig den geschützten Bereich. „Neben dem sportlichen Wettkampf auf dem grünen Rasen wird nun auch der Kampf um die zukünftige Fußball-Berichterstattung eröffnet. Der Marktwert wird nun endgültig vom Niveau des gebotenen Fußballspiels bestimmt“, so Sport-Staatssekretär Karl Schweitzer. „Zukünftige mögliche Finanzierungseinbußen dürfen dann jedoch nicht von der öffentlichen Hand gefordert werden, denn zahlreiche Investitionen durch Bundesmittel sind genug“, betont er. „Diese Regelung ist vielmehr eine optimale Gelegenheit für den ORF und die zahlreichen Fachverbände die Top-Leistungen österreichischer Sportler in dieser Sendezeit einem breiten Publikum zu präsentieren. Vielleicht bietet diese überraschend freigewordene Plattform auch Möglichkeiten, die positiven Effekte des Breitensports allen Österreichern näher zu bringen“, so Schweitzer. ■

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