Montag, 25. September 2006
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Kanzler Schüssel: Österreich ist Hauptgewinner der EU-Erweiterung
Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und Außenministerin Ursula Plassnik haben am 14. September Bilanz über die abgelaufene Legislaturperiode gezogen und die „Wiedervereinigung Europas“ als das zentrale europapolitische Thema bezeichnet. Österreich sei einer der Hauptgewinner der EU-Erweiterung am 1. Mai 2004, die das Land „von der Peripherie ins Zentrum des Kontinents“ gerückt habe, betonte Schüssel.
Allein die Exporte nach Mittel- und Osteuropa hätten sich seit 1995 auf mehr als 11 Mrd. Euro nahezu verzehnfacht, ebenso das Volumen der Auslandsinvestitionen. „Wir werden heuer erstmals die Schallmauer von 100 Mrd. Euro durchbrechen“, so der Bundeskanzler. Das habe Tausende Arbeitsplätze gesichert und den Wirtschaftsstandort Österreich enorm aufgewertet.
Europa sei heute ein „Friedens- und Chancenprojekt“, in dem regionale Blöcke und Interessengemeinschaften wesentliche Funktionen hätten – darunter die von Österreich initiierte Regionale Partnerschaft in Mittel- und Südosteuropa, in der man eine „führende Rolle als verlässlicher und solidarischer Partner“ spiele, so Schüssel.
Europapolitik sei aber auch Jugend- und Zukunftspolitik. Ambitioniertes nationales Ziel bei der EU-weiten Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit sei es, jungen Menschen in Österreich innerhalb von drei Monaten eine Ausbildungsstelle oder einen neuen Job zu verschaffen, sagte der Bundeskanzler.
Schüssel verwies zudem auf die maximale Un¬terstützung durch EU-Fördermittel, u.a. für Brenner-Basistunnel, biologische Landwirtschaft und Forschung. In der biologischen Landwirtschaft liege Österreich auf Platz 1 in Europa. Ebenso führe Österreich bei der Erzeugung erneuerbarer Energien, wobei deren Anteil von derzeit 22 % auf 45 % im Jahr 2020 verdoppelt werden soll. Im Bereich der Forschung habe Österreich zuletzt 114 % der EU-Fördermittel lukriert und sei damit zum Nettoempfänger geworden.
Darüber hinaus habe Österreich als einziges EU-Land mehr Geld für den ländlichen Raum herausverhandelt. „Bis 2013 stehen uns 8 Mrd. Euro für Landwirtschaft, Kulturprogramme, Umweltschutz oder Nahversorgungsinitiativen zur Verfügung“, erklärte der Bundeskanzler.
Außenministerin Plassnik erklärte, dass Österreich der Stabilisierung des Balkan große Bedeutung beimesse. Es sei wichtig, den Ländern der Region eine europäische Perspektive zu geben. Stabilität am Balkan bedeute auch mehr Sicherheit für Österreich. „Ohne den Einsatz Österreichs wäre die europäische Perspektive des Balkan längst vom Tisch“, so Plassnik. ■

Kanzler Schüssel eröffnet Ausstellung „Österreich in Europa“
Bundeskanzler Wolfgang Schüssel eröffnete am 19. September im Bundeskanzleramt die Ausstellung „Österreich in Europa“. Zu sehen sind über 40 ausgewählte Exponate aus den Bereichen Politik, Wissenschaft, Literatur und Musik.
„Österreich ist ein Land der Talente. Diese Ausstellung zeigt die einzigartige Vielfalt an Erfindungen, Werken und Dokumenten, die die Geschichte Österreichs entscheidend mitgeprägt haben“, so der Bundeskanzler.
„Österreich in Europa“ wurde während des österreichischen EU-Vorsitzes in Brüssel gezeigt, um die Verbundenheit und den inspirierenden Austausch zwischen Österreich und Europa zu veranschaulichen. Aufgrund des großen Publikumsinteresses ist die Schau bei freiem Eintritt bis zum Nationalfeiertag (26. Oktober) nun auch im Bundeskanzleramt zu sehen. Gezeigt wird u.a. die „Tabula Peutingeriana“, eine mittelalterliche Kopie der einzigen erhaltenen spätantiken Straßenkarte des römischen Weltreiches. Weitere Höhepunkte sind ein Modell der Schiffsschraube von Joseph Ressel, das Schlussdokument des Wiener Kongresses (1815), das Original des Weihnachtsliedes „Stille Nacht“ und die Erstausgabe von Elfriede Jelineks Roman „Die Klavierspielerin“. ■

„Haus der Forschung“ eröffnet
Im Beisein von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, Vizekanzler Hubert Gorbach und Bildungsministerin Elisabeth Gehrer wurde am 18. September in Wien das „Haus der Forschung“ eröffnet. Damit steht nunmehr eine zentrale Anlaufstelle für sämtliche Agenden der Forschung und Forschungsförderung zur Verfügung. Schüssel betonte, bis 2010 den Anteil der Forschungs- und Entwicklungsausgaben von derzeit 2,43 % auf 3 % des BIP aufzustocken. ■

Außenministerin Plassnik bei UNO-Generalversammlung in New York
Österreich war bei der diesjährigen UNO-Generalversammlung in New York (19. bis 27. September) durch Außenministerin Ursula Plassnik vertreten. Plassnik führte am Rande der UN-Generalversammlung zahlreiche bilaterale Gespräche, darunter mit ihren Amtskollegen aus dem Iran, Syrien und der Türkei. Auf EU-Ebene gab es Treffen mit den Außenministern Russlands und der USA, Sergej Lawrow und Condoleezza Rice, sowie mit dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas und UNO-Generalsekretär Kofi Annan.
Plassnik und der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier plädierten nachdrücklich für eine rasche Fortsetzung des Nahost-Friedensprozesses und forderten eine Wiederbelebung des so genannten Nahost-Quartetts (EU, UNO, USA und Russland). Plassnik bezeichnete das Nahost-Quartett als wichtigsten Bestandteil des Koordinationsmechanismus und äußerte sich sehr zufrieden über die Kooperation zwischen der EU und den Vereinten Nationen, die noch nie so eng gewesen sei wie heute. Die österreichische EU-Präsidentschaft hätte viel zur Durchsetzung von Reformen der Weltorganisation beigetragen, betonte die Außenministerin. Zur Iran-Problematik sagte Plassnik, Teheran müsse dazu motiviert werden, die Vertrauensbildung aktiv zu betreiben, um die Bedingungen für einen lösungsorientierten Dialog zu schaffen. Als positiven Punkt vermerkte die Außenministerin die Wiederaufnahme des Menschenrechtsdialogs zwischen der EU und dem Iran. Das sei dem österreichischen EU-Vorsitz im ersten Halbjahr 2006 ein besonderes Anliegen gewesen.
Von der Türkei forderte Plassnik „Realismus und ein klares europäisches Engagement“ in Bezug auf Zypern und politische Reformen im Bereich der Religions- und Meinungsfreiheit.
In ihrer Rede vor der UN-Generalversammlung am 21. September schlug Plassnik die Einberufung einer Nahost-Konferenz und den Aufbau einer regionalen Sicherheitsstruktur vor.
An Belgrad und Pristina appellierte die Außenministerin, „sich realitätsnah und ergebnisorientiert“ in die Verhandlungen über den künftigen Status des Kosovo einzubringen. Die Staaten des Balkan müssten in die Wiedervereinigung Europas einbezogen werden. Insbesondere ein voll integriertes, „friedliches und wohlhabendes Serbien“ sei für die Stabilität der gesamten Region von zentraler Bedeutung, so Plassnik.
Den scheidenden UNO-Generalsekretär Kofi Annan würdigte die Außenministerin als „Steuermann der UNO“ und „unermüdlichen Ermutiger“, der seine Stimme stets für die Schwachen, Armen, Kleinen und „verloren Geglaubten“ erhoben habe.
Vor Journalisten bestätigte Plassnik Österreichs Bemühen um einen temporären Sitz im UNO-Sicherheitsrat in etwa zwei Jahren. Die Außenministerin zeigte sich zuversichtlich: „Österreich ist bekannt als verlässlicher, sehr engagierter Partner der Vereinten Nationen.“ ■

Bundespräsident Fischer eröffnet IAEO-Generalkonfernz in Wien
Bundespräsident Heinz Fischer hat am 18. September bei der Eröffnung der 50. Generalkonferenz der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO) in Wien die Einhaltung des Atomsperrvertrages „auf Punkt und Beistrich“ eingemahnt und sprach sich für ein „Maximum an Transparenz auf diesem sensiblen Gebiet“ aus. In Anspielung auf den Atomstreit mit dem Iran bezeichnete der Bundespräsident die Gefahr der Verbreitung von Nuklearwaffen als „eine der großen Herausforderungen für die internationale Staatengemeinschaft“. Die IAEO müsse alle von ihr verlangten Informationen und Kontrollmöglichkeiten erhalten.
Außenministerin Plassnik unterstrich die Bedeutung global vernetzter nuklearer Sicherheitsstandards. Dazu müsse die Atombehörde mit entsprechender Autorität ausgestattet werden. ■

Regionale Partnerschaft: Außenminister-Treffen in Wien
Am 14. September fand in Wien ein Außenminister-Treffen der Regionalen Partnerschaft statt. Außenministerin Ursula Plassnik begrüßte dazu ihre Amtskollegen aus Ungarn, Tschechien, der Slowakei und Slowenien sowie den Unterstaatssekretär des polnischen Außenministeriums.
Bekräftigt haben sämtliche Teilnehmer ihre Unterstützung für die Anbindung der Ukraine und der Staaten des westlichen Balkan an Europa. Vor allem Serbien müsse „jetzt“ eine europäische und transatlantische Perspektive haben.■

Kanzler Schüssel: Österreich nimmt Chancenreichtum wahr
„Dass wir heute erstmals mehr Direktinvestitionen im Ausland haben als ausländische Direktinvestitionen in Österreich, ist ein riesiger Erfolg, den wir unter anderem auch der Industrie verdanken und der Österreich stark macht“, betonte Bundeskanzler Wolfgang Schüssel am 14. September bei einer Feier zum 60-Jahr-Jubiläum der Österreichischen Industriellenvereinigung (IV). Derzeit würden rund 1.000 international operierende Holding-Unternehmen von Österreich aus ganz Mittel- und Osteuropa steuern, was ein enormer Standortvorteil sei. Demnach agiere Österreich erfolgreich, weil es den „Chancenreichtum wahrnimmt“, so Schüssel.
Mit dem EU-Beitritt Rumäniens und Bulgariens am 1. Jänner 2007 werde die Donau zum ersten Mal von der Quelle bis zur Mündung ins Schwarze Meer fast zur Gänze ein europäischer Binnenfluss sein. Für Österreich bedeute das die historische Chance, eine Mittelposition einzunehmen und von der Peripherie ins Zentrum zu rücken. Österreich stehe wirtschaftlich hervorragend da. Beim Exportvolumen habe man die Schweiz überholt und werde heuer mehr als 100 Mrd. Euro erwirtschaften, beim Wirtschaftswachstum rechne man mit 3 %. Das verdanke man auch der Industrie, „die umfangreich investiert und Löhne in Höhe von 100 Mrd. Euro gezahlt hat. Das belebt den Konsum und schafft Zukunftsinvestitionen“, unterstrich Schüssel. ■

Ländliche Entwicklung: 3,9 Mrd. Euro für Österreich
Österreich erhält aus Brüssel für die Jahre 2007 bis 2013 über 3,9 Mrd. Euro und hat damit für die Modernisierung bzw. Diversifizierung sowie stärkere Umweltorientierung seiner ländlichen Betriebe deutlich mehr Geld zur Verfügung als in der vorangegangenen Finanzperiode (3,3 Mrd. Euro). Die EU-Kommission hat am 12. September die Verteilung der Fördermittel für die Entwicklung des ländlichen Raumes beschlossen. Spitzenreiter ist Polen mit 13,2 Mrd. Euro, gefolgt von Italien und Deutschland (jeweils rd. 8 Mrd. Euro) sowie Frankreich (6,4 Mrd. Euro).
Österreich hat bei den Verhandlungen über das neue EU-Budget am erfolgreichsten gegen geplante Kürzungen der Agrargelder gekämpft. ■

OeNB erhöht Wachstumsprognose 2006 auf 3,2 Prozent
Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) hat ihre Wachstumsprognose für die heimische Wirtschaft für das Jahr 2006 deutlich nach oben revidiert und rechnet nun mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 3,2 %. Im Juni waren die OeNB-Experten noch von einem Wirtschaftswachstum von 2,5 % ausgegangen.
Hauptgründe für die gute Konjunktur sind laut Notenbank vor allem die dynamischen Exporte und starken Unternehmensinvestitionen. ■

Wirtschaftsminister Bartenstein: OPEC wichtiger Partner in Wien
„Die OPEC ist ein wichtiger und wertvoller Partner Österreichs, hat ihren Sitz seit 40 Jahren in Wien und ist damit zu einem Teil dieser Stadt geworden“, sagte Wirtschaftsminister Martin Bartenstein am 12. September anlässlich seiner Teilnahme am 3. OPEC International Seminar. Und Wien seinerseits sei nunmehr mit der OPEC, der IAEO (Internationale Atomenergiebehörde) sowie dem Sekretariat der Energie-Gemeinschaft für Südosteuropa die „Energie-Hauptstadt Europas“. Als Schwerpunkte künftiger EU-Energiepolitik nannte Bartenstein höhere Energieeffizienz, Klimaschutz und Ausbau erneuerbarer Energien. ■

Börse-Unternehmen erbringen 11,2 Prozent der Wirtschaftsleistung
An der Wiener Börse notieren derzeit 112 heimische Unternehmen, deren Marktwert bei 124 Mrd. Euro liegt und für beeindruckende volkswirtschaftliche Kennzahlen steht: Laut einer neuen Studie des Industriewissenschaftlichen Institutes (IWI) generieren die untersuchten Unternehmensgruppen in Österreich mit 53,2 Mrd. Euro 12,8 % des Produktionswertes und mit 23,8 Mrd. Euro 11,2 % der gesamten Wertschöpfung. Außerdem sichern sie – direkt und indirekt – rund 306.300 Arbeitsplätze, das entspricht 7,4 % aller Beschäftigten.
Die heimischen börsenotierten Unternehmen seien somit ein bedeutender Faktor für den Wirtschaftsstandort Österreich, betonte Hellmut Longin, Präsident des Aktienforums, das die Studie in Auftrag gegeben hat. ■

Staatssekretär Franz Morak würdigt Gideon Eckhaus und Ari Rath
Die Republik Österreich hat kürzlich zwei Intellektuelle, die Jahrzehnte lang unermüdlich um den Ausbau der israelisch-österreichischen Beziehungen bemüht waren, hoch geehrt:
Gideon Eckhaus, dem am 12. September das Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst verliehen wurde, habe sich, so Kunst- und Medienstaatssekretär Franz Morak, „auch in politisch schwierigen Zeiten in seinen mehrfachen Spitzenfunktionen – unter anderem als Vorsitzender des Zentralkomitees der Juden aus Österreich in Israel, als Vorsitzender der isrealisch-österreichischen Freundschaftsgesellschaft in Tel Aviv und als Vorsitzender des Klubs der österreichischen Pensionisten – stets für ein besseres Verständnis zwischen Israel und Österreich eingesetzt“. Viele Jahre habe Eckhaus „die Interessen jener Österreicher, die während des Holocaust ihre Heimat verloren und in Israel eine neue Heimat gefunden haben, gegenüber unserem Land vertreten. Er war dabei stets um konstruktive Verhandlungen bemüht, hat den Konsens gesucht und im Interesse der von ihm Vertretenen um Einigungen gerungen“. Morak hob auch besonders die Rolle von Gideon Eckhaus beim Zustandekommen des Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus im Jahre 1995 hervor und lobte auch dessen Rede anlässlich der Gedenksitzung des österreichischen Parlaments aus Anlass des zehnjährigen Bestehens des Fonds im Mai 2005.
Der ehemalige Chefredakteur der englischsprachigen „Jerusalem Post“, der international bedeutenden Zeitung Israels, Ari Rath, ist am 13. September der Berufstitel „Professor“ verliehen worden. Ari Rath stammte ursprünglich aus Wien, musste 1938 vor den Nazis mit einem Kindertransport nach Palästina fliehen. In Israel machte er große Karriere als Publizist. Morak würdigte Rath als „elder statesman“ des israelischen Journalismus. In den späten 80er und 90er Jahren, als das bilaterale Verhältnis zwischen Israel und Österreich belastet war, habe er als Ratgeber wesentlich hinter den Kulissen zu einer Entspannung beigetragen. „Er half mit, das Österreich – was sein Verhältnis gegenüber der Shoa betrifft – eine neue Sichtweise gefunden hat. Österreich ist sich seiner Verantwortung für das, was von 1938 bis 1945 passierte, wieder bewusst geworden“. Der Staatssekretär betonte abschließend, dass Ari Rath in den letzten Jahren wieder stärker die Kontakte zu seiner alten Heimat intensiviert hätte und erinnerte dabei auch an die viel beachtete Rede Raths, die er zur Eröffnung des Brucknerfestes 2006 vor kurzem gehalten hatte. ■

Grandiose "Standard"-Edition zum neuen "Österreichischen Film"
Eine neue, grandiose DVD-Edition „Der Österreichische Film“ versammelt 50 Beispiele österreichischen Filmschaffens unter dem Label „Edition Der Standard“. Nach dem Vorbild der erfolgreichen Edition der „Süddeutschen Cinemathek“ produzierte die österreichische Tageszeitung die Reihe, die in zwei Staffeln zu je 25 Filmen am 14. Oktober und 17. November erscheinen wird. Bei Bestellungen bis 10. Oktober ist der erste Film gratis. Texte von Filmemachern, Autoren, Künstlern und Kritikern begleiten und ergänzen jeden einzelnen Film der Reihe. Ab 21. September wird unter derStandard.at/oe-film täglich ein neuer Titel der Reihe präsentiert. Gemeinsam mit Ernst Kieninger vom Filmarchiv Austria erstellte Georg Hoanzl ein vielschichtiges Potpourri aus jüngeren und älteren Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilmen. Vertreten sind alle bedeutenden Namen des österreichischen Kinos wie Barbara Albert, Ruth Beckermann, Klaus Maria Brandauer, Axel Corti, Michael Glawogger, Michael Haneke, Paul Harather, André Heller und Othmar Schmiderer, Fritz Lehner, Wolfgang Murnberger, Hubert Sauper, Ulrich Seidl, Harald Sicheritz, Xaver Schwarzenberger. Kunst- und Medienstaatssekretär Franz Morak lobte das Projekt, das „zu Neugierde auf fünfzig Standpunkte, Sichtweisen und Möglichkeiten sich mit Film auseinanderzusetzen anstiftet“. Vom Bundeskanzleramt wird das Projekt mit 60.000 Euro unterstützt, auch das Österreichische Filminstitut wird fördern. ■

Multimedia-Staatspreis für Installationen im Mozarthaus Vienna
Am 19. September wurden im festlichen Rahmen des Mozartsaals im Wiener Konzerthaus die Kategoriegewinner und der Staatspreisträger für Multimedia & E-Business 2006 des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) prämiert. Als großer Gewinner ging das Produktionsteam um Filmemacher Virgil Widrich der Checkpointmedia Multimediaproduktionen AG hervor, die für die laut Jury herausragende Multimedia-Installation im Mozarthaus Vienna mit dem Multimedia & E-Business Staatspreis 2006 von Bundesminister Josef Pröll ausgezeichnet wurde. Die multimediale Installation bestach laut Jurymeinung durch ihre klare Konzeption, die Vielfalt und durch den hohen Grad der Informationsvermittlung. Die zentrale Multimediainstallation bildete die Hommage an Mozarts Oper „Die Zauberflöte“, die in einem überdimensionalen Theatermodell in seiner Bühnenöffnung eine dreidimensionale Kulisse mit Collagen von Szenen aus der Zauberflöte von 1791 bis jetzt zeigte.
„Das Siegerprojekt ist eine zukunftsweisende Lösung, die zeigt, wie man multimediale Konzepte sinnvoll ausweiten kann“, so Peter A. Bruck, Staatspreisbeauftragter des BMWA für Multimedia & E-Business. In den letzten Jahren habe sich in diesem Bereich viel entwickelt, wie zum Beispiel der Durchbruch des Internets, der die CD-ROM ablöste, jetzt stünden der Content und die direkte Interaktion im Vordergrund.
Einen weiteren Erfolg konnte Checkpointmedia in der Kategorie „Öffentliche Information und Dienste“ mit dem „Besucherzentrum Parlament Österreich“ verzeichnen. Auch hier wurde die Jury durch einen einfachen, interaktiven Zugang überzeugt, durch den sich komplexe Themen wie Politik und Demokratie einem breiten Publikum erschließen.
Checkpointmedia ist seit 2001 auch für die multimedialen Installationen wie den Red Bull Hangar-7 oder die Swarovski Kristallwelten verantwortlich. ■

Kulturkontakt Austria hat 2007 Ukraine und Rumänien im Visier
Seit 1992 fördert Kulturkontakt Austria (KKA) den kulturellen Dialog zwischen Österreich und den Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas. Am 20. September stellten Geschäftsführer Kurt Wagner und Kunst- und Medienstaatssekretär Franz Morak das Programm für die kommende Saison vor. Mit nur zehn Ländern will man in Zukunft einen engeren Schwerpunkt setzen, wenige, aber größere Projekte sollen medial stärker aufmerksam machen. Morak sagte unter anderem, Aufgabe der Kulturpolitik sei es, neben verschiedenen Banken und Öl-Konzernen in den südosteuropäischen Ländern präsent zu sein. Kulturkontakt Austria habe einen „substanziellen Beitrag zur Sichtbarmachung der Kunst unserer Nachbarländer“ geleistet. Auch in Zukunft sei ein konsequentes Zugehen auf unsere Nachbarn erklärtes Ziel des KKA. Süd- und Südosteuropa sei eine Zentralressource für Österreich.
KKA verzeichnete seit Beginn des Programms 1992 bereits Bewerbungen von 4.300 Künstlern, die ein Artist-in-Residence-Programm in Anspruch nehmen wollten, jedes Jahr wurden zwölf Künstler ausgewählt, insgesamt waren 169 Künstler aus 23 Ländern zu Gast. Das Bundeskanzleramt, das KKA seit jeher unterstützt, stellte seit 1992 eine Summe von 1,4 Mio. Euro allein für das Artist-in-Residence-Programm zur Verfügung. Einen Überblick über die Arbeiten der Künstler, die 2005 zu Gast waren, wird ab 17. Oktober in der Ausstellung „One year after“ im Tresor des BA-CA Kunstforums geboten. Ein weiterer Schwerpunkt der Institution liegt auf der Literaturförderung. Seit 1990 wurden mehr als 2.100 Projekte unterstützt, darunter Übersetzungen österreichischer Literatur des 20. Jahrhunderts in osteuropäische Sprachen. In diesem Herbst wird das Programm unter anderem um die Übersetzung neuer ost- und südosteuropäischer Literatur ins Deutsche erweitert. Erstmals vergeben wird der „Große Preis für Osteuropäische Literatur“, der am 4. Oktober bei der Frankfurter Buchmesse an Theodora Dimova (Bulgarien) überreicht wird und künftig alle zwei Jahre vergeben werden soll. Weitere zentrale Ereignisse sind die ukrainischen Kulturtage im Oktober, der Rumänien- und Bulgarien-Schwerpunkt, der Zyklus „Richtung Südost – zur Erkundung unbekannter Länder“ sowie ein Festival zum fünfjährigen Bestehen von „Dancers in Residence“ in Kooperation mit dem Wiener Tanzquartier. Ein Höhepunkt 2007 ist sicherlich ein „Literaturschiff Europa“, das im Mai und Juni von Passau bis ans Schwarze Meer unterwegs sein wird. ■

Kulturelles Arbeitsprogramm mit Rumänien in Wien unterzeichnet
Am 20. September wurde in Wien vom Staatssekretär für öffentliche Diplomatie im rumänischen Außenministerium, Valentin Naumescu, und vom Leiter der Kulturpolitischen Sektion im Außenministerium, Emil Brix, ein Arbeitsprogramm für die Zusammenarbeit in den Bereichen Wissenschaft, Unterricht und Kultur unterzeichnet. Es stellt die Weiterentwicklung der guten Beziehungen der beiden Vertragsstaaten sicher, wobei das neue, bis 2009 laufende Arbeitsprogramm die Zusammenarbeit in den Bereichen Hochschulwesen, Erwachsenenbildung und LehrerInennfortbildung, Kultur und Kunst, multilaterale Zusammenarbeit sowie Jugend und Sport regelt. Besonders wurde auch der Lektoren- und Expertenaustausch berücksichtigt. Dem Österreichischen Kulturforum in Bukarest, dem Institut Cultural Român und der Kulturabteilung der Rumänischen Botschaft in Wien kommt bei der Durchführung dieser bilateralen Zusammenarbeit eine besondere Rolle zu. Das neu unterzeichnete Arbeitsprogramm ist ein weiterer Schritt zu einer Vertiefung der Kooperation zwischen dem künftigen EU-Mitgliedsstaat Rumänien und Österreich.
2007 wird unter anderem Sibiu/Hermannstadt, den Titel „Europäische Kulturhauptstadt 2007“ tragen. Im Rahmen dieses Großereignisses wird sich Österreich mit einer Reihe von erstrangigen kulturellen Veranstaltungen präsentieren. ■

Viennabiennale mit junger Kunst
Wien wird erstmals Schauplatz einer Kunst-Biennale: Bis 10. Oktober präsentiert die erste „Viennabiennale“ aktuelle internationale Kunst von 80 Kunstschaffenden – davon 33 aus Österreich – an rund vierzig Standorten. Mit kleinem Budget will das junge Team ein „zeitgemäßes Netzwerk“ in der existierenden Kunstszene schaffen. Bespielt werden etablierte Galerien, deren Programme mit der „Viennabiennale“ akkordiert wurden, Ateliers und Kulturinstitute ebenso wie Orte, an denen Kunst unerwartet ist wie Arztpraxen oder Räume der Webster University. Auch Außenbezirke, etwa die „Kunsthalle in Meidling“, bieten ein entsprechendes Programm.
Aus Österreich sind unter anderem Peter Kogler, Fatima Bornemissza, Beatrix Dreux, Florian Hecker, Gina Müller oder der Fotograf Markus Krottendorfer vertreten. Von den internationalen Teilnehmern unter anderem Erik Binder (Slowakei) und Kamen Stojanov (Bulgarien). Auch Branko Suhy (Slowenien), dem das Kunsthistorische Museum (KHM) soeben eine Ausstellung im Wiener Theseus Tempel widmet, ist einer der präsentierten Künstler bei der Viennabiennale. ■

Tod von Leo Navratil – Er bereitete Gugginger Künstlern den Weg
Der Gründer des später als „Haus der Künstler“ bekannt gewordenen „Zentrums für Kunst-Psychotherapie“ in Maria Gugging (Niederösterreich), der Psychiater Leo Navratil, ist 85-jährig am 18. September in einem Wiener Spital gestorben. Navratil ließ Ende der 1950er Jahre seine Patienten in der Landesnervenklinik Maria Gugging Zeichnungen anfertigen. 1965 gab er über die künstlerisch Talentierten sein erstes Buch „Kunst und Schizophrenie“ heraus. 1981 gründete Navratil das „Zentrum für Kunst- und Psychotherapie“, das den künstlerischen Patienten als Wohnhaus, Atelier und Kommunikationsraum diente. 1986 setzte Johann Freilacher das Engagement seines Vorgängers fort und prägte den Begriff „Haus der Künstler“. Zu den international bekannt gewordenen Künstlern aus Gugging zählen unter anderem Johann Hauser, August Walla und Oswald Tschirtner. Ausführlich würdigte Kunststaatssekretär Morak das Lebenswerk des Arztes und Kunstfreundes und sagte unter anderem: „Leo Navratil hat mit seiner Tätigkeit maßgeblich dazu beigetragen, die Verstrickungen zwischen Psychiatrie und Kunst aufzulösen“. Noch im Juni wurde in Anwesenheit Navratils auf dem Gelände der nun ehemaligen Landesnervenklinik und zukünftigen Elite-Universität das „Museum Gugging – Art /Brut Center“ eröffnet. ■

Republik ehrt Gladys N. Krenek
Mit dem Großen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich wurde kürzlich die Komponistin Gladys Nordenstrom Krenek ausgezeichnet. Kunststaatssekretär Morak würdigte die Witwe des Komponisten Ernst Krenek für ihre Verdienste, den Nachlass ihres Mannes in Österreich zu sichern, der in der Ernst-Krenek-Institut-Privatstiftung in Krems (Niederösterreich) seine endgültige Heimat fand. Als so genannter „entarteter Künstler“ musste Krenek 1938 aus Österreich fliehen. In den USA fand er in Gladys Nordenstrom eine liebevolle und künstlerisch kongeniale Weggefährtin, hoch engagiert für die Musik der Moderne und das Werk ihres Mannes. ■

"Tag des Sports" am Wiener Heldenplatz
Rund 280 österreichische Medaillengewinner bei Welt- und Europameisterschafen sowie Olympischen Spielen wurden am 6. „Tag des Sports“ von Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel, Sport-Staatssekretär Mag. Karl Schweitzer und Bundessportorganisations-Präsident Dr. Franz Löschnak geehrt. Mit rund 300.000 Sportbegeisterten gab es auch heuer einen neuen Besucherrekord. „Mit der Präsentation von 67 Sportarten und über 100 „Mach-mit-Stationen“ österreichischer Sportverbände gab es für jeden Sportinteressierten ein tolles Angebot“, so Schweitzer. Die diesjährige Sonderbriefmarke der POST.AG war Skistar Benny Raich gewidmet. Um dieses breitensportliche Großereignis auf die Beine zu stellen, wurden in den vergangenen Tagen rund 100 Personen rund um die Uhr mit dem technischen Aufbau beschäftigt. 158 Zelte wurden aufgestellt und 15 Kilometer Kabel verlegt. ■

Sportlergespräche mit viel Potential
Unter dem Titel „Leistungssport in Österreich - Kritische Betrachtung durch Athlet und Trainer“ lud Staatssekretär Schweitzer zur Diskussion nach Bad Tatzmannsdorf (Burgenland). Bereits nach den Olympischen Spielen von Athen 2004 fand eine erste Diskussionsrunde statt, deren Ergebnisse die Grundlage für das neue Bundes-Sportförderungsgesetz lieferten. Darauf aufbauend konnten auch diesmal durch die konstruktiven Gespräche mit erfolgreichen Sportlern und Trainern - unter ihnen Claudia Heill, Anja Richter, Roman Hagara, Thomas Farnik, Christian Planer, Nik Berger, Robert Michlmayr oder Hubert Rohrauer - konkrete Ergebnisse erzielt werden. Leider ist es in vielen Verbänden noch Usus, für Wettkämpfe jene Kostendifferenzen, die nicht durch die Top Sport Austria Förderung abgedeckt sind, als „Selbstbehalte“ auf Trainer und Sportler abzuwälzen. Durch einen neuen Passus in den Top Sport Austria Verträgen sollen auch die Restfinanzierung durch die Verbände übernommen werden. Ein anderer Passus soll den Informationsfluss zwischen Trainern und Funktionären sicherstellen. Um die Kostenlast für die Fachverbände zu reduzieren, wird nun allen Verbänden eine Einkaufsmöglichkeit über die BundesbeschaffungsGmbH angeboten. So soll es den Verbänden offen stehen, optional - je nach Sponsorensituation - zu einem stark ermäßigten Preis Produkte für die notwendige Infrastruktur zu beziehen. Aufgrund der sowohl positiven als auch negativen Bespiele von Sportgroßveranstaltungen in Österreich wurde ebenso der Vorschlag, in Hinkunft mit professionellen Agenturen zusammenzuarbeiten, von allen Seiten begrüßt. Dadurch soll den Verbänden nicht nur ein Großteil der Verantwortung hinsichtlich Finanzen, Sicherheit oder Organisation abgenommen werden, sondern auch weniger bekannte Sportarten attraktiver gemacht werden. „Es wäre wünschenswert, dass auch die Verbände mehr mit ihren Sportlern zusammenarbeiten und reden würden. Gerade in der Information liegt leider oft noch ein großes Manko. Dabei sind gerade gute Sportler und Trainer das Potenzial und Kapital eines jeden Verbandes. Jetzt heißt es weiter optimieren“, so Schweitzer. ■

Rad-WM begeisterte Salzburg
Insgesamt 337.000 Zuschauer sahen die verschiedenen Rennen der Rad-WM in Salzburg. „Es war eine perfekte Kooperation zwischen dem Organisations-Komitee der Rad-WM und allen beteiligten Gruppen“, resümierte Generalsekretär Wolfgang Weiss. Vor allem die Partnerschaft zwischen der Wirtschaft und dem Sport gewinnt durch solche Großsportveranstaltungen zunehmend an Bedeutung. In Summe brachte diese Veranstaltung dem Land Salzburg ein Plus von rund 90.000 Übernachtungen, Österreichweit eine geschätzte Wertschöpfung von nochmals 4,7 Millionen Euro. Sportlich wurden die österreichischen Radprofis beim sonntägigen Straßenrennen mit zwei Spitzenplätzen belohnt – der Steirer Bernhard Eisel und sein Teamkollege René Haselbacher. ■