Montag, 30. Jänner 2012
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Nationalrat: Justizopfer der Jahre 1933 bis 1938 rehabilitiert
Der Nationalrat hat am 18. Jänner mit den Stimmen aller fünf Parlamentsparteien die Rehabilitierung von Justizopfern aus den 1930er Jahren beschlossen. Das Aufhebungs- und Rehabilitierungsgesetz sieht die rückwirkende Aufhebung sämtlicher Urteile vor, die im Zeitraum von 6. März 1933 bis 12. März 1938 ("Anschluss" an Deutschland) von ordentlichen Strafgerichten sowie von Sonder- und Standgerichten verhängt wurden. Damit werden nun alle Personen rehabilitiert, die im genannten Zeitraum verurteilt, angehalten bzw. ausgebürgert wurden, weil sie sich für ein unabhängiges und demokratisches Österreich eingesetzt hatten. Das Unrecht dieser Urteile wird in einer eigenen Klausel dezidiert festgehalten, den Justizopfern wird Anerkennung gezollt. Auch politische Meinungsäußerungen sind ausdrücklich inkludiert.
Österreich stelle damit unter Beweis, "dass es sich im gemeinsamen Dialog auch mit den schwierigsten Kapiteln seiner jüngeren Geschichte offen und kritisch auseinandersetzt. Gemeinsam ist es gelungen, einen historisch bedeutsamen Schritt zu setzen", unterstrich Staatssekretär Josef Ostermayer.

Bundesheer: Darabos präsentierte Pilotprojekte
Verteidigungsminister Norbert Darabos hat am 23. Jänner seine Pilotprojekte zur Erprobung eines Berufsheeres vorgestellt. Drei Jahre lang sollen an sechs Standorten keine Grundwehrdiener mehr zum Einsatz kommen. Die Kosten werden auf 8 bis 10 Millionen Euro beziffert und sollen aus Umschichtungen aus dem laufenden Budget finanziert werden. Die betroffenen 300 bis 500 Wehrpflichtigen werden an anderer Stelle eingesetzt. In Summe werden jährlich rund 21.000 Grundwehrdiener einberufen.
"Die Zukunft des österreichischen Bundesheeres beginnt 2012", zeigte sich Darabos von der Sinnhaftigkeit seiner Pilotprojekte überzeugt.
Dabei wird auf drei Ebenen agiert: In Salzburg und Niederösterreich werden zwei Miliz-Pionierkompanien mit jeweils 115 Soldaten aufgestellt. Sie erhalten eine Jahresprämie von 5.000 Euro und verpflichten sich dafür, rund zwei Wochen im Jahr für Übungen bzw. allfällige Einsätze zur Verfügung zu stehen. Zudem wird in mehreren Gebäuden, darunter im Ministerium selbst, auf die Verwendung von Grundwehrdienern als Systemerhalter (Fahrer, Köche etc.) verzichtet. Weiters wird das Jägerbataillon 25 in Klagenfurt als "Musterverband" eingerichtet. Das Bataillon soll bis Mitte 2014 neben den bereits vorhandenen 150 Berufssoldaten über etwa 350 weitere Berufs- und Zeitsoldaten verfügen.
Vorbild ist für Darabos unter anderem Schweden, dessen Verteidigungsminister Sten Tolgfors bei einem Besuch in Wien am 20. Jänner über gute Fortschritte bei der derzeitigen Umstellung auf ein schwedisches Berufsheer berichtet hat.

Ministerrat beschloss sprachliche Frühförderung
Die Bundesregierung hat am 24. Jänner im Ministerrat eine Vereinbarung zur sprachlichen Frühförderung in den Kinderbetreuungseinrichtungen beschlossen. Die Länder erhalten damit ab heuer bis inklusive 2014 jährlich 5 Millionen Euro vom Bund, wenn sie die Mittel entsprechend kofinanzieren. Mit dem Geld sollen Fördermaßnahmen für drei- bis vierjährige Kinder mit Sprachdefiziten finanziert werden. Der von 2008 bis 2010 erstmals ausbezahlte Bundeszuschuss ist im Vorjahr ausgelaufen, wird nunmehr aber weitergeführt.
Bundeskanzler Werner Faymann verwies in diesem Zusammenhang auf massive Deutsch-Probleme bei rund 23 Prozent aller Kinder, auch solche mit deutscher Muttersprache, und daraus resultierenden Schwierigkeiten in der Schule: "Dieses Manko müssen wir beseitigen, damit die Kinder bei ihrer Ausbildung und im späteren Beruf bessere Chancen haben", betonte Faymann.

Beatrix Karl: Familiengerichtshilfe zum "Wohl der Kinder"
Justizministerin Beatrix Karl präsentierte am 23. Jänner die neue Familiengerichtshilfe. Damit sollen in Obsorge- und Besuchsrechtssachen "raschere, nachhaltigere und für allen Beteiligten befriedigendere" Entscheidungen gewährleistet werden, so Karl.
Den Familienrichtern werden Pädagoginnen, Pädagogen, Sozialarbeiterinnen, Sozialarbeiter, Psychologinnen und Psychologen zur Seite gestellt, die sie beraten und auf einvernehmliche Lösungen hinarbeiten.
Vorerst läuft die Familiengerichtshilfe als Pilotprojekt an vier Standorten: Wien Innere Stadt, Amstetten, Leoben und Innsbruck. In zwei Jahren soll eine Evaluierung erfolgen. Die Bundesministerin zeigte sich fest davon überzeugt, dass die Bilanz positiv ausfällt und die Familiengerichtshilfe danach österreichweit angeboten werde.

Bundeskanzler Faymann bei EU-Gipfel in Brüssel
Bundeskanzler Werner Faymann sprach sich im Vorfeld des EU-Sondergipfels der Staats- und Regierungsspitzen in Brüssel am 30. Jänner im deutschen "Spiegel" (Ausgabe: 30. Jänner) für eine Aufstockung des Euro-Rettungsschirms (ESM) von 500 Milliarden Euro auf 750 Milliarden Euro aus, was eine Präventivwirkung gegenüber Spekulanten hätte. Zudem plädierte Faymann einmal mehr für die Einführung einer Finanztransaktionssteuer sowie für eine verfassungsrechtliche Verankerung der Schuldenbremse.
Ein weiteres Anliegen sind dem Bundeskanzler Maßnahmen für Wachstum und Beschäftigung. Insbesondere Jugendarbeitslosigkeit ist auch Thema beim EU-Gipfel in Brüssel, wozu Faymann als Hauptredner auftritt. Schon im Hauptausschuss des Nationalrats am 27. Jänner machte er den Vorschlag, ungenützte Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) in Höhe von 10 Milliarden Euro gezielt für die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit in Europa einzusetzen. Mehr als 5 Millionen junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren würden in der EU heute keine Arbeit finden. Mit den unverbrauchten Geldern sollten entsprechende Programme für mehr Jugendjobs unterstützt werden, erklärte Faymann.
Österreich kann in diesem Zusammenhang mit der EU-weit niedrigsten Arbeitslosenrate von 4,0 Prozent (Eurostat) punkten.
Noch vor Beginn des EU-Gipfels stellte sich Faymann bei einem Treffen der europäischen Sozialdemokraten klar gegen den deutschen Vorstoß, einen "Aufpasser" zur Kontrolle Griechenlands nach Athen zu schicken.

Österreich gedachte des Holocaust
Anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktages am 27. Jänner gedachten Bundeskanzler Werner Faymann und Vizekanzler Michael Spindelegger der Opfer der NS-Gewaltherrschaft und warnten vor den Gefahren rassistischer und undemokratischer Tendenzen in Zeiten der Wirtschaftskrise.
Gerade in Zeiten der Krise bestehe die erhöhte Gefahr, dass Ressentiments gegen Minderheiten, Intoleranz, Rassismus und Antisemitismus auf fruchtbaren Boden fallen, so Faymann: "Wir müssen uns daher noch vehementer gegen das Leugnen und Verharmlosen von NS-Gräueltaten einsetzen." Das schulde man nicht nur den Opfern des Nazi-Regimes. "Wir tragen auch die Verantwortung, Menschenrechte und Demokratie in Zukunft mit noch mehr Nachdruck gegen Provokationen zu verteidigen und weiterzuentwickeln", betonte der Bundeskanzler.
Spindelegger appellierte, eine Krise dürfe nie Vorwand sein, um menschenrechtliche Standards zu relativieren. Politik und Zivilgesellschaft müssten hier klare Grenzen ziehen. "Demokratie und Menschenrechte sind einmalige Güter, die es zu verteidigen gilt", unterstrich Spindelegger.
Auch Bundespräsident Heinz Fischer und Staatssekretär Josef Ostermayer riefen dazu auf, das Andenken an das Grauen des Holocaust zu bewahren und an die jüngeren Generationen weiterzugeben.
Auf dem Wiener Heldenplatz fand am 27. Jänner eine Kundgebung statt, um der NS-Opfer zu gedenken und Zeichen zu setzen. Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek erinnerte an die Symbolik des Gedenkens an jenem Ort, an dem die Menschen 1938 Hitler zugejubelt hatten.

Bundeskanzler Faymann traf Angela Merkel in Berlin
Bundeskanzler Werner Faymann betonte bei einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie den Regierungschefs von Portugal (Pedro Passos Coelho) und Schweden (Fredrik Reinfeldt) angesichts der Schuldenkrise die Notwendigkeit, dass sich die Politik gegenüber den Finanzmärkten wieder durchsetzen müsse. Einmal mehr plädierte Faymann für die Einführung einer Finanztransaktionssteuer – wenn nötig auch nur in der Eurozone, wie Deutschland und Frankreich vorgeschlagen haben.

Österreich begrüßt Pro-EU-Votum in Kroatien
Bundeskanzler Werner Faymann hat das EU-Beitrittsvotum der kroatischen Bevölkerung am 22. Jänner sehr begrüßt. Österreich habe den EU-Beitritt Kroatiens stets unterstützt, so Faymann.

Spindelegger bei Orban in Budapest
Außenminister Michael Spindelegger erklärte nach einem Gespräch mit Ungarns Premier Viktor Orban am 20. Jänner in Budapest, es gehe ihm um "eine Versachlichung und Entpolitisierung" im Konflikt zwischen der EU und Ungarn. Gleichzeitig betonte er, die Gesetzgebung der EU stelle eine klare Richtlinie dar.

Niedrige Zinsen und gute Konjunktur verbessern Budgetbilanz 2011
Das gesamtstaatliche Defizit ist im Vorjahr etwas geringer ausgefallen als ursprünglich angenommen. Gemäß den am 27. Jänner vom Finanzministerium vorgelegten Zahlen lag das Budgetdefizit 2011 bei 3,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) statt wie von der Regierung budgetiert bei 3,9 Prozent. Auch der Schuldenstand der Republik ist mit 72,2 Prozent etwas niedriger als ursprünglich erwartet (73,6 Prozent). Verantwortlich dafür: Die Regierung hat in Summe um 2,3 Milliarden Euro weniger ausgegeben und um 910 Millionen Euro mehr eingenommen als geplant. Hauptverantwortlich für die etwas günstigere Entwicklung sind drei Faktoren: Österreich profitierte von niedrigen Kreditzinsen, was der Republik allein im Finanzkapitel Minderausgaben von 930 Millionen Euro bescherte. Außerdem spülte die im Vorjahr noch gut laufende Konjunktur unerwartet hohe Steuereinnahmen ins Budget. Von den 878 Millionen Euro an überplanmäßigen Steuereinnahmen ging etwa die Hälfte an die Länder. Schließlich führt das neue Haushaltsrecht mit den neuen Rücklagenregelungen dazu, dass die Ressorts wie schon in den vergangenen Jahren bei ihren Ausgaben äußerst diszipliniert sind.

Tourismus: Neue Rekorde bei Ankünften und Inländer-Nächtigungen
Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner zieht eine positive Bilanz über das erfolgreiche Tourismus-Jahr 2011 und ist auch für 2012 optimistisch: "Der neue Gästerekord und das Nächtigungs-Plus zeigen, dass das Urlaubsland Österreich auch in wirtschaftlich turbulenten Zeiten an Attraktivität gewinnt. (…) Besonders erfreulich ist, dass die Nächtigungen der inländischen Gäste einen neuen Höchstwert erreicht haben. Damit bleibt viel Kaufkraft im Land", betont der Bundesminister. Maßgeblich zum guten Ergebnis beigetragen hat auch der boomende Städtetourismus, wie die Rekorde in Wien, Salzburg und Linz bestätigen.
Bei den ausländischen Gästen konnten Rückgänge in traditionellen Herkunftsmärkten durch Zuwächse aus anderen Ländern überkompensiert werden: "Der Schwerpunkt im Tourismus-Marketing liegt weiterhin auf den wichtigen großen Märkten wie Deutschland und Niederlande, aber gleichzeitig wollen wir die Potenziale in neuen Herkunftsmärkten in Osteuropa, China, Indien oder dem arabischen Raum stärker nützen". Ein Beispiel für den Erfolg dieser Diversifizierungs-Strategie: Im Vorjahr nächtigten um 25,6 Prozent mehr russische Gäste in Österreich.

Thermische Sanierung und seniorengerechtes Bauen sollen forciert werden
Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner eröffnete am 20. Jänner die vom Wirtschaftsministerium veranstaltete Enquete "Wohnbau im Wandel" und ging dabei auf neue Herausforderungen ein. So werde die Zahl der Haushalte in Österreich laut Prognosen von 3,6 Millionen auf über vier Millionen im Jahr 2030 anwachsen: "Diese Entwicklung verbessert die Auftragslage für die Bauwirtschaft, wird aber auch neue Fragen zur Leistbarkeit und Finanzierung des Wohnbaus aufwerfen." Auch die seniorengerechte Adaptierung des Wohnungsbestandes verlange nach guten Lösungen, denn bis 2030 werde sich die Zahl der Über-80-Jährigen verdoppeln. Gleichzeitig verstärke sich die Notwendigkeit, den Energieverbrauch zu senken: "Mit der thermischen Sanierung, die der Bund allein im Vorjahr mit 100 Millionen Euro gefördert hat, können wir in diesem Bereich nachhaltige Impulse setzen", betonte Reinhold Mitterlehner.
Am 27. Jänner präsentierten Wirtschafts- und Energieminister Reinhold Mitterlehner und Umweltminister Nikolaus Berlakovich die neue Förderoffensive für die thermische Sanierung mit einem Volumen von 100 Millionen Euro. Für den privaten Wohnbau stehen 2012 erneut 70 Millionen Euro zur Verfügung, für Betriebe 30 Millionen Euro.

Konjunkturprognose: Österreichs Wirtschaft leicht im Aufschwung
Das Wirtschaftswachstum wird laut Österreichischem Institut für Wirtschaftsforschung (Wifo) in den nächsten fünf Jahren weitgehend durch den dynamischen Außenhandel bestimmt sein. Die Wifo-Mittelfrist-Prognose sieht dabei nach 2012 bis 2016 ein moderates Wachstum des heimischen BIP. Während der private Konsum stetig wächst, dämpfen die Sparmaßnahmen der öffentlichen Hand den öffentlichen Konsum. Erst ab 2014 dürfte sich die Expansion wieder beschleunigen. Im Durchschnitt 2012 bis 2016 wird die Ausfuhr jährlich um 5,5 Prozent expandieren. Die Importe nach Österreich steigen demnach jährlich um 5,1 Prozent. Trotz des verhaltenen Konjunkturaufschwungs wird die Beschäftigung ausgeweitet. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt bleibt aber trotz steigender Beschäftigung angespannt, weil zugleich das Arbeitskräfteangebot ausgeweitet wird.

Österreichischer Filmpreis: Triumph für "Atmen" von Karl Markovics
Der Österreichische Filmpreis wurde am 27. Jänner in den Wiener Rosenhügelstudios verliehen. Großer Sieger war Neo-Filmemacher und Schauspieler Karl Markovics. Sein Regiedebüt "Atmen" wurde in sechs (von insgesamt 13) nominierten Kategorien ausgezeichnet: bester Spielfilm, beste Regie, bestes Drehbuch, bester Schauspieler (Thomas Schubert), beste Musik (Herbert Tucmandl) und bester Schnitt (Alarich Lenz). Mit je zwei Preisen kürte die Akademie des Österreichischen Films "Whores´Glory" von Michael Glawogger zum besten Dokumentarfilm und für die beste Kameraführung (Wolfgang Thaler) sowie Wolfgang Murnbergers "Mein bester Feind" (Maske, Kostümbild).
Markus Schleinzers Debütfilm "Michael" wurde für den besten Ton prämiert, Elisabeth Scharangs Film "Vielleicht in einem anderen Leben" für die beste Hauptdarstellerin (Ursula Strauss). Der Österreichische Filmpreis wurde zum zweiten Mal vergeben, die Statuette gestaltete Valie Export.
"Atmen" erzählt von einem 19-jährigen Strafgefangenen, der in einem Bestattungsunternehmen neuen Lebensmut findet. Markovics´ Regiedebüt sei zu Recht österreichischer Oscar-Kandidat, so internationale Filmkritiken.

Österreichischer Kunstpreis 2011
Bundespräsident Heinz Fischer und Kulturministerin Claudia Schmied haben am 24. Jänner sechs Künstlerinnen und Künstler mit den Österreichischen Kunstpreisen 2011 ausgezeichnet. Dieser Preis sei ein "notwendiges und vielstimmiges Bekenntnis zu zeitgenössischer Kunst in ihren vielfältigen Ausdrucksformen", erklärte Fischer.
Alle Preisträgerinnen bzw. Preisträger würden "wichtige und prägende Positionen der österreichischen Gegenwartskunst repräsentieren" und "eindrucksvoll" sichtbar machen, "wie umfassend und vielfältig das Werk österreichischer Kunstschaffender" sei, betonte auch Schmied. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sei es wichtig, die Werte der Kultur zu pflegen und weiter zu entwickeln. "Die Kunstschaffenden leisten einen wesentlichen Beitrag, dass wir unser Tun kritisch reflektieren und nach neuen Wegen suchen", so Schmied.
Die diesjährigen Preisträgerinnen bzw. Preisträger in sechs Kategorien:
- Video- und Medienkunst: Robert Adrian
- Musik: Gerd Kühr
- Künstlerische Fotografie: Michaela Moscouw
- Film: Barbara Reumüller
- Literatur: Franz Schuh
- Bildende Kunst: Walter Vopava

Max Ophüls Preis an Markus Schleinzer
Der Max Ophüls Preis geht heuer an den österreichischen Regisseur Markus Schleinzer für sein Pädophilen-Drama "Michael". Das teilten die Veranstalter am 21. Jänner in Saarbrücken mit. Der 96-minütige Film eröffne dem Zuschauer die Täterperspektive eines unglaublichen Verbrechens. Die Jury lobte den konzeptionellen Mut des Filmemachers. Der Film sei eine "vorsichtige Annäherung an die Abscheulichkeit, die man nicht mehr vergessen wird", hieß es der Mitteilung. Die Auszeichnung ist mit 18.000 Euro dotiert.
Hauptdarsteller Michael Fuith erhielt den Preis für den besten Nachwuchsdarsteller. Weiters wurde Sobo Swobodniks Schwarz-Weiß-Porträt über Hermes Phettberg, "Der Papst ist kein Jeansboy" mit dem Preis für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet.
Im Wettbewerb des 33. Festivals Max Ophüls Preis waren sieben österreichische Produktionen vertreten. Es gilt als eines der bedeutendsten Foren für Nachwuchsfilmer im deutschsprachigen Raum.

Bregenzer Frühling 2012
Das Bregenzer Festspielhaus läutet den Frühling mit Österreichpremieren der aktuellen internationalen Tanzszene ein. Zu Beginn des Festivals am 30. und 31. März wird mit "Sehnsucht/Schmetterling" ein Höhepunkt des Nederlands Dans Theater 1 zu Klavierkonzerten von Beethoven präsentiert (Künstlerische Leitung Jim Vincent, Choreographie Paul Lightfoot, Sol León).
Am 13. April werden in "Dunas" María Pagés, ein spanischer Flamenco-Star, und der marokkanisch-belgischen Tänzer Sidi Larbi Cherkaoui aufeinandertreffen und mit ihnen Orient und Okzident, Gegenwartstanz und die Tradition des Flamenco.
Am 6. Mai spüren in "FAR" der vielfach preisgekrönte Choreograph und Rockstar der Ballettszene, Wayne McGregor, und Random Dance dem Rätsel des Körpers nach. Angeregt durch Roy Porters Buch "Flesh in the Age of Reason" (Fleisch im Zeitalter der Vernunft, 2004), stellt "FAR" die Frage, wer wir sind und wie wir uns selbst wahrnehmen.
Am 11. und 12. Mai rückt das "aktionstheater Ensemble" unter der Regie von Martin Gruber (Dramaturgie Martin Ojster) das Thema Arbeitslosigkeit in den Mittelpunkt.
Zum Abschluss des Festivals am 25. Mai beschreibt die Akram Khan Company in "Vertical Road" – inspiriert von den universellen Mythen der Engel und den Erzählungen der Menschheit über die "Fahrt zum Himmel" – den Weg zwischen Weltlichem und Spirituellem. Dazu lässt der Londoner Choreograph mit bengalischen Wurzeln, Akram Khan, die sphärische Musik von Nitin Sawhney ertönen und verwebt die mystisch-asketische Kultur des Sufismus mit dem klassischen nordindischen Kathak-Tanz und zeitgenössischer Ästhetik, aber auch mit japanischem Butoh.

Bregenzer Festspiele: Intendanz vakant, Programm 2012
Die Bregenzer Festspiele haben ihre Zusammenarbeit mit Intendant Roland Geyer einvernehmlich beendet, noch ehe sie begonnen hat: wegen "unüberbrückbarer Auffassungsunterschiede über die künstlerische Ausgestaltung und Umsetzung des Programms ab 2015", hieß es in einer Erklärung vom 24. Jänner. Die Intendantenstelle soll bereits im Februar neu ausgeschrieben werden.
Nicht davon betroffen ist die Programmplanung 2012: Der Bregenzer Festspielsommer steht heuer unter dem Motto „Erinnerungen an die Zukunft“ und wird neben der Wiederaufnahme der Revolutionsoper "André Chénier" von Umberto Giordano die Science Fiction-Oper "Solaris" (in Anspielung auf das gleichnamige Raumschiff) des deutschen Komponisten Detlev Glanert im Festspielhaus auf die Bühne bringen.
Das eigens für Bregenz komponierte Auftragswerk in Koproduktion mit der Komischen Oper Berlin basiere auf dem Science Fiction Roman des polnischen Autors Stanislaw Lem und drehe sich um die Materialisierung von Erinnerungen und Träumen sowie den persönlichen Umgang mit verdrängter Schuld, so der Komponist.
Ein weiteres Werk von Glanert - die Kammeroper "Nijinskys Tagebuch" in Kooperation mit dem Landestheater Linz – wird im Theater am Kornmarkt aufgeführt. Hinzu kommen Orchesterkonzerte, die Bereiche Cross Culture und Kunst aus der Zeit (KAZ). Das Schauspiel-Programm 2012 wird im Frühjahr bekannt gegeben. Eröffnet wird das 67. Festival am Bodensee am 18. Juli mit der Uraufführung von "Solaris".

Kunsthalle Krems: "Zeit zu handeln!"
Die zeigt bis 19. Februar erstmals in Österreich eine thematische Auswahl aus der Sammlung des "migros museum für gegenwartskunst" Zürich (Schweiz). Die Ausstellung "Zeit zu handeln!" versammelt Werke von 43 Kunstschaffenden aus den späten 1960er Jahren bis heute, die aus der Perspektive des politischen Handelns unterschiedliche Formen der künstlerischen Praxis reflektieren, darunter Maurizio Cattelan, Andy Warhol, Gilbert & George, Bruce Nauman, Steve McQueen, Katharina Sieverding und Hanne Darboven. Firmengründer Gottlieb Duttweiler wollte mit diesem politisch-künstlerischen Engagement sowohl gesellschaftlichen als auch sozialen Fragen gerecht werden.
Ebenfalls in der Kunsthalle wird mit "Walter Vopava" bis 9. April auch einer der wichtigsten Vertreter der Neuen Abstraktion in Österreich präsentiert. Die von Hans-Peter Wipplinger kuratierte Schau enthält einen für die Zentrale Halle eigens entwickelten Bilderzyklus, in dem sich die Auseinandersetzung mit Licht, Farbe, Raum und Atmosphäre manifestiert.

Karikaturmuseum Krems mit neuem Direktor
Im Jänner trat Gottfried Gusenbauer die Nachfolge von Jutta Pichler an, die das Haus seit 2006 erfolgreich leitete. Er will das Karikaturmuseum, dessen hochkarätige Sammlung seit mehr als zehn Jahren vom Land Niederösterreich ausgebaut wurde, als wichtiges Kompetenzzentrum für Zeichenkunst und Bildliteratur nicht nur in Österreich, sondern auch in Europa weiter positionieren und etablieren, wobei Austausch und Kooperationen mit internationalen Ausstellungshäusern und das Netzwerk mit internationalen Künstlern weiter vertieft werden sollen.
Gottfried Gusenbauer wirkte im Offenen Kulturhaus (Medienstudios) und an der Kunstuniversität Linz sowie an der Fachhochschule St. Pölten und ist als Comic-Zeichner Mitglied der Linzer Künstlervereinigung MAERZ.
Er gründete den Kunstverein für Comic und Bildliteratur und fungiert als Herausgeber der Comic-Zeitschrift "lin-c". Seit 2009 leitete er das von ihm konzipierte NEXTCOMIC Festival Linz, eines der wichtigsten Festivals in der Comic-Szene im europäischen Raum. Ein großes Anliegen ist ihm, die narrative Zeichnung in die Hochkultur zu holen, sowie die Anerkennung des Comic als Kunstform.

Claudia Schmied: Neue Reifeprüfung bringt Individualisierung und Fairness
Wie von Bildungsministerin Claudia Schmied mit Lehrkräften, Eltern, Schülerinnen und Schülern vereinbart, geht nun der Entwurf für eine Reifeprüfungsverordnung in Begutachtung. Die Bundesministerin hebt die Bedeutung dieser Verordnung hervor: "Dieser Begutachtungsentwurf stellt eine weitere wichtige Etappe der Bildungsreform dar. Die Umstellung der Reifeprüfung auf Kompetenzorientierung, Individualisierung und mehr Chancengerechtigkeit ergänzt optimal Reformen wie die Einführung der Oberstufe Neu und der Bildungsstandards." Bei den vorwissenschaftlichen Arbeiten bzw. Diplomarbeiten etwa bringt die neue Reifeprüfung mehr Individualisierung und die Chance zur Entfaltung der persönlichen Talente.

Neues Young Science-Gütesiegel für erfolgreiche Forschungspartnerschulen
Young Science ist eine neue Plattform für die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Schule, um Kooperationen zwischen sekundären und tertiären Bildungseinrichtungen zu unterstützen. Erstmals sollen 2012 besonders engagierte österreichische Forschungspartnerschulen vor den Vorhang geholt und ausgezeichnet werden: "Zahlreiche Schulen forschen schon lange und sehr erfolgreich gemeinsam mit wissenschaftlichen Einrichtungen zu aktuellen wissenschaftlichen Fragestellungen. Dabei wurden und werden unterschiedlichste vorbildliche Modell-Lösungen für Kooperationen an der Schnittstelle von Wissenschaft und Schule entwickelt. Diese Pionierleistungen möchten wir mit dem Young Science-Gütesiegel aufzeigen und als besonders zukunftsträchtige Form der vorwissenschaftlichen Nachwuchsförderung unterstützen", so Wissenschafts- und Forschungsminister Karlheinz Töchterle.

Frauenförderung: Universität Wien vergibt drei Berta-Karlik-Professuren
Die Zahl der Professorinnen an der Universität Wien nimmt weiter zu: von unter 10 Prozent im Jahr 2000 auf über 20 Prozent heute. Um diese Tendenz weiter zu steigern, hat die Universität Wien im vergangenen Jahr die Berta-Karlik-Professuren ausgeschrieben. Anfang März 2012 wird der Physikerin Paola Ayala, der Sprachwissenschafterin Brigitta Busch und der Molekularbiologin Verena Jantsch-Plunger im Rahmen einer Festveranstaltung die auf drei Jahre befristete Berta-Karlik-Professur verliehen. Das Programm ist nach der österreichischen Physikerin Berta Karlik, der ersten Universitätsprofessorin der Universität Wien, die 1956 zur Ordinaria ernannt wurde, benannt.

Jugendcoaching für bessere Chancen junger Menschen am Arbeitsmarkt
Jugendcoaching stellt eine präventive Maßnahme dar, durch die Schülerinnen und Schüler in ein engmaschiges Netz individueller Unterstützungsleistungen und Förderprogramme herangeführt werden sollen. "Durch die Maßnahme des Jugendcoachings soll die Quote der Schulabbrechenden reduziert und die Jugendlichen möglichst lange im Schul- und Ausbildungssystem gehalten werden. Außerdem wollen wir dadurch jene Jugendlichen, die das Ausbildungssystem bereits verlassen haben, wieder integrieren", betonte Sozialminister Rudolf Hundstorfer am 25. Jänner. Auch nach Ansicht von Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner ist es angesichts demographischer Entwicklungen "wichtiger denn je, die Treffsicherheit bei der Lehrberufswahl und der weiteren Ausbildung zu erhöhen." Im Jänner 2012 startete das Pilotprojekt Jugendcoaching für Schülerinnen und Schüler der 9. Schulstufe in Wien und der Steiermark.

Vereinfachte Anerkennung von mitgebrachten Qualifikationen geplant
Sozialminister Rudolf Hundstorfer und Integrations-Staatssekretär Sebastian Kurz unterstrichen am 24. Jänner, dass mitgebrachte Qualifikationen – etwa von Fachkräften oder Akademikerinnen bzw. Akademiker – besser genutzt und die Regelungen für die formale Anerkennung vereinfacht werden sollen. Um dies zu erreichen wurde bereits eine interministerielle Arbeitsgruppe im Auftrag des Sozialministeriums eingesetzt.

Datenschutzbeauftragte für Unternehmen ab 50 Mitarbeiter gefordert
Staatssekretär Josef Ostermayer plant die Ausweitung des Datenschutzes in Betrieben: Unternehmen ab 50 Beschäftigten sollen verpflichtet werden, einen Datenschutzbeauftragten einzusetzen. Hintergrund ist eine geplante EU-Richtlinie, die das Recht auf Löschen von Daten vorsieht. Der Einsatz eines Datenschutzbeauftragten in Betrieben ist darin zwar erst ab 250 Beschäftigten vorgesehen, Josef Ostermayer denkt allerdings an eine Mindestzahl von 50. Anlässlich des "6. Europäischen Datenschutztages" fand am 27. Jänner auch ein Symposium zu dem Thema im Bundeskanzleramt statt, bei dem auch ein Vertreter der Europäischen Kommission sowie von Datenschutzrat und Datenschutzkommission zu Wort kamen.

Erste Olympische Jugend-Winterspiele waren großer organisatorischer Erfolg
Die ersten Jugend-Winterspiele, die Youth Olympic Games 2012, gingen am 22. Januar glanzvoll in der nunmehr dreifachen Olympiastadt Innsbruck zu Ende.
Am letzten Tag der Spiele zog Sportminister Darabos eine positive Bilanz. "Mit 14 Medaillen, sechsmal Gold, und je viermal Silber und Bronze, hat unsere Mannschaft alle Erwartungen übertroffen. Viele junge Talente haben auf sich aufmerksam gemacht, allen voran der dreifache Goldmedaillengewinner Marco Schwarz, der in der Nordischen Kombination, im Ski Alpin Mixed-Bewerb und im Riesentorlauf gewann. Eines ist sicher: Wir müssen uns um rot-weiß-rote Erfolge im Wintersport auch in Zukunft keine Sorgen machen."
Auch organisatorisch verliefen diese 1. Olympischen Jugend-Winterspiele ausgezeichnet. "Ich möchte mich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und den rund 1.400 ehrenamtlichen Helfern ganz herzlich bedanken. Wir haben einmal mehr bewiesen, dass wir ein großartiger Veranstalter von Sportevents sind. Mit diesen Spielen haben wir eine tolle Visitenkarte hinterlassen", so Darabos.
Das nächste Großereignis im Jugendsport in Österreich wird übrigens nicht lange auf sich warten lassen. 2015 finden in Liechtenstein und in Vorarlberg die Europäischen Jugend-Winterspiele statt. Die Messlatte liegt nach Innsbruck jedenfalls sehr hoch.

Sportministerium lud zu EU-Konferenz "Education & Training" nach Innsbruck
Das Sportministerium hat nach der Installierung der sechs Expertenarbeitsgruppen der EU-Kommission am 12. und 13.Jänner 2012 die erste formelle EU-Expertentagung zum Thema "Education and Training in Sport" in Seefeld und Innsbruck veranstaltet.
Der erste Tag war in Seefeld Best Practice-Präsentationen gewidmet, wobei ein abwechslungsreicher und repräsentativer Querschnitt durch den österreichischen Nachwuchssport und Spitzensport präsentiert und länderübergreifende, internationale und integrative Aspekte in diesen Bereichen diskutiert wurden.
Neben einem Überblick über die österreichischen Spitzensportstrukturen wurden vom Direktor des Skigymnasium Stams, Arno Staudacher, das über die Grenzen Österreichs bekannte Schul- und Nachwuchsmodell Stams präsentiert. Bildungsziel der Schule ist das Hinführen zur sportlichen Höchstleistung im Bereich Ski Alpin, Sprunglauf, Langlauf und Nordische Kombination/Biathlon sowie das Erreichen eines Schulabschlusses. Zudem bot Thomas Wörz, Geschäftsführer und sportlicher Leiter des Salzburger Schul-Sport-Modells, einen beeindruckenden Überblick über sein höchst erfolgreiches Beispiel einer leistungssportorientierten Talentakademie.
Darüber hinaus wurde das Projekt "Karriere danach" vorgestellt. Dieses fungiert als spezifische Beratungs- und Betreuungseinrichtung für österreichische Spitzensportlerinnen, Spitzensportler und professionelle Trainerinnen bzw. Trainern, die nach Beendigung ihrer aktiven Laufbahn Beratung und Unterstützung für den Start in eine berufliche Laufbahn benötigen. Werner Margreiter von YOG präsentierte im Anschluss einen Vorgeschmack auf die Organisation, die Durchführung und die Bewerbe der Olympischen Jugend Winter Spiele. Zum Abschluss der Veranstaltung hielt die dreimalige österreichische Sportlerin des Jahres und Bronzemedaillen-Gewinnerin bei den Olympischen Sommerspielen in Peking, Mirna Jukic, ein viel beachtetes Impulsreferat über ihren sportlichen Werdegang.
Am zweiten Tag wurde die Tagung in Innsbruck unter Vorsitzführung der EU-Kommission fortgesetzt.
Seefeld und Innsbruck wurden als Veranstaltungsorte für die EU-Expertenarbeitstagung ganz bewusst ausgewählt, zumal Innsbruck und Seefeld bereits zweimal, nämlich 1964 und 1976, Austragungsorte der Olympischen Winterspiele waren und dort im Jänner 2012 die 1. Olympischen Jugend-Winterspiele stattfanden, wo 1.058 Athletinnen und Athleten zwischen 14 und 18 Jahren aus über 70 Nationen in 63 Sportbewerben um Medaillen kämpften.

Hockey-Herren holen Bronzemedaille bei EM und blicken auf Olympia-Quali
Auch die österreichischen Hockey-Herren bleiben international erfolgreich und holten bei der Hallen-EM in Leipzig Bronze. In einem unterhaltsamen Spiel besiegte der Titelverteidiger die Niederlande mit 5:3. Vor allem Michi Körper bot eine Glanzleistung, schoss vier Tore und bereitete eines vor.
Österreichs Kapitän Armin Stremitzer zeigte sich sehr zufrieden: "Wir waren taktisch perfekt auf die Niederlande eingestellt, haben einiges besser gemacht als im Halbfinale". Stremitzer, wie auch sein Trainer Frank Hänel, richten den Blick schon auf die Olympia-Qualifikation: "Wir werden im April ein Japan ein erfolgreiches Turnier spielen".